Kriegstagebuch 1. Oktober 1917

Ballonsperre vor London

Eine Reihe von zusammengebundenen Ballons, die eine Drahtgitter-Sperre vor London halten und entworfen, um durch die Flügel von jedem Flugzeug zu schneiden, dessen Besatzung die Drähte nicht rechtzeitig erkennt.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 1. Oktober 1917:

Luftkrieg

Großbritannien: 6 von 18 losgeschickten Gotha-Bomber greifen London an. 6 andere bombardieren Kent, Essex und Suffolk (53 Opfer). Die Briten setzen zum erstenmal einen sphärischen Geräuschsempfänger in der Nähe von Dover ein, welcher die deutschen Flugzeuge 12 bis 15 Minuten vorher über dem Ärmelkanal erkennt. Im Oktober ist die erste Ballon-Sperre vor London einsatzbereit und 10 sind es bis Juni 1918, obwohl bei den ersten Versuchen im Richmond Park am 21. September zwei Luftfahrt-Mechaniker ums Leben kommen.
Baltikum: Deutsche Flugzeuge bombardieren die Insel Ösel (sowie am 9. Oktober).

Westfront

Deutschland: Im Oktober erreicht die deutsche Armee eine Stärke von 238 Divisionen (davon 147 im Westen) mit 18.416 Kanonen, die Maximalstärke bis Mai 1918. Von den Kanonen sind 12.432 im Westen gegen 6.000 britische und 10.000 französische.
Frankreich: Die Kampfstärke der französischen Armee beläuft sich auf 1.142.000 Infanteristen, 71.000 Kavalleristen, 522.000 Kanoniere, 121.000 Pioniere und 35.000 Mann bei den Fliegern.
Ypern: Fünf deutsche Gegenangriffe im Frontbogen. Die Briten nehmen 4.446 Kriegsgefangene vom 1. bis 5. Oktober (König George schickt ein Telegramm mit Glückwünschen am 5. Oktober).
Verdun: Deutscher Vorstoß zwischen dem Wald von Chaume und Bezonvaux. Die Franzosen führen wiederholte Gegenangriffe am 2. Oktober zwischen Samogneux und Höhe 344 durch und wehren einen kleineren Angriff am 4. Oktober ab. Es gelingt ihnen aber nicht, die Angreifer zu vertreiben. Artillerie-Duelle am 3. Oktober.

Südfronten

Italienische Front: Nun mehr als 70.000 italienische Deserteure.
Isonzo: Ein österreich-ungarischer Angriff auf dem Bainsizza-Plateau wird abgeschlagen. Andere auf dem Mt.San Gabriele scheitern vom 2. bis 3. Oktober. Die Artillerie ist aktiv am 7. und 13. Oktober.
Mazedonien: Höhepunkt der italienischen Stärke mit 57.874 Soldaten.

Seekrieg

Großbritannien: Der Admiralstab hat den Leiter der Minenräumung nun unter dem ACNS unterstellt. Effizientere britische ‘Nash-Fish’-Hydrophone kommen in Betrieb, welche effektiv sind, wenn sie langsam geschleppt werden und die Richtung der U-Boot unter Wasser begrenzt anzeigen. 54,2% der U-Boot-Angriffe in britischen Heimatgewässern werden bis zum 31. Dezember bei Nacht durchgeführt. Die deutschen U-Boote verlagern ihre Angriffe nun vor die Küste, bevor die Konvois zusammengestellt sind oder nachdem diese sich aufgelöst haben,. z.B. im nördlichen Ärmelkanal, am St. Catherines Point und im Bristol-Kanal. 82% der Versenkungen zwischen August und Dezember erfolgen nur 80 km vom Land entfernt und 58% sogar unter 16 km Entfernung.
Deutschland: Im Oktober ist der Höchststand von 140 einsatzfähigen U-Booten erreicht, aber die deutsche Frist für den möglichen U-Boot-Sieg über Großbritannien ist verstrichen.
Mittelmeer: Im Oktober werden 52.500 Tonnen italienische Dampfer (16 Schiffe) durch feindliche Aktionen versenkt. Die Royal Navy hat 18 Zerstörer, 33 Schaluppen, 69 bewaffnete Trawler, 5 Yachten und 1 Kanonenboot im Einsatz, aber nicht alle sind für die Konvoi-Sicherung einsetzbar.
Flandern: Die deutsche U-Boot-Flotillie wird in zwei mit 43 Booten aufgeteilt.
Nordsee: Der Schlachtkreuzer Repulse ist das erste Großkampfschiff, welches einen Katapult über einem Hauptgeschützturm erhält. Squadron-Leader Rutland startet davon mit seiner Sopwith Pup.

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