Kriegstagebuch 1. Juli 1916

Somme Beaumont Mine explodiert

Bei Beaumont explodoert bei der Eröffnung der Somme-Offensive eine Mine unter einer deutschen Stellung.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 1. Juli 1916:

Westfront

Somme: ANGLO-FRANZÖSISCHE OFFENSIVE, SCHLACHT AN DER SOMME (bis zum 18. November).
Erste Phase: Schlacht von Albert (bis zum 13. Juli). Nach dem Verschuss von 224.221 Granaten innerhalb von 65 Minuten und der Explosion von 10 unterirdischen Minen um 7:28 Uhr beginnt der Sturmangriff der Alliierten um 7:30 Uhr. Kombinierter französisch-britischer Angriff mit 19 Divisionen entlang einer 41 km langen Frontlinie nördlich und südlich der Somme. 66.000 (später auf 100.000 verstärkt) britische Soldaten nehmen Montauban mit Hilfe einer der ersten Feuerwalzen, sowie Mametz. Das französische XX. und I. Kolonial-Korps stürmen in Richtung Peronne und erreichen Hardecourt und den Stadtrand von Curlu, wobei sie etwa 80 Geschütze und 3.000 Kriegsgefangene einbringen. Nordwestlich der Strasse Albert-Bapaume machen die Briten nur wenig Fortschritte gegen eine starke deutsche Verteidigung; nur kleiner Geländegewinne bei der Verteidigungsstellung ‘Leipzig’ südlich von Thiepval. Die britischen Angriffe auf Gommecourt, Serre, Beaumont Hamel, Thiepval und La Boiselle scheitern alle.
Um 19 Uhr schätzt Rawlinsons die britischen Opfer auf 16.000 Mann, aber tatsächlich belaufen sich die britischen Verluste auf insgesamt 57.470 Mann (inkl. 19.240 Gefallenen und 2.152 Vermissten; davon 585 Kriegsgefangene), hauptsächlich durch die Wirkung von ca. 100 deutschen MG-Teams. HÖCHSTE TAGESVERLUSTE, WELCHE EINE BRITISCHE ARMEE JEMALS ERLITT: 32 Bataillone verlieren etwa je 500 Mann. Die deutschen Verluste werden auf 8.000 Mann geschätzt.
Verdun: 132. Tag der Schlacht.
Im Juli bildet die deutsche Armee das 2. Sturmbataillon, insgesamt 14 Stück gibt es bis zum 31. Dezember.
Deutsche Kampfstärke im Westen jetzt 2.260.000 Mann. Die französischen Armeen verfügen über 1.447.000 Infanteristen, 93.500 Kavalleristen, 495.000 Artilleristen, 125.000 Pioniere, 24.000 Mann bei den Luftstreitkräften bei einer Gesamtzahl von 4.677.000 mobilisierten Männern.

Ostfront

Die deutschen Truppen haben hier nur eine Gesamtstärke von 590.000 Mann.
Pripjet: Deutsch-österreich-ungarische Truppen gewinnen wieder 5 km Gelände bei Lutsk bis zum 2. Juli.
Brussilow-Offensive – Karpaten: Der russische General Lechitski macht Fortschritte nordwestlich von Kolomea, schneidet die Bahnlinie bei Mikolichin am 4. Juli ab, trotz deutsch-österreich-ungarischer Gegenangriffe vom 2. bis 3. Juli.

Südfronten

Italienische Front: Italienische Verluste 524.760 Mann seit dem 1. Januar, einschließlich 275.190 Kranker; aber 800.000 weitere Mann wurden im gleichen Zeitraum einberufen.
Isonzo: Das italienische VII. Korps beginnt mit einem Ablenkungsangriff bei Sell (Kars, südlich von Gorizia), dabei einige Geländgewinne und Kriegsgefangene bis zum 3. Juli eingebracht.

Naher Osten

Persien: ca. 16.000 Türken unter Ali Ihsan Pascha besetzen wieder Kermanshah. Niederlage der Russen, welche am 19. Juli nach Norden abgedrängt werden.
Arabischer Aufstand – Jemen: Der Idrisi-Stamm nimmt Qunfidah an der Küste.

Seekrieg

Adria: Österreich-ungarischer Überfall auf die Otrantostraße.
Mittelmeer: ​​Im Juli vervollkommnet das U-Boot-Ass Arnauld de la Periere die Technik der Versenkung von Schiffe aus großer Distanz (7.500 Meter) mit seinem neuen 105-mm-Deckgeschütz (welches das bisherige 88-mm-Geschütz ersetzt). Dadurch spart er Torpedos und reduziert das Risiko für sein U-Boot. Durch feindliche Funksignale und erbeuteter Dokumente findet er heraus, wo die Alliierten patrouillieren und versenkt 33 Schiffe mit 86.432 t im Juli.
Ostsee: Im Juli versenken oder kapern russische U-Boote und Zerstörer 4 deutsche Dampfer.

Luftkrieg

Somme: Die anglo-französische Vorherrschaft in der Luft geht weiter. 185 britische (von insgesamt 421 Flugzeugen und 14 Ballons des Royal Flying Corps) und 201 französische gegen 129 deutsche Flugzeuge. Die Schlacht um Verdun und sonstige Einsatzgebiete lassen die Deutschen nach dem Tod von Immelmann dort nur mit 19 Jägern zurück, gegenüber 66 britischen (Nr. 24, 29., 32., und 60. Squadron) Jägern und ca. 72 französischen Nieuport.
DH2 und FE2 verursachen große Verluste unter den deutschen Aufklärungsflugzeugen und Ballone und drängen die deutschen Jäger ab. BE2 und RE7 greifen Eisenbahnstrecken, Lokomotiven, Straße, Hauptquartiere und Nachschublager an. Das Royal Flying Corps wirft 39 t Bomben zwischen dem 1. bis 16. Juli ab. Framan- und Caudron-Bomber greifen oft in der Nacht an und die britischen Aufklärungs- und Artilleriebeobachtungsflugzeuge fliegen nahezu ungehindert ihre Einsätze, während die deutschen Flugzeuge vollständig damit beschäftigt sind, die eigenen Linien und Flugplätze zu verteidigen. Aber ab Mitte Juli erreichen deutsche Verstärkungen die Somme.
Saloniki: Im Juli werden 6 Flugzeuge des Royal Navy Air Service und eine französische Kette auf der Insel Thassos stationiert und greifen mit Brandbomben reife Kornfelder in Südbulgarien an.
Westfront: Major Rees, Kommandant der 32. Squadron des Royal Flying Corps, zerstreut im Alleingang 10 deutsche Zweisitzer in der Nähe von Festubert und zwingt zwei zu Notlandungen. Rees wird verwundet und wird mit dem Victoria Cross ausgezeichnet. 7 Flugzeuge des Royal Flying Corps gehen jedoch verloren (14 Mann Verluste unter den Flugzeugbesatzungen), darunter auch vier, welche 170 Opfer unter der deutschen 22. Reserve-Division am Bahnhof bei St. Quentin verursacht haben.
Ägypten: Die ‘Middle East Brigade’ (Naher-Osten-Brigade) des Royal Flying Corps mit insgesamt 8 Staffeln wird unter Brigade General W. Salmond gebildet, um die in Saloniki, Mesopotamien und Ostafrika eingesetzten Einheiten zu verwalten.

Neutrale

Santo Domingo: US-Marines besiegen Rebellen.

Heimatfronten

Großbritannien: Die Lebensmittelpreise im Einzelhandel sind um 61% angestiegen. 766.000 Frauen in Industrie und Handel tätig. Rekordtief bei der Arbeitslosigkeit mit 0,4%. Das Artilleriefeuer von der Somme kann auf Hampstead Heath gehört werden.
Frankreich: Im Juli erscheint die Satirezeitschrift Le Canard enchaine zum ersten Mal. Größere Übergewinnsteuern.
Deutschland: Im Juli wird die radikale Antikriegskunst Kampf in Duisburg gegründet.

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