12-1914, Dezember 1914


Kriegstagebuch des Ersten Weltkrieges für Dezember 1914.

Große serbische Gegenoffensive, Zweite Schlacht von Warschau, Seeschlacht bei den Falklandinseln, erstes Schlachtschiff durch ein U-Boot versenkt, erster deutscher Luftangriff auf Grossbritannien, Weihnachtsfrieden.

zurück Zurück zu November 1914.


Garros fliegt erstes Flugzeug mit Unterbrechersystem für MG

Roland Garros (mit Barett) fliegt das erste Flugzeug, welches mit einem Unterbrechersystem und Deflektor für ein Maschinengewehr ausgestattet ist.

Kriegstagebuch für Dienstag den 1. Dezember 1914:
Luftkrieg

Westfront: Das erste deutsche Flugzeug mit Funkgerät fliegt Artillerie-Beobachtung.
Die französischen Flieger Garros und Saulnier unternehmen den ersten Versuch, ein starres Maschinengewehr im Flug mithilfe eines Unterbrechersystems und Stahlplatten auf den Propeller-Schäften abzufeuern.
Der vom französischen Luftfahrtpionier Captaine Savonney entworfene Artillerie-Beobachtungsballon wird zu seiner ersten erfolgreichen, fünf-stündigen Mission eingesetzt. Savonneys Beobachtungsballons werden als Le Cerf Volant (‘Der fliegende Hirsch’) bekannt.

Westfront

Flandern: König George V. besucht das Indische Korps und Feldlazarette, verleiht den Bathorden am nächsten Tag an die französischen Generäle Joffre und Foch. Französische Truppen erobern Vermelles Chateau zurück, südöstlich von Bethune.
Aisne: Ein deutscher Angriff scheitert bei Berry-au-Bac.

Ostfront

Im Dezember erhalten die russischen Truppen ihren ersten Stacheldraht.
Polen: Heftige Kämpfe in den Vororten von Lodz.
Galizien – Schlacht von Limanowa-Łapanów bis zum 17. Dezember: die österreich-ungarische Vierte Armee rettet Krakau.
Nord-Ungarn: Brusilow nimmt Bartfeld in den Karpaten, aber Boroevics österreich-ungarische Dritten Armee erobert es vom russischen XII. Korps später zurück.

Südfronten

Serbien: Die österreich-ungarische Fünfte Armee (Frank) nimmt Belgrad. Misi’c ersetzt Boyovic im Kommando der serbischen Ersten Armee.

Naher Osten

Armenien: Die Russen nehmen Sarai und Baschkal und wehren türkische Truppen südlich von Batumi ab.
Ägypten: Die ersten ANZAC-Einheiten kommen in Suez an. Das NZEF (neuseeländische Expeditionskorps) landet in Alexandria an.

Afrikanische Fronten

Südafrika: Rebellen-Führer De Wet ergibt sich mit ca. 50 Anhänger 180 km westlich von Mafeking Oberst Brits motorisierter Kolonne, welche Vryburg am 27. November verlassen hatte. Die Rebellen-Führer Kemp und Maritz verkünden ein ‘Unabhängiges Südafrika’.

Seekrieg

Großbritannien: 4 kampfstarke Monitore (Abercrombie-Klasse) werden zwischen dem 1. bis 17. Dezember auf Kiel gelegt. Deren Hauptbewaffnung besteht aus 8 x 36-cm-Geschütze der Firma US Bethlehem Steel, welche Churchill bei einem Treffen von dessen Vorsitzenden am 3. November erhalten konnte.
Hongkong: Im Dezember stellt die Royal Navy 10 Flusskanonenboote außer dem Dienst, um deren Besatzungen für dringender benötigte Kriegsschiffe verwenden zu können.

Neutrale

Italien: Kriegsminister Zupelli geht davon aus, 1.404.000 Mann Truppen im Frühjahr mobilisieren zu können.


Spees Ostasiengeschwader umläuft Kap Hoorn

Das Deutsche Ostasiengeschwader des Grafen Spee vor Kap Hoorn.

Kriegstagebuch für Mittwoch den 2. Dezember 1914:
Seekrieg

Südatlantik: Spees Ostasiengeschwader umläuft Kap Hoorn in Nacht vom 1./2. Dezember. Östlich des Kaps nimmt der Leichte Kreuzer Leipzig die schottische 3-Mast-Bark Drummuir als Prise. Ihre 2.800 t Kohle werden zwischen dem 1.-6. Dezember auf die deutschen Kriegsschiffe umgeladen. Graf von Spee entscheidet, anschließend die Falklandinseln zu überfallen.

Westfront

Flandern: Alliierte Geschütze zerschlagen Flöße, welche deutsche Truppen auf dem Fluss Yser in der Nähe von Dixmude transportieren (und ebenfalls am 7. Dezember).
Lothringen: Französischer Vorstoß westlich von Metz, wobei Xon und Lesmesnils genommen werden.
Elsass: Französische Truppen erobern Aspach, besetzen Burnhaupt und stossen auf Altkirch am nächsten Tag vor.

Ostfront

Der Zar besucht das STAVKA und speist mit den alliierten Militär-Attachés.
Galizien: Roths XIV. Korps mit 24.500 Mann in 4 Divisionen, einschließlich der deutschen 47. Reserve-Division und der Polnische Legion mit Kavallerie, fassen Radkos russische Dritte Armee in der Flanke und bringen dessen Vormarsch auf Krakau bis zum 6. Dezember zum stehen.

Südfronten

Serbien: Nachdem er über Bulgarien einige kleinere alliierte Nachschublieferungen an Munition erhalten hat, befiehlt der serbische Oberbefehlshaber Putnik eine Gegenoffensive für den 3. Dezember um ‘die Moral unserer Soldaten wieder herzustellen’. König Peter betritt die Schützengräben mit einem Gewehr und 50 Patronen, was den serbischen Truppen ein inspirierendes, patriotisches Gefühl gibt.

Afrikanische Fronten

Kamerun: Französische Truppen besetzen Kribi; kleinere deutsche Angriffe scheitern am 5. und 9. Dezember.
Ostafrika: Die deutsche Schutztruppe wehrt einen belgischen Angriff auf Ruanda ab.


Neu und am meisten gesucht:



Luftkrieg

Westfront: Leutnant Marc Pourpe, ein gefeierter französischer Kunstflieger aus der Vorkriegszeit, wird bei der Escadrille N23 getötet.

Heimatfronten

Deutschland: Liebknecht ist der einzige Abgeordnete, der im Reichstag gegen die Zweite Kriegsanleihe (über 5 Milliarden Reichsmark) stimmt.


Angriff serbischer Infanterie

Serbische Infanterie greift die zahlenmäßig stärkeren österreich-ungarischen Truppen an.

Kriegstagebuch für Donnerstag den 3. Dezember 1914:
Südfronten

Serbien: Eine große serbische Gegenoffensive (Schlacht bei Kolubra) trifft die österreich-ungarische Sechste Armee unvorbereitet, deren schwere Artillerie noch weit zurück ist. Misics serbische Erste Armee stößt mehrere Kilometer vor und nimmt 1.512 Kriegsgefangene, 5 Kanonen und 4 MGs. Die Zweite und Dritte Armee erobern wichtige Höhen zurück und nehmen 503 Kriegsgefangene und zwei MGs.

Afrikanische Fronten

Kamerun: Brigade-General Gorges beginnt entlang der nördlichen Eisenbahnstrecke vorzurücken. Es kommt täglich zu Kämpfen und die Endhaltestation wird am 10. Dezember erreicht.

Politik

Japan: Großbritannien gesteht Japan zu, dass Australien keine deutschen Inseln nördlich des Äquators besetzt. Der japanische Vertreter in Peking übergibt ein Schriftstück mit 21 Forderungen an China.
Italien: Die österreichisch-italienischen Gespräche werden wieder aufgenommen. Italiens Ministerpräsident Salandra beschließt dagegen im Geheimen seine Kriegspolitik.

Besetzte Gebiete

Belgien: Die Befugnisse der Provinzregierungen werden auf die deutschen Militärgouverneure übertragen. Deutschland verhängen 40 Millionen Franc pro Monat Kriegssteuer.

Heimatfronten

Deutschland: Adolf Grober (Katholische Zentrumspartei) sagt ‘Wir müssen eine neues Deutschland bauen … Wir müssen ein gutes Beispiel für die ganze Welt sein.’ Kaiser Wilhelm II. kehrt von der Westfront nach Berlin zurück.


Russen fallen unter Artillerie-Beschuß

Russische Soldaten fallen unter deutschem Artillerie-Beschuß.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 4. Dezember 1914:
Ostfront

Polen: Die russische Front bricht bei Ilov zusammen, zwei Reservedivisionen sind auf die Starke von 4 bis 5 Kompanien reduziert.

Westfront

Flandern: Französische Truppen erobern Langemarck zurück. König George V. besucht das belgische Hauptquartier und zeichnet den belgischen König und Oberbefehlshaber Albert aus. Der Befehlshaber des Britischen Expeditionskorps, Sir J. French, schreibt an seinen Kriegsminister Kitchener ‘… Krupp ist unser furchtbarster Feind’ und erhält eine Nachricht vom britischen Botschafter in St. Petersburg, dass die Russen Hilfe durch die alliierte Westfront erwarten.

Südfronten

Serbien: Die serbische Erste Armee setzt ihre Erfolge mit der Einnahme der Höhe 802 fort, aber die Uzice- und Zweite Armee werden von den österreich-ungarischen Truppen aufgehalten bis diese Lipet räumen, nachdem sie 2.000 Mann an Gefangenen bei einem serbischen Nachtangriff eingebüßt haben.

Naher Osten

Mesopotamien – Erste Schlacht von Qurna (bis zum 9. Dezember): 1.000 Briten mit 2 Kanonen landen von 4 Dampfern und 5 Schiffen der Royal Navy, von denen 2 seit dem Vortag Treffer erhalten haben, vor Qurna. Sie werden aber am Fluss Tigris blockiert und kehren in ihr Feldlager zurück.

Afrikanische Fronten

Angola: Das portugiesische Expeditionskorps verlässt Lissabon in Richtung Angola.
Ostafrika: Generalmajor Wapshare wird neuer britischer Befehlshaber, sein Vorgänger Aitken wird abgerufen und verlässt das Land am 7. Dezember.
Südafrika: Botha schlägt die Rebellen in der Nähe von Reitz.
Südost-Kamerun: 730 französisch-belgische Truppen werden vor Molundu zurückgeschlagen, erzwingen aber die deutsche Räumung am 19. Dezember.

Luftkrieg

Deutschland: Französische Voisin-Bomber der GB I greifen den Flugplatz von Freiburg an (was am 6. Dezember wiederholt wird).

Politik

Großbritannien: Die Regierung leiht Russland 20 Millionen Britische Pfund. Lord Bryce beginnt mit der Untersuchung deutscher Kriegsverbrechen in Belgien.


Ehrung einer britischen Rotkreuzschwester

Ehrung einer britischen Rotkreuzschwester an der Westfront.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 5. Dezember 1914:
Heimatfronten

Frankreich: 12 schottische weibliche Ärzte und Krankenschwestern treffen in Calais zur Bekämpfung der Typhus-Epidemie in der belgischen Armee ein, wo sie bis Februar 1915 tätig sind. 32 schottische Frauen treffen als Krankenhauspersonal in Paris ein, wo sie im französischen Abbaye de Royaumont bis Februar 1919 tätig sind.
Großbritannien: 1.000 deutsche Kriegsgefangene werden in Southend (Essex) ausgeschifft.

Südfronten

Serbien: Potiorek befiehlt der österreich-ungarischen Fünften Armee südlich von Belgrad anzugreifen, aber Putnik verstärkt die serbische Zweite Armee, um der Bedrohung zu begegnen. Die Uzice-Armee wird zum Stehen gebracht, aber die österreich-ungarische Sechste Armee zieht sich in Richtung Kolubara zurück, nachdem diese alleine 15.000 Mann an Kriegsgefangenen und 19 Kanonen seit dem 3. Dezember verloren hat.

Afrikanische Fronten

Südafrika: Die Rebellen bieten Verhandlungsgespräche an, aber Botha fordert deren bedingungslose Kapitulation.

Geheimkrieg

Die deutsche Afghanistan-Mission verlässt Konstantinopel und erreicht Aleppo am 13. Dezember auf dem Weg nach Mosul.

Politik

Nicaragua: Die Regierung erklärt ihre Neutralität.


38-cm-Kanone L/45

Bereits im Herbst 1914 hatte die Oberste Heeresleitung 6 Schießgerüste für 38-cm-Schnellladekanonen L/45 im Auftrag gegeben, welche nur unter großem Zeitaufwand an der Westfront in Stellung gebracht werden konnten. Jede Kanone kann alle 4-10 Minuten eine 400-800 kg schwere Granate über 24-47,5 km Entfernung verschießen.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 6. Dezember 1914:
Westfront

Dünkirchen wird von deutschen 38-cm-Marinegeschützen beschossen (sowie Furnes am 8. Dezember), welche über 30 km östlich in Flandern in Stellung gebracht worden sind. Im ‘Großen Alliierten Hauptquartier’ heißt es, dass ein deutscher Rückzug vorerst nicht zu erwartet sei, aber eine Offensive am 13. Dezember begonnen werden soll, um zu versuchen die eigenen Truppen zu ermutigen und den Russen zu helfen.

Ostfront

Polen: Die Russen räumen Lodz und ziehen sich auf die Bzura-Rawka-Flusslinie zurück.

Südfronten

Serbien: Das österreich-ungarische Zentrum und die rechte Flanke sind in vollem Rückzug, bergab in Richtung Kolubara. Krauss und das österreich-ungarische VIII. Korps greifen südlich von Belgrad aus an, aber die serbische Zweite Armee hält bis zum nächsten Tag, als sie zurückgedrängt wird. Die serbische Dritte Armee erreicht den Fluss Lig und die Erste Armee verfolgt die fliehenden österreich-ungarischen Truppen.

Afrikanische Fronten

Ostafrika: Etwa 500 britischen Soldaten erobern zwei Außenposten an der Grenze von Uganda zurück.

Seekrieg

Ostafrika: Flieger-Unterleutnant Cutler des Royal Naval Air Service wird nach einer Bruchlandung mit seinem Curtiss-Wasserflugzeug Kriegsgefangener auf dem deutschen Leichten Kreuzer Königsberg (siehe 24. November 1914). Der britische Schlepper Helmuth und sein Beiboot können aber zu mindestens sein Wasserflugzeug bergen.

Luftkrieg

Westfront: Aus der Luft abgeworfene französische Flechettes (Flieger-Pfeile) verwunden dem auf einem Pferd reitenden deutschen General Meyer tödlich.

Politik

Vatikan: Der Papst versucht einen ‘Weihnachtsfrieden’ zu vermitteln.
Rumänien:
Die Regierung weigert sich, Griechenland im Falle eines türkisch-deutschen Angriffs zu helfen.


Sibirischer Besuch in Ostpreußen

Sibirischer Besuch in Ostpreußen – so wird diese zeitgenössische Aufnahme vom Winter 1914/15 genannt.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 7. Dezember 1914:
Ostfront

Ostpreußen: Russische Angriffe.
Polen – Zweite Schlacht von Warschau (bis zum 30. Dezember): deutsche Offensive.
Galizien: Russische Artillerie bombardiert die Forts nördlich von Krakau.

Westfront

Flandern: Französische Truppen erobern Vermelles, Le Rutoire und Gräben in der Nähe von Carency zurück. Joffre befiehlt Foch, zusammen mit den Briten, eine begrenzte Offensive im Yser-Abschnitt des Ypernbogens zu beginnen.

Südfronten

Serbien: Die serbische Dritte Armee überflügelt die österreich-ungarischen Verteidigungsstellungen auf dem Kremenika-Hügel und unterstützt den Vormarsch der Zweiten Armee auf Lazarevac. Sie nehmen dabei 6.501 Kriegsgefangene und 28 Kanonen.

Naher Osten

Mesopotamien: 3.700 britische Soldaten und 16 Kanonen führen einen erneuten Angriff gegen 3.000 Türken mit 10 Kanonen durch. Ein weitere Anlandung durch die Royal Navy wird wieder außer Gefecht gesetzt, aber die Briten können die Tigris-Flussbank halten.

Afrikanische Fronten

Südafrika: Rebellen-General Beyers wird besiegt und ertrinkt zusammen mit etwa 25 Anhängern auf der Flucht durch den Fluss Vaal.

Politik

USA: Der Kongress bringt ein Gesetz für ein privates Waffenembargo ein, was aber im Januar ad acta gelegt wird.

Heimatfronten

Frankreich: Die Pariser Börse wird wieder eröffnet.
Großbritannien: Meldepflicht für belgische Flüchtlinge eingeführt.
Japan: Die Sitzung des Kokkai (japanische Nationalversammlung) beginnt mit einer Rede des Kaisers.


Überlebende der Gneisenau schwimmen zur Inflexible

Panzerkreuzer Scharnhorst sinkt um 16:17 Uhr mit allen 770 Besatzungsmitgliedern und dem galanten von Spee. Das Schwesterschiff ‘Gneisenau’ überlebt nicht lange. Mit fliegenden Fahnen und dem Verbrauch ihrer gesamten Munition wird sie bis 18 Uhr zusammengeschossen. Die britischen Schlachtkreuzer halten an und retten 200 Männer aus dem eiskalten Wasser.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 8. Dezember 1914:
Seekrieg

Atlantik – Schlacht bei den Falklandinseln: Sturdee mit den Schlachtkreuzern Invincible (22 mal getroffen, keine Opfer) und Inflexibel (3 Treffer, 3 Tote), dem alten Schlachtschiff Canopus und 5 Kreuzern – einschließlich Glasgow (zweimal getroffen), Cornwall (22 mal getroffen), Kent (38 mal getroffen und 646 Schuss abgefeuert), überrascht Spee, als dieser Port Stanley überfallen will. Spee flieht in Richtung Südosten und entlässt seine leichten Kreuzer (nur Dresden kann nach Chile entkommen). Das Flaggschiff Scharnhorst, der Panzerkreuzer Gneisenau, die Leichten Kreuzer Nürnberg und Leipzig sowie 2 Kohleschiffe werden in einer 9-stündigen Verfolgungsjagd versenkt. Deutsche Opfer: 2.100 Tote, nur 215 Überlebende. Britische Opfer: 10 Tote, 15 Verwundete, aber die Schlachtkreuzer haben bis auf 52 x 30,5-cm-Granaten ihre gesamte Munition verbraucht. Erstmalige Anwendung des durch eine Feuerleitung gelenkten Fernartillerie-Einsatzes, bei welchem insgesamt 1.174 Granaten durch die beiden Schlachtkreuzer auf die deutschen Schiffe abgefeuert wurden.

Südfronten

Serbien: Die österreich-ungarische Fünfte Armee erobert, verliert dann wieder und erobert die serbische Kosmaj-Stellung südlich von Belgrad bis zum nächsten Tag wieder zurück. Aber serbische Verstärkungen treffen aus dem Süden kommend ein. Die serbische Erste Armee erobert Valjevo durch einen Flankenangriff durch die Hügel zurück, wobei alleine 3.000 Mann der österreich-ungarischen Truppen verwundet werden. Die serbische Dritte Armee erreicht Kolubara.

Ostfront

Galizien: Brusilow schickt der russischen Dritten Armee 2 Korps zur Unterstützung. Roth gewinnt mit seinen Truppen bis zum 25. Dezember etwas an Boden.

Naher Osten

Mesopotamien: Die türkische Stellung bei Qurna wird durch die Royal Navy und 2 indische Bataillonen überflügelt, nachdem diese stromaufwärts den Fluss durch eine Schiffs-Brücke und mit Booten überquert haben.

Afrikanische Fronten

Tripolitanien: Der Stellvertreter des Sultan in Tripolis erklärt den Heiligen Krieg.
Südafrika: DIE REBELLION BRICHT ZUSAMMEN
, 1.200 Mann der Rebellen ergeben sich.

Luftkrieg

Westfront: Die ‘Funk-Einheit’ des Royal Flying Corps, nun wieder zurückbenannt in 9. Squadron, entsendet mit Funkgeräten ausgerüstete Flugzeuge zu den verschiedenen Armee-Korps, welche diese angefordert haben.


Ark Royal von 1914

Der erste Flugzeugträger welcher in der Lage ist, eine verhältnismäßig große Anzahl von Flugzeugen in einem Hangar unter Deck zu tragen und über wirkliche Wartungseinrichtungen verfügt, ist die ‘Ark Royal’.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 9. Dezember 1914:
Seekrieg

Großbritannien: Indienststellung des ersten von Kiel auf eigens gebauten Wasserflugzeug-Träger HMS Ark Royal II (Stapellauf am 5. September). Erster Träger mit Hangars unter Deck, welcher zwar in der Lage ist, seine 5 Wasserflugzeuge und 2 Trägerflugzeuge vom Deck aus starten zu lassen, welche aber dort nicht landen können. Diese müssen durch 2 Kräne an den Bordwänden wieder an Bord gehievt werden.

Südfronten

Die serbische Zweite Armee erobert Lazarevac zurück, während andere verfolgende Verbände Uzice zurückerobern. Potiorek befiehlt den allgemeinen österreich-ungarischen Rückzug am Abend. Der serbische Oberbefehlshaber Putnik befiehlt die Fortsetzung der Offensive.

Westfront

Joffre lehnt den britischen Vorschlag als ‘mouvement eccentrique’ ab, das Britische Expeditionskorps auf die äußerste linke Flanke der alliierten Front zu verlegen, um kombinierte See-Land-Operationen entlang der belgischen Küste unternehmen zu können.

Ostfront

Polen: Schwere Kämpfe um Mlawa und Petrokov.
Galizien: Erste Unternehmung gegen das von den Russen belagerte Przemysl bis zum 10. Dezember.

Naher Osten

Mesopotamien: Subhi Bey übergibt Qurna (1.242 Kriegsgefangene und 9 Kanonen seit dem 4. Dezember verloren), 331 Mann britische Verluste.

Geheimkrieg

Oberst Newcombe, T.E. Lawrence, L. Woolley und G. Lloyd verlassen Marseille in Richtung Ägypten, um dem britischen Nachrichtendienst in Kairo beizutreten.

Afrikanische Fronten

Südost-Kamerun: 610 Französisch Soldaten zwingen die Deutschen Baturi zu räumen.

Luftkrieg

Ostfront: Warschau wird von deutschen Flugzeugen bombardiert, wobei das US-Konsulat beschädigt wird.

Heimatfronten

Großbritannien: Ahlers, der ehemalige deutsche Konsul von Sunderland, wird zum Tode verurteilt, aber am 18. Dezember begnadigt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 10. Dezember 1914:

Sikorsky IM im Flug

Der russische Sikorsky IM (Ilya Mourometz) im Flug. Es ist der erste erfolgreiche schwere Bomber mit einer Besatzung von 6 Mann.

Luftkrieg

Ostfront: Die weltweit erste schwere Bomber-Einheit wird in Yablonna gebildet, in der Nähe von Warschau (Russisch-Polen). Die EVK (‘Flugschiff-Staffel’) fliegt 4-motorige Doppeldecker Sikorsky IIya Moutometz, von Sikorsky und Gakkel entworfen. Kommandant ist Generalmajor Schidlowski, ex-Kommandeur der kaiserlichen russischen Marine (im Ruhestand) und Vorsitzender von RBVZ. Eine spezielle Piloten-Umschulung, technische Unterstützung und Wartung kommt von RBVZ-Ingenieure, Inspektoren und dem Testpilot (Sikorsky selbst), von der Leitung der Entwicklungsfirma in Riga abgestellt.

Westfront

Flandern: Erfolglose deutschen Angriffe im Ypernbogen (und am nächsten Tag).
Champagne: Französischer Bodengewinn Boden in der Nähe von Perthes.

Ostfront

Galizien: Die österreich-ungarische 3. Division verliert in der Nähe von Łapanów alleine 4.000 Mann an Kriegsgefangenen bei Brusilows Angriffen, aber eine neue Verteidigungslinie hält stand.

Südfronten

Serbien: Die österreich-ungarischen Truppen beginnen mit einem stetigen Rückzug in Richtung Norden, als die serbische Dritte Armee um Ub herum vorstößt, aber deren Vormarsch wird durch tiefen Schlamm verlangsamt. Die Uzice-Armee gewinnt die Drina-Linie zurück. Stepanovic erhält den Befehl über alle serbischen Streitkräfte südlich von Belgrad und erstürmt den Endbahnhof Ralja am nächsten Tag.

Naher Osten

Feldmarschall Goltz (im Alter von 71 Jahren) verlässt Deutschland, um die türkische Armee zu befehligen. Er trifft am 14. Dezember am Schwarzen Meer ein und reist am 21. Dezember mit dem Schlachtkreuzer Goeben weiter.

Seekrieg

Schwarzes Meer: Der Schlachtkreuzer Goeben beschießt Batumi mit 15 Granaten.

Neutrale

USA: US-Vorschlag zum Austausch von versehrten Kriegsgefangenen, welcher von Deutschland am 31. Dezember akzeptiert wird.
Irving Berlins erstes Musical ‘Watch Your Step’ am Broadway uraufgeführt.


Bemalung mit Hoheitsabzeichen

Die endgültigen britischen Hoheitsabzeichen werden erst nach fatalen Irrtümern gefunden. Hier bemalt britisches Bodenpersonal Flügelteile mit den neuen Markierungen.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 11. Dezember 1914:
Luftkrieg

Westfront: Royal Flying Corps (RFC) und Royal Navy Air Service (RNAS) übernehmen die runden nationalen Hoheitsabzeichen auf ihren Flugzeugen und folgen dem Beispiel der französischen Aviation Militaire. Diese ersetzen die seit Kriegsbeginn verwendeten Union-Jack-Kennzeichen, welche häufig von den alliierten Truppen mit dem deutschen ‘Eisernen Kreuz’ verwechselt wurden.

Ostfront

Polen: Russische Truppen wehren einen deutschen Angriff nördlich von Lowicz ab, räumen die Stadt jedoch am 15. Dezember.

Afrikanische Fronten

Kamerun: Gorges nimmt Bare. Unter der Beute befinden sich auch 2 Flugzeuge in Kisten verpackt.


Geschütztransport verschneite Karpaten

Geschütz-Transport österreich-ungarischer Truppen in den verschneiten Karpaten.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 12. Dezember 1914:
Ostfront

Karpaten: Österreich-ungarische Truppen erobern den Duklapass und Nowy Sacz zurück.

Südfronten

Serbien: Die österreich-ungarische Sechste Armee geht bis zum nächsten Tag wieder über den Fluss Save bei Sabac zurück.
Bosnien: Die Montenegriner nehmen wieder Visegrad.

Westfront

Artois: Der Beginn der Offensive der französischen Zehnten Armee in Richtung Vimy und Arras wird bis auf den 17. Dezember verschoben.
Argonnen: Dubais französische Erste Armee verliert bei kleineren, unterstützenden Operationen 9.173 Mann bis zum 31. Dezember.

Seekrieg

Ostsee: 2 russische Zerstörer gehen bei einer Minenlege-Unternehmung vor Gotland verloren.

Heimatfronten

Rußland: Die Gendarmerie von Jaroslaw berichtet, dass bolschewistische Propaganda in den Fabriken verbreitet wird. Der Dwina-Militärbezirk befiehlt jedes ‘Anzeichen sozialistischer Propaganda’ auszumerzen.
Deutschland: Alle katholischen Iren aus dem Kriegsgefangenenlager Döberitz werden verlegt.
Japan: Brigade-General Barnardiston (der Befehlshaber der britischen Truppen vor Tsingtau) trifft in Tokio ein und wird vom Kaiser am 15. Dezember ausgezeichnet.

Neutrale

Chile: Die Regierung protestiert gegen die Verletzung ‘neutraler Gewässer’ durch den bewaffneten Hilfskreuzer Eitel Friedrich.


Rückkehr des englischen U-Boots B11 aus den Dardanellen

Rückkehr des englischen U-Boots B11 (Kapitänleutnant Holbrook) nach der Versenkung des türkischen Linienschiffs in den Dardanellen. Holbrooks B11 ist das erste Boot, welches unter Wasser in die Dardanellen eindringt und unter 5 Reihen von türkischen Minen hinweg taucht. Das U-Boot findet das Schlachtschiff ‘Messudieh’ vor Anker liegend und versenkt es mit einem einzigen Torpedo aus 800 m Entfernung. ‘Messudieh’ sinkt sehr schnell, eröffnet aber ein heftiges Feuer auf B11, welches Schwierigkeiten hat, in dem sehr flachen Wasser wegzutauchen. B11 entkommt durch die Meerenge in einer epischen Tauchfahrt über 9 Stunden Dauer.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 13. Dezember 1914:
Seekrieg

Dardanellen – erstes Schlachtschiff durch ein U-Boot versenkt: das alte türkische Linienschiff Messudieh wird vor Anker liegend im flachen Wasser nördlich vom Punkt Kephez durch das britische Unterseeboot B11 (Holbrook) versenkt, nachdem dieses fünf Reihen von Seeminen passiert hat und mit defektem Kompass zurückfinden muss. Holbrook wird das erste Victoria Cross der britischen Marine in diesem Krieg verliehen.

Westfront

Flandern: Die deutschen Truppen ziehen sich vom Yser-Kanal zurück.

Südfronten

Serbien: Frank informiert Potiorek darüber, dass Belgrad nicht gehalten werden kann. Die serbische Dritte Armee erobert Obrenovac zurück. Die serbische Erste Armee erobert die Loznica-Sabac-Linie zurück. Die Kämpfe in den westlichen Landesteilen sind fast vorbei.

Neutrale

Italien: Mussolini spricht in Parma ‘Die Neutralen dominieren nie die Ereignisse. Sie gehen immer unter. Blut allein bewegt das Rad der Geschichte’.


Enver Pascha

Enver Pascha, ein leidenschaftlicher türkischer Nationalist und stellvertretender Oberbefehlshaber der osmanischen Armee.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 14. Dezember 1914:
Naher Osten

Armenien: Enver Pascha kommt nach Köprüköy und übernimmt persönlich das Kommando über die Dritte Armee von Hasan Izzet.
Der Zar zeichnet 1.200 Männer der Fronttruppen aus.

Westfront

Flandern: Die französische 32. und 16. Divisionen greifen in der Nähe von Klein-Zillebeke an. Die britische 3. Division rückt in Petit Bois südlich von Wytschaete vor.

Südfronten

Serbien: Die österreich-ungarischen Truppen ziehen sich über den Fluss Save in Belgrad bis zum nächsten Tag zurück, während sie von Monitoren gedeckt werden, als die Serben die Höhen im Süden erstürmen.

Geheimkrieg

Ostfront: Die Russen ändern ihr Chiffre-Alphabet und verwenden später die Caesar-Verschlüsselung – alles jedoch ohne Erfolg.
Nordsee: Dank Room 40 kann die Admiralität Jellicoe vor einer kurz bevorstehenden Unternehmung der deutschen Hochseeflotte warnen.

Seekrieg

Ostsee: 4 russische Kreuzer und ein Minenleger legen 424 Minen am Eingang zum Golf von Danzig bis zum nächsten Tag aus.

Heimatfronten

Osmanisches Reich: Der Sultan eröffnet das Parlament, der ehemalige Vizekönig von Ägypten ist dabei anwesend.


Serbische Artillerie

Serbische Artillerie beim Feuern.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 15. Dezember 1914:
Südfronten

Serbien: Serbische Patrouillen besetzen wieder Belgrad um 10 Uhr und Artillerie trifft die österreich-ungarische Pontonbrücke. ENDE DER DRITTEN ÖSTERREICH-UNGARISCHEN INVASION unter einem Verlust von 41.000 Kriegsgefangene und 133 Kanonen.
König Peter trifft in Belgrad ein und besucht die Kathedrale. Der Kronprinz folgt mit Oberstleutnant A.P.B. Harrison (britischer Militärattaché).
Im amerikanischen Hospital befinden sich über 3.000 österreich-ungarische und serbische Verwundete. Die österreich-ungarischen Truppen lassen 5 Kanonen, 1.000 Pferde, 448 Fuhrwerke und 10.150 Kriegsgefangene zurück. Über 700 Gebäuden wurden seit dem 29. Juli durch Artillerie-Beschuss beschädigt, darunter die Universität und der Königspalast. Dabei gab es 180 zivile Opfer.

Westfront

Flandern: Die alliierte Nieuport-Gruppe überquert den Fluss Yser in Richtung Lombaertzyde. Sir J. French besucht das II. Korps des Britischen Expeditionskorps, wo die ‘Schützengräben … ein einziger Sumpf sind.’

Ostfront

Polen: Schwere Kämpfe um Sokhachew am Fluss Bzura.
Galizien: 17 österreichische Bataillone brechen aus Przemysl aus, werden aber wieder bis zum 17. Dezember zurückgetrieben. Radkos Dritte Armee ist wieder am Fluss Dunajec zurück, Brusilows Truppen größtenteils zurück im Karpaten-Vorland.

Seekrieg

Östliches Mittelmeer: Der britische Kreuzer Doris beschießt Alexandretta und eine Landungstruppe beschädigt zwischen dem 18. und 20. Dezember die nahe gelegene Bahnstrecke. Der russischen Kreuzer Askold versenkt eine türkische Schaluppe vor Beirut am nächsten Tag.
Ostsee: Ein russisches U-Boot vertreibt ein auf Aufklärung befindliches deutsches Kreuzergeschwader vor den Aaland-Inseln.

Luftkrieg

Großbritannien: Das Personal des Royal Navy Air Service (RNAS) ist nun insgesamt 4.245 Mann stark.
Nordsee: Deutsche Marine-Zeppeline fliegen Erkundungsmission für ein Schlachtkreuzer-Geschwader, welches Ziele entlang der britischen Ostküste beschießt und helfen auch, einer Falle durch die britische Grand Fleet zu entgehen.

Heimatfronten

Frankreich: Die Wehrpflichtigen für das Jahr 1915 werden bis zum 18. Dezember eingezogen.

Neutrale

Italien: Generalstabschef Cadorna und Zupelli teilen dem Ministerpräsidenten und Sonnino mit, dass die Armee nicht bis April 1915 bereit sein wird.


Mine hat Bug von Schiff zerstört

Eine deutsche Mine hat den Bug eines britischen Schiffes zerstört.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 16. Dezember 1914:
Seekrieg

Nordsee: 100 Minen werden durch den Kreuzer Kolberg vor Scarborough gelegt. Am 19. Dezember werden 20 davon geräumt, aber 21 Schiffe sinken in dem Minenfeld, bevor es im April 1915 vollständig geräumt ist.
Whitby und Hartlepool werden für 30 Minuten von Hippers 5 Schlachtkreuzer beschossen: 2 Fischerboote versenkt, 694 Zivilisten und 35 Soldaten fallen dem Beschuss zum Opfer. Franz von Hipper entkommt Abfangversuchen der Royal Navy um 15:45 Uhr dank derer Signalfehlern und schlechter Sicht. Admiral Ingenohl, welcher Hipper mit der Hochseeflotte deckt, verpasst die Möglichkeit die 6 britischen Schlachtschiffe von Beatty und Vizeadmiral Warrender zu fassen.
Ärmelkanal: Die britische Marine beschießt Westeinde in Belgien.

Ostfront

Polen: Die Russen beenden ihren Rückzug und postieren sich auf die Linie Bzura-Rawka-Pilitzu, 50 km südwestlich von Warschau.


Schäden in britischen Seehäfen

Schäden in britischen Seehäfen nach Beschuss durch die deutsche Marine.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 17. Dezember 1914:
Heimatfronten

Großbritannien: Die Kriegsversicherungsprämien für Küstenimmobilien schießen nach dem Beschuss von Hartlepool durch deutsche Schlachtkreuzer in die Höhe.

Westfront

Artois – Erste Schlacht von Artois (bis zum 28. Dezember): eine Reihe von Angriffen der französischen Zehnten Armee auf einer Frontbreite von 2 km bei Arras. Nur minimale Ergebnisse bis zum 24. Dezember. Die durch Nebel und unzureichende Artillerievorbereitung behinderten Angriffe kosten 7.771 Opfer.
Picardie: Die französische Zweite Armee führt Unterstützungsangriffe mit 3 Divisionen um La Boisselle – nordöstlich von Albert – durch, welche bis zum 20. Dezember scheitern.
Flandern: Deutsche Artillerie beschießt Armentieres.

Ostfront

Polen: Die österreich-ungarische 27. Division nimmt Petrokov. Die Schlachten von Lowicz-Sanniki und Limanowa-Laponow enden, letztere rettet Krakau.

Luftkrieg

Nordsee: Staffelkapitän Seddon und Mechaniker Hartley vom RNAS werden durch Motorschaden gezwungen, mit ihrem Short-Wasserflugzeug notzuwassern. Die Piloten und das Wasserflugzeug werden vom norwegischen Frachter Orn geborgen und über Holland am 20. Dezember repatriiert.
Westfront: Das französische Armee-Luftschiff Conte wirft 15 Granaten auf den Bahnhof Sarrebourg sowie 10 Granaten und 1 Ladung Aerodarts (Luft-Pfeile) auf anderen Eisenbahnziele.

Neutrale

Italien: Fürst Bülow kommt für die Mittelmächte zu Gesprächen.
USA: US-Marines beschlagnahmen die letzten 500.000 US-Dollar des bankrotten Haiti in Port-au-Prince.


deutsche Minenwerfer

Deutsche Grabenmörser-Einheit mit ihren Minenwerfern im Kampfeinsatz.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 18. Dezember 1914:
Westfront

Erste deutsche Grabenmörser-Einheit gebildet (6 leichte Minenwefer/Granatwerfer pro Pionier-Kompanie ab Januar 1915).
Flandern: Die britische 7. und 8. Division greifen um Neuve Chapelle herum an, das Indische Korps bei Givenchy (bis zum 23. Dezember). Das Indische Kavallerie-Korps wird aufgestellt und existiert bis zum 12. März 1916.

Ostfront

Polen: Schlacht von Rawka-Bzura beginnt.
Karpaten: Österreich-ungarische Verbände gewinnen die Kontrolle über den Lupka-Pass zurück.

Naher Osten

Ägypten: Das britische Protektorat wird gegründet. Hussein Kemal Pascha I., Onkel des abgesetzten Khedive Abbas Hilmi, wird am nächsten Tag als Sultan verkündet.

Afrikanische Fronten

Südwestafrika und Angola: Nach einem 825-km-Marsch besiegen 640 deutsche Soldaten portugiesische Truppen bei Naulila. Die Portugiesen verlieren 182 Mann, einschließlich 37 Kriegsgefangener. Die Deutschen hängen sechs Kriegsgefangene auf ihrem Rückweg.

Seekrieg

Nordsee: Das deutsche U-Boot U5 läuft vor der Küste Flanderns auf eine Mine und sinkt. Ebenfalls geht U11 in der Straße von Dover durch eine Mine verloren.

Neutrale

Schweden: Die skandinavischen Könige treffen sich in Malmö.

Heimatfronten

Österreich-Ungarn: Masaryk verlässt Prag und geht ins Exil nach Rom.
Großbritannien: Kriegsminister Kitchener droht gegenüber dem Premierminister mit seinem Rücktritt, falls Churchill den Befehlshaber des Britischen Expeditionskorps, Feldmarschall French, besucht. Stattdessen empfängt French den Premierminister und Kitchener.


Vorbereitung zur Sprengung einer Mine

Deutsche Offiziere bereiten die Sprengung einer Mine unter den feindlichen Gräben vor.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 19. Dezember 1914:
Westfront

Flandern: Das Indische Korps ist durch einen deutschen Gegenangriff mit einer Unterminierung in der Nähe von Cuinchy und Givenchy bis zum nächsten Tag in schwere Kämpfe verwickelt und verliert 1.672 Mann.
Somme: Französische Truppen wehren einen Angriff in der Nähe Lihons ab.
Argonnen: Sarrails französische Dritte Armee greift entlang des Fluss Maas an und verliert für winzige Geländegewinne 12.216 Mann.

Naher Osten

Armenien: Erster starker Schneefall. Enver Pascha erteilt Befehle für eine komplexe Umfassungs-Offensive.

Seekrieg

Großbritannien: Fisher schlägt schnelle, leicht gepanzerte Schlachtkreuzer mit 38-cm-Geschützen vor. Die Modelle sind am 24. Dezember fertig, die Herstellerwerften sind am 29. Dezember bestimmt und der Kiel liegt schon am 25. Januar 1915. Die Schiffe werden die HMS Renown und HMS Repulse.

Luftkrieg

Besetztes Belgien: Flugzeuge der Alliierten bombardieren die Zeppelin-Werft in Brüssel (der Royal Navy Air Service wiederholt den Angriff am 24. Dezember).


Brieftauben-Einheit

Brieftauben-Einheit an der Westfront. Die Vögel werden in eigens errichteten Dachböden untergebracht, wie in diesem eindrucksvollen Fuhrwerk.

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Sonntag den 20. Dezember 1914:
Geheimkrieg

Westfront: 21 von 28 Brieftauben, welche seit dem 2. November von BEF-Hauptquartier nach Belgien geschickt wurden, sind zurückgekehrt.

Westfront

Champagne – Winterschlacht in der Champagne beginnt: Die französische Vierte Armee mit 12 Divisionen greift bis zum 25. Dezember an und gewinnt ca. 400 Meter Tiefe an Schützengräben der deutschen Fünften Armee, welche über ca. 9 Divisionen verfügt. Joffre plant einen langwierigen Zermürbungskrieg durchzuführen, um den deutschen Druck auf die Russen zu verringern. Die Schlacht geht weiter – mit etwa 4 Wochen Pause im Januar/Februar – bis zum 17. März 1915.

Seekrieg

Schwarzes Meer: Der deutsche Schlachtkreuzer Goeben und der Leichte Kreuzer Breslau sichern türkische Truppentransporte nach Trapezunt. Als Goeben zurück nach Konstantinopel läuft, wird sie am 23. Dezember durch 2 Minen schwer beschädigt, welche die Russen an der Einfahrt zum Bosporus gelegt haben. Sie fällt für 3 Monate aus.
Die Russen versuchen erfolglos, die Zufahrt zum Kohlehafen Zonguldak mit 4 Sperrschiffe zu verschließen. Eines der Sperrschiffe wird von Breslau erbeutet.
Adria: Das französische U-Boot Curie erreicht den österreich-ungarischen Kriegshafen Pola, bleibt aber in der äußeren Netzsperre hängen, wird erbeutet und als U14 der KuK-Marine übernommen.

Naher Osten

Armenien: Die Russen besiegen die Türken in der Nähe des Sees Van.

Afrikanische Fronten

Südafrika: Rebellen-Kommandant Fourie, welcher am 16. Dezember nach der Tötung 12 loyaler Soldaten gefangengenommen wurde, wird auf Befehl von Smut erschossen. Dadurch wird er zum Märtyrer für die Afrikaaner, sein Bruder wird begnadigt.
Ostafrika: 1.800 britische Soldaten besetzen wieder die Küstenregion am Fluss Umba.

Luftkrieg

Westfront: Henderson erhält wieder das Kommando über das Royal Flying Corps, auf Kriegsminister Kitcheners Beharren hin.


Frühe deutsche Handgranaten

Deutsche Truppen setzen frühe, noch improvisierte Handgranaten ein.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 21. Dezember 1914:
Westfront

Flandern: Die britische 1. Division verstärkt das Indische Korps bei seiner Verteidigung des Givenchy-Abschnitts.
Aisne: Das französische XXV. Korps der Sechsten Armee greift vergeblich an (und auch am 25. Dezember) und wird dabei mit dem Einsatz deutscher Handgranaten konfrontiert.

Naher Osten

Armenien: Türkische Winteroffensive mit ca. 95.000 Mann in 10 Divisionen beginnt. Köprüköy wird zurückerobert gegen 64.000 Russen (ca. 3 Divisionen).
Ägypten: Generalleutnant Birdwood wird Kommandeur des ANZAC-Korps.

Seekrieg

Adria – Erster österreich-ungarischer U-Boot-Erfolg: Das österreich-ungarische U12 (Lerch) beschädigt das französische Schlachtschiff und Flaggschiff Jean Bart während des zehnten französischen Einbruchs in die Adria. Es wird gemeldet, dass das Weinlager zerstört wurde und die ‘Besatzung verzweifelt ist !’. Das Schlachtschiff schleppt sich nach Malta zurück. Die Franzosen setzen die Blockade der Straße von Otranto mit Zerstörern fort.

Luftkrieg

Großbritannien – Erster deutscher Luftangriff: Ein FF29-Wasserflugzeug von Zeebrügge wirft 2 Bomben auf den Hafen von Dover, ein anderes wirft eine 10-kg-Bombe in der Nähe von Dover Castle am 24. Dezember ab.
Kriegsminister Kitchener verdoppelt die Pläne des Royal Flying Corps zur Erweiterung auf 35 Staffeln.

Ostfront

Polen: Vergebliche deutsche Versuche, den Fluss Bzura zu überqueren. Jedoch am 23. Dezember gelingt die Überquerung an zwei Stellen.

Afrikanische Fronten

Südafrika: Die rhodesischen Streitkräfte verlassen Kapstadt in Richtung der Walfisch-Bay in Südwestafrika in 6 Transportschiffen, wo sie am 25. Dezember anlanden.

Neutrale

Italien: Generalstabschef Cadorna hat einen Feldzugsplan gegen Österreich-Ungarn vorbereitete, welcher die Italiener innerhalb von 60 Tagen und mit 2 Schlachten in die Ebene von Laibach bringen soll, um danach auf Wien vorzustoßen.

Geheimkrieg

Russland: Oberst Knox meldet nach London, dass die Russen erheblichen Munitionsmangel haben und 800.000 Rekruten ohne Gewehre dastehen.


MG-Team Indisches Korps

Soldaten des Indischen Korps feuern mit einem Hotchkiss Mk I Maschinengewehr hinter einem Schutzwall in Flandern.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 22. Dezember 1914:
Westfront

Flandern: Das britische I. Korps entlastet das Indische Korps und nimmt etwas von dem deutschen Druck bei Givenchy. Am nächsten Tag können die verlorenen Schützengräben zurückgewonnen werden.
Champagne: Das französische I. Korps gewinnt etwas an Boden in der Nähe der Beausejour-Farm.

Afrikanische Fronten

Südafrika: Maritz Rebellentruppen greifen loyal zur britischen Krone stehende Buren an und besiegen diese.

Heimatfronten

Frankreich: Ministerpräsident Vivianis Rede über die Kriegssituation. Die Abgeordnetenkammer stimmt neuen Kriegskrediten am 26. Dezember zu.
Großbritannien: Die Kriegskosten belaufen sich nun auf 14,5 Millionen Britische Pfund je Woche.


Türkische Artillerie in Armenien

Türkische Artillerie im Gefecht bei Enver Paschas großer Offensive in Armenien.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 23. Dezember 1914:
Naher Osten

Armenien: Istomins Brigade mit 8.000 Mann wird durch 3 türkische Divisionen des X. Korps gezwungen, Olta im Grenzgebiet aufzugeben und verliert dabei 750 Mann als Kriegsgefangene sowie 6 Kanonen. Sie ziehen sich 20 km nach Nordosten zu den Avcali-Salzbergwerken zurück. Schneesturm am nächsten Tag. Istomins 5.000 Überlebende ziehen sich weitere 13 km östlich von Merdenik bis zum 25. Dezember zurück.

Südfronten

Der österreich-ungarische Befehlshaber an der serbischen Front, Potiorek, wird entlassen. Erzherzog Eugen wird neuer Oberbefehlshaber auf dem Balkan. Baron Sarkotic-Lovcen übernimmt von Potiorek ab 1915 das Amt des österreich-ungarischen Gouverneurs von Bosnien und Herzegowina.

Westfront

Flandern: Belgische Truppen überqueren den Fluss Yser südlich von Diksmuide.

Heimatfronten

Deutschland: Der Kapitän der SMS Yorck wird zu einer Haftstrafe von 2 Jahren für den fahrlässigen Verlust seines Schiffes verurteilt (siehe 3. November 1914).
Großbritannien: Die 4. überarbeitete Konterbanden-Liste veröffentlicht.

Neutrale

Italien: Großbritannien akzeptiert die italienischen Garantien gegen die Wiederausfuhr von Waren an die Mittelmächte.


Weihnachtsfrieden 1914

Britische und deutsche Soldaten kommen sich im Niemandsland bei Ypern während des ‘Weihnachtsfrieden’ näher. Die Verbrüderungen dauern eine Woche an, bis die Vorgesetzten den Abbruch befehlen.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 24. Dezember 1914:
Westfront

Champagne: Die französische 33. Infanteriedivision säubert die Ortschaft Bois des Moutons mit einem Bajonett-Angriff.
Flandern: ‘Weihnachtsfrieden’ (inoffizieller ‘Christmas Truce’). Vom britischen Kriegsministerium naserümpfend als ‘Verbrüderungs-Episode’ ignoriert.
Maas: Französische Gebietsgewinne bei Consenvoye.

Ostfront

Ungarn: Berichte über rumänische Aufstände in Siebenbürgen.

Naher Osten

Armenien: Myshlayeyski und Judenitsch aus Tiflis erreichen Bergmanns Hauptquartier an der Grenze. Enver Pascha erreicht Bardiz hinter der russischen Grenze mit der 29. Division, während bei der 17. Division über 40 Prozent Nachzügler zurückgeblieben sind.

Politik

Großbritannien: Die Regierung erkennt das französische Protektorat über Marokko an.

Heimatfronten

Russland: Die Wehrpflichtigen für 1915 werden einberufen.
Deutschland: Das XXXIX. bis XLI. Reservekorps wird aufgestellt.


Zeppelin L11 und L6

Zeppelin L11 und L6 (im Hintergrund) werden für einen Einsatz bereit gemacht.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 25. Dezember 1914:
Seekrieg

Nordsee – Überfall auf Cuxhaven: 7 britische Wasserflugzeuge der Wasserflugzeug-Tender Empress, Engadine und Riviera werden gegen die Zeppelin-Hallen in Nordholz entsendet (keine Treffer). Alternativ-Ziele werden im Nebel bombardiert. Das Unternehmen scheitert wegen des schlechten Wetters. 6 notgewasserte Besatzungen werden vom britischen U-Boot E11 gerettet.
Das Short-Wasserflugzeug Nr. 135 (Kilner und Erskine-Childers) entdecken die deutschen Kriegsschiffe in der Schillig, wo der Schlachtkreuzer Van der Tann durch ein übereiltes Manöver schwer beschädigt wird.
2 deutsche Zeppeline und Wasserflugzeuge unternehmen den ersten Luftangriff auf Kriegsschiffe auf hoher See (keine Treffer). Der Zeppelin L6 wird von der Harwich Force mit mehr als 600 Einschusslöchern aus Flugabwehr-Feuer beschädigt.

Westfront

Flandern: ‘Weihnachtsfrieden’ (‘Christmas Truce‘). Sir J. French befiehlt die Bildung der ersten beiden britischen Armeen: die Erste Armee unter Haig mit dem I. Korps und dem IV. Indischen Korps sowie die Zweite Armee unter Smith-Dorrien mit dem II., III. und V. Korps.
Elsass: Die neue französische ‘Armee der Vogesen’ greift mit 2 Divisionen an und macht Fortschritte in den Bergen, einschließlich in der Nähe von Cernay.
Champagne: Deutscher Gegenangriff auf einem 1.100 Meter breiten Frontabschnitt scheitert.

Ostfront

‘Weihnachtsfrieden’ in vielen Frontabschnitten, einschließlich Przemysl.
Polen: Die deutschen Truppen werden über den Fluss Burza zurückgetrieben.
Galizien: Eine deutsch-österreich-ungarische Offensive endet damit, dass die österreich-ungarischen Truppen bei Tarnow anhalten.
Karpaten: Die Russen gewinnen wieder die Kontrolle über die Lupkow- und Dukla-Pässe.

Naher Osten

Armenien: Der russische Rückzug beginnt, ca. 8.000 Türken der 3. Division erobern Ardahan. Judenitsch übernimmt das Turkestan-Korps.

Luftkrieg

Großbritannien: FF29 (Prondynski und Frankenburg) fliegen die Themse-Mündung bei Erith hoch, werden aber vom Prototypen des Vickers Gunbus (Piloten Chidson und Martin) abgefangen und beschädigt. Der Gunbus ist das einzige mit einem MG bewaffnet britische Flugzeug, welches sich zurzeit im Einsatz befindet.
Frankreich: Ein Zeppelin wirft 14 Bomben auf Nancy.

Südfronten

Albanien: Die Italiener besetzen Durazzo an der Küste wegen einer Revolte gegen Essad Pascha. Sie bekämpfen die muslimischen Rebellen am 3. Januar 1915.

Afrikanische Fronten

Ostafrika: 300 britische Soldaten überraschen und erstürmen den deutschen Posten Yasini, 3 km innerhalb der Grenze.
Kamerun: Gorges Soldaten sind 23 km vom nördlichen Eisenbahnendpunkt entfernt. Sie setzen ihren Vormarsch am nächsten Tag mit Verzögerung fort, da ihre Telefonleitungen von Elefanten beschädigt wurden.
Südwestafrika: Das 1. Rhodesische Regiment landet in der Walfisch-Bay.
Tripolitanien: 1.120 italienische Soldaten erreichen Misurata an der Küste nach der Abwehr von Angriffen. Fezzan haben die Italiener evakuiert.


Deutscher Schützengraben Westfront

In einem deutschen Schützengraben an der Westfront.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 26. Dezember 1914:
Westfront

Artois: Petain (XXXIII. Korps) berichtet über tiefen Schlamm, welcher den Vormarsch verzögert. Der vorgesehene Angriff der französischen Zehnten Armee wird verschoben.
Argonnen: Das 4. Regiment der Italienische Legion kommt zu seinem ersten Einsatz (bis zum 9. Januar 1915). Leutnant Bruno Garibaldi (der Enkel des italienischen Freiheitskämpfers) fällt. Die Einheit wird März 1915 zurückgezogen und nach dem Kriegseintritt Italiens aufgelöst.

Naher Osten

Armenien – Schlacht von Sarikamis bis zum 4. Januar 1915: Enver Paschas 4.000 Mann der 29. Division verlieren 3 von 8 Geschütze gegen 3.500 Russen mit 2 Geschützen. Das türkische X. Korps büßt während eines 19-Stunden-Horror-Marsches, über mehr als 40 km zur Verstärkung von Enver Pascha, 7.000 von 20.000 Mann ein.

Luftkrieg

Westfront: Das französische Armee-Luftschiff Montgolfier wird durch Luftabwehrfeuer beschädigt und stürzt bei Saizeraie (Toul) ab. Französische Flieger bombardieren die Zeppelin-Hallen bei Frescaty in der Nähe von Metz.

Politik

USA: US-Proteste an Großbritannien wegen dessen Behinderungen des Handels.

Ostfront

Der russische Generalstabschef teilt der britischen Militärmission mit, dass keine russische Offensive bis Ende Juli möglich sein wird, wenn die Alliierten keine Artilleriegranaten liefern.

Seekrieg

Die britische Admiralität schlägt in einem Memorandum an die französische Marine vor, den Schwerpunkt der Operationen von der Adria in das östliche Mittelmeer gegen die Türkei zu verlegen. Letztere Antwort am 28. Dezember, dass dafür nur begrenzte Kräfte verfügbar sind.


Rot-Kreuz-Sammlung Österreich-Ungarn

Plakat zur österreich-ungarischen Rotkreuzsammlung 1914.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 27. Dezember 1914:
Westfront

Joffre und Feldmarschall French besprechen sich in Chantilly.
Artois: 10 Bataillone von Chasseurs de Alpins erobern ca. 700 Meter von bayerischen Schützengräben bei La Targette nach 2 Stunden Artillerievorbereitung.
Flandern: Belgische Truppen nehmen deutschen Schützengräben in der Nähe von Lombaertzyde.
Vogesen: Deutsche Artillerie beschießt St. Die.

Ostfront

Österreich-Ungarns Generalstabschef von Hötzendorf kabelt an seinen deutschen Kollegen v. Falkenhayn: ‘Ein durchschlagender Erfolg an der Ostfront ist … äußerst dringend.’
Der Zar im Hauptquartier STAVKA (26.-29. Dezember), besichtigt das neue 53. Don-Kosaken-Regiment am 28. Dezember.
Polen: Deutsche Truppen werden am Fluss Rawka geschlagen.

Naher Osten

Armenien: Die türkischen Truppen werden aus Sarikamish zurückgeschlagen. Die türkische 28. Division erreicht die Kars-Straße, wird aber abgedrängt.

Afrikanische Fronten

Kamerun: Leutnant J.P. Butler wird als erster Soldat auf dem afrikanischen Kriegsschauplatz mit dem Victoria Cross ausgezeichnet (Verleihung am 23. August 1915) für das Durchschwimmen des Flusses Nkam unter feindlichen Beschuss.


1. sächsisches Reiter-Regiment 1914

Eine Gruppe von Kavalleristen des 1. sächsischen Reiter-Regiment im Dezember 1914. Beachtenswert sind die Sporen an den Stiefeln der Männer.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 28. Dezember 1914:
Westfront

Sir J. French schlägt die Zusammenlegung des Britischen Expeditionskorps und der restlichen belgischen Armee vor.
Flandern: Alliierte Truppen erobern St. Georges am Fluss Yser zurück und wehren deutsche Rückeroberungsversuche am nächsten Tag ab.
Artois: Dauerregen stoppt alle größeren Operationen.

Ostfront

Polen: Die deutschen Truppen ziehen sich zurück und graben sich westlich des Flusses Bzura neu ein.

Südfronten

Serbien: Die österreich-ungarische Fünfte und Sechste Armee werden aufgelöst und in eine sogenannte ‘Balkan-Streitmacht’ zusammengelegt.
Herzegowina: Die Montenegriner wehren österreich-ungarische Truppen bei Grabowo ab, ebenso die albanischen Truppen im Süden am nächsten Tag.

Naher Osten

ArmenienSarikamish: Die türkische 30. Division nimmt Alisofu südlich der Kars-Straße und Eisenbahnstrecke bis zum nächsten Tag und isoliert damit die russischen Einheiten.

Geheimkrieg

Mittlerer Osten: Die deutschen Leutnants Niedermayer und Waßmuß erreichen Bagdad, aber die Türken dort sind nicht sehr hilfreich.

Luftkrieg

Westfront: Ein heftiger Sturm zerstört 30 englische Flugzeuge vom Royal Flying Corps.

Heimatfronten

Australien: Das zweite ANZAC-Kontingent läuft von Albany nach Ägypten aus.
Großbritannien: Die Bevölkerung von London wird gewarnt, im Falle eines Luftangriffes in die Keller zu gehen.


Winston Churchill

Winston Churchill als Marineminister im 1. Weltkrieg .

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 29. Dezember 1914:
Geheimkrieg

Großbritannien: Churchill schreibt einen Brief an Premier Minister Asquith und fordert, dass die Royal Navy in die Ostsee eindringen soll und die Landung russischer Truppen für einen für Marsch auf Berlin zu unterstützen. Des Weiteren schreibt er: ‘Gibt es nicht andere Möglichkeiten, als unsere Armee nach Flandern zu senden, um dort Stacheldrähte zu ziehen ?’. Churchill und Lloyd George präsentieren am 31. Dezember Alternativ-Pläne zu dem Westfront-Einsatz der britischen Armee.
Niederlande: Das Ex-Mitglied des britischen Parlaments und Betrüger Trebitsch Lincoln trifft einen deutschen Offizier in Den Haag, um als Doppelagent den britischen Geheimdienst mit falschen Informationen zu versorgen.

Westfront

Argonnen: Französischer Vorstoß bei Apremont.

Ostfront

Galizien: Die stark bedrängten österreich-ungarischen Truppen ziehen sich zurück.

Naher Osten

Armenien – Sarikamish: Entscheidender Tag, als 18.000 türkische Soldaten mit ca. 20 Kanonen gegen General Przevalski 14.000 Russen mit 34 Kanonen und zahlreichen MGs anstürmen. Die türkische 30. und 31. Division werden zurückgeschlagen und verlieren Alisofu. Die türkische 17. Division dringt in einem nächtlichen Angriff in die Stadt ein, wird aber aufgerieben (davon ca. 800 Kriegsgefangene). Das türkische IX. Korps ist jetzt nur noch 3.000 Mann stark.

Afrikanische Fronten

Südost-Kamerun: 360 Französisch Soldaten besetzen Bertua nach einem dreitägigen Kampf.

Politik

Serbien: Der Ministerpräsident bittet König Nikolaus von Montenegro vergeblich, einen Waffenstillstand mit Österreich-Ungarn zu vereinbaren.


 französische Stellung in Westflandern

Eine französische Stellung in Westflandern zwischen Boesinghe und Lizerne.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 30. Dezember 1914:
Westfront

Flandern: Die Alliierten festigen ihre Positionen bei Ypern.
Champagne: Die französische 33. Division erobert knapp 300 Meter von deutschen Schützengräben, aber der 34. Division wird durch deutsches Artillerie-Feuer festgenagelt und das Wetter verschlechtert sich.

Ostfront

Polen: Deutsche Rückzugsgefechte bei Bolimow und Inovlodz. Schon 100.000 Mann Verluste seit dem 7. Dezember und die Munition für Geschütze auf 10 Granaten pro Tag begrenzt.

Naher Osten

ArmenienSarikamish: Das 15. Turkestan-Regiment kommt bis zum nächsten Tag auf weniger als 1.000 Meter an den Bardiz-Pass heran und Oberst Dowgirt mit dem 17. und 18. Turkestan-Regiment nimmt Yayla Bardiz, nur 5 km von dem Dorf mit der türkischen Basis. Bergmann stimmt zu, die russische 39. Division an der Grenze für Judenitsch anzuhalten, welcher die Möglichkeit sieht, die türkischen Truppen zu umgehen.

Geheimkrieg

Großfürsten Nikolaus schlägt der britischen Militärmission eine britische Expedition gegen die Türken vor, um die russische Lage in Armenien zu erleichtern.

Luftkrieg

Frankreich: Deutscher Bombenangriff auf Dünkirchen, wobei es 47 zivile Opfer gibt.

Heimatfronten

Großbritannien: Es sollen 6 neue Armeen zu je 3 Korps aufgestellt werden.
Frankreich: Steuern auf alle Einkommen über 3.000 Fr von 10 % auf 90 % erhöht.


Französisches 75-mm M1897 Feldgeschütz im Gefecht

Französisches 75-mm M1897 Feldgeschütz im Gefecht in der Nähe von Steinbach in den Vogesen.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 31. Dezember 1914:
Westfront

Kitchener Frühstückt mit Feldmarschall French und teilt ihm mit, dass er und Joffre die ‘deutschen Linien durchbrechen müssen’ innerhalb der nächsten fünf Wochen, sonst würden die neuen britischen Armeen nicht an die Westfront geschickt werden.
Artillerie-Duelle von dem Fluss Yser bis nach Verdun.
Elsass: Französische Truppen besetzen wieder ein Teil von Steinbach.

Ostfront

Es sind nun 37 deutsche Divisionen an der Ostfront im Einsatz, einschließlich 8, welche aus dem Westen herangezogen wurden.
Ungarn: Die Russen führen wieder Überfälle von den Karpatenpässen aus durch.

Naher Osten

ArmenienSarikamish: Oberst Woronows russische Kolonne aus Kars nimmt Verbindungen mit den Verteidigern auf. Das türkische IX. Korps ist auf 2.500 einsatzfähige Soldaten, 14 Kanonen und 14 MGs reduziert worden. Abdul Kerim Paschas XI. Korps (35.000 Mann in 30 Bataillone und ca. 100 Kanonen) greift Judenitschs 19 Bataillone und 48 Geschütze an der Grenze bis zum 6. Januar an.
Ägypten: 70.000 Soldaten sind bereit, um türkischen Angriffen zu begegnen.
Indien: Gefechte und Operationen an der Süd-West-Grenze in den Kachin-Hügeln bis zum 28. Februar 1915.

Luftkrieg

Frankreich: Die Flugzeug-Produktionszahlen für das letzte Quartal belaufen sich auf 100 Flugzeuge und 157 Flugmotoren im Oktober, 137 Flugzeuge und 209 Flugmotoren im November, 192 Flugzeuge und 304 Flugmotoren im Dezember.
Westfront: Das britische Royal Flying Corps hat bisher 84 Ersatzflugzeuge erhalten.

Heimatfronten

Südafrika: Ein neues Wehrgesetz ermöglicht die Wehrpflicht.
Frankreich: 42 Mio. Francs bisher für Flüchtlinge und Arbeitslose aufgewendet. 70 % der Industrien arbeiten normal.
Russland: Die Preise sind um 40 % seit August gestiegen.

Geheimkrieg

Großbritannien: In einem Brief schreibt der Erste Seelord der Admiralität, Churchill an Premierminister Asquith: ‘Ich wollte Gallipoli gleich nach der türkischen Kriegserklärung angreifen’. Auch teilt er ihm mit, dass die Royal Navy bisher 809.000 Mann (einschließlich Verwundeter und Kriegsgefangene), 203.000 Pferde; 20.000 Fahrzeuge und 250.000 t Nachschubgüter seit dem 4. August transportiert hat, und dies alles ohne Verluste.


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