Jahr 1944

Kriegstagebuch für das Jahr 1944 im 2. Weltkrieg.

D-Day

Amerikanische Panzer-Anlandungsschiffe (LST) speien die volle Ladung an Kampfpanzern aus ihrem Bauch an die Strände der Normandie.

Zu Beginn des Jahres 1944 hatte sich der strategische Ring um Deutschland längst geschlossen. Der Endsieg über Sowjet-Russland war völlig illusorisch geworden und es zeigte sich vielmehr in der Ukraine, bald auch nahe der rumänischen und polnischen Grenze und vor Leningrad im Baltikum, daß sich die östliche Backe der Kneifzange stattdessen immer mehr auf das Zentrum der ‘Festung Europa’ einwirkte.

Die ‘Festung Europa’ war ursprünglich ein Schöpfung von Propagandaminister Goebbels, der aus dem strategischen Ring, welcher die Achsenmächte einschloss, etwas Positives gewinnen und der Bevölkerung Sicherheit vorgaukeln wollte. Aber schon dieses Bild offenbarte die Schwäche der Achsenmächte: Wie kann man aus einer belagerten Festung einen Gegner besiegen ? Dagegen braucht dieser nur an einer Stelle den Festungswall zu durchbrechen und schon ist die Niederlage nur eine Frage der Zeit.

Diese ‘Festung Europa’ hatte eine ‘Mauer’, welche etwa 15.000 km lang war. Damit war sie entgegen aller strategischen Grundprinzipien kaum noch zu verteidigen. Der Gegner brauchte nur an schwachen Stellen ‘anzuklopfen’ und schon würde die Mauer dort einbrechen und Kräfte müßten von einer Ecke der bedrohten Festung in die andere geworfen werden. Dies zieht schon den Vergleich mit einem ‘Mühle’-Spiel nach sich.
Dazu hatte die ‘Festung Europa’ auch kein Dach mehr über dem Kopf. Deshalb bestand der Vorteil der ‘inneren Linie’ bei mangelnden Reserven, bedrohten Verbindungslinien sowie ständig angegriffenen, lebenswichtigen Produktionszentren nur noch zu einem gewissen Grade.

Auch erfordert das Halten einer Festung auch die Einigkeit der Belagerten. Dies endete spätestens mit der Verhaftung Mussolinis und der Kapitulation Italiens. Im Laufe des Jahres 1944 folgten praktisch alle anderen Verbündeten Hitlers.

Anfang des Jahres 1944 nahm die Rote Armee an der gesamten Ostfront von Lappland bis zum Balkan ihren Vorstoß wieder auf. Zuerst mußte die Krim, welche schon seit November 1943 von jeglicher Landverbindung abgeschnitten war, nach langem Widerstand Hitlers vor einem russischen Sturmangriff aufgegeben werden.
In Finnland wurde die karelische Landenge und Petsamo im Norden von den Russen angegriffen. Dies zwang dann die Finnen zum Ausscheiden aus dem Krieg und die Zurücknahme der Gebirgsarmee aus Lappland nach Nord-Norwegen.

Im Frühjahr 1944 brach schon die Verteidigung der deutsche Luftwaffe gegen die amerikanischen Tagesangriffe der B-17 Fliegende Festung und B-24 Liberator Bomber endgültig zusammen, als die P-51 Mustang Begleitjäger mit Zusatztanks die Bomber zu allen Zielen im von Deutschland beherrschten Europa sichern können. Als die Amerikaner dann noch ihre strategischen Bombereinsätze auf die deutsche Treibstoff- und synthetische Industrie konzentrieren, geht der Wehrmacht sprichwörtlich der Sprit aus.

Die Divisionen der Roten Armee stehen bereits an den Grenzen der Slowakei, in Rumänien und Polen, als am 6. Juni 1944 die alliierte Invasion in der Normandie erfolgt. Der D-Day wird unter dem Schutz überwältigender See- und Luftstreeitkräfte durchgeführt und ist erfolgreich. Und so wie es Rommel vorausgesagt hat, kann der Gegner auch nicht mehr besiegt werden, wenn er erst einmal an Land Fuß gefaßt hat.
Dazu hätte es auch kaum einer zweiten Landung in Südfrankreich am 13. August 1944 bedurft.

Zwischenzeitlich hatte die Heeresgruppe Mitte an der Ostfront einen seit den Rückschlägen in der Ukraine vom Winter und Frühjahr einen viel zu langen und aufgeblähten Frontabschnitt in Weißsrussland zu verteidigen, wurde sie durch die Sommeroffensive der Roten Armee am dritten Jahrestag des Beginns des Unternehmen Barbarossa vollständig zerschlagen wurde. Die Verluste der Wehrmacht übertrafen dabei bei weitem noch die von Stalingrad.
Die Russen stiessen dabei bis an die Weichsel und an die ostpreußische Grenze vor, sodaß die Niederlage nicht mehr zu verheimlichen war und Verrat vorgeschoben wurde. Im Zuge dessen erfolgte der Warschauer Aufstand von der polnischen Heimatarmee, dessen Unterstützung Stalin verweigerte, da er andere Pläne für Polen hatte.


Ein Aufstand einiger Generale und Offiziere am 20. Juli 1944 und das Attentat des Obersten Graf von Stauffenberg auf Hitler war dann der letzte Versuch aus Deutschland selbst, die sich abzeichnende Katastrophe abzuwenden. Das Attentat scheiterte, Hitler überlebte und nahm furchtbare Rache an jeglicher, verbliebener Opposition. Nun wurde der 2. Weltkrieg bis zur äußersten Konsequenz vom Nazi-Regime geführt.

Durch den russischen Vorstoss an die Weichsel wurde auch gleichzeitig die Heeresgruppe Nord im Baltikum abgeschnitten, welche sich aufgrund der Weigerung Hitlers nicht mehr nach Ostpreussen zurückziehen durfte. So verblieb die Masse ihrer Verbände bis zum Kriegsende – und für die allgemeine strategische Situation bedeutungslos – im sogenannten ‘Kurlandkessel‘.

In Rumänien wurde im August der Diktator Antonescu gestürzt und abgesetzt, während die Rote Armee dieses Balkanland überrante. Dabei wurde wiederum nahezu eine vollständige deutsche Armee in Moldawien eingeschlossen und geriet in Gefangenschaft.

In der Zwischenzeit brachen die amerikanischen, britischen und kanadischen Truppen aus ihrem Brückenkopf in der Normandie aus und überranten schnell ganz Frankreich und erreichten im Oktober die deutsche Grenze bei Aachen. Zwar scheiterte die alliierte Luftlandung bei Arnheim, welche den ‘Krieg noch vor Weihnachten beenden’ sollte, aber die alliierte Bomberoffivensive zerstörte systematisch das deutsche Verkehrs- und Nachrichtennetz sowie Produktionszentren. Diese Terrorangriffe auf die deutschen Städte kündigten schon das nahe Ende des Krieges an und unter diesem Eindruck stellten Rumänien, Finnland, Bulgarien und Ungarn nacheinander den Kampf ein und wandten sich gegen das Deutsche Reich.

Doch Hitler wollte immer noch das Unmögliche erzwingen und ließ den Volkssturm aufstellen, für den das ‘letzte Aufgebot’ aus Kinder und Greisen an die näherrückenden Fronten geschickt wurden.
Die überraschende Ardennen-Offensive am 16. Dezember 1944 war dann Hitlers letzter Trumpf. Trotz größerer Anfangserfolge war aber auch diese Karte schon nach vier Tagen praktisch ausgespielt und Hitlers ‘Spiel um die Weltherrschaft’ endgültig verloren.

Rescue-Hunde

Kriegstagebuch 31. Dezember 1944

Lancaster-Bomber Winter 1944/45

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Kriegstagebuch 30. Dezember 1944

GIs kommen von Strassensperre zurück

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Samstag den 30. Dezember 1944: Westfront Heftige Kämpfe im Abschnitt von Houffalize–Bastogne in den Ardennen. Besetzte Gebiete Griechenland: Erzbischof Damaskinos wird zum Regenten ernannt. Luftkrieg Deutschland: 337 RAF-Bomber greifen Scholven-Buer an.

Kriegstagebuch 29. Dezember 1944

Minen legen in Hotton, Belgien

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Freitag den 29. Dezember 1944: Luftkrieg Europa: Lancaster– und Halifax-Bomber werfen eine Reihe von 12.000-Pfund-Bomben auf den S-Boot-Stützpunkt von Rotterdam.

Kriegstagebuch 28. Dezember 1944

Französischer SAS-Jeep

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Donnerstag den 28. Dezember 1944: Westfront Eisenhower trifft Montgomery in Hasselt (Belgien) um eine alliierte Gegenoffensive in den Ardennen zu besprechen.

Kriegstagebuch 27. Dezember 1944

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Mittwoch den 27. Dezember 1944: Ostfront Belagerung von Budapest beginnt. Westfront Die 3. US-Armee stellt einen ‘sicheren’ Korridor nach Bastogne her. Luftkrieg Deutschland: Die 8. US-Air-Force bombardiert Schienenverkehrsziele in Koblenz, Bonn und Kaiserslautern. RAF-Nachtangriff auf Mönchengladbach … mehr

Kriegstagebuch 26. Dezember 1944

Erster US-Panzer in Bastogne

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Kriegstagebuch 25. Dezember 1944

US-Panzer stoppen deutschen Vormarsch

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Montag den 25. Dezember 1944: Westfront Die deutschen Panzerspitzen werden durch US-Panzer bei Celles, 6 km östlich des Fluß Maas und nachdem sie 80 km seit Mitte Dezember durch die Ardennen vorgestoßen sind, zum stehen gebracht. … mehr

Kriegstagebuch 24. Dezember 1944

Grenadiere in Budapester Vorstadt

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Sonntag den 24. Dezember 1944: Ostfront Russische Panzer dringen in Budapest ein. Luftkrieg Europa: Die alliierten taktischen Luftflotten fliegen 600 Einsätze in den Ardennen, 260 Transportflugzeuge werfen Nachschubsgüter über dem belagerten Bastogne ab. Großbritannien: 50 He … mehr

Kriegstagebuch 23. Dezember 1944

US-Flak schiesst auf deutsche V-1

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Samstag den 23. Dezember 1944: Luftkrieg Europa: Die alliierten taktischen Luftwaffen fliegen 900 Einsätze gegen deutsche Panzerspitzen und LKW-Transportkolonnen in den Ardennen. Alleine 26 V-2 explodieren in Antwerpen. Heimatfronten USA: Alle Pferderennen werden verboten, um Arbeitskräfte … mehr

Kriegstagebuch 22. Dezember 1944

Vorgehende deutsche Soldaten Ardennen

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Kriegstagebuch 21. Dezember 1944

SS-Grenadiere Ardennen

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Kriegstagebuch 20. Dezember 1944

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Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Mittwoch den 20. Dezember 1944: Westfront Deutsche Panzers erreichen Noville, nördlich von Bastogne und Stavelot, nördlich von St. Vith.

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