11-1939, November 1939

Kriegstagebuch des Zweiten Weltkrieges für November 1939.

Flug erstes Strahlflugzeug der Welt, Zossen-Verschwörung, Bürgerbraükeller-Bombenattentat, Dijle-Plan von den Alliierten angenommen, Mainila-Zwischenfall, sowjetischer Angriff auf Finnland und Beginn des Winterkriegs.

Zurück zu Oktober 1939.


Heinkel He 178, das erste Strahlflugzeug der Welt, geflogen vom Testpiloten Erich Warsitz.

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Mittwoch den 1. November 1939:
Heimatfronten

Deutschland: Flug erstes Strahlflugzeug der Welt. Das experimentelle Heinkel He 178 Strahlflugzeug wird hochrangigen Offizieren der Luftwaffe vorgeführt.

Besetzte Gebiete

Polen: West-Polen, vom ‘Korridor’ aus nach Süden bis Schlesien, wird in das Deutsche Reich eingegliedert. Zwei neu Reichsgaue werden daraus gebildet.
Die West-Ukraine (russisch-besetztes Polen) wird in die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik eingegliedert.

Neutrale

Niederlande: ‘Belagerungszustand’ in den meisten Teilen des Landes ausgerufen.


Karte: die Aufteilung Polens 1939

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Donnerstag den 2. November 1939:
Besetzte Gebiete

Polen: Das westliche Weiß-Russland (russisch-besetztes Polen) wird in die Weißrussische SSR eingegliedert.


Eine in Amerika gebaute Lockheed Hudson im Einsatz als Seepatrouillen-Bomber der britischen RAF.

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Freitag den 3. November 1939:
Politik

Das Export-Embargo für Rüstungsgüter wird vom US-Senat aufgehoben und das Neutralitäts-Gesetz geändert. Dadurch sind England und Frankreich nun in der Lage, Waffen und Versorgungsgüter auf der ‘Cash-and-Carry’-Basis (englisch = sofort Bar bezahlen und selbst abholen) in den USA einzukaufen.
US-Schiffen wird es verboten, in die europäische ‘Kampfzone’ einzulaufen.


Der Miniaturvorläufer der V-2, die A-5-Rakete bei einem Test im Jahr 1939 unter einer Heinkel He 111.

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Samstag den 4. November 1939:
Geheimkrieg

Durch den ‘Oslo Report‘ wird das Geheimnis der deutschen Langstrecken-Raketen und Radar-Entwicklungen aufgedeckt. Der Report wurde vermutlich von einem deutschen Wissenschaftler aus Anti-Nazi-Kreisen anonym an den englischen Marine-Attaché in Norwegen gesendet.
Konteradmiral Sinclair, der Chef des British Secret Intelligence Service (MI6 = englischer Geheimdienst), stirbt an Krebs. Nachfolger wird sein Stellvertreter Oberst Menzies.


General von Brauchitsch, der Kopf der Zossen-Verschwörer.

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Sonntag den 5. November 1939:
Heimatfronten

Deutschland: DIE ZOSSEN VERSCHWÖRUNG. Die Generale von Brauchitsch (Oberbefehlshaber des Heeres), Halder und Beck planen Hitlers Westfront-Offensive aufzuhalten. Falls notwendig, soll von Brauchitsch den Führer in Berlin verhaften. Aber nach einer heftigen Auseinandersetzung mit Hitler verliert von Brauchitsch die Nerven und kehrt zum OKH (Oberkommando des Heeres) nach Zossen zurück, wo die Verschwörung zusammenbricht.

Geheimkrieg

Oberst Hans Oster von der Abwehr (Militär-Geheimdienst), einer der Verschwörer von Zossen, warnt Oberst Sas, den holländischen Militärattaché in Berlin, über einen bevorstehenden Angriff auf die Niederlande. Sas informiert darüber auch den belgischen Attaché.


Während sie ein Potez 637 Aufklärungsflugzeug eskortierten, wurden neun Curtiss Hawk der GC II/5 von einer Formation aus etwa 27 Messerschmitt Bf 109D angegriffen. Im größten Luftkampf bisher, über dem Gebiet zwischen der Maginot und Siegfried-Linie, schickten die französischen Piloten acht Bf 109D zur Erde, wovon vier abstürzten und vier Notlandungen machen mussten. Nur ein Hawk-Jäger, welcher auf dem Foto zu sehen ist, wurde abgeschossen. Leutnant Tremolet musste seinen Jäger notlanden, welcher später repariert wurde und wieder geflogen werden konnte.

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Montag den 6. November 1939:
Westfront

Größter Luftkampf bisher. Neun französische Curtiss Hawk-Jäger schießen vier von 27 Bf 109D über der Saar ab.


Psychologischer Krieg an der deutschen Rheinfront.

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Dienstag den 7. November 1939:
Westfront

Hitler verschiebt die für den 12. November geplante Offensive. Es folgen insgesamt 13 weitere Verschiebungen bis zum 9. Mai 1940.

Politik

Königin Wilhelmina von Holland und König Leopold von Belgien appellieren für Frieden und bieten an, zwischen den Gegnern zu vermitteln.


Zum Gedenken an den Putsch von 1923 pflegte Hitler alljährlich am 8. November vor alten Kämpfern im Münchener Bürgerbräukeller zu sprechen.

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Mittwoch den 8. November 1939:
Heimatfronten

Deutschland: BÜRGERBRAÜKELLER BOMBENATTENTAT. Eine starke Bombe zerstört den Bierkeller in München und tötet acht Menschen, nur Minuten nach einer heftigen Anti-Britischen Rede von Hitler, der einen fünfjährigen Krieg voraussagt. Die Gestapo verhaftet hunderte von Verdächtigen. Propagandaminister Goebbels verdächtigt die Engländer.

Besetzte Gebiete

Polen: Dr. Hans Frank wird zum NS-Gouverneur vom Generalgouvernement (Rest-Polen) ernannt. Es werden Pläne erstellt, um etwa 600.000 Juden und 400.000 Polen aus den in das Reich eingegliederten westpolnischen Gebieten in das Generalgouvernement von Frank zu transportierten. Die Aktion beginnt am 1. Dezember und wird bis zum Frühjahr 1940 abgeschlossen.


Neu und am meisten gesucht:




Nach der Bombenexplosion im Münchener Bürgerbräukeller am 8. November. Johann Georg Elser (erschossen am 9. April 1945) ließ sich zwischen August und November 1939 mindestens 30mal nachts im Bürgerbräukeller einschließen und installierte hinter dem Rednerpult eine Sprengladung. Diese detonierte auch planmäßig und brachte die Decke zum Einsturz, traf aber den Diktator nicht, der unerwartet früh seine Rede abgeschlossen und den Saal verlassen hatte.

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Donnerstag den 9. November 1939:
Geheimkrieg

Venlo-Zwischenfall: zwei englische Geheimdienstoffiziere, Major Stevens und Captain Best, werden von der Gestapo an der holländisch-deutschen Grenze bei Venlo bei dem Versuch mit deutschen Nazi-Gegnern Kontakt aufzunehmen, gekidnappt. Sie bleiben bis zum April 1945 inhaftiert.


Niederländische Reservisten am Bahnhof einer kleinen Garnisonsstadt.

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Freitag den 10. November 1939:
Neutrale

Niederlande: Die Holländer verstärken ihre Grenztruppen, stoppen alle Entlassungen aus der Armee und bereiten die Überflutung großer Flächen durch Öffnung der Schleusen vor.


Ein deutscher Artillerie-Beobachter an der Westfront.

Kriegstagebuch für Samstag den 11. November 1939:
Westfront

Leichte Tätigkeit von deutschen Patrouillen und Artillerie.
Das englische BEF (Britische Expeditionskorps) hält einen Gedenktag zum Waffenstillstand vom 11. November 1918 in Mitten der großen Schlachtfelder des Ersten Weltkrieges ab.


Maurice Chevalier, der weltbekannte Charmeur mit Stöckchen und Strohhut, wie er ohne eine Spur seines Charmes verloren zu haben, im September 1963 seinen 75. Geburtstag feiert.

Kriegstagebuch für Sonntag den 12. November 1939:
Politik

König George VI und der französische Präsident Lebrun geben vorsichtige Antworten auf die holländisch-belgische Friedensinitiative.
König Carol von Rumänien bietet ebenfalls seine Vermittlung an, welche am 16. November abgelehnt wird.

Westfront

Erstes ENSA-Konzert (Entertainments National Service Association) für englische und französische Soldaten in Frankreich mit Maurice Chevalier und Gracie Fields.

Neutrale

Niederlande: Der holländische und belgische Außenminister treffen sich zu Beratungen in Breda.


Der zahlenmäßig wichtigste Langstreckenaufklärer der Luftwaffe zu Beginn des 2. Weltkrieges ist die Dornier Do 17 .

Kriegstagebuch für Montag den 13. November 1939:
Luftkrieg

Die deutsche Luftwaffe bombardiert die Shetland-Inseln. Keine Verluste, nur ein Kaninchen getötet.
Luftalarm in Paris und Flugabwehrkanonen beschießen ein deutsches Aufklärungsflugzeug.

Seekrieg

Der Zerstörer Blanche der englischen Royal Navy läuft in der Themse-Mündung auf eine Mine und sinkt. Das Schiff ist der erste englische Zerstörer, welcher im 2. Weltkrieg verloren geht.

Neutrale

Niederlande: Ministerpräsident de Geer rechtfertigt die bisherigen Verteidigungsmaßnahmen und erklärt, dass die unmittelbare Gefahr vorüber ist.


Dijle Plan: Die alliierte Strategie basierte auf dem Vorhandensein der Maginot-Linie, deren Bau allerdings noch nicht abgeschlossen war. Die Tatsache jedoch, dass sie nur bis zur belgischen Grenze reichte, ließ die Gefahr einer erneuten Anwendung des Schlieffenplans von 1914 entstehen – eines massierten Angriffes durch Belgien mit Stoßrichtung Paris. Die Alliierten begegneten dieser strategischen Möglichkeit mit dem Dijle-Plan: mit dem Drehpunkt in Sedan und den hügeligen Ardennen sollte sich der linke Flügel ihrer Truppen nach Belgien hineinbewegen.

Kriegstagebuch für Dienstag den 14. November 1939:
Westfront

‘Plan D’ (‘Dijle-Plan’) vom französischen und englischen Oberkommando angenommen, nach geheimen Gesprächen mit den Belgiern. Eine deutsche Invasion von Belgien soll durch einen sofortigen Vormarsch der alliierten Armeen bis zu einer Linie von Antwerpen, entlang des Flusses Dijle südlich und westlich von Brüssel bis zur französischen Grenze bei Dinant begegnet werden.


Japanische Infanterie im Gefecht in Süd-China. Das Maschinengewehr ist vom Modell 6,5 mm Typ 96, welches viele Eigenschaften des tschechischen ZB übernommen hatte.

Kriegstagebuch für Mittwoch den 15. November 1939:
China

Die Japaner erobern Pakhoi, den letzten chinesischen Hafen. Seit Juli 1937 haben die Japaner nun alle Häfen Chinas besetzt.

Politik

Der deutsche Reichsaußenminister von Ribbentrop weist den holländisch-belgischen Friedensappell vom 7. November zurück.

Besetzte Gebiete

Tschechoslowakei: Große Demonstration bei der Beerdigung von Jan Opletal, eines Medizinstudenten welcher in Prag bei den Unruhen zum Unabhängigkeitstag am 28. Oktober tödlich verwundet wurde.


Das Panzerschiff ‘Admiral Graf Spee’ im Treibeis der Ostsee. Es lief vor Kriegsbeginn in den Südatlantik aus, um den englischen Kreuzer-Patrouillen zu entgehen.

Kriegstagebuch für Donnerstag den 16. November 1939:
Seekrieg

Englische, französische und australische Kriegsschiffe suchen nach dem deutschen Panzerschiff Admiral Graf Spee im Indischen Ozean und in den Gewässern um Indonesien.


‘Deutschland’ wird im Februar 1940 zu ‘Lützow’ umbenannt und als Schwerer Kreuzer klassifiziert.

Kriegstagebuch für Freitag den 17. November 1939:
Seekrieg

Atlantik: das Panzerschiff Deutschland kommt im Hafen von Gdingen in der Ostsee nach einer Kaperfahrt im Atlantik an (zwei Schiffe wurden dabei versenkt).
Das Schiff wird von Hitler im Februar 1940 in Lützow umgetauft, um im Falle einer Versenkung dem Gegner kein zusätzliches Propagandamaterial zu liefern.

Luftkrieg

Ein deutsches Aufklärungsflugzeug fliegt über Nord-West England.
Deutsche Flugzeuge werfen Propaganda-Flugblätter über Mittel- und Südost-Frankreich ab.
Die englische RAF fotografiert die Marinebasis von Wilhelmshaven.

Politik

Drittes Treffen des Alliierten Obersten Kriegsrates in London. ‘Plan D’ (Dijle-Plan) vom 14. November wird angenommen. Die englische und französische Kriegswirtschaft sollen eng miteinander verzahnt werden.

Besetzte Gebiete

Tschechoslowakei: Die SS besetzt in der Nacht vom 16. auf den 17. November alle Universitäten. Neun Studentenführer werden hingerichtet und 1.200 Studenten in Konzentrationslager transportiert. Die Universitäten bleiben bis Kriegsende 1945 geschlossen.
Der tschechische Ex-Präsident Benes bildet in Paris ein National-Komitee.


Die für Schiffe in flachen Gewässern besonders gefährliche deutsche neue Magnetmine, welche von Flugzeugen abgeworfen wird.
1 = Fallschirmbehälter, 2 = gefalteter Fallschirm, 3 = Magnetnadel, 4 = Behälterverbindung, 5 = Zünder, 6 = ca. 325 kg hochexplosiver Sprengstoff, 7 = Anti-Schlinger-Hörner

Kriegstagebuch für Samstag den 18. November 1939:
Seekrieg

Atlantik: Vier Schiffe werden von neuen deutschen Magnet-Minen vor der englischen Ostküste versenkt. 86 Passagiere des holländischen Passagierschiffes Simon Bolivar kommen dabei ums Leben.

Heimatfronten

Großbritannien: Die IRA lässt vier kleinere Bomben in Geschäftshäusern in London hochgehen.

Besetzte Gebiete

Tschechoslowakei: Das Kriegsrecht wird in Prag ausgerufen.


Hungernde und bettelnde Kinder im Warschauer Ghetto.

Kriegstagebuch für Sonntag den 19. November 1939:
Besetzte Gebiete

Polen: Es werden Barrikaden und Zäune rund um das jüdische Viertel (Ghetto) in Warschau errichtet.


Heinkel He 115 B-0 Wasserflugzeug von 1939, eines von der ersten Version, welche zum Einsatz kommt. Sie werden zum Transport der neuen 920-kg-Magnetmine verwendet.

Kriegstagebuch für Montag den 20. November 1939:
Seekrieg

Deutsche Wasserflugzeuge beginnen damit, die neuen Magnetminen in den Schifffahrtsrouten an der englischen Ostküste abzuwerfen (Nacht vom 20. auf den 21. November).


Die Schlachtkreuzer Gneisenau und Scharnhorst während einer Flottenparade im Jahre 1939.

Kriegstagebuch für Dienstag den 21. November 1939:
Seekrieg

Atlantik: Die deutschen Schlachtkreuzer Gneisenau und Scharnhorst werden in den Nord-Atlantik entsendet.
Zu den Minen-Opfern an der englischen Ostküste zählt nun auch der neue englische schwere Kreuzer HMS Belfast (beschädigt).


Eine Magnetmine, welche versehentlich über Land abgeworfen wurde, und welche nicht wie vorgesehen dabei explodiert ist.

Kriegstagebuch für Mittwoch den 22. November 1939:
Seekrieg

Experten der englischen Royal Navy entschärfen ein der neuen deutschen Magnetminen, welche in das Shoeburyness-Wattenmeer vor der Küste von Essex gefallen ist und dabei nicht, wie eigentlich beim Aufschlag auf Land vorgesehen, explodiert ist. Nach Prüfung ihres Mechanismus entwickeln sie eine Gegenmaßnahme zur ‘Entmagnetisierung’ von Schiffskörpern.


Schlachtkreuzer ‘Scharnhorst’ in schwerer See im Atlantik.

Kriegstagebuch für Donnerstag den 23. November 1939:
Seekrieg

Atlantik: der englische bewaffnete Hilfskreuzer Rawalpindi wird von der Scharnhorst südöstlich von Island zusammengeschossen (265 Tote), kann jedoch durch seinen Widerstand das Entkommen des größten Teils seines Geleitzuges ermöglichen.
Scharnhorst und Gneisenau entkommen der Verfolgung durch die englische Royal Navy und erreichen einen deutschen Hafen am 27. November.

Heimatfronten

England: Schinken und Butter werden rationiert.

Besetzte Gebiete

Polen: Die Polnische Exil-Regierung wird mit Sitz in Angers (West-Frankreich) gebildet.


Hitler 1938 im Ruhrgebiet. Rechts hinter ihm Fritz Thyssen, welcher diesem schon seit 1923 erhebliche Summen zur Verfügung stellte und 1931 Parteimitglied wurde. Später erkannte er, daß er von Hitler für dessen eigene Ziele missbraucht worden war.

Kriegstagebuch für Freitag den 24. November 1939:
Heimatfronten

Deutschland: Die NS-Regierung übernimmt als Treuhänder das Vermögen und die finanziellen Interessen von Fritz Thyssen. Der Eisen- und Stahl-Magnat und einer der hauptsächlichen Unterstützer Hitlers in früheren Jahren ist nach Kriegsbeginn im September 1939 in die Schweiz geflohen.


An der Westfront ist es in diesen Tagen nahezu ruhig. Diese Bild zeigt einen Querschnitt durch eine Bunkeranlage am deutschen Westwall. Nur der Gefechtsturm ragt über die Erdoberfläche.

Kriegstagebuch für Samstag den 25. November 1939:
Seekrieg

Von deutschen Streitkräften werden Minen innerhalb schwedischer Hoheitsgewässer an der schwedischen Südwest-Küste ausgelegt. Schweden protestiert dagegen am 27. November.


Russische motorisierte Artillerieabteilung im Hafen von Dorpat.

Kriegstagebuch für Sonntag den 26. November 1939:
Politik

‘Mainila-Zwischenfall’: Die Russen werfen den Finnen vor, die Ortschaft Mainila mit Granaten beschossen zu haben, wobei vier Soldaten getötet worden sein sollen. Es wird die sofortige Zurücknahme der finnischen Truppen von der Grenze vor Leningrad (heute St.Petersburg) verlangt.


Japanische mittlere Panzer Typ 89 B mit Infanterie auf dem Vormarsch in China. Die Flaggen dienen zur Kennzeichnung für die Luftaufklärung.

Kriegstagebuch für Mittwoch den 27. November 1939:
China

Chinesisch-Japanischer Krieg: Die Japaner erobern Nanning im Süden von China, einem wichtigen Endpunkt der Eisenbahn aus Französisch-Indochina.

Seekrieg

Die britische Regierung befiehlt die Beschlagnahmung deutscher Exportgüter auf hoher See als Vergeltung für den Einsatz der neuen deutschen Magnetminen.

Neutrale

Norwegen: Das Nobel-Komitee des norwegischen Parlamentes kündigt die Aussetzung der Vergabe des Friedensnobelpreises für 1939 an.


Vorbereitung zum Krieg: Training einer russischen Maschinengewehr-Mannschaft am M1901 Maxim MG, einer alten aber zuverlässigen Waffe, welche weit verbreitet, in der Roten Armee verwendet wird.

Kriegstagebuch für Dienstag den 28. November 1939:
Politik

Russland kündigt den Sowjetisch-Finnischen Nichtangriffspakt von 1932.
Die Finnen informieren die russische Regierung in Moskau darüber, das Untersuchungen ergeben haben, dass die russische Artillerie die sieben Granaten auf die russische Ortschaft Mainila am 26. November 1939 selbst abgefeuert hat.


Die neuen Nachbarn in Polen: russische und deutsche Soldaten im Gespräch.

Kriegstagebuch für Mittwoch den 29. November 1939:
Politik

Russland bricht die diplomatischen Beziehungen zu Finnland ab.


Der Winterkrieg mit den russischen Offensiven, den finnischen Gegenangriffen und den Gebietsverlusten Finnlands nach dem Frieden von Moskau im Jahr 1940.

Kriegstagebuch für Donnerstag den 30. November 1939:

Finnland

WINTERKRIEG: RUSSISCHER ANGRIFF AUF FINNLAND. 26 Divisionen greifen an vier Fronten an: auf der Karelischen Landenge, nördlich des Ladogasees, in Karelien und bei Petsamo in der Arktis, unterstützt von 900 Flugzeugen und der russischen Ostsee- und Nordmeer-Flotte.
Helsinki und Wyborg werden bombardiert, Massenevakuierung von Zivilisten.
Feldmarschall Mannerheim (Alter 72) wird zum ‘Verteidiger von Finnland’ und Oberbefehlshaber ernannt.

Gesamtstärke der sowjetischen Streitkräfte gegen Finnland:
600.000 Soldaten, 32 Divisionen, 1.200 Panzer.
696 Flugzeuge aufgeteilt zwischen den Armeen, sowie 300 mehr in Estland stationiert.
2 Schlachtschiffe, 1 Kreuzer, 9 Zerstörer, 16 kleinere Kriegsschiffe, 11 U-Boote von der Ostseeflotte und der Polarflotte (Murmansk).

Gesamtstärke der finnischen Streitkräfte bei Beginn des Winterkrieg:
400.000 Mann, 9 Divisionen
145 Flugzeuge
2 Küstenpanzerschiffe, 5 U-Boote

Heimtfronten

Deutschland: Insgesamt nun noch 120.000 Arbeitslose (trotz Kriegszustand).

Seekrieg

Handelsschiffs-Verluste im November 1939: 49 alliierte Schiffe mit zusammen 173.563 Tonnen im Atlantik, 1 alliiertes Schiff mit 706 Tonnen in anderen Gewässern.
1 deutsches U-Boot im Atlantik, Arktis oder Ostsee versenkt.


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