24. August 1914 (Montag)

Deutsche Truppen auf Waldmarsch in Ostpreussen

Deutsche Truppen auf einem Waldmarsch in Ostpreußen. Um die überlegenen russischen Armeen einzeln schlagen zu können, ist Beweglichkeit oberstes Gebot der Strategie.

OSTFRONT
Galizien: Während die Deutschen sich darauf vorbereiten, die Russen in Ostpreußen anzugreifen, beginnen ihre österreich-ungarischen Verbündeten mit einer Offensive von Lemberg aus in der Provinz Galizien in Richtung des russischen Teils von Polen. Der Feldzugsplan, welcher vom österreich-ungarischen Generalstabschef, General Franz Conrad von Hötzendorf, entworfen wurde, beinhaltet die koordinierte Bewegung von drei Armeen über eine Frontbreite von 320 km. Ihr Ziel ist die Vernichtung der vier russischen Armeen von General Nikolaj Iwanows Südwestgruppe, welche sich südwestlich der lang gestreckten Pripjet-Sümpfen befindet. Der Auftakt der Offensive gelingt gut, als die russische Vierte Armee in der Schlacht von Krasnik geworfen wird.
Ostpreußen: Deutsche Truppen liefern sich erfolgreiche Verzögerungsgefechte mit Samsonows Vorhuten in einem ganztägigen Kampf bei Orlau-Frankenau, wodurch es ermöglicht wird, anderen deutschen Verbänden die Versammlung bei Tannenberg zu ermöglichen. Dem russischen Oberkommando ist fahrlässigerweise nicht bewußt, daß sein unverschlüsselter Funkverkehr von den Deutschen überwacht wird, wodurch sie detaillierte Kenntnis über die russische Truppenstärke, Aufstellung und Pläne haben.

WESTFRONT
Belgien: Das Britische Expeditionskorps BEF beginnt um 4 Uhr morgens mit seinem Rückzug aus Mons. Die marschierende Infanterie wird am linken Flügel gekonnt durch Allenbys Kavallerie-Division abgeschirmt. Es kommt nur zu ein paar Rückzugsgefechten, in welche die britische 5. Division verwickelt ist. Gesamtverluste des BEF: 2.752 Mann und 2 Kanonen.
Die Schlachten von Charleroi und in den Ardennen enden, nachdem der französisch Vierten Armee befohlen wurde, hinter den Fluß Maas zurückzugehen. Joffre befiehlt, daß ab sofort allen Infanterieangriffen eine Artillerievorbereitung vorausgehen muß.
Drei der Festungen von Namur fallen.
Elsass: Die Schlacht ums Elsass endet.
Lothringen: Das XX. Korps (Foch) der französischen Zweiten Armee stößt 3 km in der Schlacht von der Mortagne (bis zum 28. August) vor und blockiert die deutschen Truppen östlich von Nancy.
Frankreich: Lille wird zur offenen Stadt erklärt und die Garnison evakuiert.

SÜDFRONTEN
Serbien: Die Serben erobern Sabac zurück. Ab 15 Uhr sind alle österreich-ungarischen Truppen aus Serbien vertrieben. Der österreich-ungarische General Krauss von der 29. Division schreibt in sein Tagebuch: ‘Jemand hatte gehofft, Serbien schnell zu besiegen und sich dann mit allen Truppen gegen Russland zu stellen – nur das kann dieses eigentümliche Verhalten des Oberkommandos erklären’.

LUFTKRIEG
Westfront:
Das französische Armee-Luftschiff Dupuy-de-Lome wird versehentlich von eigenen Bodentruppen abgeschossen.

HEIMATFRONTEN
Frankreich: Der Kriegsminister sichert Joffre Rückendeckung bei dessen Beseitigung ungeeigneter Generäle zu (140 (!) bis zum 6. September): ‘Beseitigen Sie die alten Fossilien ohne Mitleid’.
Indien: die erste ‘A’-Einheit des Indischen Expeditionskorps IEF läuft nach Frankreich aus.
Großbritannien: Labour-TUC Industrie-Streikfrieden erklärt. Zentral-Komitte für Kriegsflüchtlinge gebildet. Die ersten Verwundeten des BEF treffen in Southampton ein (es folgen 27 Eisenbahnzüge mit Sanitätswagen).

AFRIKANISCHE FRONTEN
Deutsch-Kamerun: ca. 200 britische Soldaten besetzen Nsanankang an der nigerianischen Grenze. Im Norden hält der deutsche Posten Kuseri gegen 250 Franzosen aus Fort Lamy stand, welche 23 Mann verlieren. Der Posten fällt am 20. September.

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