25. August 1914 (Dienstag)

Trümmer eines Sperrforts von Namur

Die Trümmer eines der Sperrforts von Namur geben eindeutiges Zeugnis von der verheerenden Wirkung der deutschen Belagerungsgeschütze.

WESTFRONT
Frankreich: Das britische Expeditionskorps BEF, welches sich weiterhin südwärts durch den Nordosten Frankreichs zurückzieht, steht in fast kontinuierlich Rückzugsgefechten gegen General Alexander von Klucks Erster Armee. Bei Le Cateau kämpft das britische II. Korps mit rund 40.000 Mann um seine Existenz, als die deutschen Truppen versuchen, es einzuschließen. Die deutschen Angriffe können abgewehrt werden, aber das Korps verliert 7.000 Mann. In der Nacht vom 25./26. August stoßen die Deutschen in das I. Korps des BEF hinein, welches dabei 905 Mann verliert.
JOFFRE ORDNET DEN ALLGEMEINE ALLIIERTEN RÜCKZUG AN und verlegt heimlich Truppen aus dem Elsass und Lothringen um Maunourys Sechste Armee um Amiens zu verstärken.
General Fournier wird beauftragt, die Festung Maubeuge zu halten. Dazu hat er 30.000 Mann französisch Truppen – hauptsächlich Territorialverbände – und 10.000 alliierte Nachzügler. Das deutsche VII. Reservekorps beginnt die Belagerung einzuleiten.
Elsass: Die Franzosen räumen Mülhausen, und die Elsass-Armee wird am 26. August aufgelöst. Die Deutschen besetzen wieder Mülhausen.
Lothringen: Die deutsche Sechste und Siebte Armeen erreichen den Fluss Meurthe nach einer sehr langsam Verfolgung. Deutsche Truppen nehmen Sedan. Seit dem Abzug der französischen Hauptstreitkräfte hält Dubail noch die Vogesen-Pässe. Sein Zentrum wird nun von der deutschen Siebten Armee unter Heeringen durchbrochen. Heftige Kämpfe reichen noch bis in den September hinein, aber ein großer Teil der Armee von Heeringen wird an die Aisne und nach Flandern geschickt und die deutsche Offensive verläuft im Sande, wonach die Franzosen noch drei wichtige Pässe halten.
Belgien: In der Nacht machen die Belgier einen Ausfall aus Antwerpen mit 4 Divisionen und erobern 3 Dörfer südlich von Mecheln zurück, aber nach den Meldungen von den alliierten Niederlagen bei Mons und in Namur wird das Unternehmen abgebrochen. Die letzten 3 Sperrforts von Namur erliegen dem schweren deutschen Artilleriefeuer.

OSTFRONT
Ostpreußen: Die deutsche Aufklärung fängt die im Klartext gefunkten Befehle für die russischen Armeen für den 25. und 26. August ab. Um 20:30 Uhr beschließen Hindenburg und Ludendorff für den nächsten Tag die Zangenbewegung um die Armee von Samsonow.
Polen – Erste Schlacht von Krasnik gewonnen durch die österreich-unagrische Armee von Dankl, welche 6.000 Kriegsgefangene und 28 Kanonen nimmt und nach Lublin weiterrückt. Die russische Vierte Armee zieht sich knapp 7 km zurück und Evert ersetzt Salza.
Galizien: Die österreich-ungarische Zweite Armee trifft aus Serbien kommend ein (komplett am 28. August).

SÜDFRONTEN
Herzegowina: Die österreich-ungarische Garnison von Bilek macht einen Ausfall und kann zusammen mit der anrückenden 3. Gebirgsbrigade die montenegrinische Blockade bis zum 26. August aufheben.

LUFTKRIEG
Westfront: Dem Royal Flying Corps gelingt sein erster ‘Luftsieg’. 3 BE2 der 2. Squadron können eine Aviatik B-Typ zur Notlandung abdrängen und verfolgen deren Besatzung in die Wälder.

AFRIKANISCHE FRONTEN
Deutsch-Kamerun: 600 britische Soldaten aus Nigeria besetzen Tepe an der Grenze.

POLITIK
Japan: Die Regierung erklärt den ‘Kriegszustand’ mit Österreich-Ungarn
, nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen am Vortag.
Belgien: Anglo-französisches Darlehen von 20 Millionen Pfund an Belgien vereinbart.
Großbritannien: Kitcheners erste Rede als Kriegsminister: 100.000 Freiwillige fast zusammen, 69 Territorial-Bataillone haben sich freiwillig für den Dienst in Übersee gemeldet, die neue britische Armee könnte in 6-7 Monaten aus 30 Divisionen bestehen.
Deutschland: Das XXII. bis XXVII. Reservekorps wird aufgestellt.

BESETZTE GEBIETE
Belgien: Bis zum 30. August wird zur Abschreckung 1/8 des mittelalterlichen Löwen von den Deutschen niedergebrannt.

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