Artillerie

Geschütze und Panzer-Artillerie im 2. Weltkrieg.

Russische schwere Artillerie.

Geschichte, Daten und Bilder der deutschen, italienischen, englischen, russischen und US Artillerie im 2. Weltkrieg.

Feldartillerie ist ein Wort, welches unterschiedliche Dinge in den verschiedenen Armeen bedeutet. Im Allgemeinen wird damit jedoch die Artillerie bezeichnet, welche als Bestandteil von Infanterie- oder Panzer-Divisionen zur direkten Feuerunterstützung dient und dem Divisionskommandeur unterstellt ist. Zusätzliche Artillerie-Geschütze können für besondere Aufgaben unterstellt sein, bleiben aber unter dem Kommando einer höheren Stelle. Feldartillerie kann aber auch leichtere Artillerie-Geschütze bedeuten, welche einfach und schnell bei taktischen Gefechten eingesetzt werden kann. In einem anderen Zusammenhang kann die Bezeichnung auch verwendet werden, um eine bestimmte Gewichts- oder Kalibergröße von Artillerie-Kanonen einzugrenzen.

Feldartillerie wurde in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen einer erheblichen Veränderung unterzogen, als Resultat aus den Erfahrungen des 1. Weltkrieges von 1914 bis 1918. Vor 1914 war Feldartillerie alles, was von einem Gespann aus sechs Pferden bewegt werden konnte. Selbst die beste Kanone der Welt wäre nicht angenommen worden, wenn sie zu schwer für sechs Pferde zum bewegen gewesen wäre.

Diese Haltung begann sich Ende der 20er Jahre mit der zunehmenden Motorisierung zu ändern. Die Zahl der privaten Kfz nahm zu, während die Zahl der Pferde zur Requisition für die Artillerie der Armeen im Kriegsfall abnahm. Die Armeen standen nun vor der Alternative, entweder die Pferdehaltung für die Artillerie als Vollzeitjob zu übernehmen, oder umfassend zu mechanisieren. Ein paar entschieden sich vielleicht für die erste Option, aber schließlich setzte sich die Vernunft durch, und die Mechanisierung begann allmählich.
Es ist jedoch eine wenig bekannte Tatsache, daß die einzige vollständig mechanisierte Armee bei Ausbruch des 2. Weltkrieges im Jahre 1939 die englische war. Die französische, deutsche und russische Armee waren noch zu einen erheblichen Teil auf Pferde zum Bewegen ihrer Artillerie und zum Nachschubtransport angewiesen, und selbst die US Army verwendete das Pferd immer noch bei der Kavallerie bis zum Sommer 1940.


Artillerie auf Selbstfahrlafetten (dazu gehören auch Panzer-Artillerie, Panzerabwehrkanonen auf Selbstfahrlafetten und letztendlich Jagdpanzer und Sturmgeschütze) war ein Produkt der Art der Kriegsführung, die sich erst im 2. Weltkrieg entwickelte. Vor 1939 waren Selbstfahrlafetten kaum vorhanden, abgesehen von ein paar Waffen-Studien, aber ab 1943 befanden sie sich in den Arsenalen aller kriegführenden Staaten. Die plötzliche Ausbreitung dieser Waffenart hängt völlig mit den Auswirkungen des Kampfpanzers auf die Taktik zusammen. Die Kriegsführung berechnet sich nicht mehr auf die Marschgeschwindigkeit von Soldatenkolonnen und Pferden, sondern nach der Geschwindigkeit der Panzer. Die Panzer schwärmten über ganz Polen, Frankreich und fast noch Russland, und der einzige Weg wie die nur noch unterstützenden Waffen, einschließlich der Artillerie, folgen konnten, war es sie genauso mobil zu machen.

Viele der ersten Selbstfahrlafetten waren einfache Umwandlungen bestehender Panzerentwürfe, um Artillerie-Kanonen darauf zu setzen, aber die Umbaumaßnahmen variierten stark. Einige waren kaum mehr als Improvisationen um kurzfristige Forderungen zu erfüllen oder um für einmalige Aufgaben verwendet zu werden. Andere hingegen wurden sorgfältig entworfen und waren praktisch neue Entwürfe.

Aber grundsätzlich gab es zwei verschiedene Richtungen, bei denen die Selbstfahrlafetten eingesetzt wurden. Einmal die Panzer-Artillerie, bei der die Geschütze auf konventionelle Art und Weise wie bei der gewöhnlichen Artillerie zur indirekten Feuerunterstützung eingesetzt wurden. Dann die Sturmgeschütze, die ähnlich dem Kampfpanzer mit Hilfe ihres Panzerschutzes sich dem Gegner auf kurze Distanz näherten und ihn mit ihren Kanonen niederkämpften. Heute, in der Gegenwart, sind immer noch beide Waffen vorhanden, jedoch liegt bei der NATO der Schwerpunkt auf der mobilen indirekten Unterstützung durch die Artillerie, während in Russland nach wie vor das Sturmgeschütz bevorzugt wird.

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