Char 2C

French-flagFranzösischer schwerer Kampfpanzer Char 2C.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Bilder und Modell.

Char 2C

Char 2C kurz nach dem 1. Weltkrieg.

Char de Rupture 2C
Typ: Schwerer Kampfpanzer.

Geschichte

Ein großes Problem mit den ersten beiden französischen Kampfpanzern Saint-Chamond und Schneider-Panzer im 1. Weltkrieg war, daß beide Typen breite deutsche Gräben an der Front nicht überwinden konnten. Deshalb begann die Forges et Chanitier de la Mediterranee – kurz FCM – in La Seyne bei Toulon im Jahr 1916 mit der Entwicklung eines verbesserten ‘Durchbruchspanzers’.

Die ersten beiden Prototypen wurden im Dezember 1917 fertiggestellt. Von diesen hatte einer ein elektrisches Getriebe, während der andere ein mechanisches eingebaut bekam.
Bezeichnet als Char FCM 1A und 1B, hatte beide eine Besatzung aus sieben Mann und der erst genannte wog schon die stattliche Summe von 41 Tonnen.
Beide wurden von Renault-12-Zylinder-Benzinmotoren angetrieben, wodurch sie eine maximale Geschwindigkeit von knapp 6,4 km/h erreichten.
Der Char FCM 1A war mit einer 75-mm-Kanone im Turm und mehreren Maschinengewehren bewaffnet. Dagegen verfügte der FCM 1B statt einer 75-mm sogar über eine 105-mm-Kanone.

Aus dem FCM 1B wurde ein dritter Typ entwickelt, der Char 1C. Dieser wog sogar über 70 Tonnen, hatte eine Besatzung von 10 Mann und war mit einer 75-mm-Kanone und vier Maschinengewehren bewaffnet. Dieser Panzer verfügte ebenfalls über ein elektrisches Getriebe.
Als wäre das nicht genug, gab es noch Versuche mit einem 141-Tonnen-Monster mit einer Besatzung von 28 Mann und nicht weniger als vier 75-mm-Kanonen. Größe, Gewicht und Feuerkraft schienen die Formel zu sein, um das dichte Stellungssystem der Westfront zu durchbrechen.

Entwicklung

Diese schweren Durchbruchspanzer wurden alle nicht übernommen, aber aus dem FCM 1A wurde der Char 2C enwtickelt, von welchem 10 Stück im Jahr 1918 gebaut wurden. Dabei wurden Motoren von deutschen Zeppelinen für das elektrische Getriebe eingebaut, zuerst der 180/200-PS-Mercedes-Motor und dann 250-PS-Maybach-Motoren.
Allerdings wurden diese schweren Panzer erst nach dem Waffenstillstand in Dienst gestellt und kamen somit während des Ersten Weltkrieges nicht mehr zum Einsatz.
Eigentlich sollten 300 dieser Giganten für die Durchbruchsschlachten des Jahres 1919 nach einer Bestellung vom Februar 1918 fertiggestellt werden, aber die Aufträge wurden mit Kriegsende storniert.

Der Char 2C war eine beeindruckende Waffe für seine Zeit. Es war der erste Panzer, welcher mit einer 75-mm-Kanonen in einem drehbaren Turm bewaffnet war, welche gewöhnliche Artilleriegranaten verschoss. Dazu kamen noch vier Maschinengewehre, von denen eines in der Wanne nach vorne, eines zu jeder Seite und ein weiteres in einem kleinen Turm auf dem Heck montiert waren.

Die über die vollständige Länge des Panzers von 10,27 Metern angebrachten Kettenlaufwerke ermöglichten diesem eine eindrucksvolle Grabenüberschreitfähigkeit von 4,25 Metern. Dazu kam noch eine Panzerung von bis zu 45 mm, mehr als doppelt soviel wie jeder andere Panzer zu dieser Zeit.
All das zusammen ergab nun ein Gewicht von 68 Tonnen, was natürlich einen schnellen Transport in das Einsatzgebiet erschwerte. Trotzdem erreichte der Char 2C noch 12 km/h, was zumindest genauso gut war – wenn nicht sogar besser – als bei den meisten anderen schweren Panzern seiner Zeit. Dies war eine akzeptable Marschgeschwindigkeit für den Grabenkrieg, für welchen dieser Panzer ursprünglich entworfen war.

Im Einsatz

Die 10 gebauten Char 2C wurden 1921 beim 51. schweren Panzer-Bataillion in Dienst gestellt und bis 1927 wurden verschiedene Detailverbesserungen an den Panzern vorgenommen. Viele davon betrafen die Kettenaufhängung, die intern Kommunikation zwischen den nunmehr 13 Besatzungsmitgliedern und der Einbau von Funkgeräten.

Ein Char 2C wurde 1926 zurück zur FCM-Fabrik geschickt, um eine kurze 155-mm-Haubitze, zusätzliche Panzerung und Sautter-Harle-Motoren anstatt der zwei Maybach-Motoren zu erhalten. Dieser einzige Panzer wurde als Char 2C bis bezeichnet und war der Grund für einige Gerüchte über eine neue Generation französischer überschwerer Panzer.

Die 10 vorhandenen Char 2C wurden jedoch in den 1930er Jahren modernisiert und befanden sich bei Beginn des 2. Weltkrieges beim 51. schweren Panzer-Bataillon zur Unterstützung der Maginot-Linie im Einsatz.
Zu einem Kampfeinsatz kamen sie jedoch nicht mehr, da sie beim Abtransport in Richtung der Kampfzone auf ihren Eisenbahn-Sonderwaggons von deutschen Flugzeugen zerstört wurden.

Benutzer: Frankreich.

Char 2C

Char 2C vom 51. Bataillon 1940.


Spezifikationen Char de Rupture 2C

Spezifikationen
Char 2C Spezifikation
Typ überschwerer Kampfpanzer, Durchbruchspanzer
Besatzung 12 oder 13 Mann
Bewaffnung 1 x 75-mm-Kanone im Turm
Sekundär-Bewaffnung 4 x 8-mm-Hotchkiss-MG
Länge 10,27 m
Breite 2,95 m
Höhe 4,01 m
Panzerung maximal 45 mm
Kampfgewicht 70.000 kg
Bodendruck ?
Leistungsgewicht ?
Antrieb zwei 180-PS-6-Zylinder-Mercedes, später zwei 250-PS-Maybach-Motoren
Höchstgeschwindigkeit 12 km/h (Strasse)
Fahrbereich (Strasse) 160 km
Kletterfähigkeit 1,22 m
Grabenüberschreitfähigkeit 4,11 m
Steigfähigkeit 50 %
Produktion 1918
Indienststellung 1921
Stückzahl 10 (ursprünglich 300 bestellt)
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