Kriegstagebuch 1. September 1917

deutsche Truppen überqueren Düna

Über einer gesprengten Brücke, die notdürftig instand gesetzt wurde, überqueren deutsche Truppen die Düna.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 1. September 1917:

Ostfront

Baltikum: HUTIERS DEUTSCHE RIGA-OFFENSIVE (bis zum 5. September) beginnt mit einem 2-stündigen Beschuß mit Gasgranten durch Bruchmüllers Artillerie. 116.400 Gasgranaten verursachen über 1.000 russische Opfer und führen zu einer Panik. Bis 8:40 Uhr sind 3 Brücken gebaut und zwei Inseln 30 km östlich von Riga erstürmt. 3 Divisionen überqueren die Düna in 225 Pontonbooten, welche durch tieffliegende Flugzeuge gedeckt werden. Sie bilden einen 11 km großen Brückenkopf bis 10:35 Uhr, halten dann aber an. Klembovski evakuiert den Riga-Brückenkopf und die Stadt Riga bis zum 2. September.

Westfront

Großbritannien: Die meisten Divisionen des BEF sind 2.000 Mann unter Sollstärke.
USA: Pershing eröffnet das Hauptquartier der Amerikanischen Expeditionsstreitkräfte AEF bei Chaumont an der oberen Marne.
Somme: Die Deutschen nehmen und besetzen vorübergehend Stellungen bei Havrincourt südwestlich von Cambrai, werden aber am 3. September vertrieben.
Aisne: Erfolgloser deutscher Gegenangriff nordöstlich von Craonne, vier Angriffe scheitern am 2. September.

Naher Osten

Palästina: Gesamte Rationenstärke des EEF 225.176 Mann, einschließlich 20.207 Anzac- und 19.141 indischen Soldaten mit 117.449 Tieren (vom 25. August, einschließlich 44.502 Kamele).
Ägypten: Im September übernimmt die NACB (britisches Navy and Army Cantten Board) 41 Kantinen.
Mesopotamien: Die türkische Eisenbahn hat bis jetzt nur Nisibis erreicht. Im September kommt die persische US-Hungershilfe-Kommission in Bagdad (auch amerikanische Ölinteressen) an.

Afrika

Ostafrika: Höchste britische Rationenstärke seit dem 1. Dezember 1916 und für die restliche Dauer des Krieges mit 58.317 Soldaten (darunter 22.052 Weiße und 16.853 Inder) mit 38 Kanonen, 140.590 Trägern, 16.606 Tieren (31. August, einschließlich 6.033 Ochsen).

Seekrieg

Großbritannien: Im September erhält die Royal Navy endlich die effiziente H2-Mine (Kopie der deutschen Herzhorn-Kontaktmine) aus der Serienproduktion. Von dieser werden 12.450 von 100.000 bestellten bis Ende 1917 ausgeliefert und sind für die Versenkung von 9 – und womöglich bis zu 16 – U-Booten verantwortlich. Im Laufe des Septembers verfügen 31 Flugstationen über 190 Flugzeuge und 50 Luftschiffe für Anti-U-Boot-Operationen.
Atlantik: 300 Schiffe laufen wöchentlich in Konvois ein und aus.
Nordsee: Die 4. Leichte Kreuzer-Squadron der Grand Fleet überfällt Horns Riff und treibt 4 deutsche Minensucher beim Ringkiobing-Fjord (Jütland) auf Land.

Luftkrieg

Westfront: Während des September fliegt das Royal Flying Corps 226 Bombenangriffe (7.886 Bomben mit 135 Tonnen gegen 969 abgeworfene deutsche Bomben), meldet 9.539 Ziele und erhält 930 neue Flugzeuge. Zahlen, die nur im März und Mai 1918 noch übertroffen werden.
Es werden 14.678 Aufklärungsfotos geschossen, aber 214 Angehörige des Royal Flying Corps werden getötet oder vermisst, der zweit-schlimmste Monat im Jahr 1917.
Während des Septembers vernichten zwei deutsche Nachtangriffe 85 französische Flugzeuge bei Verdun.
Im September eröffnet die US-Flugzeugführerschule bei Issoudon.

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