Jahr 1941

Das Jahr 1941 im Zweiten Weltkrieg.

Zwei Panzer IV führen drei Panzer 38 (t)

Zwei PzKpfw IV führen drei PzKpfw 38(t) 1941 nach Russland hinein an. Die Verdoppelung der Panzer-Divisionen für das Unternehmen Barbarossa bei unzureichender Panzerproduktion ließ die jeweilige Divisions-Stärke von 218 auf 160 Panzer abfalllen.

1941 war das entscheidende Jahr des Zweiten Weltkriegs durch die Auslösung von Unternehmen Barbarossa; Hitlers Angriff auf die Sowjetunion, welcher den Krieg noch schonungsloser machte.
Hitlers Gründe für den Angriff auf Russland waren zahlreich. Er hasste den Marxismus als eine spaltende internationale Ideologie, welche antithetisch zum deutschen Nationalsozialismus war und welchen er in seiner eigenen Vorstellung mit dem ‘internationalen Judentum’ verband, dem ‘jüdischen Bolschewismus’.
Die Sowjets waren zumeist Slawen und in Hitlers Augen ebenso wie die Polen ‘Untermenschen’, deren Bestimmung es sein sollte, für die ‘Herrenrasse’ zu arbeiten. Auch hatte Hitler lange den Bedarf an ‘Lebensraum’ für die Deutschen gepredigt und Russland war dieser Raum, welcher auch die Rohstoffe wie Getreide, Metalle und insbesondere Erdöl anbot. Das Deutsche Reich benötigte, trotz seiner direkten oder indirekten Herrschaft über den größten Teil Europas, diese Rohstoffe immer noch für seine Rüstungsindustrie, um den Krieg zu einem erfolgreichen Abschluß zu bringen. Hitler beabsichtigte daher, die Sowjetunion wie die Territorien in Afrika zu ‘kolonisieren’, um diese zu unterwerfen und auszubeuten. Und wenn er dadurch einen zukünftigen Zwei-Fronten-Krieg vermeiden konnte, umso besser.

Jedoch war die UdSSR ein großer, halb-industrialisierter Gegner, welcher trotz Hungersnöten und Säuberungen noch immer in der Lage war, Millionen von Menschen und abertausende von Fahrzeugen zu mobilisieren. Hitler und Stalin hatten zwar 1939 einen Nichtangriffspakt und ein Handelsabkommen vereinbart, was den Russen Ostpolen und Deutschland sowjetische Rohstoffe zum Kampf gegen den Westen gab.
Doch dieser Pakt bedeutete nur wenig für Hitler, während Stalin ihn zumindest ernst genug nahm, um Warnungen vor einem deutschen Angriff in den Wind zu schlagen und anschließend durch den Schock des Überfalls für einige Zeit paralysiert wirkte.

Am 22. Juni 1941 überschritten 3 Millionen Mann deutscher Truppen die Grenze zur Sowjetunion. Die Heeresgruppe Nord, zu der die 4. Panzer-Armee (zu diesem Zeitpunkt noch als Panzer-Gruppen bezeichnet) gehörte, stieß von Ostpreussen durch das Baltikum in Richtung Leningrad (heute St.Petersburg) vor. Die Heeresgruppe Süd mit der 1. Panzer-Armee griff aus der Slowakei und Rumänien die Ukraine an, die russische Kornkammer, und darüber hinaus in Richtung der Schwarzmeer-Häfen und Sewastopol auf der Krim.
Die stärksten deutschen Streitkräfte standen jedoch im Zentrum bei der Heeresgruppe Mitte bereit, wo sich auch die 2. und 3. Panzer-Armee befanden. Diese drangen durch Ostpolen nach Minsk und Smolensk vor – und darüber hinaus in Richtung Moskau.
Den deutschen Truppen standen 4 Millionen Mann der Roten Armee gegenüber, zusammen mit tausenden von Geschützen, Panzern und Flugzeugen. Zwar waren die meisten davon veraltet, aber trotzdem sehr zahlreich.

Im Geiste des Blitzkrieg-Konzepts hatte die Invasion zwei Ziele: die Entfernung und die Rote Armee zu überwinden. Die Entfernungen in Russland sprachen für sich selbst. Obwohl der Angriff anfangs über nahezu ideales Gelände für Panzer führte, würde der Vorstoß an seinem Ende über 1.100 Kilometer lange Versorgungswege erzwingen, was selbst noch mehr als die Entfernungen in Nordafrika war. Dazu mußte eine Front von 1.500 Kilomter Länge besetzt werden.
Dazu war auch die zahlenmäßige Stärke der Roten Armee immens. Doch diese befand sich in gewisser Unordnung, da Stalin das Offizierskorps gesäubert hatte und die Panzer über die Infanterie-Verbände im alten Stil des Ersten Weltkriegs verteilt waren. Dazu standen die Truppen auch nahe an der Grenze, was eine Verteidigung in der Tiefe nahezu unmöglich machte.
Hitler verfügte letztlich keine ‘reine’ Blitzkrieg-Taktik mit tiefen Stößen in das Hinterland, sondern einzelne Umfassungsbewegungen, um die Truppenkonzentrationen der Roten Armee dort einzuschließen und zu vernichten, wo sie standen. Falls dies gelang, würden die weiter hinten liegenden Städte und Industriegebiete ohne großen Widerstand in den nachfolgenden Monaten fallen, war die Hoffnung.

Diese Strategie funktionierte auch beinahe. Im Norden verursachten die deutschen Truppen 400.000 Mann Verluste bei den Sowjets und umschlossen Leningrad mit dem Befehl, die Stadt auszuhungern und zu zerstören. Im Zentrum schlossen deutsche Panzerverbände die Sowjets Ende Juni bei Minsk und Ende Juli bei Smolensk ein und eine Million Russen fielen oder wurden gefangengenommen. Dazu kamen noch tausende von zerstörten oder erbeuteten Fahrzeugen, Panzer und Kanonen.
Die Heeresgruppe Süd kam allerdings nur langsamer voran, da sie den stärksten Verteidigern gegenüber stand. So befahl Hitler die kontrovers diskutierte Umfassungsbewegung mit der 2. Panzerarmee und anderen Verbänden der Heeresgruppe Mitte nach Süden, um die sowjetischen Verteidiger um Kiew einzuschließen und gegen das Schwarze Meer vorzustossen. Das Ergebnis davon waren weitere 1,5 Millionen Mann sowjetischer Verluste.

Aber diese Erfolge führten zu Fehleinschätzungen. Hunderttausende sowjetischer Soldaten entkamen den Einschließungsringen und kämpften weiter. Leningrad und Sewastopol auf der Krim hielten immer noch stand. Moskau befahl die Aufstellung immer neuer Divisionen und setzte alles verfügbare Material dafür ein, selbst einzelne Prototypen neuer Waffenentwicklungen oder die ersten Panzer aus der Anfangszeit der Gründung der Sowjetunion. Gleichzeitig wurden die wichtigen Schlüsselindustrien mit der Eisenbahn in den Osten hinter die Wolga evakuiert.
Die Wehrmacht hatte zwischenzeitlich auch schon 400.000 Mann Verluste zu beklagen und der Nachschub an Munition und Treibstoff wurde über die zunehmenden Entfernungen immer knapper. Panzer blieben in alarmierender Zahl nach den vielen gefahrenen Kilometern liegen und es mangelnde an Ersatzteilen.

Nun mußte Hitler alles auf eine Karte setzen und konzentrierte die Masse seiner verbliebenen Streitkräfte – darunter drei der vier Panzer-Armeen – für den entscheidenden Angriff auf Moskau gegen Ende dieses Jahres 1941.


t_arrow1Zum Kriegstagebuch ab dem 1. Januar 1941


Kriegstagebuch 31. Dezember 1941

Opfer von 'U 37'

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Mittwoch den 31. Dezember 1941: Pazifik Philippinen: Die US-Filipino-Streitkräfte bilden eine neue Verteidigungslinie durch den Norden der Bataan-Halbinsel. Ostfront Belagerung von Leningrad (Tag 115): 52.000 Menschen sterben während des Dezember an Hunger oder dem Mangel an… mehr

Kriegstagebuch 30. Dezember 1941

Soldaten der Roten Armee ziehen durch ein zurückerobertes Dorf

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Dienstag den 30. Dezember 1941: Ostfront Mittelabschnitt: Rückeroberung von Kaluga, südwestlich von Moskau, durch russische Streitkräfte. Heimatfronten Indien: Nach seiner Entscheidung, die britischen Kriegsanstrengungen zu unterstützen, tritt Gandhi vom Vorsitz der Indischen Kongress-Partei zurück. mehr

Kriegstagebuch 29. Dezember 1941

Japanische Tankette Typ 94

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Montag den 29. Dezember 1941: Südost-Asien Malaya: Japanische Truppen erobern Ipoh im Westen und rücken an der Ostküste auf Kuantan vor. Luftkrieg Deutschland: 60 RAF-Bomber greifen Hüls (Krefeld) an und werfen 1.556 t Bomben ab. mehr

Kriegstagebuch 28. Dezember 1941

Totes Besatzungsmitglied

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Sonntag den 28. Dezember 1941: Luftkrieg Pazifik: DIE JAPANISCHE LUFTWAFFE BOMBARDIERT MANILA. Sie weißen damit die ‘willkürliche und einseitige’ US-Ankündigung zurück, Manila als die Hauptstadt der Philippinen zur ‘offenen Stadt’ zu erklären. Deutschland: 132 RAF-Bomber greifen… mehr

Kriegstagebuch 27. Dezember 1941

Rückzug der britischen Kommandoeinheiten

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Samstag den 27. Dezember 1941: Seekrieg Nordmeer – Operation Archery: Britische Marinestreitkräfte und Commandos greifen wieder die Inseln Vägsöy und Malöy an. Die schwimmende Reserve auf dem Kreuzer Kenya kann nicht abgesetzt werden, da dieser von… mehr

Kriegstagebuch 26. Dezember 1941

Angriff britischer Kommando-Soldaten

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Freitag den 26. Dezember 1941: Seekrieg Nordmeer: Britisches Kommandounternehmen gegen die Inseln Vägsöy und Malöy vor Norwegen. Schwarzes Meer: Russische Landungen zwischen dem 26. und 30. Dezember auf der Halbinsel Kertsch, um die Verteidiger von Sewastopol… mehr

Kriegstagebuch 25. Dezember 1941

Japanische Siegesparade Hong Kong

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Donnerstag den 25. Dezember 1941: China FALL VON HONGKONG. Nordafrika BRITISCHE 8. ARMEE BESETZT BENGASI. Ostfront Guderian wird von Hitler entlassen, nachdem er gegen dessen ‘Halte-Befehl’ verstoßen hatte. mehr

Kriegstagebuch 24. Dezember 1941

Weihnachtsfest in Deutschland 1941

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Mittwoch den 24. Dezember 1941: Pacific Philippinen: Japaner landen auf Jolo Island, welches bis zum 25. Dezember besetzt wird. Neutrale Vichy-Frankreich: Frei-französische Streitkräfte landen auf den winzigen Kolonial-Inseln St.Pierre und Miquelon vor Neufundland. mehr

Kriegstagebuch 23. Dezember 1941

US-Soldaten Philippinen

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Dienstag den 23. Dezember 1941: Pazifik Philippinen: Die US-Filipino-Streitkräfte beginnen mit ihrem Rückzug auf die Bataan-Halbinsel und erklären Manila zu einer ‘offenen Stadt’. mehr

Kriegstagebuch 22. Dezember 1941

Japanische Truppen stossen auf Manila vor

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Montag den 22. Dezember 1941: Pazifik Philippinen: Japanische Landung im Lingayen-Golf und der Lamon-Bucht mit anschließendem Vorstoß auf Manila von Norden und von Süden aus. Politik ERSTE KONFERENZ VON WASHINGTON: Churchill, Beaverbrook und die Stabschefs der… mehr

Kriegstagebuch 21. Dezember 1941

Sibirische Truppen gehen an Bord des Torpedokreuzers 'Tashkent'

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Sonntag den 21. Dezember 1941: Seekrieg Schwarzes Meer: Russische Kriegsschiffe transportieren zwischen dem 21. und 27. Dezember 10.000 Mann Verstärkung nach Sewastopol und beschießen die deutschen Stellungen vor der Stadt. Atlantik: Der Geleitflugzeugträger HMS Audacity wird… mehr

Kriegstagebuch 20. Dezember 1941

gesammelte Winterbekleidungsstücke für die Ostfront

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Samstag den 20. Dezember 1941: Heimatfronten Deutschland: Goebbels ruft dazu auf, Wintersachen für die im tiefen Schnee und bei Temperaturen unter Null Grad an der Ostfront kämpfenden deutschen Landser zu spenden. Ostfront Hitler befiehlt den deutschen… mehr

Kriegstagebuch 19. Dezember 1941

Brauchitsch und Hitler

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Freitag den 19. Dezember 1941: Heimatfronten Deutschland: Hitler entlässt den Oberbefehlshaber des Heeres von Brauchitsch und übernimmt von nun an persönlich den Oberbefehl über alle Militäroperationen. Südost-Asien Malaya: Die Briten räumen den Hafen von Georgetown auf… mehr

Kriegstagebuch 18. Dezember 1941

Schlachtschiff HMS Queen Elizabeth im Hafen von Alexandria

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Donnerstag den 18. Dezember 1941: Seekrieg Mittelmeer – schwere Verluste der britischen Marine in der Nacht vom 18. auf den 19. Dezember: ‘Force K’ läuft in ein Minenfeld vor Tripolis, wobei der Kreuzer Netpune und der… mehr

Kriegstagebuch 17. Dezember 1941

Wo der deutsche Soldat steht ist Deutschland

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Mittwoch den 17. Dezember 1941: Ostfront Belagerung von Sewastopol: ein zweiter deutsch-rumänischer Angriff vom 17. bis 31. Dezember zwingt die russische Garnison, sich auf die letzte Verteidigungslinie 8 km nördlich der Stadt zurückzuziehen. HITLER GIBT ‘HALTE-BEFEHL’… mehr

Kriegstagebuch 16. Dezember 1941

Russische Artillerie zieht in das an diesem Tag zurückeroberte Kalinin ein

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Dienstag den 16. Dezember 1941: Ostfront Russische Truppen erobern Kalinin nordwestlich von Moskau zurück. Seekrieg Pazifik: Das holländische Unterseeboot O.16 torpediert 4 japanische Transportschiffe im Golf von Siam. O.16 wird später in einem englischen Minenfeld vor… mehr

Kriegstagebuch 15. Dezember 1941

Wache vor dem Kreml

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Montag den 15. Dezember 1941: Seekrieg Mittelmeer: Der britische Kreuzer Galatea wird durch das deutsche U-Boot U 557 nördlich von Alexandria versenkt. mehr

Kriegstagebuch 14. Dezember 1941

Schlachtschiff 'Vittorio Veneto'

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Sonntag den 14. Dezember 1941: Seekrieg Mittelmeer: Das italienische Schlachtschiff Vittorio Veneto wird in der Strasse von Messina durch Torpedos des englischen Unterseebootes Urge beschädigt. mehr

Kriegstagebuch 13. Dezember 1941

Russische Infanterie in Wintertarnung

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Samstag den 13. Dezember 1941: Ostfront Russland: STALIN BEFIEHLT EINE GROSSOFFENSIVE ENTLANG DER GESAMTEN FRONT. Seekrieg Mittelmeer: Die italienischen schnellen Kreuzer Alberico da Barbiano und Alberto di Giussano, voll beladen mit Benzinfässern für die italienischen Truppen… mehr

Kriegstagebuch 12. Dezember 1941

vor Moskau gefallen

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Freitag den 12. Dezember 1941: Politik Rumänien: Die Regierung erklärt den USA den Krieg. Luftkrieg Deutschland: 43 RAF-Bomber greifen Köln an und werfen 58 t Bomben ab. mehr

  • Kriegstagebuch nach Datum – vor 75 bzw 100 Jahren

    Juli 2018
    M D M D F S S
    « Jun    
     1
    2345678
    9101112131415
    16171819202122
    23242526272829
    3031