3. August 1914 (Montag)

Englische Rekruten

Englische Rekruten sammeln sich in der Londoner Stadtmitte. Wie überall in Europa sehen viele von ihnen den Krieg als großes Abenteuer.

POLITIK: BELGIEN
Die belgische Regierung weist das Ulti­matum auf Durchgangsrecht der deut­schen Armee durch belgisches Territo­rium zurück (um 07:00 Uhr) und erhält die Bestätigung, daß Großbritannien und Frankreich bewaffnete Unterstützung leisten wer­den, um einen deutschen Angriff abzu­wehren.

POLITIK: GROSSBRITANNIEN
Außeniminister Sir Edward Grey erklärt im House of Commons ‘… wir können keine unbedingte Neutralität erklären’. Lord Morley scheidet aus dem Kabinett wegen des Krieges aus. Der Generalmobilmachungsbefehl wird unterzeichnet. Asquith genehmigt die anglo-französische Zusammenarbeit der Marinen und erlaubt der Admiralität die Beschlagnahmung von Schiffen.

POLITIK: DEUTSCHLAND
Deutschland erklärt Frankreich den Krieg, nachdem fälschlicherweise behauptet wird, daß französische Flugzeuge Karlsruhe und Nürnberg bombardiert haben.

WESTFRONT
Deutsche Kavallerie überquert die Grenze bei Gemmenich. Der französische Oberbefehlshaber Joffre trifft sich mit seinen fünf Armeekommandanten in Paris.

OSTFRONT
Großherzog Nikolaus wird russischer Oberbefehlshaber. Moltke teilt von Hötzendorf mit, daß Deutschland in Ostpreußen defensiv bleiben wird. Deutsche Truppen fallen im russischen Teil Polens ein und besetzen Kalisch, Chenstokhow und Bendzin.

SEEKRIEG
In der Nordsee geht das erste Handelsschiff verloren: der britische Frachter ‘San Wilfrido’ (6458 t.) läuft vor Cuxhaven auf eine deutsche Mine. Die französisch Mittelmeerflotte läuft von Toulon nach Algerien, um einen Transportkonvoi von 2 Divisionen in Richtung Frankreich zu sichern.

POLITIK: ITALIEN
Sehr zum Ärger von seinen Partnern in der Dreibund – Deutschland und Österreich-Ungarn – erklärt Italien seine Neutralität. Die italienische Regierung argumentiert, dass der Angriff von Österreich-Ungarn auf Serbien nicht durch die grundsätzlich defensive Vereinbarung des Dreibundes abgedeckt wird.

POLITIK: RUMÄNIEN
Gegen den Wunsch des kränkelnden Königs Karol, der Deutschland und Österreich-Ungarn unterstützen möch­te, entscheidet seine Regierung sich für eine bewaffnete Neutralität. Trotzdem wird im frühen Oktober ein geheimes Regierungsabkommen mit Rußland getroffen, in dem beschlossen wird, daß Rumänien Land erhält, wenn die russi­sche Armee mit ihrem Krieg gegen Deutschland und Österreich-Ungarn erfolgreich ist. Anzeichen der wahren rumänischen Interessen werden sicht­bar, als Rumänien seine Grenzen am 23. Oktober 1914 gegen deutsche Versorgungsgüter für die Tür­kei schließt.

POLITIK: OSMANISCHES REICH
Die Türkei erklärt ihre bewaffnete Neu­ralität und mobilisiert ihre Streit­kräfte. Enver Pascha wird stellvertretender Oberkommandierender unter dem Sultan.

POLITIK: AUSTRALIEN
Australien bietet HMG RAN und 20.000 Soldaten zur Unterstützung an.

HEIMATFRONT ÖSTERREICH-UNGARN
Trotzki verlässt Wien und reist in die Schweiz.

HEIMATFRONT FRANKREICH
Der Deserteur und Telefunken-Elektroingenieur Paul Pichon übergibt in Paris das neueste Radio Audion Ventil (US-Entwurf de Forest): 100.000 Stück werden an die französischen Streitkräfte letztlich insgesamt ausgeliefert.

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