F.E.2

british-flagEnglischer Kampfzweisitzer Royal Aircraft Factory F.E.2b und F.E.2d
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und Modell.

F.E.2b mit 120-PS-Beardmore-Motor

F.E.2b mit 120-PS-Beardmore-Motor und noch bis zum Kriegsende als Nachtbomber im Einsatz.

Royal Aircraft Factory F.E.2
Typ: Kampfzweisitzer (später Nachtbomber).

Geschichte:

Wäre es möglich gewesen, die F.E.2b schneller in Dienst zu stellen, so wäre es fraglich gewesen, ob die Fokker-Eindecker-Jäger jene Vorherrschaft in der Luft erreicht hätten, wie sie es dann taten.
Die ursprüngliche F.E.2a (Nr. 2.864) wurde wahrscheinlich bereits während des Sommers 1914 entworfen und eine erste Serie von zwölf Stücke wurden bei der Royal Aircraft Factory bestellt, von denen die erste am 26. Januar 1915 flog.

Als ein zweisitziges Kampfflugzeug mit Druckpropeller und einem 100-PS-Green-Motor hatte es zur Erleichterung der Produktion und Wartung die identischen äußeren Flügelabschnitte der B.E.2.c.
Jedoch erwies sich der Green-Motor als nicht zufrieden stellend und alle nachfolgenden Flugzeuge wurden in der Folge so ausgelegt, daß der 120-PS-Beardmore-Motor eingebaut werden konnte. Das erste Flugzeug mit diesem neuen Motor flog am 16. März 1915.

Die Lieferungen begannen im Mai und die ersten F.E.2 trafen mit der 6. Staffel des Royal Flying Corps später im Monat in Frankreich ein. Die Bewaffnung bestand aus einem nach vorne feuernden 7,7-mm-Lewis-MG, welches auf einer beweglichen Halterung im vorderen Cockpit montiert war.

Die Produktion der modifizierten und einfacher herzustellenden F.E.2b begann im Herbst 1915 und diese Flugzeuge wurden um die Jahreswende 1915/16 in Dienst gestellt.
Während des Frühjahrs und Sommers 1916 war die F.E.2b im Einsatz und kämpfte gut. Nachfolgende Flugzeuge profitierten von einem 160-PS-Beardmore-Motor.

Im Herbst wurden sie jedoch als Jagdflugzeug durch die neuen deutschen Albatros-Jäger deklassiert und so setzte die 18. Staffel die F.E.2b ab November für nächtliche Bombenangriffe ein. Dazu trug sie eine 105-kg-Bombe oder drei 50-kg-Bomben.
Andere Staffeln wurden anschließend auch zur Bombardierung verwendet und weitere neue Staffeln wurden auch zu diesem Zweck aufgestellt. Die erste war die 100. Staffel, welche im März 1917 mit ihren Bombeneinsätzen begann.
In dieser Form verblieb der Typ beim Royal Flying Corps bis zum Ende des 1. Weltkrieg und wurde von 16 Staffeln und einem Flight verwendet.

Außerdem verwendeten fünf Heimatverteidigungs-Einheiten auch die F.E.2b, aber die geringe Dienstgipfelhöhe und schlechte Steigleistung machten sie als Nachtjäger vergleichsweise recht ineffektiv.
Einige wenige F.E.2b wurden auch mit einer 1-Pfünder-Vickers-Kanone anstatt des Lewis-MG ausgerüstet, um Tieffliegerangriffe durchzuführen.

Im Jahr 1916 baute die Fabrik zwei F.E.2b in F.E.2c um, wobei in einer davon die Anordnung der Besatzungsmitglieder ausgetauscht wurde, um Nachtlandungen zu erleichtern. Diese Version wurde nicht weiterentwickelt, jedoch wurde die Bezeichnung im Jahr 1918 für einige F.E.2b-Nachtbomber verwendet, welche eine ähnliche Sitzanordnung hatten.

Von Frühjahr 1916 an wurden die im Einsatz befindlichen F.E.2b durch verbesserte F.E.2d ergänzt, welche einen 250-PS-Rolls-Royce-Eagle-Notor hatten und wodurch eine Höchstgeschwindigkeit von über 151 km/h möglich war.

Offizielle Zahlen lassen vermuten, daß 1.939 F.E.2b gebaut wurden, aber eindeutige Seriennummern gibt es nur für 1.480 Stück.
Die F.E.2b wurde unter Lizenz auch von zumindest fünf anderen Herstellern produziert, darunter hauptsächlich Boulton&Paul und G.&J.Weir.
300 F.E.2d wurden von Boulton&Paul bestellt und weitere 85 wurden von der Royal Aircraft Factory gebaut.

Modell einer F.E.2b

Modell einer F.E.2b, wie sie von G.&J.Weir gebaut wurde.


Spezifikationen Royal Aircraft Factory F.E.2b

Spezifikationen
F.E.2b Spezifikationen
Typ Kampfzweisitzer (später Bomber, Nachtjäger und Erdkampfflugzeug)
Besatzung 2
Antrieb 120-PS (oder 160-PS) Beardmore wassergekühlter Sechszylindermotor mit Druckpropeller
Spannweite 14,55 m
Länge 9,83 m
Höhe 3,85 m
Flügelfläche 45,89 m²
Leergewicht 904 kg
Startgewicht 1.347 kg
Höchstgeschwindigkeit 129 km/h in Seehöhe (146 km/h mit 160-PS-Motor)
Steigleistung ?
Dienstgipfelhöhe 2.745 m (3.353 m mit 160-PS-Motor)
Reichweite 2,5 – 3 Stunden (ca. 300 km)
Bewaffnung ursprünglich 1 x 7,7-mm-Lewis MG manuell im vorderen Cockpit (später oft noch ein zweites Lewis auf einem Drehzapfen zwischen den beiden Cockpits)
Zuladung maximum 159 kg Bomben (als Bomber)
Erstflug August 1913
Serienproduktion Januar 1915
Truppenlieferung Mai 1915 (F.E.2d Frühjahr 1916)
Endlieferung vermutlich Oktober 1916
Stückzahl 1.480-1.939 F.E.2b (ca. 250-385 F.E.2d)
Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Kommentar verfassen

  • Im Blickpunkt:

    • Luftwaffe 2. September 1939 Ju87B Stuka dive-bomber

      Einsatzstärken und Ausstattung an Flugzeugen der deutschen Luftflotten bei Kriegsbeginn Diese Kriegsgliederung der Luftwaffe gibt die Einsatzstärken und Ausstattung der Einsatzverbände am Tag nach dem deutschen Angriff auf Polen, und […]

    • M4 Sherman 76-mm-Kanone 3d-Modell M4A2(76mm) Sherman

      Späte M4 Sherman Panzer mit verbesserter Bewaffnung, Schutz, Zusatzpanzerung und Kettenlaufwerken. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. M4 (76mm), (105mm), HVSS, A3E2 Jumbo und Calliope Sherman. Typ: amerikanischer mittlerer […]

    • Deutsche Kräfteverteilung 1942 Dramatische Luftbilder in Farbe vom Beginn des Fall Blau

      Die Kräfteverteilung der deutschen Wehrmacht nach Kriegsschauplätzen im Sommer 1942. Kräfteverteilung der Wehrmacht Deutsche Kräfteverteilung der Wehrmacht nach Kriegsschauplätzen im Sommer (Juni/Juli) 1942 nach Sollstärken. Die tatsächliche, durchschnittliche Isstärke beim […]