Kriegstagebuch 1. Mai 1918

britische Geschützfabrik

In einer britischen Geschützfabrik in Coventry.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 1. Mai 1918:

Heimatfronten

Großbritannien: Durchschnittlicher Nahrungsmittel-Verkaufspreis 107%, was etwa dem März-Stand entspricht. Neuer Kriegspensions-Erlass herausgegeben. Anglo-australische Zink-Vereinbarung für 250.000 t pro Jahr für die Dauer des Krieges plus 1 Jahr. Im Mai Rekord-Geschützproduktion: 1750 Stück mit 1275 Lafettenwagen.
Frankreich: 35.000 Rüstungsarbeiter streiken am 1. Mai in Saint Etienne und Umgebung.
Osmanisches Reich: Erste Kriegsanleihen in Konstantinopel (bis zum 31. Mai und bis 30. Juni außerhalb) bringen 17,8 Millionen türkische Pfund ein.
Deutschland: Im Mai wird der Ludendorff-Fond für Kriegsverwundete eingerichtet.
Ungarn: Generalstreik, Märsche und Kundgebungen in vier Städten trotz Verbot.

Ostfront

Südrussland: Deutsche Truppen besetzen Sewastopol und beschlagnahmen einen Teil der Schwarzmeerflotte. Hoffmann schreibt in sein Tagebuch über Schwierigkeiten bei der Rückführung österreich-ungarischer und deutscher Kriegsgefangene sowie 3-4 Millionen baltischer und polnischer Flüchtlinge. Im Mai werden 2 deutsche Divisionen an die Westfront verlegt (bis 10. Mai).
UdSSR: Lenin spricht auf der ersten Maifeierkundgebung auf dem Roten Platz und nimmt an einer Flugschau teil.
Finnland: Mannerheim hält die Siegesparade in Viborg ab.

Seekrieg

Südatlantik: Im Mai wird ein brasilianisches Geschwader aus 2 Kreuzern, 4 Zerstörern und einem Tender in die europäischen Gewässer entsand, aber eine Krankheit unter der Mannschaft zwingt zu einem Stopp in Sierra Leone und verzögert ihre Ankunft.
Adria: Die Österreicher unterdrücken eine geplante Verschwörung auf Tb80 in Pola.
Deutschland: Im Mai wird der seit Januar umgebaute leichte Kreuzer Stuttgart für den Einsatz von 3 Wasserflugzeuge auf Davits fertiggestellt.
Großbritannien: Das letzte von 44 P-Booten (Patrouillenboote) wird fertiggestellt, welche seit Oktober 1915 gebaut wurden. Sie werden von der Dover-Patrol sowie von den Kommandos in Portsmouth und Nore eingesetzt.

Luftkrieg

Belgien: Im Mai bombardiert die RAF Zeebrügge mit 32 Tonnen Bomben (und am 2., 6. und 12. Mai mit Ostende am 22. Mai) mit den Schleusentoren als Ziel. Die Docks von Brügge werden auch am 25. Mai mit 36 ​​Tonnen Bomben angegriffen.
Großbritannien: Im Mai Erstflug des Super-Handley Page V/1500 ‘Berlin-Bomber’ bei Belfast, welcher aber im Juni abstürzt. Ein zweiter Prototyp wird Mitte Oktober getestet und 3 von 255 bestellten Bombern sind in Norfolk (166. Squadron) am Tag des Waffenstillstandes bereit.
Nordsee: Blackburn Kangaroos der 246. Squadron (Staffel) vom Royal Navy Aviation Service in Seaton Carew (Tees) fliegen 600 Stunden auf Anti-U-Boot-Patrouillen vom 1. Mai bis 11. November, wobei 12 U-Boote gesichtet und 11 angegriffen werden.
Saloniki: RAF-Flugzeuge bombardieren bulgarische Flugplätze im Vardar-Tal.
Palästina: 2 Flugzeuge der 1. australischen Staffel werden in der Nähe von Amman zur Notlandungen gezwungen und von ihren Besatzungen verbrannt. 1 deutscher Angriff im Tiefflug am 4. Mai.
Westfront: Anfang Mai erreichen die ersten neuen Fokker DVII die Jastas in größeren Stückzahlen, insgesamt 828 bis zum 31. August. Die Deutschen haben nun 2.551 Piloten an der Front.

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.