26. August 1914 (Mittwoch)

der deutsche Armeestab bei Tannenberg

Der deutsche Armeestab während der Schlacht von Tannenberg: in der Mitte Hindenburg, rechts Ludendorff, am Scherenfernrohr der spätere General Hoffmann.

OSTFRONT
Ostpreußen: Schlacht bei Tannenberg (bis 31. August). Die Deutschen führen Schläge gegen Samsonows russische Zweite Armee außerhalb von Tannenberg aus dem Norden, Süden und auch im Zentrum durch. Die Russen räumen das gerade genommene Allenstein im Zentrum, sodaß eine 10 km breite Bresche in ihrer Front entsteht.
Bei Einbruch der Nacht vom 29. August ist Samsonow völlig eingeschlossen und es wird angenommen, daß er Selbstmord begangen hat. Versuche von Rennenkampf im Norden, Hilfe für die eingeschlossene Armee zu bringen, laufen ins Leere. Tannenberg ist ein großer deutscher Sieg, die russischen Verluste sind enorm. Die russische Invasion von Ostpreußen wird entscheidend abgewiesen und der Glaube von Frankreich und Großbritannien an ihren Verbündeten an der Ostfront wird stark von der vernichtenden Niederlage erschüttert.
Galizien: Erste Schlacht von Lemberg. Die österreichisch-ungarische Offensive auf breiter Front gegen die vier Armeen von General Nikolai Iwanows russischer Heeresgruppe Süd in Polen führt weiterhin zu gemischten Ergebnissen. Beim Treffen der österreich-ungarischen Dritten Armee gegen die russische Dritte und Achte Armee in der Schlacht von Gnila Lipa fliehen 2 österreich-ungarische Divisionen 40 km weit zurück bis nach Lemberg, dem Ausgangspunkt der Offensive. In der Schlacht von Zamosc-Komarow drängt die österreichisch-ungarischen Vierte Armee die Russen zurück.

WESTFRONT
Frankreich: Zwei deutsche Korps (preußisches Gardereservekorps und XI. Korps) werden von der Westfront an die Ostfront verlegt.
Belgien: Fall der letzten zwei Sperrforts von Namur und Longwy. Zusammen 6.700 belgischen Kriegsgefangene. Die französische Ersten Armee zieht sich über den Fluss Maas zurück.
Schlacht von Le Cateau: Das britisches II. Korps von Smith-Dorrien mit 55.000 Mann und 226 Kanonen kämpft den ganzen Tag ein Hinhaltegefecht gegen Klucks Armee mit 140.000 Mann und 340 Kanonen. Die Briten verlieren 7.812 Mann (davon 2.600 Kriegsgefangene) und 38 Kanonen.
Sir J. French vom BEF und der französische Generalstabschef Joffre sowie Armeegeneral Lanrezac besprechen sich in St. Quentin, können sich aber auf keine Entscheidung einigen.
Kluck entscheidet wieder selbständig über seine Erste Armee.
Gallieni wird zum Gouverneur von Paris ernannt.
Elsass und Lothringen: Die Franzosen ziehen ab.

SEEKRIEG
Atlantik: Der bewaffnete Handelszerstörer Kaiser Wilhelm der Große wird, nachdem er am 16. August 2 britische Schiffe versenkt hat, beim Kohlenbunkern am Rio del Oro vor Westafrika vom britischen Kreuzer Highflyer überrascht und versenkt.
Ostsee: Der deutsche Kreuzer Magedburg läuft vor der Insel Odensholm am Eingang zum Golf von Finnland auf Grund. Das Schiff wird von den russischen Kreuzern Pallada und Bogatyr beschossen, welche Gefangenen machen und die wertvollen Codebücher und Chiffre-Tabellen der kaiserlichen Kriegsmarine erbeuten. Eine Kopie geht am 13. Oktober 1914 an Churchill. Die Deutschen ändern den Schlüssel danach nur etwas und erfahren von der Erbeutung erst 1918.

LUFTKRIEG
Ostfront:
Russlands führender Kunstflugpilot und erster Fliegerheld, Staffelhauptmann Pet-Kesterow, wird in seinem Morane-Eindecker getötet, als er vorsätzlich einen von 3 feindlichen Zweisitzern über seinem Flugfeld in Galizien rammt. Der österreichische Oberleutnant Baron von Rosenthal und Nesterow werden als erste Österreicher in der Luft getötet.
Westfront: Die BE2 von Pretyman und Boyd-Moss der 3. Squadron des Royal Flying Corps fliegt eine bewaffneten Aufklärungsmission über Le Cateau, Valenciennes nach Cambrai, wo sie in der Nähe des Dorfs Blaugies eine einzelne Bombe auf geparkte Kraftfahrzeuge abwerfen. Westlich von Cambrai werden sie von Handfeuerwaffen getroffen und müssen landen, zünden ihr Flugzeug an und werden von französischer Kavallerie auf dem Rückzug nach Arras aufgesammelt.

SÜDFRONTEN
Serbien:
Der serbische Oberbefehlshaber gruppiert seine Armee für eine begrenzte Offensive in der Save-Donau-Srem-Region um, als Auftakt zu einem Einfall nach Bosnien.

AFRIKANISCHE FRONTEN
Togo:
Einer anglo-französisch Expedition in das deutsche Togoland gelingt der entscheidende Sieg bei Kamina, welcher die deutsche Herrschaft dort beendet. Haptmann Döring übergibt sich mit 200 Deutschen und 800 Afrikanern, 3 MGs und mehr als 1.000 Gewehren bei Kamina. Die Funkstation wird zerstört. Die alliierten Gesamtverluste beliefen sich auf über 120 Mann.

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