Hs 129

Flagge Deutsches ReichDeutsches Erdkampfunterstützungsflugzeug Henschel Hs 129.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

3d-Modell Hs129B

Henschel Hs 129B-3/Wa.

Deutschland-FahneHenschel Hs 129
Typ: Erdkampfunterstützungsflugzeug.

Geschichte:

Êine Spezifikation des Reichsluftfahrtministerium (RLM) von 1937 mündete in die Hs 129, da die Erfahrungen der Legion Condor im spanischen Bürgerkrieg den Bedarf für ein spezielles Erdkampfunterstützungs-Flugzeug vor Augen geführt hatten.
Diplom-Ingenieur Friedrich Nicolaus von der Firma Henschel erstellte seinen Entwurf auf der Grundlage der Verwendung von zwei 465-PS Argus As510A-1 Triebwerken und die Hs 129 V1 flog erstmals im Frühjahr 1939.

8 Vorserienflugzeuge A-0 wurden zur Einsatzerprobung im Jahr 1940 gebaut, aber die Berichte der Piloten waren hauptsächlich wegen der Untermotorisierung und schlechter Sicht aus dem Cockpit so nachteilig, daß die mit den Argus-Motoren ausgerüsteten Hs 129A nicht in Serie gingen. Trotzdem wurden diese Flugzeuge von der rumänischen Luftwaffe über der Ostfront eingesetzt.

Nicolaus schlug einen alternativen Entwurf unter der Projektbezeichnung P.76 vor, aber dieser wurde vom RLM zurückgewiesen, welches stattdessen anordnete, erbeutete französische Gnome-Rhone-Sternmotoren zu verwenden. Diese M14-Motoren wurden zudem schon in großer Zahl in Frankreich für die Me 323 gebaut.

Zusammen mit Änderungen am Cockpit und anderen Details im inneren des Flugzeuges, wurde diese Version zur Hs 129B.
Nach zehn Vorserienflugzeuge Hs 129B-0 folgte im März 1942 die Serien-Hs 129B-1, welche von Verbänden der deutschen Luftwaffe auf der Krim ab der ersten Hälfte des Jahres 1942 eingesetzt wurden.
Später erschien die Hs 129B in größeren Zahlen auch über Nordafrika und ebenso wie an der Ostfront wurde sie hauptsächlich zur Panzerbekämpfung eingesetzt.

Verschiedene Untertypen der B-1 erschienen, welche verschiedene, alternative Bewaffnungen hatten. Die Standardbewaffnung der B-1/R1 bestand aus zwei 20-mm MG151-Maschinenkanonen und zwei 7,92-mm MG17 Maschinengewehren, mit der Vorrichtung für eine externe Zuladung von zwei 50-kg oder achtundvierzig 2-kg-Splitterbomben.

Ohne Bomben und mit einer starren 30-mm-MK101-Maschinenkanone unter dem Rumpf lautete die Bezeichnung B-1/R2. Es war das erste Flugzeug überhaupt, welches eine 3-cm-Kanone zum Einsatz brachte.
Bei der B-1/R3 wurde die größere Kanone unter dem Rumpf durch eine Bauchschale mit vier MG17 ersetzt. Die B-1/R4 und R5 kombinierten die Standard-Kanonenbewaffnung der B-1 mit einer größeren Bombenzuladung (R4) oder Aufklärungskamera (R5).

Die B-1/R2, welche besonders erfolgreich in der Panzerbekämpfung war, führte zur ausschließlich mit Kanonen bewaffneten Serie Hs 129B-2. Die B-2/R1 war identisch zur B-1/R1, hatte aber die 7,92mm-MG17 durch 13-mm-MG131 ersetzt. Bei der B-2/R2 gab es eine zusätzliche 30-mm-MK103-Maschinenkanone. Die B-2/R3 dagegen verfügte über vier MG151 in der Nase und – wie bei dem Panzerknacker Ju 87G – eine 37-mm BK3.7-Kanone unter dem Rumpf.

Die B-2/R4 und B-3 waren am spektakulärsten und führten jeweils die große 75-mm-BK7,5-Kanone unter dem Rumpf, bei denen die Mundungsbremse nahezu 2,44m vor der Nase herausragte. Diese Waffe wog 1.500 kg in ihrer ursprünglichen Form als Panzerabwehrkanone Pak 40 und verschoss ein 3,2-kg-Wolfram-Karbid-Geschoß mit 933 m/s. Selbst auf eine Entfernung von 1.000 Metern konnte es eine 133mm dicke Panzerung bei flachem Einschlagwinkel durchschlagen.
Abgeändert als PaK 40L hatte die Kanone eine viel größere Mündungsbremse um den Rückstoß und den elektro-pneumatischen Betrieb abzumildern, welcher durch das automatische Nachladen entstand. Eingebaut in der Hs 129B-3/Wa wurde die gigantische Kanone mit 26 Geschossen versorgt, welche mit einer Feuerkadenz von 40 Schuß in der Minute verschossen werden konnten. Dadurch konnten 3 oder 4 Granaten bei einem Anflug auf ein Ziel abgefeuert werden. Fast immer genügte ein gut platzierter Treffer um jeden Panzer zu zerstören, selbst direkt auf die stärkere Frontalpanzerung.
Das einzige Problem war, daß die PaK 40L eigentlich viel zu mächtig für dieses Flugzeug war. Ganz abgesehen von dem starken Rückstoß und dem Geschossknall, machte das schiere Gewicht der Kanone die Hs 129B-3/Wa kaum beherrschbar und im Notfall mußte der Pilot die ganze Kanone mit ihrer Mechanik abtrennen und fallen lassen.

Die letzte und gegen russische Panzer mit verheerendem Erfolg eingesetzte Waffe war eine Batterie von sechs rückstoßfreien Glattrohrkanonen, deren Schüsse automatisch beim Überfliegen von Metall ausgelöst wurden.
Zu den anderen Bewaffnungen, welche getestet wurden, gehörten auch Raketenprojektile und sogar Flammenwerfer.

Alle Versionen waren stark um den vorderen Rumpf gepanzert und das Cockpit hatte eine fast 8cm dick gepanzerte Windschutzscheibe, aber die Sicht des Piloten blieb immer noch schlecht und die französischen Motoren waren weit davon entfernt, problemlos zu sein. Im Rumpf mit dreieckigem Querschnitt waren die selbstdichtenden Treibstofftanks untergebracht.

Die Produktion endete im September 1944, zusammen mit dem fast aller anderen deutschen Flugzeugtypen mit Ausnahme des ‘Jäger-Notfall-Sonderbauprogrammes’ und der neuen Düsenflugzeuge. Bis dahin waren 869 Flugzeuge ausgeliefert worden. Dazu gehörten drei Prototypen und 848 Hs 129B verschiedener Untervarianten.
Mit der Hs 129B wurden auch drei Staffeln der 8. Schlachtgruppe der könglich-rumänischen Luftstreitkräfte ausgerüstet.

Aufgrund von Verschleiß, Unfällen und Verlusten war die Hs 129 daher niemals in der Lage, in der notwendigen Zahl die ‘fliegende Panzerabwehr’ gegen die russischen Panzer zu stellen.

Benutzer: deutsche Luftwaffe, Ungarn, Rumänien.

Hs 129 greift Panzer an

Henschel Hs 129 greift im Mai 1943 US-Panzer in Tunesien an.


Animation 3D-Modell Henschel Hs 129 B-3/Wa


Spezifikationen Henschel Hs 129B-3/Wa

Spezifikationen
Henschel Hs 129B-3/Wa Spezifikation
Typ Erdkampfunterstützungs-Flugzeug
Antrieb zwei Gnome-Rhone 14M 4/5 14-Zylinder-Doppelsternmotoren mit je 700 PS
Besatzung 1
Spannweite 14,20 m
Länge über alles 9,75 m
Höhe über alles 3,25 m
Flügelfläche 29,00 m²
Leer-Gewicht 4.020 kg
Startgewicht (maximum von B-2) 5.250 kg
maximale Flügelbelastung (B-2) 181,03 kg/m²
maximale Leistung (B-2) 3,75 kg/PS
Höchstgeschwindigkeit (B-2) 407 km/h (in 3.830 m)
Marschgeschwindigkeit (B-2) 315 km/h (in 3.000 m)
Anfangssteigleistung (B-1) 425 m/min.
Steigleistung 3.000 m in 7,0 min
Dienstgipfelhöhe (B-2) 9.000 m
Reichweite (B-2) 690 km
maximale Reichweite ?
Einsatzradius ?
Bewaffnung
Henschel Hs 129B-3/Wa Spezifikation
starr nach vorne in den Bugseiten 2 x 13-mm MG 131 (930 Schuss/min, Mündungsgeschwindigkeit 760 m/s) und 2 x 20-mm MG 151/20 Schnellfeuerkanonen (720 Schuss/min, Mündungsgeschwindigkeit 593 m/s)
in Behälter unter dem Rumpf 1 x75-mm BK 7,5 (PaK 40L) Kanone (40 Schuss/min, Mündungsgeschwindigkeit 933 m/s) mit 26 Schuss
Durchschlagskraft der Kanone auf 30° 143 mm auf 100 m, 120 mm auf 500 m, 97 mm auf 1000 m, 77 mm auf 1500 m
anstatt der 75-mm-Kanone 30-mm MK 103 (420 Schuss/min, Mündungsgeschwindigkeit 870 m/s)
oder 4 x 7,92-mm MG 17 (1.200 Schuss/min, Mündungsgeschwindigkeit 765 m/s)
oder 92 x 2-kg-Splitterbomben oder eine 250-kg-Bombe unter dem Rumpf
Unterflügelstationen Zwei 50-kg-Bomben oder 48 x 2-kg-Splitterbomben
Einsatzstatistik
Hs 129 Angaben
Truppenlieferung Vorserie (Hs 129A-0) Anfang 1941
Erstflug (Hs 129B) Oktober 1941
Truppenlieferung (Hs 129B) März 1942
Erstflug mit 7,5-cm PaK (Hs 129B-3/Wa) Mai 1944
Endlieferung Ende September 1944
Stückpreis ?
Stückzahl (alle Varianten) ca. 870 (einschließlich Prototypen, 841 B-Serienmodelle, mehr als 24 bzw. 25 Hs 129B-3/Wa)
von Luftwaffe übernommen 1/39-12/44 (alle Versionen) 876
Produziert 1939
Produziert 1940
Produziert 1941 7
Produziert 1942 221
Produziert 1943 411
Produziert 1944 302
Produziert 1945
Bestand Hs 129 am 1.9.1939
Bestand Hs 129 am 20.9.1942 35
Bestand Hs 129 am 21.12.1942 40
Bestand Hs 129 am 10.1.1945 59

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