Kriegstagebuch 25. Juli 1914


Helmut von Moltke

Helmut von Moltke, Neffe des Siegers über Österreich 1866 und Frankreichs 1870/71. Er wurde 1906 Chef des Generalstabes. Im Gegensatz zu seinem berühmten Onkel war er jedoch eher ein Künstler, hatte einen schwachen Charakter und zweifelte selbst an seinen militärischen Fähigkeiten.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 25. Juli 1914:

POLITIK: ÖSTERREICH-UNGARN
Österreich-Ungarn weigert sich, daß Ultimatum von 48 Stunden für Russland zu verlängern, welches mitteilt, daß sie ‘nicht gleichgültig bleiben können.’

POLITIK: SERBIEN
Der serbische Kronprinz unterzeichnet die Mobilmachung um 15:00 Uhr.
Ministerpräsident Pasic übergibt eine weitgehend versöhnliche, fast kränkliche Antwort auf das Ultimatum um 17:58 Uhr. Es wird nur ein Punkt der Forderungen abgelehnt (Artikel 6, österreichische Beamte können in Serbien Ermittlungen anstellen).
Der österreichische Minister verlässt Belgrad in Richtung Wien um 18:30 Uhr, nachdem er es unbefriedigend findet, die Beziehungen auf diese Weise abzubrechen.
Die serbische Regierung verlässt Belgrad und geht nach Nis. Sie ersucht über Bulgarien bei der griechischen Regierung einen Friedensvertrag. Der griechische Ministerpräsident sichert ihr diesen zu.

POLITIK: ÖSTERREICH-UNGARN
Der serbische Oberbefehlshaber General Putnik wird während seines Urlaubs in der Nähe von Budapest verhaftet, jedoch am folgenden Tag auf Veranlassung Kaisers Franz Joseph mit einer förmlichen Entschuldigung entlassen.
Kaiser Franz Joseph unterzeichnet die Mobilmachung. Der Ministerrat überträgt einige juristische Verantwortlichkeiten an Militärgerichte.
Ein Bericht der Armee bringt zutage, daß nur etwa 500 Stück Granaten je Kanone vorhanden sind.

POLITIK: RUSSLAND
Der Zar und der Großherzog Nikolai beschließen in einer Konferenz, vorausgehende Maßnahmen für eine Mobilisation der Reservisten der 1. und 2. Kategorie zu ergreifen (26. bis 28. Juli).

POLITIK: DEUTSCHLAND
Der Chef des Generalstabes, Moltek, und der preußische Kriegsminister Falkenhayn kehren aus dem Urlaub nach Berlin zurück.
Das erste Kriegsschiff durchläuft den neu erweitert Nord-Ostsee-Kanal.

POLITIK: GROSSBRITANNIEN
Premierminister Asquith sagt zu Lady Ottoline Morrell wegen des österreichischen Ultimatums: ‘Das wird von Irland ablenken, was eine gute Sache ist.’

POLITIK: KANADA
Anglo-amerikanische-kanadische Hundertjahrfeier zum Gedenken an die Schlacht von Lundy Lane (Niagara) von 1814.

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