De Havilland Mosquito FB

british-flagEnglischer Jagdbomber und Schiffsbekämpfungs-Flugzeug DH Mosquito FB.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

Mosquito FB VI Schiffsbekämpfungs-Flugzeug

Ein Mosquito FB VI Schiffsbekämpfungs-Flugzeug der 143.Staffel wird in Banff, Schottland, mit Raketen bewaffnet.

De Havilland Mosquito FB
Typ: englischer Jagdbomber, Schiffsbekämpfungs-Flugzeug, Nachtjäger.

Geschichte:

Wie schon der Beaufighter zuvor beim RAF Küstenkommando (Coastal Command) erzielte auch der De Havilland Mosquito FB beachtliche Erfolge durch den Einsatz von Luft-See-Raketen und Bomben in dieser Rolle. Bei Ende des 2. Weltkrieges war außerdem noch eine Torpedobomber-Version in der Entwicklung.

Nach dem der Mosquito-Bomber zu einem erfolgreichen Jagdbomber weiterentwickelt worden war, welcher optimal die schwere Bewaffnung der Nachtjäger-Version mit der internen Zuladung des Bombers kombinierte, begannen auch Tests beim englischen Küstenkommando mit der De Havilland Mosquito FB VI. Dabei wurde das Flugzeug zusätzlich mit acht 76,2-mm-Raketen unter den Flügeln bewaffnet.
Neben der Bewaffnung von vier 20-mm-Kanonen und vier 7,7-mm-Maschinengewehren im Bug konnte die Mosquito FB VI auch zwei 227-kg-Bomben im hinteren Bombenschacht mitführen. Zudem wurden die Flugzeuge später noch verstärkt, um auch optional ein weiteres Paar von 227-kg-Bomben – statt der Raketen unter den Flügeln – aufzunehmen.

Nachdem Erfolg der mit Beaufighter ausgerüsteten Schiffsbekämpfungs-Staffeln im Jahr 1943 wurde auch eine Mosquito-Staffel in Banff in Schottland aufgestellt. Diese 333. Staffel mit norwegischen Piloten erhielt ihre ersten FB VI im November 1943.

Die 248.Staffel folgte im nachfolgenden Monat und die 235. im Juni 1944.
Die Flugzeuge wurden fast ausschließlich gegen die deutschen Küstenschiffahrt vor der norwegischen Küste eingesetzt, wobei die norwegischen Piloten der 333.Staffel zumeist als Pfadfinder für die anderen Mosquitos in den geschlungenen und windigen Fjorden Norwegens dienten.

Von größerem Interesse als ihr tatsächlicher Einsatzwert erwies sich das Mosquito FB XVIII Schiffsbekämpfungs-Flugzeug, welches mit einer 57-mm-Molins-Kanone im Bug bewaffnet war. Eine umgebaute Mosquito FB VI machte damit den Erstflug am 25. August 1943, worauf hin 27 Flugzeuge hergestellt wurden und welche von der 248. Staffel in Banff im Januar 1944 in Dienst gestellt wurden.
Es wurden mit den Flugzeugen Patrouillen über dem Ärmelkanal gefolgen und am 25.März meldete eine Besatzung die Versenkung eines deutschen U-Bootes vor der französischen Küste.
Mit einem Gewicht von über 907 kg konnte die Molins-Kanone nicht als Erfolg gewertet werden, da ihr Rückstoß beim Feuern ständig Schäden an der Struktur des Bugs der Mosquito verursachte.
Die 248.Staffel setzte ihre Flugzeuge bis Februar 1945 ein. Anschließend wurden die verbleibenden Flugzeuge von der 254.Staffel in Schottland bis zum Ende des 2. Weltkrieges verwendet.

Mosquito-Versionen als Jagdbomber, Schiffsbekämpfungs-Flugzeuge und Nachtjäger:

F II : Pilot und Beobachter saßen in diesem Nachtjäger nebeneinander. Das Flugzeug hatte flache, schußfeste Sichtfenster, vergrößerte Motorgondeln, geteilte Landeklappen, vier 20-mm-Hispano Kanonen mit je 300 Schuß unter dem Rumpf und vier 7,62 mm Browning mit je 2000 Schuß im Bug.
Erstflug am 15. Mai 1941, im Einsatz ab August 1942. Später mit A1 MklV oder V-Radar oder Suchscheinwerfer ausgerüstet.
466 Stück gebaut.

FB VI : Jagdbomber und Störflugzeug für Tag- und Nachteinsatz. Gleiche Bewaffnung wie F II, doch zwei 113-kg-Bomben im Schacht und zwei weitere (später je 226 kg) an den Unterflügelstationen oder wahlweise 225-Liter- oder 450-Liter-Abwurftanks, Minen, Wasserbomben oder acht 27 kg-Raketen. Einige wurden mit A1-Radar ausgerüstet.
Gesamtproduktion 2.584, mehr als jede andere Variante.

NF XII : Weiterentwicklung der F II mit neuem Bug und A1 Mk VIII Zentimeterradar statt der Browning-Maschinengewehre.

NF XIII : die Mk XII mit geändertem Bug und den gleichen Flügeln wie Mk VI für Abwurftanks oder andere Lasten. Flog erstmals im August 1943.

NF XV : Höhenjäger mit auf 17,98 m vergrößerter Spannweite, Druckkabine, leichteres Gerüst und A1 Mk VIII Radar im Bug. Unterrumpfbehälter mit vier 7,62 mm Browning-MG zum Einsatz gegen Ju 86P-Höhenbomber.

NF XVII : Nachtjäger mit neuem A1 Mk X oder SCR 720 Radargeräten (einige auch mit Heckantennen) und bewaffnet mit vier 20-mm-Kanonen mit je 500 Schuß.

FB XVIII Tse-Tse-Fliege : Schiffsbekämpfungs-Flugzeug des Küstenkommandos mit gedrosselten Motoren, einer 57-mm-Molins-Kanone mit 25 Schuß, vier Brownings und acht 27 kg-Raketen oder Bomben.

NF XIX : weiterentwickelte Mk XIII für A1 VIII oder X oder SCR 720 Radar im erweitertem Bug und gedrosselte Merlin 25-Motor.

NF 30 : Nachtjäger mit Zweistufenmotoren, verbesserten Propellern, A1 Mk X-Radar und verschiedene Sensoren, Täusch- und Störelektronik. Basierte auf der Mk XIX.

Mk 33 : erste Marineversion Sea Mosquito mit klappbaren Flügeln mit Motorantrieb, ölhydraulische Fahrgestellbeine (statt Gummipuffer), gedrosselte Motoren, Vierblattpropeller, Fanghaken, vier 20 mm Kanonen, Torpedo (oder Bomben, Raketen), amerikanisches ASH-Radar, JATO-Startrakete.

TF 37 : Marine-Torpedojäger, entwickelt aus der Mk 33 mit A1/ASV Mk XIII-Radar.

NF 38 : letzte Jägerversion, hauptsächlich exportiert. A1 Mk IX-Radar und modernes Cockpit.

Benutzer: England (RAF), Australien, Belgien, Kanada, China, Tschechoslowakei, frei-französische Streitkräfte, Jugoslawien, Neuseeland, Norwegen, Russland, Türkei, USA (USAAF)
– Angaben für alle Modelle, auch mit Mosquito-Bombern, Aufklärern und Trainer.


Animation 3d-Modell De Havilland Mosquito FB VI der chinesischen Luftwaffe


Spezifikationen De Havilland Mosquito FB VI

Spezifikationen
DH FB VI Spezifikation
Typ Jagdbomber, Schiffsbekämpfungs-Flugzeug
Antrieb 2 x Rolls-Royce Merlin XXI 12-Zylinder wassergekühlte Motoren mit je 1.230 PS
Besatzung 2
Spannweite 16,51 m
Länge über alles 12,34 m
Höhe über alles 4,63 m
Flügelfläche 40,4 m²
Leergewicht 6.486 kg
Maximales Startgewicht 10.115 kg
Höchstgeschwindigkeit 612 km/h in 3.962 m
Steigleistung 530 m/min. (F II)
Zeit bis auf 4.572 m 7 Minuten
Dienstgipfelhöhe 10.972 m
Reichweite 2.092 km
Bewaffnung
DH FB VI Spezifikation
unter dem Boden 4 x 20-mm Hispano Kanonen (je 300 Schuss)
im Bug 4 x 7,7-mm-Browning MGs (je 2.000 Schuss)
interner Bombenschacht 2 x 113-kg-Bomben
unter den Flügeln 2 x 113-kg (später 226-kg) Bomben oder Abwurftanks, Minen, Wasserbomben, 8 x 27-kg-Raketen
Einsatzstatistik
DH FB VI Angaben
Erstflug (Prototyp) 25. November 1940
Truppenlieferung vor November 1943 (F II im August 1942, FB XVIII im Januar 1944)
Endlieferung 1949 (T III)
Stückzahl (alle) Insgesamt: 2.548 FB VI (466 F II, 27 FB XVIII Tse-Tse-Fliege)
Einsätze im 2.Weltkrieg (alle) 39.795 (davon 28.639 als Bomber)
Verluste (alle) 396 (100,5 Einsätze je Verlust)
Bombenmenge auf Ziele (alle) 26.867 t (0,94 t je Bombereinsatz)
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