4. August 1914 (Dienstag)

Belgium troops 1914

Truppen von Belgiens vernachlässigter und schlecht ausgebildeter Armee auf dem Weg an die Front.

POLITIK: GROSSBRITANNIEN
Die Regierung erklärt den Krieg um 23.00 Uhr, als Deutschland das Ultimatum zum Abzug der Truppen von belgischem Boden verstreichen läßt.
Armee-Reservisten und Territorial-Truppen werden mobilisiert. Die Regierung übernimmt den Befehl über die Eisenbahnen. Eine Presseartikel von H.G. Wells beschreibt den Feind als den ‘deutschen Imperialismus und Militarismus’. Das Interview von Sir E. Goschen mit dem deutschen Reichskanzler Bethmann erscheint, der den Vertrag über die belgische Neutralität als ‘nur einen Fetzen Papier bezeichnet’.

POLITIK: DEUTSCHLAND
Deutschland erklärt Bel­gien den Krieg und fällt mit seinen Armeen auf schmaler Front ein. Der Hauptangriff wird von der 1. Armee unter dem Befehl von General Alexander von Kluck und der 2. Armee unter General Karl von Bülow geführt.
Reichskanzler Bethmann sagt im Reichstag “Notwendigkeiten kennen keine Gesetze’. 5 Milliarden Reichsmark an Kriegsausgaben werden genehmigt. Der Bundesrat wird zur Legislative ermächtigt, ohne vom Reichstag die Zustimmung erhalten zu müssen. Der Kaiser sagt im Reichstag: ‘Fortan kenne ich keine Parteien mehr, sondern nur noch Deutsche’.

WESTFRONT
DEUTSCHE TRUPPEN DRINGEN IN BELGIEN EIN, auf einer Frontlänge von nur 25 km, und greifen die Festung Lüttich am Fluß Maas an. Deutsche Kavallerie nimmt Vise 13 km nördlich der Stadt und überschreitet die Maas im Norden und Süden der Stadt.
Moltke lehnt gebieterisch das Angebot des deutschen Admiralstabes ab, das Britische Expeditionskoprs bei der Überquerung des Ärmelkanals abzufangen. Er meint ‘.. das ist nicht notwendig, und es wird sogar von Vorteil sein, wenn die Armeen im Westen auch die 160.000 Engländer (die angenommene Stärker des Britischen Expeditionskorps) zusammen mit den Franzosen und Belgier schlagen werden.’ Das belgische Feldheer versammelt sich hinter dem Fluß Gete, 60 km westlich von Lüttich. Die deutschen Armeen marschieren gegenüber auf.

POLITIK: USA
Die Regierung erklärt ihre Neutralität.

POLITIK: JAPAN
Das Kabinett beschließt strikte Neutralität.

POLITIK: SCHWEIZ
Die Schweiz erklärt ihre Neutralität.

POLITIK: BRASILIEN
Brasilien erklärt seine Neutralität.

POLITIK: SCHWEDEN
Schweden mobilisiert.

SEEKRIEG: MITTELMEER
Die beiden deutsche Kriegsschiffe, der Schlachtkreuzer ‘Goeben’ und der leich­te Kreuzer ‘Breslau’, eröffnen unter dem Befehl von Admiral Wilhelm von Souchon 10 Minuten lang das Feuer auf die französisch-algerischen Hafenstädte Böne und Philippeville.Nach dem An­griff nimmt Souchon Kurs auf die Türkei. Als er durch das Mittelmeer steuert, trifft sein kleines Geschwader auf die zwei britischen Schlachtkreuzer ‘Indefatiable’ und ‘Indomitable’. Der britische Kommandant Vizeadmiral Sir A. Berkeley-Milne eröffnet nicht das Feuer, da das britische Ultimatum an Deutschland, sich aus Belgien zurückzuziehen, erst um Mitternacht ausläuft. Souchon vermeidet ebenfalls jede Kampfhandlung und fährt weiter in Richtung Türkei.

SEEKRIEG: NORDSEE
Admiral Jellicoe übernimmt von Callaghan das Kommando über die verstärkte britische ‘Home Fleet‘ oder ‘First Fleet’. Mit dem Rang ‘Oberbefehlshaber der Grand Fleet’ hisst er seine Flagge auf der ‘Iron Duke‘. Die Flotte verlässt Scapa Flow erstmals um 8:30 Uhr, um den Ausbruch deutscher Kriegsschiffe durch die Nordsee zu verhindern.

SEEKRIEG: PAZIFIK
Das deutsche Ostasien-Geschwader (Spee) verlässt Tsingtao (China) in Richtung Südamerika.

POLITIK: OSMANISCHES REICH
Enver Pascha will die Dardanellen für deutsche Kriegsschiffe öffnen, jedoch ist der Großwesir damit nicht einverstanden.

AFRIKA: MAROKKO
2 französische Bataillone räumen das belagerte Fort Khenifra und verlieren 66 Mann gegen die Auständigen am Mittleren Atlas.

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