Kriegstagebuch 1. Mai 1915

Vormarsch im Osten

Vormarsch im Osten während der Schlacht von Tarnow-Gorlice.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 1. Mai 1915:

Ostfront

Galizien – österreich-ungarische-deutsche Offensive: Schlacht von Tarnow-Gorlice (bis zum 5. Mai) beginnt mit einem Beschuß aus 610 Geschützen, einschließlich Gasgranaten.
Baltikum: Lauenstein besetzt Shavli und nähert sich Libau (nimmt es am 5. Mai, trotz sieben russischer Gegenangriffe).
Karpaten: Österreich-ungarischer-deutscher Angriff in Richtung Uzsok-Pass.

Westfront

Im Mai verfügt das deutsche Heer über 171 Divisionen (für Juni 1916 sind es 172 bzw 173), davon 106 im Westen. Die französische Armee hat eine Stärke von 1.525.000 Mann Infanterie, 102.000 Mann Kavallerie, 395.000 Kanoniere; 104.000 Pioniere und 8.000 Mann beim Flugdienst.
Im Mai wird die britischen Mills-Bomb-Granate zunächst als ‘Handgranate Nr. 5’ ausgegeben.
Maas-Argonnen: Im kleinen Maßstab, aber fast kontinuierliche Grabenkämpfe im Wald von Woevre bis zum 20. Juni.
Ypern: Ein Gasangriff auf Hügel 60 scheitert. Die Briten beginnem mit dem Rückzug auf neue Linien bis zum 4. Mai, nachdem der französische Gegenangriff scheitert.
Champagne: Im Mai übernimmt der Afrikaforscher Genral Marchand das Kommando über die Elite 10. Kolonial-Division, welche er während des Krieges zweimal kommandiert.

Südfronten

Serbien: Im Mai (bis September) beginnt Major Primavesi vom österreich-ungarischen Geheimdienst mit der Feststellung der gesamten serbischen Armee. Dies geschieht durch hinzufügen von Fragen in Briefen des Roten Kreuzes an serbische Kriegsgefangene in Österreich-Ungarn.
Österreich-Ungarn reduziert seine Kräfte auf dem Kriegsschauplatz um 5 Divisionen, welche aber teilweise durch 3 neu aufgestellte deutsche Divisionen ersetzt werden.
Deutschland: Dem italienischen Militärattaché in Berlin werden bewusst 2 Briefe Hindenburgs zugespielt, in welchen dieser behauptet, den Oberbefehl gegen Italien führen zu werden und den Kampfwert der italienischen Streitkräfte verachtet.

Naher Osten

Gallipoli: Die 29. indische Brigade landet im Helles-Brückenkopf an, ein vergeblicher türkischer Nachtangriff.
Persien: Der Russe Nazarbekow zwingt 10.000 Mann türkischer Truppen nördlich von Dilman wieder über die Grenze zurück.

Afrikanische Fronten

Kamerun: Der alliierte Vorstoß auf Jaunde beginnt unter heftigem Regen.
Deutsch-Südwestafrika: Südafrikanische Truppen besetzen Kubas und nehmen Otimbingwe am nächsten Tag.

Seekrieg

Erstes US-Handelsschiff torpediert ohne Vorwarnung: U 30 versenkt den Tanker Gulflight vor den Scilly-Inseln, wobei 3 Personen sterben.
Nordsee: 4 Zerstörer der Harwich Force versenken 2 deutschen Torpedoboote (42 Überlebenden). Das deutsche U-Boot U 16 versenkt den Zerstörer Recruit vor dem Galloper Feuerschiff.
Deutschland: Im Mai werden 10 neuen UE-Typ Hochsee-Minenleger-U-Boote mit 15-cm-Kanonen geordert (Stapelläufe ab dem 16. Juni).
Großbritannien: Im Mai ist die Royal Navy in der Lage, U-Boote innerhalb von 20 Seemeilen an ihrer Bugwelle zu erkennen. Im Mai werden 11 neue Monitore vom Stapel gelassen, von denen 9 im Juni fertig sind.
Dardanellen: Das britische U-Boot E14 versenkt ein türkisches Kanonenboot in Marmarameer (E11 ebenfalls am 23. Mai) und am 10. Mai den 5.000-t-Transporter Guj Djemal mit 6.000 Soldaten und einer Artilleriebatterie an Bord, nördlich von der Kalolimno-Insel. E14 kehrt am 18. Mai zurück, sein Kommandant Boyle wird mit dem Victoria Cross ausgezeichnet.
Das französische U-Boot Joule läuft auf eine Mine und sinkt mit seiner gesamten Besatzung.

Luftkrieg

Frankreich: Im Mai stellen De Goys und Happe die erste französische und gleichzeitig auch alliierte strategische Bomber-Gruppe GBI auf.
Großbritannien: Im Mai stehen 500 Mann auf der Warteliste zur Aufnahme in das Royal Flying Corps.

Politik

China: Die Regierung fordert die ehemalige deutsche Kolonie Tsingtao von Japan zurück.

Neutrale

USA: Deutsche U-Boot-Torpedos versenken den US-Tanker Gulflight vor den Scilly-Inseln, wobei 3 Personen sterben. Deutschland entschuldigt sich dafür am 1. Juni.

Heimatfronten

Österreich-Ungarn: Zweite Kriegs-Anleihe.

Praxisbahn
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