Ju 87

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Junkers Ju 87 Sturzkampfbomber.

Einsatzleistung, Bilder und 3d-Modell (Teil II).

hier zu Teil I: Geschichte und Spezifikationen des Stuka


Animation 3d-Modell Junkers Ju 87 B Stuka (Afrika-Tarnanstrich)

Einsatzleistung der Ju 87

Die Junkers Ju 87, welche gewöhnlich als Stuka bekannt ist, ist eines der klassischen Militärflugzeuge der Luftfahrtgeschichte.
Der Name Stuka, Kurzform für Sturzkampfflugzeug, ist zusammen mit dem Panzer gleichbedeutend mit der modernen Vision vom Blitzkrieg. Das ist kein Zufall, denn die beiden arbeiteten sehr eng zusammen als ein kombiniertes Waffen-Team, wobei die Stukas die ‘fliegende Artillerie’ waren, welche jeden feindlichen Stützpunkt, Verteidigungsstellung oder Truppenkonzentration zerschlagen konnten, welche den Vorstoß der Panzertruppe hätte behindern können.

In dieser Hinsicht war die Ju 87 immer ein Erdkampfflugzeug. Sie war ein taktischer Bomber, welcher die Bodentruppen der Wehrmacht unterstützte und kein strategischer Bomber. Die Erfolge der Stuka erstreckten sich dabei auch auf eine Vielzahl anderer Ziele, darunter Schiffe, Flugplätze, Eisenbahnhöfe, Brücken und auch andere strategische Ziele, welcher aber nur zweitrangig neben der Hauptaufgabe waren, zusammen mit den deutschen Bodentruppen in Hauptrichtung des Vormarsches zusammenzuarbeiten.

Bei eigener Luftüberlegenheit war die Ju 87 zweifellos das tödlichste und moralisch wirksamste Erdkampfflugzeug aller Streitkräfte während der ersten Hälfte des 2. Weltkrieges.
Die Hauptgründe dafür war zum einen die Genauigkeit, mit welcher ein erfahrener Stuka-Pilot eine 500-kg-Bombe auf sein Ziel abwerfen konnte, sowie das erhebliche Problem für Flak-Kanoniere, welche versuchten, ein Flugzeug abzuschießen, welches in einem steilen horizontalen Winkel von 5° anfliegt.
Es ist eine bemerkenswerte Tatsache, daß kein anderes Flugzeug, welches während des 2. Weltkrieges eingesetzt wurde, große oder kleine Bomben mit einer solchen, regelmäßigen Genauigkeit auf ein Ziel abwerfen konnte. Die Stuka-Piloten waren so fähig, daß sie oft von den taktischen Luftwaffen-Verbindungsgruppen bei den Heeres-Einheiten per Funk damit beauftragt wurden, einzelne ausgesuchte Gebäude, Bunker, Artilleriestellungen oder sogar eingegrabene feindliche Panzer zu zerstören.
Es war nicht ungewöhnlich, daß ihre Sturzangriffe nur ein paar hundert Meter vor den angreifenden, eigenen Bodentruppen geflogen wurden.

Mit ziemlicher Sicherheit hat die Ju 87 während des 2. Weltkrieges feindlichen Bodenstreitkräfte mehr Schaden für jedes verlorene Flugzeug zugefügt, als jedes andere Flugzeug auf Achsen- oder Alliierten-Seite. Eine bemerkenswerte Tatsache ist es auch, daß die Stuka mehr Schiffe als jedes andere Flugzeug der Militärgeschichte zerstört hat.

Die Ju 87 war so tödlich genau, weil ihre Konstruktion des Rumpfes und dessen Stabilität eine extreme Sturzflug-Taktik erlaubte. Darüber hinaus verfügte der Entwurf über einen effektiven Zielmechanismus und ein automatisches System zum Abfangen des Sturzfluges.

Beim Anflug auf das Ziel stellte der Pilot die Bombenabwurfhöhe in einem Gerät ein, welches automatisch die Bomben auslöst und das Flugzeug aus dem Sturzflug in die Vertikale herauszieht.
Die große Bombe unter dem Rumpf wurde dabei mit der Aufhängung automatisch ausgeschwenkt, um einen Kontakt mit dem Propeller im nahezu vertikalen Sturz zu vermeiden. Der Pilot drosselte dann den Motor und fährt die Sturzflugbremsen aus, welche sich an den Vorderkanten der Flügel befanden, wodurch sich automatisch die Trimmklappen am Aufzug aktivierten und das Flugzeug in den Sturzflug eintrat.
Rote Linien an den Seitenfenstern halfen dem Piloten dabei, den richtigen Sturzflugwinkel einzurichten und dieser konnte sich voll und ganz darauf konzentrieren, das Ziel in den Augen zu behalten.

Bei Erreichen der vorgewählten Höhe wurde die Bombe ausgelöst und ein automatisches Gerät zum Herausziehen aus dem Sturzflug justierte die Trimmklappen und die Nase des Flugzeuges hob sich über den Horizont. Der Pilot übernahm dann wieder die Kontrolle nach dem Sturzflug, öffnete die Motordrosselung und schloß die Sturzflugbremsen.
Die Widerstandsfähigkeit der Zelle und der Flügel der Ju 87 ermöglichten üblicherweise Kräfte von mehr als 6g beim Herausziehen aus dem Sturzflug.

Mehr Bilder von der Ju 87:

Vergleich zu anderen Flugzeugen

Die einzigen anderen Flugzeuge, die während des Zweiten Weltkrieges eingesetzt wurden und die möglicherweise die Bombenabwurfgenauigkeit der Ju 87 erreicht haben könnten, sind die japanischen Aichi D3A (Val) und der amerikanische Douglas SBD Dauntless Sturzkampfbomber.
Der spätere im Krieg ab Ende 1943 eingesetzte Curtiss SB2C Helldiver wurde für eine höhere Horizontalgeschwindigkeit entworfen und obwohl er auch als Sturzkampfbomber eingesetzt wurde, entsprach sein Entwurf eher dem eines Marine-Mehrzweckangriffsflugzeuges.

Sowohl die Val als auch die Dauntless wurden in der Mitte der 1930er Jahre etwa zur gleichen Zeit wie der Stuka entworfen, waren aber primär zum Angriff auf feindliche Schiffe gedacht. In dieser Rolle waren beide erfolgreich, konnten aber wie der Stuka nicht effektiv bei starker feindlicher Jagdabwehr operieren.

Allerdings waren sowohl die Val als auch die Dauntless ziemlich ineffektiv, wenn sie auf irgendeine Art für Erdkampfeinsätze verwendet werden sollten. Sie konnten keine kleineren Bodenziele effektiv treffen, insbesondere nicht bei feindlichem Flugabwehr-Feuer. Dazu konnten sie nicht in einem so starken Winkel den Sturmangriff fliegen wie die Ju 87.
Weder die Val noch die Dauntless hatten die Stärke des umgekehrten ‘Möwen’-Flügels um aus dem nahezu vertikalen Sturzflug in niedriger Höhe und bei hoher Geschwindigkeit herauszuziehen und ihre Ausrüstung zum Zielen und automatische Geräte für den Übergang und Abbruch des Sturzfluges waren nicht so weit fortgeschritten.


Weiter zu Teil III: Sturzflug-Taktik am Beispiel des Stuka

Stuka-Video

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