Garand M1


US-FlaggeAmerikanisches automatisches Gewehr US rifle cal.30, Garand M1.
Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

US-Fallschirmjäger nimmt Deutschen gefangen

Mit seinem Garand M1 Gewehr und aufgepflanzten Bajonett nimmt ein amerikanischer Fallschirmjäger während der Invasion in der Normandie 1944 einen deutschen Soldaten gefangen.

Garand M1 US rifle cal.30
Typ: automatisches Gewehr

Geschichte:

Die automatische Waffe, die das Springfield M1903-Gewehr ablösen sollte, war das M1 – bekannter als das Garand Gewehr. John C. Garand hatte die Arbeit an dieser Waffe schon 1920 begonnen. 1929 war sein Entwurf der einzige, der eine Reihe harter Tests überstanden hatte. Entwicklung und Verfeinerung dieses Entwurfes wurden weitergeführt und 1936 wurde es offiziell als die Standard-Waffe der amerikanischen Armee akzeptiert. Die Verantwortung für diese wirklich weitsichtige Entscheidung trug General MacArthur, der damalige Stabschef der amerikanischen Armee. Was immer MacArthur danach getan oder unterlassen haben mag – allein für diese eine Entscheidung gebührt ihm der Dank des Vaterlandes.

Das Garand war keineswegs perfekt – das perfekte automatische Gewehr gibt es nämlich bis heute nicht -, aber es bewies, dass es möglich war, ein brauchbares automatisches Gewehr zu produzieren, und dass die Soldaten, die mit einem solchen Gewehr ausgerüstet waren, keineswegs ihre gesamte Munition in den ersten zwei Minuten des Kampfes verschießen mussten. Diese Vorstellung nämlich war es, welche verantwortlichen Militärs geplagt hatte, seit ihnen zum ersten Mal eine derartige Waffe vorgeführt worden war. Und es zeigte sich, dass die Mechanik einer automatischen Waffe auch dem Durchschnitts-Soldaten schnell vertraut wurde – auch daran zweifelten nämlich viele hohe Militärs zunächst. So lässt sich sagen, dass das, was General Patton einmal sagte, durchaus seine Berechtigung hat: ‘Das Garand-Gewehr ist die beste Kampfwaffe, die jemals erfunden wurde !’.

Die Funktion des Garand-Gewehrs ist recht einfach, bei ihrem Anblick musste man sich wirklich fragen, warum sie nicht fünfzig Jahre früher erfunden worden sei. Doch wie alle einfachen Dinge brauchte es eben seine Zeit, bis die Funktion wirklich einfach und zuverlässig war. Der Verschluss drehte sich auf einer Achse, ähnelte sonst aber weitgehend dem Verschluss eines Zylinderschloss-Gewehrs. Betätigt wird er durch einen Stab, der mit einem Zapfen versehen ist. Der Zapfen hakt am Verschluss fest und verschwindet beim Schuss im Holz des Schaftes. Der Stab ist mit einem Gaszylinder unter dem Lauf verbunden und trägt auch die Rückholfeder. Diese Feder hat auch die Aufgabe, auf die Patronen im Magazin zu drücken, damit eine im Lauf liegt, sobald der Verschluss zurückschnellt

War ein Schuss abgefeuert worden, wurde das Gas, das die Kugel durch den Lauf trieb, durch eine winzige Öffnung nahe der Mündung gedrückt und in den Gaszylinder geleitet. Hier drückte es auf die Spitze des beweglichen Stabes. Er wurde zurückgedrückt und durch seine Verbindung mit dem Schloss-Zapfen und durch die übereinstimmend geformten Nocken-Oberflächen drehte sich der Verschluss, schnellte zurück und warf die Patronenhülse aus. Am Ende des Verschlussrücklaufes dehnte sich die Rückholfeder, die durch den Druck des beweglichen Stabes gespannt worden war, wieder aus. Sie schob den Verschluss nach vom, die Patrone wurde aus dem Magazin in den Lauf gedrückt, und mit der letzten Bewegung wurde der Verschluss für den nächsten Schuß gespannt. Alles, was der Schütze noch zu tun hatte, war zu zielen und abzudrücken.

Das Magazin wurde mit einem Einsteck-Rahmen, der acht Schuss enthielt, geladen. In den Augen vieler höherer Militärs war dieser Rahmen der einzige Nachteil des Garand-Gewehrs; denn der Rahmen musste vollgefüllt in das Magazin geschoben werden. Hier gab es nicht – wie beim manuell bedienten Gewehr – die Möglichkeit, einzelne Patronen ins Magazin zu schieben. Der Rahmen wurde komplett eingeschoben, die Patronen wurden nicht wie beim nicht-automatischen Gewehr herausgezogen. Stattdessen schob ein Hebel im Magazin die Patrone in den Lauf, sobald sie benötigt wurde. War der letzte Schuss aus dem Magazin verfeuert, wurde der leere Rahmen automatisch ausgeworfen, der Verschluss blieb so lange zurückgedrückt, bis der neue Rahmen eingeschoben worden war. Es war jedoch immer erforderlich, ein komplettes Magazin einzuschieben. Im Gegensatz zu den meisten anderen Konstruktionen dieser Art galt beim Garand-Gewehr die Parole: ‘Alles oder nichts !’. Es war also nicht möglich, nur ein oder zwei Patronen nachzuschieben.

Der andere Nachteil war das herausfliegende leere Magazin. Es flog ein, zwei Meter durch die Luft, und wenn es dann auf harten, beispielsweise vereisten Boden flog, war das zu hören. Ein alarmierter Feind konnte dann – in dem sicheren Wissen, dass sein Gegner momentan nicht in der Lage war auf ihn zu schießen – praktisch ohne jede Gefahr für sich auf ihn feuern.

Nachdem die Produktion in Schwung gekommen war, wurde das Garand-Gewehr in großer Zahl produziert und bis zum Ende des Krieges wurden mehr als vier Millionen Stück hergestellt. Weitere 600.000 wurden nach Kriegsende produziert, außerdem wurde die Waffe von der italienischen Firma Beretta in Lizenz hergestellt. Dort wurde der Entwurf später überarbeitet und so zum Ausgangspunkt für eine ganze Reihe von Automatik-Waffen. In den USA wurde das Garand-Gewehr dagegen praktisch kaum modifiziert. Der Ausgangsentwurf erwies sich als so gelungen, dass diese Waffe – was in mehr als einem Jahrzehnt der Produktion als beachtlich gelten muß – unverändert weiter gebaut werden konnte.


Bilder Garand M1


Spezifikationen US rifle cal.30 M1 Garand

Spezifikationen:

US rifle cal.30 M1 GarandSpezifikation
Typautomatisches Gewehr
Kaliber 7,62 mm
Länge 109,22 cm
Gewicht 4,3 kg
Lauf 60,96 cm mit 4 rechtsläufigen Zügen
Magazin 8 Schuß integriertes Magazin
FunktionGas
Geschossgeschwindigkeit855 m/s

Einsatzstatistik:

US rifle cal.30 M1 GarandAngaben
Hersteller Springfield Arsenal, Winchester Repeating Arms Co., New Haven, Conn., USA
Produktsbeginn1936
Produktionsendenach 1946
Produktionszahlen 5.500.000 (von diesen 4.000.000 von 1942-45 und weitere 600.000 nach dem Krieg)

Animation 3d-Modell M1 Garand

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Ein Kommentar

  1. Wenn der Verschluss nach ganz hinten gebracht wird, kann der halb leere Clip wieder geladen werden, auch kann ein Clip reingeschoben werden und dann nachgeladen werden. Das Geräusch kommt vom ausstoßen des Clips, dieses ist sehr laut. Da ich nicht auf harten Boden geschoßen habe weiß ich nicht wie die Geräuschkulisse dort ist. Ein gleiches Geräusch kann man leicht simulieren wenn man mit einen leeren Clip an den Lauf schlägt, natürlich wenn man mit geladener Waffe wartet dass ein Dummer sich zeigt, nur weil er denkt deine Waffe ist leer.
    Die Patrone wurde im Lauf von Verschluss geschoben ( was anderes würde sowieso keinen Sinn machen ), und nicht von einen Hebel. Das ist bei alle Waffen mit beweglichem Verschluss so.
    Der Hebel war am Verschluss. Der musste nach hinten gezogen werden bis er einrastete. Die Daumen waren immer im Gefahr, denn man hat damit den Clip reingeschoben. Ich wurde an dieser Waffe ausgebildet, hatte eine etwa 8 Monate.

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