Kriegstagebuch 1. November 1915

Charles Nungesser

Das französische Fliegerass Charles Nungesser.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 1. November 1915:

Luftkrieg

Im November erhält Lambe vom Royal Navy Air Service die offizielle Genehmigung für die Aufstellung einer 2 Wing starken Bombergruppe in der Gegend von Dünkirchen.
Das 5. Wing des Royal Flying Corps wird in Ägypten gebildet (mit den Staffeln Nr. 14 und 17 plus die Flugzeuge vom ‘X’-Park).
Westfront: Im November tritt Nungesser der Esc N65 in der Nähe von Nancy bei. Nach seinem ersten Luftsieg auf einem unbefugten Nachtflug erhält er das Croix de Guerre und 8 Tagen Haft. Er erzielt seinen zweiten Luftsieg dann am 28. November.

Westfront

Der Bericht von Sir J. French vom BEF zum 15. Oktober 1915 werden veröffentlicht: er versucht, seine Verantwortung für das Versäumnis in der Schlacht von Loos abzustreiten, indem er den Zeitpunkt fehlerhaft bestimmt, zu welchem er die Reserven Haig zur Verfügung gestellt hat.
Champagne: Deutscher Artilleriebeschuß auf einem 8 km langen Frontabschnitt, gefolgt von einem regulären Infanterieangriff mit von der Ostfront herangeführten Truppen.
Der Bericht Petains über die gescheiterte Offensive befürwortet das Aufreiben des Verteidigers durch die Artillerie vor einem mit dreifacher Überlegenheit geführten Infanterie-Angriff.

Ostfront

Der britische Beobachter Oberst Knox schätzt die russische Stärke auf 650.000 Infanteristen, 4.000 Feldgeschütze, 2.590 MGs und nur 14 schwerere Geschütze pro Korps. Die russischen Verluste belaufen sich bisher auf 4.360.000 Mann (davon 1.740.000 Kriegsgefangene).
Westrussland: Die Schlacht von Daugavpils (Dünaburg) endet mit einem Patt im Stellungskampf.

Südfronten

Serbien: Die serbischen Truppen evakuieren Kragujevac, sprengen das Arsenal und entweichen aus der Falle von Mackensens Truppen. 5.000 serbische Truppen halten den Babuna-Pass südöstlich von Uskub (Skopje) gegen die Bulgaren für eine Woche.
Saloniki: Die französische 122. Division (18.000 Mann) landet an (vollständig am 8. November). Im November beginnt die britische Armee mit der Veröffentlichung der Tageszeitung The Balkan News für die Dauer des Krieges.

Naher Osten

Osmanisches Reich: Im November erreicht die türkische Armee ihre Spitzenstärke während des Krieges mit 800.000 Soldaten in 52 Divisionen.
Großbritannien: Außenminister Grey zu McMahon: ‘Was wir brauchen, ist arabische Hilfe gegen die Türken’.

Afrikanische Fronten

Südafrika bietet eine Infanterie-Brigade, 2 Bataillone und 2 berittene Regimenter zum Einsatz in Ostafrika an.

Seekrieg

Mittelmeer: Während des Novembers versenken U-Boote 44 alliierten und neutrale Schiffe (nur insgesamt 23 britische Schiffe auf allen Meeren gehen verloren) mit insgesamt 152.882 t, vor allem vor Kreta und Malta.
Ostsee: Unruhen wegen dem Essen und der Offiziere auf dem russischen Schlachtschiff Gangut und dem Kreuzer Rurik in Helsinki werden schnell bei 50 Festnahmen unterdrückt. Beide Schiffe nehmen wieder an Minenlegeoperationen in der Nähe der Insel Gotland am 10./11. November teil.
Arktis: Im November beginnt das 7. Kreuzergeschwader der Royal Navy mit dem Eskortieren von Geleitzügen in das Weisse Meer (Archangelsk).

Geheimkrieg

Im November sendet das British Board of Invention and Research drei Wissenschaftler nach Hawkcraig (Firth of Forth) um mit Schallempfängern zu arbeiten, wobei einer während der Testfahrten eines britischen U-Bootes mit dem Kopf unter Wasser nach diesem hört. Das Team geht im November 1916 nach Harwich.

Heimatfronten

Frankreich: Im November wird R. Benjamins heroischer Kriegsroman Gaspard veröffentlicht (Auflage 150.000 Stück), er erhält dafür den Prix Goncourt.
10.000 anonyme Denunziation zu vermeintlichen Front-Deserteuren liegen den Behörden vor.
Großbritannien: Die Gebühren für ein Telegramm werden um 50% von 6 auf 9 Pence je 12 Wörter erhöht.

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