Kriegstagebuch 10. Juni 1942

SS-Soldaten in Lidice

Drei der Zerstörer von Lidice (Tschechei) lassen sich vor einem Gebäude, welches sie gesprengt haben, fotografieren. SS-Einheiten entvölkerten und zerstörten das Dorf völlig, da einige der Bewohner in Verdacht standen, den Attentätern von Heydrich geholfen zu haben. 173 Männer und Jungen wurden erschossen, 198 Frauen und 98 Kinder in ein Konzentrationslager gebracht.

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Mittwoch den 10. Juni 1942:

Besetzte Gebiete

Tschechoslowakei: ZERSTÖRUNG VON LIDICE. SS-Soldaten entvölkern und zerstören die Ortschaft Lidice in der Nähe von Prag vollständig, da einige ihrer Bewohner in Verdacht geraten sind, den Attentätern von Heydrich geholfen zu haben. 173 Männer und Jungen werden erschossen, 198 Frauen und 98 Kinder in Konzentrationslager deportiert.

Ostfront

Ukraine: Die 1. Panzer-Armee und Paulus 6. Armee drängen zwischen dem 10. und 26. Juni die Russen auf breiter Front östlich von Charkow zurück und erobern Wolchansk und Kupjansk und erreichen den Fluß Oskol.

Seekrieg

Schwarzes Meer: Ein russischer Nachschubskonvoi wird während des Entladens in Sewastopol durch Junkers Ju 88 Bomber vernichtet.

Heimatfronten

Großbritannien: Tod von Stanley Lupino, Schauspieler und Komödiant, im Alter von 48 Jahren.

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4 Kommentare

  1. Pancho Villa

    Immer wieder der gleiche Fehler: Es gab zwischen dem 14. März 1939 und dem 8. Mai 1945 einfach KEINE “Tschechoslowakei”.

    – Seit dem 15. März 1939 existierte jedoch offiziell das Protektorat Böhmen und Mähren …

    • Vom völkerrechtlichen Status wurde die Besetzung der Tschechoslowakei durch Hitler niemals gültig rechtlich anerkannt, veilmehr war es der indirekte Auslöser des 2. Weltkrieges. Daher bleibt es bei Tschechoslowakei. Ebenso wenig werden Begriffe für Gebiete wie Generalgouvernement für Polen, Ostland u.ä. für besetzte Staaten hier verwendet werden.

      • Pancho Villa

        Diese Behauptungen sind schlicht falsch.
        – Die am 14.03.1039 proklamierte Slowakische Republik / SR wurde de facto & de iure von zumindest 27 Staaten anerkannt, darunter auch von GB, F, UdSSR etc., lediglich Washington hat die SR aus politischen Überlegungen nicht diplomatisch anerkannt. Dies heisst allerdings noch lange nicht, dass die “Tschechoslowakei” dadurch weiterhin existiert hätte, im Gegenteil: sie hörte nämlich am 15. März 1939 = Proklamation von Protektorat Böhmen & Mähren völkerrechtlich auf zu existieren.

        – Völkerrechtlich gabs also KEINE “besetzte Tschechoslowakei”. So ein Unding gibs einfach nicht.

        • ‘Im Ersten Wiener Schiedsspruch übertrugen Vertreter der deutschen und der italienischen Regierung den Süden der Slowakei und die Karpatenukraine im November 1938 an Ungarn. Das Teschener Gebiet wurde von Polen besetzt.
          Der nunmehr politisch als Zweite Republik bezeichnete tschechoslowakische Staat auf dem verbliebenen Staatsgebiet – die „Nachmünchener“ Tschechoslowakei vom Oktober 1938 bis zur Besetzung durch Deutschland[11] – bestand nach diesen Abtretungen nur kurz. Am 15. März 1939 besetzten deutsche Truppen die sogenannte Rest-Tschechei und stellten sie als Protektorat Böhmen und Mähren unter deutsche Verwaltung. Tags zuvor war im slowakischen Landesteil unter direktem Druck Hitlers der Slowakische Staat unter „deutschem Schutz“ gebildet worden; die Karpatenukraine wurde von Ungarn annektiert.
          Teile der tschechoslowakischen Regierung waren ins Ausland geflüchtet und bildeten unter Edvard Beneš ab 1940 in London eine Exilregierung.’
          (siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Tschechoslowakei )

          Ich behalte mir also die ‘künstlerische Freiheit’ vor, alle bis zur Besetzung und anschließend wieder gleich bezeichneten Staatsgebilde entsprechend auch in der jeweiligen Zeit der Okkupation weiterhin so zu nennen und betrachte dieses Diskussion als abgeschlossen. Die gleiche Praxis wird im übrigen auch für alle sogeannten kommunistischen, vorübegehenden Namensgebungen angewendet; selbst wenn ein Russland für 70 Jahre zu einer Sowjetunion wurde – was im Vergleich zur langen Geschichte lediglich temporär ist und die geografische Einordnung für den Leser somit leichter macht.

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