31. Juli 1914 (Freitag)

Sozilaistenfuehrer Jaures

Zu einem Fanal für den Kriegswillen der französischen Nationalisten wird die Ermordung des Sozialistenführers Jean Jaures, der noch wenige Tage zuvor zum Frieden ermahnt hatte.

POLITIK: DEUTSCHLAND
DEUTSCHLAND ERKLÄRT DEN ZUSTAND DROHENER KRIEGSGEFAHR UM MITTERNACHT UND VERSCHICKT ULTIMATEN AN RUSSLAND UND FRANKREICH. Russland wird aufgefordert, alle seine Kriegsvorbereitungen bis zum Mittag des 1. August einzustellen. Die französische Regierung soll ihre politische Position zu einem möglichen Konflikt zwischen Deutschland und Russland innerhalb von 18 Stunden erklären.
Kaiser Wilhelm II. meint dazu: ‘Leichtsinn und Schwäche stürzen die Welt in den furchbarsten Krieg’. Er telegraphiert ein drittes mal mit dem russischen Zaren, erhält aber nur eine ausweichende Antwort. Auserdem schlägt er dem griechischen König Konstantin eine Teilnahme am möglichen Krieg vor.
Generaloberst Helmuth von Moltke, Chef des Generalstabs, setzt seinen österreich-ungarischen Kollegen General Franz Conrad von Hötzendorf von der geplanten deutschen Mobilmachung in Kenntnis.
Der deutsche Leichte Kreuzer ‘Königsberg’ läuft aus Dares-Salam in Ostafrika aus, um im Kriegsfall alliierte Seehandelsrouten zu überfallen. Sie wird zwar von drei britischen Kreuzern beschattet, kann aber entkommen.
Die Reichsbank beendet die Einlösung von Geldnoten in Gold.
Der Kaiser besucht die Hochzeit seines fünften und jüngsten Sohns Oscar.

POLITIK: FRANKREICH
Der Sozialistenführer Jean Jaures wird in einem Pariser Cafe von einem royalistisch-beeinflussten Studenten erschossen.
In Marokko kabelt General Lyautey von Rabat nach Paris, daß er 20 Bataillone und 24 Geschütze auf einmal schicken wird, aber die Garnisonen im Landesinneren halten will. Diese Bataillone versammeln sich in Bordeaux und kämpfen später an der Marne. Letztendlich schickt er sogar 37 Bataillone mit 40.000 Männern und behält 26 Bataillone plus 16 Territorial-Bataillone, welche er aus Frankreich am 21. August erhält.

POLITIK: GROSSBRITANNIEN
Außenminister Sir Edward Grey tut alles, um deutsche Hilfe beim österreichisch-serbische Streit zu finden. Er fragt bei Frankreich und Deutschland an, ob sie die belgische Neutralität respektieren. Frankreich antwortet ‘Sicherlich’, aus Deutschland kommt keine Antwort.
Die Schließung der Börse führt in eine Finanzkrise.
Churchill sendet Premierminister Asquith einen Bericht der Royal Navy über die Einrichtung von Stützpunkten auf den dazu zu besetzenden Friesischen Inseln und an anderen Ostseezugänge. Asquith stimmt seinem Beitritt zum War Office zu.
Die Mobilisierung an der Britischen Goldküste ist abgeschlossen.

POLITIK: BELGIEN
Die belgischen Mobilisierung wird für den 1. August angeordnet.

POLITIK: USA
Die New Yorker Börse schließt erstmals seit 1873 und wird erst am 12. Dezember 2014 wieder eröffnet.

POLITIK: OSMANISCHES REICH
Die Türkei befehlt die Generalmobilisierung für alle Männer im Alter von 20 bis 45 Jahren für den 3. August.

POLITIK: RUSSLAND
Die russische Flotte beginnt mit der Verlegung von Minen im Finnischen Meerbusen (Ostsee).

HEIMATFRONT: ÖSTERREICH
Die Armee erhält die Kontrolle über die Bukowina, Galizien und anderen Gebieten außerhalb Ungarns.

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