20. August 1914 (Donnerstag)

Deutsche Nachsubskolonne in Brüssel

Belgische Zivilisten vor einer deutschen Nachschubskolonne im gerade eroberten Brüssel.

WESTFRONT
Belgien: Deutsche Truppen besetzen Brüssel, die belgische Hauptstadt. Die belgischen Armee zieht sich in die Festung Antwerpen zurück. von Kluck beschließt, 2 Korps zur Überwachung dorthin zu schicken.
Die Schlacht der Grenzen weitet sich aus von den bewaldeten Ardennen bis nördlich von Metz. Zwei französische Armeen, welche schnell nach Belgien einrücken, rennen am 22. August in zwei deutsche Armeen, die durch Luxemburg und Ostbelgien vorstoßen. Es folgen drei Tage erbitterter und unübersichtlicher Kämpfe, in denen die zahlenmäßig unterlegenen Franzosen die deutschen Angriffe abwehren und eigene Gegenangriffe durchführen. Jedoch sind die französischen Verluste hoch: über 140.000 Mann bis zum 24. August. Die französische Dritte Armee unter General Pierre Ruffey ist praktisch zerstört und General Fernand de Langle de Cary Vierte Armee übel zugerichtet. Die Franzosen, von den Deutschen verfolgt, fallen auf ihre Ausgangsstellungen zwischen den Flüssen Maas und Marne zurück, mit ihrem rechten Flügel an die Befestigungen von Verdun angelehnt.
Lothringen: Das französische XXI. Korps wehrt einen Angriff des deutschen XIV. Korps ab, aber das VIII. Korps wird gezwungen sich aus Saarburg zurückzuziehen, als 6 Divisionen der deutschen Siebten Armee angreifen. Das XV. und XVI. Korps der französischen Zweiten Armee werden durch das deutsche XXI. Korps und das I. Bayerische Reserve-Korps in die Flucht geschlagen, aber Fochs XX. Korps hält stand und zieht sich in der Nacht 20 km in Richtung des Fluß Meurthe zurück.
Die Versammlung des Britischen Expeditionskorps BEF südlich von Maubeuge nähert sich ihrer Fertigstellung.

OSTFRONT
Ostpreußen – Schlacht von Gumbinnen: Bei Gumbinnen stellen sich die Deutschen (13.000 Verluste), die eine Einkreisung befürchten, den langsam vorrückenden russischen Truppen von Rennenkampf (19.000 Verluste). General Hermann von Francois, der entschlossener als der zögerliche Prittwitz wirkt, treibt Rennenkampf etwa 8 km zurück, aber andere deutsche Angriffe sind erfolglos. Prittwitz wird von seinem Kommando abgelöst und durch den älteren General im Ruhestand Paul von Hindenburg ersetzt. Hindenburgs Chef des Stabes wird der dynamische General Erich Ludendorff, der frisch von seiner führenden Rolle bei der Eroberung der entscheidenden belgischen Grenzfestung Lüttich daherkommt.

SÜDFRONTEN
Serbien – Schlacht am Jadar: serbische Geschütze feuern auf die österreich-ungarischen Truppen auf ihrer Flucht durch die tiefer gelegenen Täler in Richtung des Fluss Drina, welchen sie am Abend erreichen. Potiorek befiehlt daraufhin der österreich-ungarischen Zweiten Armee, wieder hinter den Fluß Save zurückzugehen.

AFRIKANISCHE FRONTEN
Kamerun: Rund 400 britische Truppen marschieren von Nigeria in Deutsch-Kamerun ein.
Marokko: Französische Soldaten töten mehr als 200 Stammesangehörige, als sie einen Nachschubskonvoi in das Fort Khenifra hineinbringen.

LUFTKRIEG
Großbritannien: Zeppelin-Angriffe auf London, große englische Häfen und vier Marinestützpunkt, ‘um Panik in der Bevölkerung zu verbreiten’.

NEUTRALE
Italien: Tod von Papst Pius X. im Alter von 79 Jahren.

BESETZTE GEBIETE
Belgien: General Bülow sanktioniert die Erschießung von 311 Zivilisten (wegen des Beschusses von deutschen Truppen durch Zivilisten) in Andenne an der Maas.

HEIMATFRONTEN
Großbritannien: Bildung einer königlichen Kommission für die Beschäftigung von Frauen in Industrie und Gewerbe. Zentralkomitee zur Zuckerversorgung gebildet. Die Postzensur beginnt.

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