Kriegstagebuch 10. November 1918

Kaiser Wilhelm II. beim Grenzübertritt

Kaiser Wilhelm II. beim Grenzübertritt ins holländische Exil.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 10. November 1918:

Politik

Deutschland: Kaiser Wilhelm II. überquert gegen 7.00 Uhr mit 70 Angehörigen seines Stabes in 11 Autos die Grenze in die Niederlande bei Eysdin, wartet und steigt dort in den kaiserlichen Zug für die Weiterfahrt durch Lüttich. Der Kronprinz folgt ihm am 12. November mit 4 Mitarbeitern.
Rumänien: Der König kündigt an, dass die Nation den Krieg auf der alliierten Seite wieder aufgenommen hat; General Berthelot überquert die Donau in die Walachei hinein.
Tschechoslowakei: Masaryk wird in Genf zum Präsidenten gewählt. Zwei ungarische Divisionen treiben 1.100 Tschechoslowaken aus der Slowakei heraus.
Großbritannien: Mannerheim trifft aus Finnland kommend in Aberdeen an.

Westfront

Deutschland: Der Reichskanzler funkt nach 18:00 Uhr an die Waffenstillstands-Delegation zu unterzeichnen.
Flandern: DIE BELGIER BESETZEN WIEDER GENT.
Sambre: DIE KANADISCHE 3. DIVISION DRINGT IN MONS EIN (264 kanadische Verluste) nach der Überwindung von selbstmörderischen Widerstand deutscher MG-Truppen und die Stadt wird bis zum Morgengrauen des 11. November vom deutschen 62. Regiment der 12. Division gesäubert.
Maas: Der rechte Flügel von Guraud (französische Vierte Armee) erreicht Mezieres; die Deutschen lassen ihren Artilleriepark, riesige Lagervorräte und rollendes Material zurück. Die 1. US-Armee überquert bei einem Angriff die Maas.
Mosel: Die Zweite US-Armee (Bullard), darunter die 92. Division (Afro-Amerikaner; 1.000 Verluste), greift in Richtung des Briey-Becken mit seinen Hochöfen und Eisenerzabbau an.
Lothringen: Mangin erwähnt die Legion RMLE zum neunten und letzten mal (Rekord) in den Armeebefehlen, die Einheit ist am 11. November in Sichtweite von Metz.

Südfronten

Balkan – Die Alliierten überqueren die Donau: 2 französische Bataillone bei Ruschuk nach Rumänien (ebenfalls bei Sistova und Nikopol am 11. November), die serbische Erste Armee überquert ohne Widerstand bei Belgrad nach Ungarn hinein.
Alpen: Einige deutsche Truppen überqueren die österreichische Grenze nach Nordtirol, lösen sich aber bald durch Desertion selbst auf und die Italiener besetzen den Brennerpass, wo der Kommandant der 4. Bayerischen Division mitteilt, dass er sich am 11. November nach Deutschland zurückziehen wird.

Naher Osten

Osmanisches Reich: Der Sultan beauftragt Tewfik Pascha (ehemaliger Botschafter von London) zur Bildung einer pro-alliierten Regierung (die Versammlung genehmigt dies am 18. November).
Mesopotamien: Die Türken evakuieren Mossul und ziehen sich nach Nisibis zurück.

Seekrieg

Nordsee: Der Schaufelrad-Minensucher HMS Ascot (53 Besatzungsmitglieder getötet) wird durch das Küsten-U-Boot UB 67 vor Nordostengland versenkt.
Großbritannien: Der Marinestab diskutiert die Zweckmäßigkeit der Abschaffung des U-Bootes.
Westliches Mittelmeer: Das neu eingetroffene brasilianische Geschwader feuert irrtümlich auf amerikanische U-Bootjäger während einer U-Jagd-Operation.

Luftkrieg

Deutschland: 11 Airco D.H.4 (1 verloren) der 55. Squadron bombardieren Eisenbahnen bei Ehrang. Niedrige Wolken, Nebel und starke Flak verhindern, dass sie Köln erreichen. 5 Tote und 7 Verletzte im Zentrum von Metz durch einen Handley Page Bomber in der Nacht vom 10. zum 11. November.

Besetzte Gebiete

Belgien: Deutschen Soldaten hissen die rote Flagge in Brüssel.

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