Kriegstagebuch 10. Mai 1915

Take-up-the-sword-of-justice

Britisches Poster zum Untergang der ‘Lusitania’. Das ‘Schwert der Gerechtigkeit’ wird den USA hingehalten.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 10. Mai 1915:

Neutrale

USA: Präsident Wilson Lusitania-Rede: ‘Es gibt so etwas wie einen Menschen, der zu stolz ist, um zu kämpfen’. Deutschland versichert den USA, dass neutrale Schiffe nicht angegriffen werden.

Heimatfronten

Großbritannien: Die Versenkung der Lusitania führt bis zum 12. Mai zu anti-deutschen Unruhen in London und Liverpool.
British Industries Fair in London bis zum 12. Mai: 620 Firmen stellen ehemalige Import-Güter aus Feindstaaten aus.

Westfront

Flandern: Feldmarschall French vom Britischen Expeditionskorps gibt nur ungern 22.000 Granaten nach Marseille ab, von wo sie aus nach Gallipoli verschifft werden sollen. Ein weiterer britischer Angriff auf die Hügel von Aubers scheitert ebenfalls blutig und bringt die britischen Verluste auf 11.619 Mann.
Artois: Der Friedhof von Neuville-St-Vaast und Teile von Carency (Arras) werden von Petain Korps und dem XX. Korps genommen, aber die marokkanische Division ist aufgerieben (Fremdenlegion 1.939 Verluste) und General Barbot von der französischen 77. Division wird durch eine Granate getötet.

Ostfront

Radko berichtet, dass seine russische Dritte Armee am Ende der Schlacht von Sanok ‘verblutet ist’ und es wird ihm am nächsten Tag gewährt, sich zum Fluß San zurückzuziehen. Die Armee hat fast 210.000 Mann und 200 Kanonen verloren.
Bukowina: Die zur Ablenkung vorgesehene russische Neunte Armee eröffnet eine Offensive über den Fluß Dnjestr (bis zum 14. Mai), nimmt Nadworna und ca. 20.000 Kriegsgefangene.

Seekrieg

Mittelmeer – Geheime Anglo-Französisch Italienisch-Marinekonvention: eine ‘Erste alliierte Flotte’ unter einem italienischen Befehlshaber mit der Basis Brindisi soll aufgestellt werden. Darunter befinden sich auch 4 britische Schlachtschiffe und 4 Kreuzer, 12 französische Zerstörer und 6 U-Boote. Eine womöglich ‘Zweite alliierte Flotte’ soll dann einen französischen Befehlshaber erhalten.
Italien: Der neue Dreadnought (Schlachtschiff) Duilio ist fertiggestellt.
Schwarzes Meer: Schlachtkreuzer Goeben wird in einem einstündigen Gefecht mit 6 russischen Schlachtschiffen (zwei beschädigt) und 11 anderen Kriegsschiffen vom Bosporus abgeschnitten und beschädigt (zwei Treffer). Goeben kann seine Gegner jedoch ausmanövrieren und mit einer Geschwindigkeit von 30 Knoten den Stützpunkt Stenia Creek erreichen.
Deutschland: Großadmiral Tirpitz beschließt, die Küsten-U-Boote UB 1 und UB 15 zu den Österreichern nach Pola transportierten zu lassen. Ebenfalls sollen die Küsten-Minenlege-U-Boote UC 14 und UC 15 nachgeschickt werden. Enver Pascha appelliert für mehr Boote für die Dardanellen am 23. Mai, worauf hin Tirpitz antwortet, daß bisher schon acht U-Boote losgeschickt wurden.

Luftkrieg

Großbritannien: Das Heeres-Luftschiff LZ38 bombardiert in der Nacht vom 10./11. Mai Southend, wobei es 3 Opfer gibt. In der Nacht vom 26. zum 27. Mai verursacht es dort nochmals 6 zivile Opfer.

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