6. August 1914 (Donnerstag)

Angriff französischer Infanterie 1914

Angriff französischer Infanterie in den ersten Kriegstagen, beim Versuch Elsaß-Lothringen zurückzuerobern.

POLITIK: SERBIEN
Die Regierung erklärt Deutschland den Krieg.

WESTFRONT
Belgien: General Erich Ludendorff von der deutschen 2. Armee erlangt großen Ruhm in der Heimat, als er 1.500 Soldaten durch den Verteidigungsring aus Festungen in die Stadt Lüttich führt und eine Verschanzung errichtet, welche die belgische Garnison gefährdet. Trotzdem bleibt er bis zum 10. August auch selbst eingeschlossen.
Das französische Sordet-Kavallerie-Korps überquert mit Genehmigung des Königs die belgische Grenze und kommt bis auf 15 km an Lüttich heran.
Frankreich: Die SCHLACHT VON LOTHRINGEN (an der französischen Grenze) beginnt und dauert bis zum 24. August.
Deutsche Truppen besetzen die Festung Longwy an der Luxemburger Grenze bis zum 28. August.

OSTFRONT
Polen: Zwei neue russische Armee (9., 10.) werden um Warschau herum gebildet, um den Angriff der russischen 2. Armee auf Ostpreußen zu unterstützen. 400 Männer von Oberst Pilsudski Polnischer Legion, welcher selbst am 8. August nachfolgt, überschreiten die polnische Grenze und errerichen am 12. August Kielce, 115 km nordöstlich von Krakau.

SÜDFRONT
Serbien: Ein österreichisch-ungarischer Angriff auf Obrenovats in der Fußschleife der Save westlich von Belgrad wird mit dem Verlust von Geschützen zurückgeschlagen.

SEEKRIEG
Nordsee: Der Kaiser befiehlt der deutschen Flotte in der Defensive zu bleiben. Lediglich U-Boote und Torpedoboote sollen begrenzte Unternehmungen durchführen. 14 deutsche U-Boote beginnen mit einer 9-tägigen Seepatrouille über 300 sm.
Atlantik: Der deutsche Liner ‘Schlesien’ wird vom britischen Kreuzer HMS ‘Vindictive’ vor Kap Ortegal gekarpert. Weitere Kreuzer der Royal Navy nehmen 4 deutsche Frachtschiffe als Prise. Im Südatlantik hält der deutsche Kreuzer ‘Dresden’ 3 britische Handelsschiffe an, läßt sie aber weiterlaufen. Erst am 15. August versenkt das Kriegsschiff 180 sm nordöstlich von Pernambuco (Brasilien) das erste Schiff, worauf es am 26. August ein weiteres durch Beschuß explodieren läßt.
Indischer Ozean: Der Leichte Kreuzer ‘Königsberg’ versenkt den britischen Leichten Kreuzer ‘Pegasus’ vor dem Hafen von Mombasa. Das deutsche Kriegsschiff lief am 31. Juli von Dar-es-Salaam aus und seine Aufgabe ist es, den britischen Handel im Indischen Ozean zu stören. Die Briten sind gezwungen, Verstärkungen gegen das Kaperschiff zu schicken, und so muß ‘Königsberg’ am 30. Oktober auf dem Fluß Rufiji in Deutsch-Ostafrika Schutz suchen.
Mittelmeerr: ‘Goeben’ und ‘Breslau’ laufen aus Messina in Richtung Konstantinopel aus. Der britische Kreuzer ‘Gloucester’ beschattet die beiden deutschen Schiffe.
Karibik: Der Kreuzer ‘Karlsruhe’ entweicht Cradocks Kreuzern ‘Suffolk’, ‘Berwick’ und ‘Bristol’, nach einem Beschuß im Mondschein ohne Treffer durch die Briten.

LUFTKRIEG
Westfront: Der Heeres-Zeppelin L6 unternimmt einen gescheiterten Bombenangriff auf Lüttich, wird von belgischen Artilleriefeuer durchlöchert und stürzt in der Nähe von Bonn ab.
In Deutschland wird von einer speziellen Dreierkonferenz aus Militär, Reichstag und Industrie beschlossen, 200 Flugzeugzellen und 170 Flugmotoren pro Monat von Mitte August an zu liefern.

AFRIKANISCHE FRONTEN
Deutsch-Togo: Captain Barker beschwört die Kolonie, sich zu ergeben, was am 7. August abgelehnt wird. Lome und die Küste werden von den Deutschen evakuiert.
Süd-Ost-Kamerun: 158 französische Soldaten besetzen Bonga und Singa an der Grenze, noch bevor die Deutschen überhaupt wissen, daß Krieg ist.
Cyrenaica: Zunächst sechs Angriffe von Rebellen auf die Italiener bis zum 30. August und eine Karawane wird am 26. August ausgelöscht. 4 weitere Angriffe im September durch Fezzan-Region-Rebellen.

POLITIK
Osmanisches Reich: Der deutsche Botschafter bürgt für Kriegsentschädigungen für die Türkei, einschließlich der Überlassung von Inseln in der Ägäis (falls Griechenland am Krieg teilnimmt), der Erweiterung der östlichen Grenzen nach Russland und zu den Muslimen hinein und daß es keinen Frieden geben wird, bevor die türkischen Gebiete von den Feinden gesäubert sind.
Großbritannien: Großbritannien fordert Australien und Neuseeland auf, deutsche Funkstationen im Pazifik anzugreifen. Großbritannien fordert auch von Japan Hilfe. Premierminister Asquith unterbreitet den berüchtigten Vorschlag für Kriegskredite im ‘House of Commons’, welches 100 Millionen £, eine 500.000-Mann-Armee und für die Royal Navy 67.000 Männer mehr gewährt.

NEUTRALE
China: erklärt seine Neutralität.

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