Kriegstagebuch 1. Februar 1916

Dicke Berta an der Westfront

Das monströse M-Gerät ‘Dicke Berta’ im Einsatz an der Westfront.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 1. Febraur 1916:

Westfront

Verdun: Generalmajor Beeg, Kommandant der Artillerie der deutschen Fünften Armee, informiert Falkenhayn darüber, dass alle 1.220 zusätzlichen Geschütze (einschließlich 13 Dicke Bertas) für das vorbereitende Sturm-Feuer in verdeckten Stellungen in den Wäldern nördlich und östlich von Verdun in Stellung gebracht worden sind. 1.300 Züge haben 2,5 Millionen Granaten angeliefert.
Die Verteidigungszone von Verdun wird der französischen Heeresgruppe Mitte (Langle) unterstellt.
Im Februar überschreitet das BEF die Stärke von 1 Million (1.037.600 Soldaten). 121 deutsche Divisionen befinden sich nun im Westen.

Geheimkrieg

Im Februar produzieren die Franzosen ein Feldtelefon mit einer Verschlüsselungstastatur nach einer Anforderung von General Dubail.

Ostfront

Baltikum: Heftiger Artilleriebeschuss südöstlich von Riga (und am 7. Februar).

Südfronten

Albanien: Serbische Truppen schlagen die österreich-ungarischen Verbände in der Nähe vom Fluss Ishmi zurück, aber letztere besetzen Kroja 40 km nördlich von Durazzo am 4. Februar.

Afrikanische Fronten

Italienisch-Somaliland: Die Garnison von Buloburti zersprengt eine Gruppe von Derwisch-Kriegern.

Seekrieg

Das erste Handelsschiff wird durch einen Luftangriff versenkt: ein Zeppelin bombardiert den 970 t grossen britische Frachter Franz Fischer 3 km südlich von Kentish Knoch, wobei 13 Besatzungsmitglieder ums Leben kommen. Nur 3 andere britische Schiffe gehen noch auf diese Weise verloren (alle 1917).
Großbritannien: Im Februar wird der ‘Schiffahrts-Kontroll-Ausschuss’ unter Lord Curzon gebildet. Fisher schreibt Asquith: ‘Es gibt ernstliche Ängste und heftige Bedenken innerhalb der Flotte … ‘.
Russland: Im Februar wird eine unabhängige Arktis-Flottille aufgestellt.

Neutrale

USA: Ein Prisenkommando des deutschen Handelszerstörer Möwe bringt das gekaperte britische Passagierschiff Appam in den Hafen von Newport News, Virginia. Die Amerikaner verweigern Asyl am 2. März.

Heimatfronten

Russland: Ministerpräsident Goremikin tritt zurück, der pro-deutsche Stürmer folgt nach. Im Februar eröffnet die Zarin ein britisch-russisches Krankenhaus mit 200 Betten in Petrograd.
Großbritannien: Die Einzelhandelslebensmittelpreise sind um 3% auf 47% angestiegen. Im Februar wird die Propaganda-Abteilung des Kriegsministerium gebildet. Das Kriegspropaganda-Büro meldet, daß es 7 Millionen Publikationen verteilt hat. Der Romancier Sir H. Rider Haggard wird in die Dominions geschickt, um eine Nachkriegsregelung für ehemalige Soldaten zu arrangieren.

Praxisbahn
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