28. Juli 1914 (Dienstag)

Österreicher feiern die Kriegserklärung an Serbien

In Wien wird die Kriegserklärung an Serbien gefeiert.

POLITIK: ÖSTERREICH-UNGARN
ÖSTERREICH-UNGARN ERKLÄRT SERBIEN DEN KRIEG, am Mittag. Kaiser Franz Joseph unterzeichnet die Kriegserklärung mit Tränen in den Augen. Das Manifest erklärt, daß es keinen Streit mit Russland gebe. Das Telegramm mit der Kriegserklärung wird auf Französisch abgefaßt und über Bukarest nach Belgrad weitergeleitet.

POLITIK: DEUTSCHLAND
Kaiser Wilhelm II. kommt schließlich auch dazu, die serbische Antwort auf das österreichische Ultimatum zu lesen und ruft aus ‘Ein großer moralischer Sieg für Wien . . . Damit fällt jeder Kriegsgrund fort . . . Daraufhin hätte ich niemals Mobilisierung befohlen’.
Der Kaiser telegraphiert an den russischen Zaren, seinen ganzen Einfluß auf Österreich-Ungarn darauf zu verwenden, den Krieg zu verhindern. Er teilt aber auch mit: ‘England trägt nun alleine die Verantwortung für Frieden oder Krieg – es hängt nicht länger von uns ab.’
Sein Telegramm nach Wien um 22:25 Uhr schlägt eine Vermittlung nach dem Fall Belgrads vor.

POLITIK: RUSSLAND
Russland teilt mit, daß es die südlichen Militärkorps morgen mobilisiert wird. Es wird eine Teil- und eine allgemeine Mobilmachung vorbereitet, aber keine Feindseligkeit gegenüber Deutschland.

POLITIK: GROSSBRITANNIEN
Die Flotte wird auf ihre Kriegspositionen befohlen: um 17:00 Uhr wird die britische Flotte nach Scapa Flow und die anderen Ankerplätze geschickt, von denen aus sie die gesamte Nordsee kontrollieren kann und deutsche Schiffe den Zugang zu den Weltmeeren verwehren kann.

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  • Kriegstagebuch nach Datum – vor 75 bzw 100 Jahren

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