Halberstadt CL

Deutsches Halberstadt CL Bodenangriffsflugzeug und Begleitjäger aus dem 1. Weltkrieg.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken und Bilder.

Halberstadt CL II

Heckschütze in einer Halberstadt CL II mit Parabellum-MG mit Zielfernrohr, Handgranaten griffbereit an beiden Seiten am Rumpf und Leuchtgeschosse dahinter befestigt.

Halberstadt CL II und CL IV
Typ: Zweisitziges Bodenangriffsflugzeug und Begleitjäger.

Geschichte

Anfang 1917 wurde eine neue Klasse von deutschen Zweisitzern eingeführt: Die CL-Kategorie, eine kleinere, leichtere Version des C-Typs, welche für ihre schwereren Kameraden den Begleitschutz stellen und die Bodentruppen unterstützen sollte.
Das erste Flugzeug, das in dieser Kategorie gebaut wurde, war der Halberstadt CL II Zweisitzer, ein ordentlicher, kompakter Doppeldecker mit einer Besatzung, welche in einem langen, gemeinsamen Cockpit zusammen saß.

Die Bewaffnung bestand aus einem oder zwei synchronisierten Spandau-Maschinengewehren auf dem oberen Bug und einem Parabellum-MG von gleichem Kaliber auf einem erhöht montierten Laufring um das hintere Cockpit. Zusätzlich wurden vier oder fünf 10-kg-Granatbomben oder eine Anzahl von Handgranaten in Befestigungen an beiden Seiten des Rumpfes in Höhe des Beobachters und zugleich Heckschütze mitgeführt.

Der Halberstadt CL II wurde Mitte 1917 in Dienst gestellt und machte seine Präsenz schnell bemerkbar. Am 6. September 1917 griffen vierundzwanzig CL II gegen praktisch keine feindliche Luftdeckung die Somme-Brücken an und verbreiteten Furcht und Schrecken unter den alliierten Truppen, welche diese überqueren mußten.
Nach diesem erfolgreichen Einsatz wurde vermehrt von der Halberstadt CL II bei der engen Bodenunterstützung Gebrauch gemacht und es war vor allem auf Flugzeuge dieses Typs zurückzuführen, daß die deutschen Truppen während der Schlacht von Cambrai am 30. November 1917 eine so wirksame Gegenoffensive durchführen konnten.

Der Ausbau der deutschen Schlachtstaffeln erfolgte vor allem mit der Halberstadt CL II und später CL IV. Bei der deutschen Frühjahrsoffensive im Westen 1918 waren die meisten der vorhanden 38 Schlachtas mit Halberstadt CL-Typen ausgerüstet, jeweils 6 Flugzeuge je Staffel.
Sie hatten einen spürbaren Einfluß auf die Moral der alliierten Truppen in den Gräben, welche ihren Angriffen ausgesetzt waren. Nach dem Scheitern der Offensive kehrten sie wieder zu ihren defensiven Einsätzen zurück, obwohl mache auch weiterhin für nächtliche Störangriffe auf alliierte Flugplätze verwendet wurden. Weitere Einsätze richteten sich auf das Abfangen von alliierten Nachtbombern und Unterstützung für die in der Verteidigung befindlichen Bodentruppen.

Ein paar Exemplare wurden von dem Halberstadt CL IIa gebaut, welcher einen 185-PS-BMW-IIIa-Motor in einer stromlinienförmigen Nase hatte, aber die einzige andere Hauptvariante war die CL IV, die Anfang 1918 erschien. Diese hatte den Mercedes D.III Motor in einer abgestumpften Motorhaube und der Rumpf war 0,76 Meter kürzer. Die Schwanzflosse hatte eine größere Spannweite und mehr abgerundete Flossen und Ruder.
Die CL IV hatte zwar die gleichen Gesamtleistungen wie die CL II, war aber durch diese Veränderungen manövrierfähiger.

Die Herstellung der CL II erfolgte durch die Bayerischen Flugzeugwerke und die der CL IV durch L.F.G. (Roland).

Benutzer: Deutschland.

Halberstadt CL II

Halberstadt CL II (Mai 1918)


Spezifikationen Halberstadt CL II

Spezifikationen
Spezifikationen Halberstadt CL II
Typ Zweisitziges Bodenangriffsflugzeug und Begleitjäger
Besatzung 2
Antrieb wassergekühlter 160-PS Mercedes D III 6-Zylinder Kolbenmotor
Spannweite 10,77 m
Länge 7,30 m
Höhe 2,75 m
Flügelfläche 27,5 m²
Leergewicht 772 kg
Startgewicht maximum 1.133 kg
Höchstgeschwindigkeit 165 km/h in 5.000 m
Steigleistung ?
Dienstgipfelhöhe 5.100 m
Reichweite 3 Stunden
Bewaffnung 1 oder 2 x 7,92-mm-LMG 08/15 auf dem Bug, 1 x 7,92-mm-Parabellum beim Beobachter hinten
Zuladung 4 bis 5 x 10-kg-Bomben oder Handgranaten
Erstflug Anfang 1917
Truppenlieferung Mitte 1917
Endlieferung November 1918 (Waffenstillstand)
Produktion ? (ca. 228 im März 1918 an der Westfront)
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