Kriegstagebuch 10. Mai 1940

Deutsche Fallschirmjäger in der Nähe von Rotterdam.

Deutsche Fallschirmjäger in der Nähe von Rotterdam.

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Freitag den 10. Mai 1940:

Westfront

DEUTSCHER ANGRIFF IM WESTEN auf Holland, Belgien und Luxemburg ohne eine Kriegserklärung (Fall Gelb) mit 77 Divisionen (einschließlich 10 Panzer- und 2 Luftlande-Divisionen) sowie 3.500 Flugzeugen. Drei Panzer-Korps – Guderians XI., Reinhardts XLI. and Hoths XX. – stoßen durch die angeblich für Panzer unpassierbaren Ardennen im südlichen Belgien und Luxemburg in Richtung der Maas.
Die belgischen Truppen ziehen sich mit Ausnahme von zwei Kompanien Chasseurs Ardennais, welche den Vormarsch der 1. Panzer-Divisionen mit Strassensperren verzögern, aus den Ardennen in Richtung des Flusses Maas zurück.
Die französische 1. Heeresgruppe (32 Divisionen, einschließlich den englischen Expeditionskorps BEF) rücken gemäß dem Dijle-Plan nach Belgien ein. General Gamelin, der alliierte Oberbefehlshaber gibt als Tagesbefehl heraus: ‘Deutschland fordert uns zum Krieg auf Leben und Tod heraus … habt Mut, Kraft und Zuversicht. ‘
Hitlers Tagesbefehl beinhaltet: ‘Soldaten der Westfront ! Die Schlacht, welche heute beginnt, wird für die nächsten tausend Jahre das Schicksal der deutschen Nation entscheiden. ‘
Die holländische Armee beginnt mit den vorbereiteten Flutungen von großen Flächen in Ost-Holland. Den Holländern gelingt es, einen Entführungsversuch von Königin Wilhelmina durch deutsche Fallschirmjäger zu verhindern. Unternehmen ‘Königliche Marine’ beginnt: 1.700 Minen werden bis zum 17. Mai im Rhein ausgelegt.

Luftkrieg

Die deutsche Luftwaffe greift im Morgengrauen Flugplätze und Ortschaften in den Niederlanden, Belgien und Nordfrankreich an. Deutsche Luftlandetruppen sichern wichtige Flugplätze und Brücken. Sturmtruppen landen mit Lastenseglern direkt auf dem belgischen Fort Eben Emael und nehmen es trotz seiner 1.200 Mann starken Besatzung.
Die holländischen Passagierschiffe Statendam (28.300 t) und Veendam (15.500 t) werden in Rotterdam bombardiert und sinken. Die niederländische Luftwaffe und englische RAF schießen mehrere Junkers Ju 52 Transportflugzeuge über Holland ab.
RAF-Bomber vom Typ Battle machen Tiefangriffe auf deutsche Panzer, welche durch Luxemburg vorrücken (16 von 32 werden abgeschossen, die anderen beschädigt).
Deutsche Flugzeuge bombardieren irrtümlich Freiburg. 57 Einwohner kommen ums Leben und Propagandaminister Goebbels beschuldigt die Franzosen.
Neun belgische Fairey Fox Doppeldecker greifen eine Gruppe von Bf 109E Jägern an: ein deutscher Jäger und drei belgische Doppeldecker werden abgeschossen, die anderen Fairey Fox werden alle beschädigt.
Die englische RAF bombardiert in der Nacht vom 10. auf den 11. Mai die deutschen Verbindungslinien im Rheinland östlich der holländisch-deutschen Grenze.

Seekrieg

Englische Zerstörer, Minenräumer und Marinesoldaten werden an die holländische Küste entsandt. Ein deutscher Truppentransporter wird vor Oslo versenkt. Britische Truppen landen auf Island. Britische und französische Einheiten landen auf den Niederländischen Antillen in der Karibik. Die Holländer besetzen 26 deutsche Handelsschiffe in den Niederländischen Antillen und Niederländisch-Ostindien (Indonesien).

Norwegen

Englische Truppen werden aus Mosjöen, 250 km südlich von Narvik, evakuiert.

Politik

Deutsches Memorandum an Brüssel und Den Haag, welches den Angriff rechtfertigen soll. Die belgische und holländische Regierung appellieren an Großbritannien und Frankreich. Königin Wilhelmina protestiert entschieden gegen die unprovozierte deutsche Aggression. Die Regierung von Luxemburg flieht nach Frankreich. Die britische und französische Regierung warnen Deutschland vor Luftangriffe auf zivile Ziele.

Heimatfronten

Großbritannien: CHAMBERLAIN TRITT ZURÜCK, CHURCHILL WIRD PREMIERMINISTER und bildet eine Koalitionsregierung.
Frankreich: Vorübergehende Versöhnung zwischen Ministerpräsident Reynaud und dem Oberbefehlshaber General Gamelin.

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