Kriegstagebuch 1. Juni 1916

 Linienschiff 'Thüringen' im Nachtgefecht

Das Schlachtschiff ‘Thüringen’ im Nachtgefecht vom 31. Mai zum 1. Juni am Skagerrak.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 1. Juni 1916:

Seekrieg

Nordsee: Das deutsche Linienschiff Pommern wird bei dem letzten Torpedoangriff in der Seeschlacht am Skagerrak versenkt. Ein weiteres Schlachtschiff, Ostfriesland, läuft um 7:20 Uhr auf eine Mine und wird beschädigt. Zwei deutsche U-Boot-Angriffe auf die heimkehrende britische Grand Fleet scheitern.
Großbritannien: Im Juni wird Standard Shipbuilding Co in Chepstow am Fluss Wye gegründet. Die Schiffswerft wird später von der Regierung übernommen, aber die Herstellung dort bleibt trotzdem enttäuschend.
Erste effektive Wasserbombe für die Royal Navy: 1.000 werden im August bei verschiedenen Herstellern bestellt, aber die durchschnittliche Produktion beläuft sich auf nur 264 pro Monat von November an.
Mittelmeer: Die Admiralität kann nur 10 Vorpostenboote aus heimischen Gewässern für die Otranto-Sperre zur Verfügung stellen, obwohl 40-50 seit April angefordert sind.
Neutrale USA: Im Juni wird Konteradmiral Henry T. Mayo Befehlshaber der US-Atlantikflotte (bis 1919).

Westfront

Verdun: General Lochows ca. 80.000 deutsche Soldaten (in 5 Divisionen) greifen beim Unternehme ‘Mai-Pokal’ auf einer 5 3/4 km langen Frontline von der Farm Thiaumont über Vaux nach Damloup an.
Paris: ‘Die persönlichen Angriffe gegen General Joffre haben wieder begonnen, aber diesmal stärker’.

Ostfront

Österreich-Ungarn: Generalstabschef Conrad von Hötzendorf versichert Kaiser Franz Joseph, daß er sich keine Sorgen um die Front in Russland machen müßte.
West-Russland: Deutsche Angriffe werden östlich von Krevo (auch am 5. Juni), sowie im Bereich von Wilna (auch am 8., 11. und 29. Juni) und westlich von Minsk (auch am 20. und 22. Juni) abgewehrt. Evert verlegt die geplante Offensive der Westfront aus dem Bereich von Krevo nach Baronovichi und verschiebt am 4. Juni den Angriff vom 14. auf den 17. Juni und anschließend noch einmal auf Ende Juni.

Südfronten

Trentino: Die österreich-ungarische Offensive gerät ins Stocken, da die Artillerie-Unterstützung über die größere Distanz schwindet und die Italiener sich verstärken. Die wiederhergestellte italienische 35. Division ist wieder zurück in der Frontlinie und das Granatieri-Bataillon hält den Mt. Cengio gegen 5 österreich-ungarische Bataillone bis zum 3. Juni, als den Überlebenden befohlen wird, auf niedrigere Anhöhen zurückzugehen.

Geheimkrieg

Die österreich-ungarische Funkabhörstation Penkalas erkennt, daß die Italiener Rufzeichen und Chiffrierschlüssel geändert haben. Am 4. Juni findet sie jedoch die neuen Rufzeichen heraus und erkennt die neue italienische Fünfte Armee.

Naher Osten

Armenien: Der russische General Judenisch hat ca. 200.000 Mann (7 Infanterie- und 2 Kavalleriedivisionen) mit 400 Kanonen gegen 130.000 Türken (14 Infanterie- und 2 Kavalleriedivisionen) mit 220 Kanonen. Er prüft die türkischen Stellungen vom 2. bis 5. Juni 58 km westlich von Erzerum.

Afrikanische Fronten

Ostafrika: Die belgischen Truppen nehmen wieder ihren Vormarsch auf und dringen in Urundi ein. Ihre Süd-Brigade schlägt die deutsche Nachhut bei Kokawani und nimmt Usumbura am 6. Juni. Die 5. KAR (Kings African Rifles) werden für die Grenzverteidigung im Norden aufgestellt.

Luftkrieg

Italienische Front: Das österreichische Flugboot-Ass Gottfried Banfield erringt in der Nacht vom 1./2. Juni seinen ersten Nachtsieg über einen italienischen Bomber, welcher von den Suchscheinwerfer in Triest angestrahlt wurde.
Westfront: Die Beobachter des Royal Flying Corps melden 100 Ziele. Der 2. Leutnant Ball greift in einer Nieuport XI zwei deutsche Flugzeuge über Doual an. Ein Beobachtungsballon der 9. Staffel wird vom Wind über die deutschen Linien verweht, aber die beide Beobachter können zuvor sicher am Fallschirm abspringen.
Ägypten: Eine deutsches Flugzeug wirft 8 Bomben ab und verursacht 30 Mann und 45 Pferde Verluste bei der 1. australischen Light Horse Brigade (berittene Infanterie).

Politik

Anglo-französische Vereinbarung über die britische Versorgung von Frankreich mit Kohle.

Heimatfronten

Großbritannien: Die Lebensmittelpreise im Einzelhandel steigen um 4% auf nun 59%. Neue Fiskus-Anleihen.
Im Juni gründet die Forschungsabteilung im Munitionsministerium einen Ausschuss zur Stickstofffixierung, welcher den deutschen Fortschritt untersuchen soll. Eine Pilotanlage wird bis zum 27. Oktober 1917 fertiggestellt.

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