Dänische Streitkräfte

Dänische Armee

die Mannschaft einer dänischen Flugabwehr-Kanone

die Mannschaft einer dänischen Flugabwehr-Kanone während des Trainings. Das Foto zeigt die außergewöhnliche Form der dänischen Stahlhelme hervorragend.

Der Verteidigungsauftrag von 1937 sah eine Friedensstärke der dänischen Streitkräfte von zwei Divisionen, einem unabhängigen Flugabwehr- und Pionier-Regimentes, eine Armee-Luftwaffe, die Garnison von Bornholm, ein Transport-Bataillon und ein Hauptquartier vor.

In Friedenszeiten bestanden die Regimenter und Bataillone nicht mehr als aus einem kleinem Verwaltungsstab, welcher für das Training und die Ausbildung der jährlich 6.599 Wehrpflichtigen verantwortlich war. Von den Wehrpflichtigen waren 4.340 Mann für die Infanterie, 465 für die Königliche Leibgarde, 374 für die Kavallerie, 1.120 für die Artillerie und 300 für die Pioniere vorgesehen.
Am 8. April 1940 waren 6.600 Wehrpflichtige mit einer elf-monatigen Ausbildung unter den Fahnen, sowie weitere 2.050 Mann, welche nicht den Kampftruppen angehörten. Während der deutschen Besetzung von Dänemark war ein Teil dieser Truppen im Urlaub, während weitere sieben Prozent nicht für den Dienst einsatzbereit waren.

Die Seeland-Divison hatte ihr Hauptquartier in Kopenhagen und bestand aus der Königlichen Leibgarde, dem 1., 4. und 5. Infanterie-Regiment, den Garde-Hussaren, dem 1. und 2. Feldartillerie-Regiment, dem 13. Flugabwehr-Bataillon und einem Pionier-Bataillon.
Die Jütland-Division hatte ihr Hauptquartier in Viborg und bestand aus dem 2., 3., 6. und 7. Infanterie-Regiment, dem Infanterie-Pionier-Regiment, dem Jütland-Dragoner-Regiment, dem 3. Feldartillerie-Regiment, dem 14. Flugabwehr-Bataillon und dem 2. Pionier-Bataillon.

Die Sollstärke eines Infanterie-Regimentes waren 3.000 Mann aller Ränge, bewaffnet mit Krag-Joergensen M84/24 Gewehren und Bayard M1910 Pistolen.


Stärke und Ausrüstung der dänischen Divisionen
Organisation Infanterie-Division
Zahl der Verbände 2
Infanterie-Regimenter 4 (je 3.000 Mann)
Kavallerie-Regimenter 1
Gesamtstärke ?
Maschinengewehre 1.248 (1.024 leichte Madsen M24, 128 schwere Madsen M29, 96 bespannte schwere Madsen M29)
Granatwerfer 96 (schwere)
Panzerabwehr-Kanonen 24 (bespannte 37mm Bofors-PAK)
Artillerie 48 oder 96 (75-mm Krupp-Feldgeschütze, 105-mm Schneider-Kanonen, 150-mm Schneider Haubitzen)

Der deutsche Vorwand für die Besetzung von Dänemark war es, das Land vor einem englischen Angriff zu schützen. Aus diesem Grund wurde den deutschen Truppen befohlen, den Einmarsch so friedlich und freundschaftlich wie möglich durchzuführen. Tatsächlich kamen nur 12 dänische Piloten, 11 Soldaten und 3 Grenzsoldaten ums Leben (deutsche Verluste: 20 Tote, 65 Verwundete).

Die deutschen Behörden erlaubten es dem König und der Regierung von Dänemark die Regierungsgewalt weiterhin in beschränktem Rahmen auszuüben, während Fragen, welche im Zusammenhang mit der Besetzung des Landes standen, Gegenstand von Verhandlungen zwischen beiden Parteien waren.
Die dänischen Streitkräften konnten weiterbestehen, jedoch in erheblich reduzierten Rahmen von nicht mehr als 3.300 Mann. Diese bestanden aus der Königlichen Leibgarde, Wehrpflichtigen in der militärischen Ausbildung sowie weitere Wehrpflichtige, welche für Wartungs- und Reparaturarbeiten benötigt wurden. Darüber hinaus gab es eine Reihe von Reserve-Offizieren und Unteroffiziere welche in der dänischen Heeres-Offizierschule ausgebildet wurden.
Bedingt durch den für Deutschland sich ungünstig entwickelnden Kriegsverlauf verschlechterten sich jedoch die Beziehungen zwischen den beiden Ländern ständig, und im November 1942 wurde es dänischen Soldaten in Uniform verboten sich auf Jütland aufzuhalten. Die dänische Armee war damit auf Seeland und die Insel Fünen beschränkt.
Der letzte Akt folgte im August 1943, als die Deutschen die dänischen Truppen in einem kurzen Kampf überrumpelten und entwaffneten. Danach wurden alle gefangengenommen dänischen Soldaten zu Kriegsgefangenen und die dänischen Streitkräfte wurden aufgelöst.


Dänische Luftwaffe

Die Luftwaffe, welche ein Teil der Armee war, bestand aus zwei Bataillonen, von denen eines in Jütland und das andere auf Seeland stationiert war. Am Morgen des 9. April 1940 bestanden diese aus:

  • 1 Staffel mit 13 Abfangjägern
  • 1 Staffel mit 8 Abfangjägern und 2 Aufklärungsflugzeugen
  • 1 Staffel mit 11 Aufklärungsflugzeugen und 1 Trainingsflugzeug
  • 1 Staffel mit 14 Aufklärungsflugzeugen
  • die Luftwaffen-Schule mit 18 Trainingsflugzeugen

Gesamtstärke zusammen mit der Marine etwa 100 Flugzeuge.

dänischer Pilot

ein dänischer Pilot der Marineluftwaffe.

Nach der Auflösung der dänischen Streitkräfte im August 1943 setzten sich eine Reihe von dänischen Piloten nach Schweden ab, wo sie damit begannen auf schwedischen Maschinen (Saab B-17) zu üben. Es sollte eine Luftunterstützungs-Einheit für die in Schweden gebildete dänische Brigade aufgestellt werden, was aber bis zum Ende des 2. Weltkrieges nicht mehr abgeschlossen wurde.


Dänische Marine

Der König von Dänemark war der Oberbefehlshaber der Streitkräfte, während das eigentliche Kommando über die Marine der Marineminister, Vize-Admiral H. Rechnitzer, ausübte. Dieser war auch gleichzeitig verantwortlich für alle Küstenverteidigungsanlagen.
Das Personal der Marine war im Jahr 1940 etwa 1.500 Mann stark und die wichtigste Basis war in Kopenhagen.

Die Marine bestand aus:

  • 12 Küstenverteidigungsschiffen
  • 17 Motor-Torpedoboote
  • 9 U-Boote
  • 14 Minenräumer
  • 6 Minenleger
  • mehrere Fischerei-Kontrollschiffe

Die Marineluftwaffe hatte 64 Flugzeuge zur Verfügung, von denen allerdings nur zwei auf Schiffen stationiert waren.

Obwohl bereits am 4. April 1940 Warnungen vor einem bevorstehenden Angriff vorlagen, wurden aus Furcht eine Provokation zu verursachen, keine Vorbereitungen zur Verteidigung unternommen. Nach dem es Berichte gab, daß eine große Anzahl von deutschen Kriegsschiffen und Transportern in dänische Hoheitsgewässer durch den Großen Belt eindrangen, wurden die dänischen Schiffe angewiesen nicht das Feuer zu eröffnen, sofern sie nicht selbst beschossen würden. Da den deutschen Schiffen kein Widerstand entgegengesetzt wurde, kam es zu keinen Kampfhandlungen und kein Schiff wurde versenkt.Die dänische Marine konnte ebenso wie die Armee unter der deutschen Besatzung weiterhin existieren und führte sogar einige örtliche Minenräum-Unternehmungen durch. Aber wie schon erwähnt, dauerte es nicht lange, bis sich die Beziehungen zwischen Deutschland und Dänemark derart verschlechterten, daß die Dänen die Überfahrt ihrer Schiffe nach Schweden oder deren Selbstversenkung vorsahen. Am 29. August 1943, nachdem der deutsche Versuch gescheitert war über die Übergabe der dänischen Schiffe zu verhandeln, wurden 31 der Schiffe selbst versenkt.

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