23. August 1914 (Sonntag)

Vernichtung der englischen Kavalleriebrigade bei Maubeuge

Vernichtung der englischen Kavalleriebrigade bei Maubeuge am 23. August 1914. Im Feuer des Maschinengewehrs bricht nicht nur eine Reiterattacke, sonder überhaupt die Angriffsweise alten Stils zusammen. Alle Armeen hatten noch umzulernen.

WESTFRONT
Belgien – Schlacht von Mons
: in Mons findet das letzte Gefecht der Schlacht der Grenzen statt. Das britische Expeditionskorps BEF trifft auf Alexander von Klucks deutsche Erste Armee. Obwohl mit 36.000 Mann und 152 Kanonen stark in der Unterzahl, kann das britische II. Korps den ersten deutschen Angriff abwehren und verursacht durch sein zielgenaues und schnelles Gewehrfeuer hohe Verluste. Nachfolgende deutsche Angriffe drängen die Briten 5 km zurück. Dabei verlieren sie 1.638 Mann und 2 Kanonen gegenüber 4.000 Mann auf deutscher Seite.
Aufgrund der Rücknahme von Lanrezacs französischer Fünfter Armee etwas nach Osten, werden die Briten gezwungen, einen geordneten Rückzug durchzuführen.
Mons markiert das Ende der Schlacht der Grenzen. Deutsche Truppen marschieren in Namur ein, wo 25 Zivilisten am 25. August erschossen werden.
Für Helmuth von Moltke, dem deutschen Chef des Generalstabes, scheinen dies weitläufigen Schlachten einen großen Sieg anzukündigen. Die französischen Verluste sind mit rund 300.00 Mann hoch und so müssen sie zusammen mit den Briten einen ungeordneten Rückzug antreten.
Unter dieser Annahme modifiziert Moltke den Schlieffen-Plan nochmals. Er befiehlt seinen Truppen im Nordosten Frankreichs ihren in weitem Bogen auf Paris ausgerichteten Vormarsch fortzusetzen, aber er sendet die für sie vorgesehenen Verstärkungen für einen neuen Angriff nach Lothringen. Zwei Korps aus dem deutschen rechten Flügel werden an die bedrohte Ostfront abgezogen, wo die russische Mobilmachung schneller als erwartet fortschreitet. Andere deutsche Einheiten vom rechten Flügel sind bei der Belagerung von Antwerpen gebunden, wo sich weiterhin die belgische Armee hält, und vor der durch die Franzosen gehaltene Festungsstadt Mauberge.
Moltkes Bewertung der strategischen Lage ist jedoch falsch, was an mangelnder Kommunikation mit seinen Armeeführern liegt. Im Gegensatz dazu sind die Truppen des französischen Generals Joseph Joffre, trotz ihrer hohen Verluste, weiterhin hoch motiviert. Außerdem kennt Joffre nun die genauen Positionen der deutschen Armeen und bereitet einen Gegenangriff am schwachen deutschen rechten Flügel in Nordfrankreich vor.
Seine Truppen, welche sich noch im Kontakt mit den Deutschen befinden, befiehlt er, einen geordneten Rückzug fortzusetzen, während die Armeen um Verdun als Flügelanker ihre Stellungen halten sollen. Es werden zwei neue Armeen, die Sechste unter General Michel Maunoury und die Neunte unter Ferdinand Foch aufgestellt.
Joffre plant, die Sechste Armee im Westen vor dem äußersten rechten Flügel der deutschen Truppen aufmarschieren zu lassen. Die Neunte Armee soll den anmarschierenden deutschen Verbänden den Weg nach Paris verlegen. Allerdings ist der Plan zunächst makulatur, da die deutschen Truppen zu schnell vorstoßen und die Briten und Franzosen weiter nach Süden abdrängen.
Lothringen: Die französische Erste Armee nimmt ihre Offensive wieder auf und treibt die deutschen Truppen nach Nordosten, bis sie am 28. August gestoppt wird.

POLITIK
Japan: Die Regierung erklärt Deutschland den Krieg
und eröffnet zwei Tage später die Feindseligkeiten gegenüber Österreich-Ungarn. Die Japaner weigern sich, in den Krieg in Europa hineinziehen zu lassen und konzentrieren alle ihre Anstrengungen gegen die deutsche Kolonie in China, die Hafenstadt Tsingtao.
Deutschland: Die Regierung versucht vergeblich über den US-Botschafter in Berlin die Alliierten darauf hinzuweisen, daß die afrikanischen Kolonien nach dem Vertrag von Berlin von 1885 als Neutral zu gelten haben.

OSTFRONT
Ostpreußen: Hindenburg und Ludendorff treffen in Marienburg ein und reisen von dort aus weiter nach Tannenberg. Rennenkampf nimmt seinen Vormarsch wieder auf, als westlich von Köingsberg seine 1. Kavallerie-Division Angerburg am nördlichen Ende der Masurischen Seen nimmt.
Polen: Erste Schlacht von Krasnik (bis 25. August) südwestlich von Lublin: die österreich-ungarische Erste Armee tritt gegen die russische Vierte Armee an, welche bis zum nächsten Tag 5 km zurückgetrieben wird.
Galizien: Die österreich-ungarische Vierte Armee ist endlich versammelt. Die 1. Kuban-Kosaken reiten eine Attacke und nehmen den Bahnhof Chertkov und 4 österreichische Kanonen der 1. Kavallerie-Division bei der Überquerung des Fluss Sereth.

SÜDFRONTEN
Serbien: Das IV. Kuk-Korps führt einen Gegenangriff durch, um den österreich-ungarischen Rückzug über die Save zu decken.

LUFTKRIEG
Westfront: Deutsche Truppen schießen versehentlich den Zeppelin L8 bei Badonviliers ab.

BESETZTE GEBIETE
Belgien: Generalfeldmarschall von Goltz wird zum Generalgouverneur mit Sandt als Zivilverwalter ernannt. Generals Hausens Sachsen erschiessen 612 Zivilisten in Dinant und Brandschatzen die Stadt. 4.000 Menschen fliehen aus Vise nach Holland vor den deutschen Erschiessungen, 700 Menschen werden bis zum 24. August nach Deutschland als Erntehelfer deportiert.

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