10-1914, Oktober 1914


Kriegstagebuch des Ersten Weltkrieges für Oktober 1914.

Fall von Antwerpen, Erste Flandernschlacht, Schlacht an der Yser, erstes Handelsschiff durch ein U-Boot versenkt, Verurteilung von Gavrilo Princip (Attentäter von Sarajewo), erstes Schlachtschiff versenkt und türkischer Kriegseintritt.

zurück Zurück zu September 1914.


Britische Infanterie marschiert 1914

Britische Infanterie marschiert nach Norden während des ‘Wettlaufs zum Meer’ in Richtung Flandern,

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 1. Oktober 1914:

Westfront

BEGINN DER VERLEGUNG DES BRITISCHEN EXPEDITIONSKORPS (BEF) von der Aisne nach Flandern (bis 20. Oktober abgeschlossen) mit der Kavallerie. Das BEF wird Stellungen zwischen Bethune und Hazebrouck südlich von Ypern beziehen.
Das bayerischen Reserve-Korps dringt in Douai ein und vertreibt 2.500 Mann französische Truppen und Panzerwagen der Royal Navy.
Artois: Die Sechste Armee von Kronprinz Rupprecht von Bayern wird mit dem preußischen Gardekorps verstärkt.
Somme: Gefechte rund um Roye südwestlich von Peronne. Den Deutschen gelingt es nicht, die französischen Linien zu durchbrechen.
Meuse-Argonne: Die Franzosen zerstören eine deutsche Pontonbrücke über den Fluss.
Antwerpen: Deutsche Truppen erobern Fort Waelhem und eine Schanze. Ein Gegenangriff der belgischen 1. Division um 14 Uhr hält sie auf, ist aber nicht in der Lage das Fort zurückzuerobern.

Geheimkrieg

Die Franzosen brechen den deutschen Ubchi-Funkschlüssel. Das deutsche Oberkommando befiehlt keine nachlässigen Funknachrichten am 3. Oktober, aber die Franzosen brechen den Code wieder am 21. Oktober. Am 10. Dezember gelingt es ihnen nochmals den Code für November zu entschlüsseln.

Ostfront

Ostpreußisches Grenzgebiet – Schlacht von Augustowo bis zum 9. Oktober. Die russische Armee Zehnte erobert die Stadt zurück und greift die sich zurückziehenden deutschen Truppen an.
Siebenbürgen: Das österreich-ungarische Armeekorps Pflanzer-Baltin wird gebildet und alsbald in die Bukowina verlegt.

Seekrieg

Nordsee: U-20 (Dröscher) ist das erste U-Boot, welches die Britischen Inseln in 18 Tagen umrundet.
Die britische Royal Navy beginnt Minenfelder im offenen Meer auszulegen. 1.264 Seeminen werden von 7 alten Kreuzer im Seegebiet Goodwin Sands – 10 sm nördlich von Ostende – ausgelegt. 2000 Minen von Ende 1914 bis Februar, 7154 Minen bis zum 16. Februar 1915. Aber viele sind defekt, sodass etwa 4.000 auf den Meeresgrund absinken oder abgetrieben werden. Die neutrale Schifffahrt muss nun durch die Downs fahren.
Die Vorhut der britischen Royal-Navy-Division (Marine-Brigade) landet bei Antwerpen an.
Atlantik: Erste Einheiten des Kanadischen Expeditionskorps CEF laufen mit 31 Schiffen unter der Eskorte von 4 Kreuzern in Richtung England aus, wo sie in Plymouth ausgeschifft werden.

Naher Osten

Dardanellen: Die Türken schließen die Dardanellen. 120 Schiffe (347.880 t) sind jetzt im Schwarzen Meer blockiert.
Ägypten: Ausländer aus feindlichen Staaten müssen sich registrieren lassen. Alle im wehrfähigen Alter werden nach Malta deportiert.

Afrikanische Fronten

Kamerun: ca. 300 Briten von einer Flottille aus Duala nehmen Tiko und besetzen die Misselele-Plantage. Die nördlichen Eisenbahn-Operationen beginnen, als ca. 400 Briten die Bapele-Brücke und am nächsten Tag Maka nehmen.

Politik

Rumänien: Ein geheimes russisch-rumänischen Abkommen verspricht letzterem Gebiete – für dessen wohlwollende Neutralität.

Heimatfronten

Deutschland: K-Brot (Kriegsbrot) mit Ersatzstoffen eingeführt. Viele 4-Kanonen-Batterien werden aufgestellt, welches ab 1915 die Standard-Geschütz-Anzahl in einer Batterie werden wird.


Deutsche Truppen während eines Angriffs

Deutsche Truppen während eines Angriffs an der Westfront.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 2. Oktober 1914:

Westfront

In der Nähe von Arras gerät Maud’huy unter starken Druck durch 3 deutsche Korps bis zum 6. Oktober.
Sir J. French, der Befehlshaber des Britischen Expeditionskorps, berichtet an König George: ‘.. der Spaten wird von ebenso großer Notwendigkeit sein, wie das Gewehr … und ebenfalls die schwerste Artillerie … .”
Antwerpen: Fort Koningshoyckt und Lierre werden von den Belgiern aufgegeben. Deutsche Truppen nehmen Termonde.

Ostfront

Ostpreußisches Grenzgebiet: Die Russen besetzen wieder Mariampol.

Südliche Fronten

Bosnien: Die serbisch-montenegrinische Bedrohung für Sarajevo flammt wieder auf bis zum 4. Oktober.

Geheimkrieg

Irland: Der erste deutsche Spion des Krieges, Karl Lody, wird verhaftet. Die Gerichtsverhandlung beginnt am 30. Oktober.

Heimatfronten

Großbritannien: Admiral Lord Beresford sagt in Aberdeen während einer Rekrutierungs-Rede: ‘Alle Ausländer aus feindlichen Staaten sollten eingesperrt werden !’. Kitchener ernennt Sir Keogh als Chef des Army Medical Services (Medizinischer Dienst der britischen Armee).


Neu und am meisten gesucht:




Zeppelin-Kreuzer über Antwerpen

Zeppelin-Kreuzer über Antwerpen.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 3. Oktober 1914:

Westfront

Flandern: Deutsche Truppen besetzen kurzzeitig Ypern. Landwehr-Truppen marschieren in Tournai ein.
Belgien: Der äußere Verteidigungsring von Antwerpen ist jetzt völlig in deutscher Hand. Die ausländischen Gesandtschaften verlassen die Stadt. Churchill trifft aus London kommend ein mit dem Versprechen einer ‘möglichen französisch-britischen Entsatzarmee’, wenn der innere Verteidigungsring von Antwerpen noch 3 Tage lang durchhalten könne. Die britische 7. Division wird sofort nach Gent und weitere 3 Marinebrigaden mit 10 schweren Geschütze nach Antwerpen geschickt.

Ostfront

Karpaten: Die Russen nehmen Máramaros-Sziget in Nord-Ungarn, aber es wird von österreich-ungarischen Truppen am 7. Oktober zurück erobert.

Neutrale

USA: Der türkische Botschafter Rustem Bey verlässt das Land nach seiner Kritik an der Behandlung der Filipinos und Neger.

Heimatfronten

Kanada: Das 1. kanadische Expeditionskorps läuft in 31 Schiffe in Richtung Großbritannien aus.


Der Zar bei seinen Truppen

Zar Nikolaus (ganz vorn hinter der Kanone) zu Besuch bei seinen Truppen.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 4. Oktober 1914:

Ostfront

Der Zar kommt zum STAWKA (russisches Hauptquartier) und besucht die Festung Osovyets in der Nähe der ostpreußischen Grenze am 8. Oktober.
Polen: Österreichisch-deutsche Offensive in Richtung Warschau beginnt. Die österreich-ungarischen Ersten Armee nimmt Opatow, aber die Garde-Kavallerie-Brigade unter Mannerheim deckt den Rückzug der russischen Infanterie zurück über die Weichsel bei Sandomir.

Westfront

Flandern: Deutscher Vormarsch in Richtung der Küste Flanderns, wo Lens, Comines, Poperinghe und Bailleul genommen werden. Lille wird beschossen.
Antwerpen: 2.082 britische Marinesoldaten unter General Paris kommen per Bahn aus Dünkirchen an. Die deutsche 37. Landwehr-Brigade greift Scheidt an zwei Stellen an, aber die belgische 4. Division hält ihre Stellungen.

Südliche Fronten

Albanien: Essad Pascha und seine Armee trifft in der Hauptstadt ein, wo der Senat ihm am 5. Oktober zum Präsidenten wählt.

Afrikanische Fronten

Südwest-Afrika: Oberst Mackenzies Gebirgsbrigade verstärkt die alliierten Landungstruppen in der Lüderitzbucht.
Ostafrika: Deutsche Truppen schlagen einen belgischen Angriff auf Kisenyi in Ruanda ab.


frenzösischer leichter Bomber Voisin III in 1914

Eine Voisin III im Flug. Es war das erste französische Flugzeug, welchem es gelang ein deutsches Flugzeug abzuschießen.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 5. Oktober 1914:

Luftkrieg

Westfront: Erster Luftsieg eines mit einem Maschinengewehr bewaffneten alliierten Flugzeuges. Die Franzosen, Unteroffizier Frantz und Korporal Quenault, in einer Voisin III der Escadrille VB24 zerstören eine Aviatik mit 47 Schuss bei Jonchery-sur-Vesle in der Nähe von Reims. Die deutsche Besatzung (Schlienting und Zangen) wird dabei getötet.

Westfront

Antwerpen: 4 deutsche Bataillone überqueren den Fluss Nethe bei Duffel, 6.000 Mann der britischen Royal-Navy-Division, welche nur unvollständig ausgerüstet sind, kommen einen Tag zu spät an. Entscheidender Tag der Belagerung. General Pau, der zur Unterstützung der Belgier geschickt wurde, lässt 6.670 französische Marinesoldaten in Gent anhalten.
Artois: Die bayerischen Truppen verdrängen Maistres XXI. Korps aus Souchez, Givenchy und vom Vimy-Rücken nördlich von Arras. Das Eintreffen von General Foch motiviert die französische 77. Reserve-Division zu Gegenangriffen, welche die Frontlinie nördlich und südlich der Stadt bis zum 7. Oktober stabilisiert.
Frankreich: Präsident Poincare besucht zum ersten Mal das Oberste Alliierte Hauptquartier von Joffre bei Romillysur-Seine.

Politik

Deutschland: Kaiser Wilhelm II. stimmt zu, dem Osmanischen Reich 2 Milliarden in Gold mit zwei Zügen durch Rumänien zu schicken. Die Züge treffen am 16. und 21. Oktober in Konstantinopel ein. Enver Pascha hatte 5 Milliarden angefordert.
Großbritannien: Asquith lehnt Churchills Angebot ab, als Marineminister zurückzutreten, wenn er dafür den Oberbefehl über Antwerpen erhält.


Deutsche Soldaten Ostfront 1914

Deutsche Soldaten warten an der Ostfront auf den Befehl zum Angriff.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 6. Oktober 1914:

Ostfront

Polen und Galizien: Allgemeiner russischen Rückzug, nachdem 8.000 Männer und 9 Kanonen gegen die deutschen Truppen seit dem 28. September eingebüßt wurden.

Westfront

Antwerpen: Deutsche Truppen nehmen Lierre. Die belgische Armee beginnt in der Nacht vom 6./7. Oktober die Stadt zu evakuieren. Rawlinsons britische 7. Division und 3. Kavallerie-Division (21.942 Mann, 9580 Pferde und 69 Kanonen) werden bis zum 8. Oktober – allerdings zu spät für die Stadt – in Ostende und Zeebrügge ausgeschifft.
Artois: Arras gerät unter schweren deutschen Artilleriebeschuss. Die Angriffe der deutschen Truppen bis zum 8. Oktober werden zurückgeschlagen.
Flandern: Französische Territorialtruppen treiben das II. Kavallerie-Korps von Marwitz bis zur Linie Lens-Lille zurück.

Afrikanische Fronten

Kamerun: 50 Franzosen aus Duala besetzen die Yapoma-Brücke.
Südwest-Afrika: Der südafrikanische Oberstleutnant Maritz verhandelt mit den Deutschen.

Seekrieg

Atlantik: Der leichte Kreuzer Karlsruhe versenkt bis zum 26. Oktober 8 britische Handelsschiffe.
Nordsee: Das britische Unterseeboot E9 versenkt den deutschen Zerstörer S116 vor der Mündung der Ems. 10 Besatzungsmitglieder kommen ums Leben, 55 werden gerettet.

Heimatfronten

Belgien: Die Regierung verlässt Antwerpen und geht nach Ostende.


Belgische Soldaten sprengen Eisenbahnbrücke

Belgische Soldaten sprengen eine Eisenbahnbrücke auf ihrem Rückzug, um den deutschen Vormarsch zu verlangsamen.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 7. Oktober 1914:

Westfront

Belgien: Die Evakuierung der alliierten Truppen beginnt. 4 deutsche Brigaden überqueren die Schelde und bedrohen deren Rückzugslinie. Die Belgier halten aber den entscheidenden Eisenbahnknotenpunkt Lokeren bis zum nächsten Tag. Außerdem versuchen 200.000 Zivilisten die Stadt zu verlassen.
Flandern: Das französische XXI. Korps, welches bei Bethune von der Eisenbahn entladen wurde, greift bis zum nächsten Tag deutsche Kavallerie an, welche durch das per Bahn aus Metz eintreffende deutsche XIV. Korps gerettet werden.
Das deutsche IV. Kavallerie-Korps erreicht den Stadtrand von Ypern.

Ostfront

Galizien: Die Russen sind wieder auf dem Fluss San zurückgedrängt.
Karpaten: Die russischen Kavallerie-Kommandos verlassen den Norden von Ungarn, kehren aber für weitere Überfälle am 10. Oktober zurück.

Naher Osten

Mesopotamien: Türkische Proteste wegen der Schiffe der Royal Navy im Schatt-al-Arab, aber das Ultimatum läuft ab, ohne dass irgendetwas passiert.

Seekrieg

Zentral-Pazifik: Japanische Marinesoldaten besetzen die Insel Yap.

Afrikanische Fronten

Ostafrika: 480 Deutsche mit 6 MGs (31 Gefallene) greifen Gazi an, wo sie von 850 Briten mit 6 MGs (18 Gefallene) abgeschlagen werden.

Heimatfronten

Österreich-Ungarn: Österreich-ungarische Staatsbürger, welche im Ausland gegen die Monarchie arbeiten, wird ihre Staatsbürgerschaft entzogen und ihre Familien deportiert. Der Wert der österreichischen Kronen ist um 9% gegenüber der Reichsmark gesunken. Daraufhin sendet das Deutsche Reich jeden Monat 100.000 Reichsmark als Kredit für die Dauer des Krieges.


Truppen eines nigerianischen Regiments

Truppen eines nigerianischen Regiments, kommandiert von britischen Offizieren, besteigen einen Zug, der sie zur deutschen Kolonie Kamerun bringen soll.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 8. Oktober 1914:

Westfront

Flandern: Foch übernimmt als Joffres Assistent den Oberbefehl über die alliierten Armeen zwischen Lille und der Küste. Sir J. French vom BEF richtet sein Hauptquartier bei Abbeville ein, nachdem er Foch in Doullens getroffen hat.
Das deutsche IV. Kavallerie-Korps rückt durch Ypern vor, wird aber 16 km von Hazebrouck entfernt von Mitrys Kavallerie-Korps zum Stehen gebracht. Bis zum 10. Oktober wird die deutsche Vierte Armee aufgestellt.
Somme: Erneute Kämpfe bei Roye.
Antwerpen: Das Stadtzentrum gerät unter schweren deutschen Artilleriebeschuss, über 200 Häuser werden zerstört. Deutsche Truppen erobern 2 Forts der inneren Festungsringe. Die belgische 2. Division und die Briten ziehen sich zum Rest der alliierten Streitkräfte hinter dem Terneuzen-Kanal nördlich von Ostende zurück.

Luftkrieg

Deutschland: 2 Sopwith Tabloid der Fliegertruppe der englischen Royal Navy aus Antwerpen bombardieren Düsseldorf und Köln. Flugleutnant Marix zerstört den gerade neu ausgelieferten Heeres-Zeppelin Z9 in einer Luftschiff-Halle in Düsseldorf aus 200 m Höhe mit 4 x 20-Pfund-Bomben. Die Luftabwehr beschädigt sein Flugzeug und der Kraftstoff läuft aus, er kann aber 30 km vor Antwerpen unverletzt eine Bruchlandung hinlegen. Staffel-Kommandant Grey bombardiert den Hauptbahnhof von Köln und kehrt rechtzeitig zur alliierten Räumung von Antwerpen zurück.

Afrikanische Fronten

Kamerun: Oberstleutnant Haywoods 500 nigerianische Truppen besetzen Susa und Kake. Oberst Gorges mit ca. 1.000 Mann und 4 Geschütze in 29 Schiffe wird im Inland bei Yabasi am Fluss Wuri abgeschlagen, kehrt aber am 14. Oktober zurück und kann den Ort nehmen. Insgesamt hat er dabei 79 Mann Verluste.

Ostfront

Ostpreußen: Russische Rückeroberung von Lyck, aber die deutschen Truppen holen es sich am 13. Oktober zurück. Francois ersetzt Schubert im Kommando der deutschen Achten Armee.

Südliche Fronten

Bosnien: Die serbische Uzice-Armee wird bis zum 10. Oktober zurückgetrieben.

Ferner Osten

Tsingtau: Nach einer Woche Beschuss lässt das deutsche Abwehrfeuer nach.


Österreich-ungarischer Sturmangriff in Galizien

Österreich-ungarische Truppen, von MGs gedeckt, in Galizien beim Sturm gegen russische Verbände.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 9. Oktober 1914:

Ostfront

Polen: Die Truppen der Mittelmächte nähern sich der Festung Iwangorod (Schwarz) am Fluss Weichsel.
Galizien: Österreich-ungarische Truppen entsetzen Przemysl.

Westfront

Antwerpen: 1.560 Mann der britischen 1. Marinebrigade werden abgeschnitten und in Holland interniert. Deutsche Truppen besetzen den inneren Verteidigungsring und zwingen 936 Mann britischer Truppen sich zu ergeben. Der Bürgermeister unterzeichnet den Waffenstillstandsvertrag von Contich in Beselers Hauptquartier.
Flandern: 400 französische Busse (die französische Armee nutzt nun fast 800 Linienbusse aus Paris auf Dauer) transportieren 10.000 britische Soldaten vom II. Korps 36 km östlich von Abbeville nach St. Pol.
Frankreich: Das III. Korps des britischen Expeditionskorps besteigt Züge in Compiegne in Richtung St. Omer. Das BEF-Kavallerie-Korps unter Allenby wird aufgestellt.

Seekrieg

Ostindien: Der britische Kreuzer HMS Yarmouth versenkt bzw. zurückerobert 2 Versorgungsschiffe des deutschen Leichten Kreuzer Emden in Puio Tapah auf West-Sumatra.

Afrikanische Fronten

Südafrika: Maritzs 1.600 Mann meutern 40 km westlich von Upington und übergeben 60 zur britischen Fahne stehende Soldaten den Deutschen bei Van Rooisvlei.

Neutrale

Italien: Kabinettskrise, der Kriegsminister tritt zurück. Der Außenminister stirbt am 16. Oktober.
Schweden: Einführung einer Verteidigungs-Steuer und staatliche Kontrolle über den Warenhandel.
Portugal: Die Regierung erklärt ihre Neutralität, beruft aber die Marine-Reservisten am 27. Oktober ein und richtet eine Militärmission in London während des Oktobers ein.


Einzug deutscher Truppen in Antwerpen

Eine deutsche Postkarte feiert den Einmarsch in Antwerpen.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 10. Oktober 1914:

Westfront

FORMALE KAPITULATION VON ANTWERPEN GEGENÜBER DEN DEUTSCHEN TRUPPEN: Deguise übergibt sein Schwert in Fort Ste Marie, welches die belgische Garnison verlassen hat. Die belgische Armee stemmt sich gegen die deutsche Verfolgung in der Nähe von Gent.
Flandern: Die Deutschen bombardieren Lille. Schlacht von La Bassee bis zum 2. November. Falkenhayn befiehlt der deutschen Vierten Armee (Württemberg), ‘die Festungen von Dünkirchen und Calais abzuschneiden’.
Die Granaten für die Geschütze des Britischen Expeditionskorps werden auf 20 Stück je Tag und Kanone rationiert. Das britische IV. Korps unter Rawlinson wird gebildet.

Ostfront

Polen: Frommels Kavallerie-Korps nimmt Lodz. Mackensens XVII. Korps besiegt die Russen bei Grojec südlich von Warschau und erbeutet Dokumente zu den Plänen des russischen Großherzogs, die deutsche Armee in eine Falle laufen zu lassen.

Afrikanische Fronten

Südafrika: Maritz erklärt die Unabhängigkeit und Krieg gegen Großbritannien.

Neutrale

Rumänien: Tod von König Karol I., sein Neffe Ferdinand wird Nachfolger.
Norwegen: Das norwegische Frachtschiff Benesloet läuft von Brest (Frankreich) aus, mit einer Lieferung von 2.500 t Nickel für die Firma Krupp in Deutschland.


Russische 76,2-mm M1902-Feldgeschütze 1914

Russische 76,2-mm M1902-Feldgeschütze in Aktion an der Ostfront. Darüber ein Aufklärungsflugzeug.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 11. Oktober 1914:

Ostfront

Polen: Deutsche Truppen nehmen Sochaczew am Fluss Bzura 50 km westlich von Warschau. Die russische Vierte, Neunte und Fünfte Armeen beginnen mit blutigen Versuchen, die Weichsel bis zum 15. Oktober zu überqueren. Österreich-ungarische Truppen marschieren wieder in Jaroslaw ein.

Westfront

SCHLACHT VON FLANDERN 1914 (bis zum 22. November) beginnt: 6-wöchiger Kampf um die Kontrolle über die Kanalhäfen. Die belgische Armee stellt sich um Brügge herum neu auf. Die Kavallerie des Britischen Expeditionskorps drängt die deutsche Kavallerie zum Fluss Lys zurück.

Seekrieg

Ostsee: Der russische Kreuzer Pallada wird von U-26 (Berckheim) vor dem Finnischen Meerbusen versenkt – es gibt keine Überlebenden.
Ärmelkanal: Konteradmiral Hood übernimmt den Befehl über das neue ‘Dover-Seestraßen-Kommando’ (Dover Straits Command), welches 1915 zur Dover-Patrouille wird.

Luftkrieg

Frankreich: 2 Etrich Tauben werfen 20 Bomben auf Paris. 8 zivile Opfer und die Kathedrale von Notre-Dame wird leicht beschädigt.
General Bernard, der inkompetent französische Directeur de l’Aéronautique wird durch General Hirschauer ersetzt, der sofort die Schließung der Pau&Avord-Flugschulen und den Befehl zur Halbierung der Flugzeugproduktion aufhebt.

Neutrale

Italien: Der neue Kriegsminister Generalmajor Zupelli übergibt dem Ministerpräsidenten ein 5 1/2-Monats-Programm zur Verbesserung der Armee, welches 940 Millionen Lire bis Mai 1915 kostet.
Osmanisches Reich: Zweiter türkisch-deutscher Vertrag. Aus Armenien kommen vom Hauptquartier der türkischen Dritten Armee zunehmend mehr Berichte über Desertionen von Armeniern, welche zu den Russen überlaufen und von diesen bewaffnet werden.

Politik

Großbritannien: Außenminister Grey schickt ein Telegramm an die Regierung in Paris bezüglich des Fiaskos von Antwerpen: ‘Der General ihrer Majestät muss das Recht haben, Truppen für unabhängige Einsätze entsenden zu können’.


Attentäter Princip vor Gericht

Attentäter Princip (erste Reihe, Mitte) und andere Mitverschwörer vor Gericht in Sarajewo.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 12. Oktober 1914:

Heimatfronten

Österreich-Ungarn: ‘Tribunal von Gavrilo Princip und seiner Mittäter wegen Hochverrats’ in Sarajewo.
Südafrika: Das Kriegsrecht wird ausgerufen.

Westfront

Artois: Erste Schlacht von Artois endet mit einem deutschen Gegenangriff. Bülow übernimmt die neue deutsche Zweiten Armee. Das deutsche XIX. Korps besetzt wieder Lille.
Flandern: Die Alliierten evakuieren Ostende und Zeebrügge. Das Britische Expeditionskorps rückt mit seinem IV. Korps in die Frontlinie und erreicht Roulers, zusammen mit den Belgiern. Schlacht von Messines (bis zum 2. November), an der auch das Kavallerie-Korps des BEF beteiligt ist. Das britische II. Korps greift auf einer 13 km breiten Frontlinie an und erreicht unter dem Verlust von 300 Mann Givenchy.
Champagne: Vergebliche Offensive der französischen Fünften Armee bis zum 15. Oktober.
Frankreich: Die indische Secunderabad-Kavallerie-Brigade kommt an. Erster Einsatz bei Ypern am 1. November.

Ostfront

Polen: Mackensen befindet sich in einem Umkreis von weniger als 20 km um Warschau, erhält aber den Befehl von Ludendorff seine Truppen eingraben zu lassen. Hindenburg sagt dazu: ‘Gott sei mit uns, ich kann nicht mehr tun!”

Seekrieg

Südpazifik: Kreuzer Dresden und Leipzig stoßen zu Spees Verband bei der Osterinsel.

Luftkrieg

Frankreich: Fliegerbomben richten leichte Schäden am Gare du Nord in Paris an.
Westfront: Das britische Royal Flying Corps richtet sein permanentes Hauptquartier in St.Omer ein.


Britische Artilleriebatterie bei Ypern

Eine britische Artilleriebatterie zieht durch die verlassenen Straßen einer Ortschaft während der Ersten Schlacht von Ypern.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 13. Oktober 1914:

Westfront

Schlacht von Armentieres (bis 2. November). Alliierte Offensive, an welcher auch Leutnant B. Montgomery (1. Regiment Warwicks, 4. Division) beteiligt ist. Montgomery nimmt mit seiner Einheit zweimal das Dorf Meteren im 8 km breiten Angriffsstreifen des britischen III. Korps nordwestlich von Armentieres. Montgomery wird zum Hauptmann befördert und mit dem Verdienstorden Distinguished Service Order ausgezeichnet. Das britische II. Korps erzielt einige kleinere Geländegewinne unter dem Verlust von 700 Mann, verliert aber den Ort Givenchy.
Flandern: Die Briten besetzen Ypern. Die Deutschen nehmen Gent und Lille. Schwere Kämpfe bei Bethune-La Bassee. Das Hauptquartier des Britischen Expeditionskorps wird in St.Omer eingerichtet. Die französische 87. und 89. Territorial-Division, welche von Le Havre nach Dünkirchen verschifft wurden, nehmen um 9 Uhr Reserve-Stellungen westlich von Ypern ein.

Ostfront

Ostpreußen: Deutsche Truppen besetzen wieder Lyck.
Galizien: Schlacht von Chyrow (bis zum 2. November) beginnt in heftigem Regen und schließt die von einer Cholera-Epedemie heimgesuchten österreich-ungarischen Zweite und Dritte Armee gegen die von Brusilow geführte russische Dritte und Achte Armee südlich von Przemysl ein.

Seekrieg

Nordsee: Erste U-Boot-Panik auf der Truppentransport-Route von Southampton nach Le Havre. Ab dem 6. November werden die Transportschiffe von Zerstörern eskortiert.
3 Unterseeboote der britischen Royal Navy laufen von Harwich zu den russischen Seestreitkräften in die Ostsee aus.

Heimatfronten

Belgien: Die Regierung verlegt ihren Amtssitz von Ostende nach Le Havre.
Großbritannien: Die Morgenzeitung Antwerpener Blunder gibt ‘Churchill die Schuld für den Fall der Stadt’, woraufhin eine heftige Presse-Debatte im Westen stattfindet.

Besetzte Gebiete

Belgien: Die Deutschen erheben eine Besatzungssteuer von 20 Millionen Pfund auf Antwerpen.
Frankreich: General Heinrich wird Militär-Gouverneur von Lille.


Britische Infanteristen in Belgien

Britische Infanteristen rücken vorsichtig an einer belgischen Hecke vorwärts.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 16. Oktober 1914:

Westfront

Flandern – SCHLACHT AN DER YSER BEGINNT (bis zum 31. Oktober): Die Deutschen greifen Dixmude an. Die belgischen Truppen ziehen sich vom Houthulst-Wald nordöstlich von Ypern zurück. Foch besucht den belgischen König Albert. Die alliierten Verbündeten besetzen Aubers, Neuve Chapelle und Wameton sowie Givenchy. Das Britische Expeditionskorps überschreitet die Lys und stößt bei einem Generalangriff 5 km weit vor, seine 7. Division gräbt sich 8 km östlich von Ypern ein.
Artois: Petain teilt mit, dass ‘… man sich mit dem Belagerungskrieg beschäftigen muss …’. Er wird am 20. Oktober zum Korpskommandanten über das XXXIII. Korps befördert.

Heimatfronten

Neuseeland: Das NZEF (neuseeländisches Expeditionskorps) mit 8.574 Männer, 3.818 Pferde und 12 Geschützen läuft von Wellington in Richtung Frankreich aus, wo es seit dem 25. September auf einen stärkeren Begleitschutz gewartet hat.
Australien: Die erste Einheit des AIF (australisches Expeditionskorps) läuft in Richtung Frankreich aus.
Indien: IEF ‘D’ (indisches Expeditionskorps Kategorie ‘D’) mit 4.721 Mann Truppen, 8 Geschützen, 460 Helfern und 1.290 Maultierend und Pferden läuft von Bombay in 5 Transportschiffen in Richtung Mesopotamien aus. Generalmajor Aitkens 8.000 Mann starkes IEF ‘B’ läuft von Bombay in 14 Transportschiffen in Richtung Mombasa aus.

Seekrieg

Indischer und Pazifischer Ozean: Der deutsche leichte Kreuzer Emden versenkt 3 britische Handelsschiffe (und 2 weitere am 18. und 19. Oktober).
Adria: Die alliierte Flotte bombardiert Cattaro.
Nordsee: Ein weiterer U-Boot-Fehlalarm treibt die britische Grand Fleet auf das offene Meer.

Geheimkrieg

3 Deutsche verlassen Konstantinopel mit 60.000 Pfund in Gold für eine Untergrundmission nach Afghanistan.


Einschiffung australisches Expeditionskorps

Infanterie des australischen Expeditionskorps bei der Einschiffung für den Transport an die Westfront in Melbourne.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 17. Oktober 1914:

Westfront

Flandern: Die alliierte Offensive endet mit der Eroberung von Herlies und dem Einmarsch der 4. Division des Britischen Expeditionskorps in Armentieres. Die neue deutsche Vierte Armee (Württemberg), darunter 8 neu aufgestellten ‘Schüler’-Divisionen, dem III. Reservekorps von Antwerpen und einer Marineinfanterie-Division, beginnt westlich von der Linie Courtrai-Ostend in Richtung Yser und Ypern vorzurücken. Das britische II. Korps nimmt Aubers und Ridge und erreicht am nächsten Tag Givenchy-Festubert-nördlich von Aubers, die nächste Stellung an La Bassee für die nächsten 4 Jahre.

Heimatfronten

Australien: Das 1. AIF (Australisches Expeditionskorps) mit 20.226 Mann schifft sich in Richtung Frankreich ein.
Russland: Der Ministerrat lässt eine Bestellung für 30 große US-Lokomotiven passieren.

Ostfront

Polen: Der Höhepunkt der Schlacht; russische Verstärkungen retten die Stadt Warschau vor dem Fall.

Seekrieg

Nordsee: 4 deutsche Zerstörer, welche sich auf einer Minenenlege-Mission befinden, werden vor der holländischen Küste (Texel) nach einer Verfolgung durch den britischen Kreuzer Undaunted und 4 Zerstörern versenkt. Auf den deutschen Schiffen gibt es nur 31 Überlebende und 200 Tote, 5 Tote bei den Briten.
Eine U-Boot-Operation gegen Scapa Flow scheitert.
Ostsee: E1 (Laurence), welches vergeblich den deutschen Kreuzer Victoria Luise am nächsten Tag angreift, und E9 (Horton) sind die ersten britischen U-Boote, welche bis zum 19. Oktober in dieses Seegebiet vordringen. Sie laufen nach Libau (Ankunft am 21. bzw 22. Oktober) und dann nach Helsinki. E11 (Nasmith) wird zur Rückkehr gezwungen und kommt am 24. Oktober in Harwich an.
Pazifik: Der japanische Kreuzer Takachiho wird vom deutschen Torpedoboot S90 vor Tsingtau unter dem Verlust von 271 Mann der Besatzung torpediert und versenkt. Das Torpedoboot versenkt sich anschließend selbst.

Neutrale

USA: 25.000 Menschen besuchen eine zweitägige deutsche Festveranstaltung in St. Louis und spenden 20.000 US-Dollar zugunsten der deutschen Kriegsanstrengungen.


Verwundeter britischer Soldat

Ein verwundeter englischer Soldat wird von einem Kameraden gestützt.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 18. Oktober 1914:

Westfront

Flandern: Die Deutschen nehmen Roulers und vereiteln einen Angriff des Kavallerie-Korps des Britischen Expeditionskorps. Das deutsche III. Reserve-Korps nimmt 2 von 3 belgischen Dörfern, welche als Außenposten dienen, östlich des Fluss Yser.

Ostfront

Polen: Ludendorff beschließt einen verdeckten Rückzug zu befehlen.
Galizien: Österreich-ungarische Truppen beginnen mit vergeblichen Versuchen, über den Fluss San gegen Burusilows Truppen zurückzugehen.

Seekrieg

Nordsee (Flanderns Küste): Hoods Royal-Navy-Flottille (2 Kreuzer, 3 Monitore, 4 Zerstörer, welche durch französische Schiffe verstärkt werden) beginnen mit dem Beschuss der deutschen Stellung östlich des Fluss Yser bis zum 31. Oktober und leisten einen unschätzbaren Beitrag zu dieser entscheidenden Schlacht an der Westfront.

Heimatfronten

Großbritannien: Churchill besucht die Überlebenden der Marine-Division der Royal Navy aus Antwerpen. Deren Kriegsgefangene befinden sich seit dem 15. Oktober im Kriegsgefangenenlager Döberitz bei Berlin.


Russische Panzerwagen

Russische Panzerwagen: im Vordergrund ein französischer Peugeot und im Hintergrund ein belgischer Mors.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 19. Oktober 1914:

Westfront

ERSTE FLANDERNSCHLACHT beginnt (bis zum 22. November). Britische und französische Verstärkungen treffen bei der britischen 7. Division ein, nachdem der deutsche Druck zunimmt. Die Schlacht tobt vom Ärmelkanal bis nach Ypern und Armentieres. 4 Divisionen greifen in südliche Richtung an. Das Indische Expeditionskorps (IEF ‘A’ unter Willcocks) trifft an der Front ein.

Ostfront

Polen: Deutsche Truppen überqueren die Weichsel bei Josefor. Die erste russische Panzerwagen-Einheit wird gebildet und der Südwestfront zugewiesen.

Südliche Fronten

Montenegro: 6 französische Schiffsgeschütze werden angelandete, um die montenegrinischen Truppen beim Beschuss der österreich-ungarischen Festung von Cattaro zu unterstützen. Fort Verma’c wird beschädigt. Der Marinestützpunkt wird von 10.000 Mann verteidigt.

Afrikanische Fronten

Kamerun: Nigerianische Truppen wehren unter dem Verlust von 29 Gefallenen 350 deutsche Soldaten bei Kake ab, welche 50 Mann verlieren.
Südafrika: 150 Soldaten rebellieren in Lichtenberg, Beyers verlässt Pretoria.
Portugiesisch-Angola: Aufgrund eines Missverständnis werden 3 Deutsche bei Naulila getötet.

Luftkrieg

Deutschland: Major W. Siegert, ein bekannter Ballonfahrer aus der Vorkriegszeit, wird zum Berater des OHL für die Luftfahrt ernannt. Er organisiert schnell einen Elite-Verband ‘Fliegerkorps der Obersten Heeresleitung’ aus 36 Flugzeugen bei Ghistelles, 18 km südwestlich von Brügge.

Neutrale

Haiti: US-Marines landen auf Haiti.

Heimatfronten

Großbritannien: Neue Verdienstauszeichnung DSM der Marine eingeführt. Churchill fordert Kitchener auf, eine mögliche deutsche Invasionsgefahr genauer zu untersuchen. Im Kabinett unterstützt die Royal Navy Maßnahmen gegen die Abwehr einer möglichen Invasion. Die Pubs in London müssen jetzt um 22 Uhr schließen.


Russische Kriegsgefangene in deutschem Lager

Russische Kriegsgefangene stehen in einem deutschen Lager für ihre Feldrationen Schlange. Alleine 90.000 Russen wurden während der Schlacht von Tannenberg gefangen genommen.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 20. Oktober 1914:

Ostfront

Polen: DIE DEUTSCHEN BEGINNEN MIT EINEM ORGANISIERTEN RÜCKZUG VOR WARSCHAU und beenden die Belagerung der Festung Iwangorod.

Heimatfronten

Deutschland: Es gibt nun 149.000 französische, 107.000 russische, 32.000 belgische und 9.000 britische Kriegsgefangene in deutschen Lagern.

Westfront

Flandern: Generalangriff der deutschen Vierten und der Sechsten Armee auf der ganze alliierte Frontlänge zwischen dem La Bassee-Kanal und dem Meer. Die Vierte Armee bricht zwischen Ypern und Nieuport durch und droht die nördliche Flanke der alliierten Armeen in Frankreich zu umfassen und deren gesamte Frontlinie aufzurollen. Das III. Reserve-Korps erstürmt die Ortschaft Lombartzgde östlich von Nieuport. Der Kaiser kommt nach Courtrai, um den erwarteten triumphalen Einzug in Ypern beizuwohnen.
Das Britische Expeditionskorps wehrt Angriffe der Sechsten Armee auf La Bassee, Armentieres und Messines ab. Das britische I. Korps (Haig) trifft von der Aisne kommend über Poperinghe-St.Omer ein und schiebt sich in die Frontlinie kurz vor Ypern bis zum nächsten Tag hinein, als deutsche Truppen den Passchendaele-Höhenrücken besetzen.
Die französische Achte Armee (d’Urbal, Hauptquartier bei Roesbrugge) wird zwischen der belgischen Armee und dem Britischen Expeditionskorps aufgestellt.

Seekrieg

Nordsee: Der britische Frachter Glitra (866 t) ist das ERSTE HANDELSSCHIFF, WELCHES VON EINEM U-BOOT VERSENKT WIRD. U-17 (Feldkirchner) stoppt, entert und selbst versenkt den Frachter 23 km vor Norwegen. Das U-Boot schleppt die Rettungsboote mit der Mannschaft einige Seemeilen näher an die norwegische Küste.
Östliches Mittelmeer: 22 ‘verdächtige’ Schiffe werden von den Ägyptern im Suezkanal beschlagnahmt und 14 davon der britischen Royal Navy in Alexandria übergeben.

Neutrale

Italien: Die italienische Armee verstärkt die Grenzbefestigungen gegenüber Österreich-Ungarn bis zum 10. November 1914.
USA: Das Broadway-Musical ‘Chin Chin’ öffnet und unter anderem erscheint dort auch das Lied ‘It’s a Long Way to Tipperary’ (‘Es ist ein langer Weg nach Tipperary’).


Deutsche 150-mm-Haubitze bei Ypern

Eine deutsche 150-mm-Haubitze im Einsatz bei Ypern.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 21. Oktober 1914:

Westfront

Flandern: Der deutsche Angriff auf Dixmude scheitert (sowie am 23. Oktober); es greifen jetzt 7 Divisionen den belgischen Abschnitt der Frontlinie an.
Schlacht von Langemarck (bis zum 24. Oktober): Haigs I. Korps des Britischen Expeditionskorps steht standhaft auf der Linie Zonnebeke-St.Julien-Langemarck-Bixschoote. Joffre besucht Sir J. French (BEF) und den belgischen König Albert und verbietet dessen Idee, sich in einem befestigten Lager rund um Boulogne zu verschanzen. Feldmarschall French befiehlt die jetzigen Stellungen zu halten und stark zu befestigen.
Argonnen: Die Franzosen gewinnen etwas an verlorenem Boden zurück. Ähnliche, kleinere Operationen finden in den nächsten 5 Wochen statt.
Artois: Der deutsche Artilleriebeschuss zerstört den Glockenturm aus dem 16. Jahrhundert und des Rathaus von Arras.

Ostfront

Polen: Schlacht von Kasimiryew. Der russische General Ruzski vernichtet den deutschen Weichselbrückenkopf.

Seekrieg

Nordsee: Französische Schiffe legen die ersten Seeminen vor Ostende, um deutsche U-Boote beim Ein- und Auslaufen zu behindern. Alliierte Schiffe beschießen den Hafen am 23. Oktober.
Adria: Das moderne österreich-ungarische Schlachtschiff Radetzky wird nach Cattaro geschickt, wo es 2 französische – als Belagerungsgeschütze verwendetet – Schiffsgeschütze auf dem Berg Lovcen zerstört.


Indische Soldaten bei Ypern 1914

Indische Soldaten der 129. Belutschen bei Wytschaete. Sie sind einige der erfahrensten Truppen auf diesem Kriegsschauplatz.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 22. Oktober 1914:

Westfront

Flandern: Die belgische 2. Division rückt wieder in Lombaertzyde ein, aber in der Nacht schlägt das deutsche III. Reservekorps Brücken über den Fluss Yser in der Nähe von Tervaete, nimmt das Dorf und baut den Brückenkopf am nächsten Tag aus. Deutsche Truppen erstürmen die britischen Gräben nördlich von Pilkem. Smith-Dorrien zieht sich darauf hin auf die Linie Givenchy-Neuve nach Chapelle-Fauquissart zurück. 2 indische Brigaden werden im Eiltempo mit Bussen zur zu Fuß kämpfenden britischen Kavallerie vor Messines transportiert. Die Maschinengewehr-Abteilung der 129. Belutschen ist die erste Einheit, welche eines von 5 Victoria-Kreuz-Auszeichnungen für Inder in Frankreich am 31. Oktober erhält.

Ostfront

Bukowina: Österreich-ungarische Truppen besetzen wieder Tschernowitz, aber die Russen erobern es am 28. Oktober zurück.
Polen: Österreich-ungarische Truppen schlagen die Schlacht von Iwangorod bis zum 27. Oktober, als das russische XXV. Korps in der Nacht die Weichsel bis zum 23. Oktober überschreitet.

Neutrale

Osmanisches Reich: Enver Pascha sendet ein Kriegs-Interventionsplan an den deutschen Generalstab in Berlin, um diesen zu genehmigen lassen.

Afrikanische Fronten

Südafrika: Oberst Brits verjagt 600 Rebellen-Soldaten bei Keimoes und Kakamas. Bis zum 26. Oktober ist Maritz nach Südwestafrika abgedrängt. Die Rebellenführer treffen sich in Kopjes in Transvaal.

Politik

USA: Die amerikanischen und spanischen Botschafter in London und Brüssel organisieren einen Ausschuss der humanitären Hilfe für Belgien. Die erste US-Lebensmittel-Sendung erfolgt am 30. Oktober. Die USA ziehen ihr Beharren auf die Londoner Erklärung zurück, fordern aber die Entsendung internationaler Beobachter, um die Einhaltung des Völkerrechts zu überwachen. Ein 100-Millionen-Dollar-Kriegshilfe-Gesetz wird verabschiedet, um die sinkenden Einfuhrabgaben auszugleichen.


Britische Soldaten mit deutschen Kriegsgefangenen

Deutsche Kriegsgefangene werden von britischen Soldaten nach hinten gebracht.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 23. Oktober 1914:

Westfront

Flandern: Die französisch 42. Division, bestehend aus 7.000 Veteranen der Marne-Schlacht, rückt in die Frontlinie bei Nieuport ein. Britische Rückeroberung der Pilkem-Gräben. Schwere Kämpfe um Langemarck. Das französische IX. Korps wird bis zum nächsten Tag aus Eisenbahnzügen bei Ypern entladen, um das britische I. Korps abzulösen, welches 1.281 Verluste bei der deutschen 45. Reserve-Division verursacht hat. Die 3. Lahore-Division des Indischen Expeditionskorps unterstützt das britische II. Korps bei der Abwehr einen deutschen Nachtangriff auf die Stellungen bei Givenchy-Aubers.

Ostfront

Polen: Die Russen, einschließlich des Garde-Korps, marschieren überall vorwärts.
Galizien: Russische Truppen erobern Jaroslaw zurück.

Südliche Fronten

Bosnien: Der österreich-ungarische Fluss-Monitor und Flaggschiff der Donau-Flottille Ternes läuft auf eine von russischen Marine-Spezialisten gelegte Mine auf dem Fluss Save in der Nähe von Sabac und sinkt. Die anderen Monitore müssen mit Minensuchgeräten ausgerüstet werden und dass in einem Monat mit schwerem Beschuss von Belgrad und überschwemmten serbischen Schützengräben entlang der Save.

Politik

Rumänien: Die Regierung schließt die Grenze für deutsche Lieferungen in die Türkei.

Afrikanische Fronten

Südafrika: General De Wet rebelliert mit seinen Truppen im Orange-Freistaat und besetzt Heilbron.

Naher Osten

Mesopotamien: Das Indische Expeditionskorps IEF ‘D’ ankert vor Bahrein.

Heimatfronten

Großbritannien: Churchill zu Grau: ‘Ich bin sehr unglücklich darüber, dass wir in einen Krieg mit dem Osmanischen Reich verwickelt werden … ohne Griechenland als Verbündeten.’

Geheimkrieg

Der britische Hochkommissar in Ägypten, Sir H. McMahon (im Namen von Kitchener) erreicht eine geheime Vereinbarung mit dem Scherif Hussein von Mekka ‘um die Unabhängigkeit der Araber zu organisieren und zu unterstützen.’


Belgischer Drachen-Typ-Beobachtungsballon

Belgischer Drachen-Typ-Beobachtungsballon über Flandern im Jahr 1914.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 24. Oktober 1914:

Westfront

Flandern: Die britische 7. Division vertreibt die Deutschen aus dem Polygon-Wald. Französische Marineinfanterie wehrt bei Dixmude 15 deutsche Angriffe ab.
Deutsche Artillerie beschießt Furnes, wo sich das belgische Hauptquartier hinter dem Yper-Abschnitt befindet, bis zum 27. Oktober. Die belgische Armee hat zum jetzigen Zeitpunkt mehr als 25 % Verluste erlitten und nur noch 180 Kanonen sind einsatzbereit.
Ypren: Eine französische Gegenoffensive nordöstlich der Stadt versickert bald, aber das IX. Korps kann Zonnebeke zurückerobern, trotz eines deutschen Gegenangriffes mit 6 Divisionen.

Ostfront

Polen: Die russische Zweite Armee nimmt 11 Kanonen von Frommels Kavallerie-Korps und nur die Ankunft des XI. Korps am nächsten Tag rettet die deutsche Kavallerie.

Geheimkrieg

Osmanisches Reich: Enver Pascha befiehlt dem deutschen Admiral Souchon in das Schwarze Meer einzulaufen und die Russen nach eigenem Gutdünken anzugreifen.

Afrikanische Fronten

Südafrika: Beyers rebelliert in Transvaal, hält Züge an und nimmt Männern und Waffen aus diesen weg. Die Regierung versucht zu verhandeln.

Seekrieg

Nordsee – Flandern: Das alliierte Geschwader besteht jetzt 2 Kreuzer, 2 Monitoren, 1 Kanonenboot, 2 Korvetten und 13 Zerstörern. Bereits seit dem 21. Oktober wird das Feuer auf die deutschen Stellungen von einem Beobachtungsballon aus geleitet.

Heimatfronten

Frankreich: Das Blatt der ‘Lehrer-Vereinigung’ in Marseille ruft zum Widerstand gegen den Krieg auf.
Österreich-Ungarn: Die ‘Tschechische Union’ erklärt, dass sie nie gegen den Staat als solchen war, lediglich gegen seine Regierung.
Großbritannien: Feldmarschall Kitchner appelliert an Bevölkerung, keine Soldaten zum Trinken zu verleiten.


Geflutetes Land in Belgien 1914

Geflutetes Land in Belgien, um die deutsche Offensive zu behindern.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 25. Oktober 1914:

Westfront

Flandern: Um 16 Uhr öffnen die Belgier die Schleusen von Nieuport um das Gebiet östlich der Nieuport-Dixmude-Eisenbahnlinie zu überfluten, aber das Wasser steigt nur langsam.
Ypern: Mehr als 2.000 Mann treffen beim Britischen Expeditionskorps als Ersatz ein. Haigs Geheimdienstchef ist dankbar dafür, dass die deutschen Korpskommandanten ihre Befehle in Klartext per Funk übertragen lassen. Die deutschen Truppen greifen am gesamten Frontbogen um Ypern bis zum 31. Oktober an.

Südliche Fronten

Serbien: Die serbisch-montenegrinischen Einheiten ziehen sich wieder aus Bosnien hinter den Fluss Drina zurück, nachdem sie Vlasenica geräumt haben. Erster Schneefall.

Afrikanische Fronten

Südafrika: Die Rebellen werden bei Calvinia in die Flucht geschlagen.

Luftkrieg

Großbritannien: 2 Tauben der Feldflieger-Abteilung 9 versuchen Dover zu bombardieren. Eine Besatzung kehrt vorzeitig zurück, aber die Besatzung Caspar und Roos behauptet Erfolg gehabt zu haben.

Heimatfronten

Großbritannien: Pensionen von bis zu 10 Schilling für die Angehörigen gefallener Männer.


Gavrilo Princip

Gavrilo Princip, der Attentäter, dessen Schüsse zwei Menschenleben und eine Ära auslöschten. Der serbische Student war zur Tatzeit 18 Jahre alt, was ein Todesurteil gegen ihn ausschließt. Trotzdem stirbt er 1918 im Gefängnis an Tuberkulose.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 26. Oktober 1914:

Heimatfronten

Österreich-Ungarn: Die Angeklagten im Sarajewo-Prozess werden für schuldig befunden. Alle Angeklagten, mit Ausnahme des Attentäters Princip, haben ebenfalls auf Schuldig plädiert. Die Urteile am 29. Oktober lauten für alle Angeklagten unter 20 Jahren auf bis zu 20 Jahre Gefängnis (also auch für Princip). 5 Todesurteile werden später umgewandelt, 10 der Angeklagten werden freigesprochen.

Westfront

Flandern: Heftige Kämpfe an der Yser. Der belgische König Albert lehnt den Vorschlag eines Rückzugs über 10 km zum Furnes-Kanal ab.
Aisne: Deutsche Truppen greifen vergeblich die französische Fünfte Armee zwischen Craonne und Berry-au-Bac an.

Ostfront

Polen: Die russische Vierte und Neunte Armee sind siegreich entlang der Frontlinie Petrokow-Radom gegen die österreich-ungarische Erste Armee, welche 40.000 Mann verliert und sich zurückzieht. Die deutschen Truppen haben sich über 100 km in 6 Tagen zurückgezogen und planmäßig alle Straßen- und Schienen-Verkehrswege hinter sich zerstört.

Seekrieg

Ärmelkanal: U-24 (Schneider) torpediert das französische Handelsschiff Admiral Ganteaume ohne Vorwarnung, welches 250 belgische Flüchtlinge an Bord hat und irrtümlich als Truppentransport angesehen wurde. 40 Menschen kommen durch den Ausbruch einer Panik an Bord vor Kap Nez ums Leben.
Nordsee – Flandern: Der Vor-Dreadnought Venerable tritt Hoods Geschwader bei und ihre 12-inch-Geschütze (30,48cm) verursachen verheerende Schäden unter den deutschen Truppen.

Südliche Fronten

Albanien: Italienische Marineinfanterie landen bei Valona.

Afrikanische Fronten

Kamerun: Oberst Mayers 1.190 anglofranzösische Soldaten in 6 bewaffneten Booten erobern Edea an der östlichen Eisenbahnstrecke über den Fluss Nyong hinweg.
Südafrika: Die Regierung verspricht keine Maßnahmen gegen diejenigen zu ergreifen, welche zwar den aktiven Militärdienst verweigern, aber friedlich zu Hause bleiben.

Luftkrieg

Westfront: Eine BE2 der 4. Staffel des Royal Flying Corps, markiert mit dem britischen Union Jack, wird irrtümlich von Truppen des Britischen Expeditionskorps abgeschossen. Das Hauptquartier des Royal Flying Corps schlägt daher am 30. Oktober die Übernahme von Markierungen im französischen Stil vor, mit einem umgekehrten blauen Kreis und einem roten Rahmen.

Geheimkrieg

Osmanisches Reich: Der britische Militär-Attaché in Konstantinopel berichtet, dass ein Zug Aleppo in Richtung Basra verlassen hat und mit Seeminen für den Schatt-al-Arab beladen ist.


HMS Audacious

HMS Audacious, erstes im 1. Weltkrieg verlorenes Schlachtschiff. Fertiggestellt im Januar 1913 mit einer Standardverdrängung von 23.000 t und mit 10 x 34-cm-Geschützen als Hauptbewaffnung.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 27. Oktober 1914:

Seekrieg

Atlantik – ERSTER DREADNOUGHT VERLOREN: Das britische Schlachtschiff Audacious sinkt durch Minentreffer 26 Seemeilen nordwestlich des irischen L. Swilly (Tory Island) – durch eine von 200 Seeminen, welche vom deutschen Hilfsschiff Berlin dort am 26. Oktober ins Wasser gelassen wurden. Diese Minen werden nicht vor Juli 1915 geräumt.
Das Passagierschiff Olympic versucht vergeblich, Audacious abzuschleppen. Der Versuch der britischen Admiralität, den Verlust des Schlachtschiffs geheim zu halten, wird durch Fotografien von Passagieren der Olympic zunichtegemacht.
Schwarzes Meer: Die türkisch-deutsche Flotte läuft durch den Bosporus in dieses Seegebiet, offiziell zu Manövern.

Westfront

Flandern: Die belgische Armee kommt stark unter Druck durch das deutsche III. Reservekorps und der Marineinfanterie-Division. Haigs britisches I. Korps rückt wieder in die Frontlinie östlich von Ypern ein. Falkenhayn besucht das Hauptquartier der Sechsten Armee und bildet die Armeegruppe Fabeck aus 6 Divisionen südlich von Ypern.
Aisne: Der Oberst der Artillerie Nivelle wird zum General befördert.

Geheimkrieg

Unbekannt für die Alliierten bis nach dem Waffenstillstand feuert die deutsche Artillerie ca. 3.000 Schrapnell-Geschosse mit nicht-tödlichem Tränengas auf Ziele um Neuve Chapelle.

Afrikanische Fronten

Ostafrika: Anglo-Belgische Konferenz in Kibati.
Südafrika: Botha besiegt den Rebellen Beyers bei Commissie Drift in der Nähe von Rustenburg, worauf dieser nach Südwesten flieht.

Politik

USA: US-Proteste an Großbritannien nach der Internierung des Handelsschiff Kroonland in Gibraltar und die Beschlagnahmung der Kupfer-Ladung. Auch gegen die Beschlagnahmung des Tankers Platuria von Standard Oil am 23. Oktober wird protestiert.


Am Feinde !

Österreich-ungarische Kriegs-Postkarte: ‘Am Feinde !’

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 28. Oktober 1914:

Ostfront

Polen: Die Russen besetzen wieder Lodz und Radom (letzteres durch Kosaken).
Galizien: Österreich-ungarische Truppen werden bei Sambor geschlagen. Nachschub für die entsetzte österreich-ungarische Festungsstadt Przemysl durch 128 Güterzüge bis zum 4. November.

Westfront

8 deutschen Bataillone der 14. Division dringen in Neuve Chapelle ein und erobern Kruseik südlich der Straße Ypern-Menin. Das Indische Expeditionskorps entlastet das Zerschlagen britische II. Korps. Die französisch Achte Armee greift nördlich der Bahnlinie Ypern-Roulers an und gewinnt nur wenig Boden für 2.000 Mann Verluste.

Seekrieg

Indischer Ozean: Der deutsche leichten Kreuzer Emden überfällt die Reede von Penang (Malaya) und torpediert und versenkt den alten russischen Kreuzer Zhemschug und den französischen Zerstörer Mousquet (28 Überlebende).

Heimatfronten

Großbritannien: Das Kabinett stimmt zu, den Verlust des Schlachtschiff Audacious vom Vortag geheim zu halten, aber ein Foto vom Untergang erscheint am 14. November in einer US-Zeitung.
Frankreich: Einrichtung einer Zentralstelle für Arbeitslose und Flüchtlinge.
Kanada: Ausländer aus feindlichen Staaten müssen sich registrieren lassen.


Türkische Soldaten 1914

Türkische Soldaten vor den Stadtmauern der osmanischen Hauptstadt Konstantinopel.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 29. Oktober 1914:

Naher Osten

Osmanisches Reich: TÜRKISCHER KRIEGSEINTRITT.
Ägypten: Es wird berichtet, dass 2.000 Beduinen Überfälle an der Grenze zum Sinai durchführen.

Seekrieg

Schwarzes Meer: Goeben, Breslau und türkische Schiffe (Kreuzer Hamidie, 1 Minenleger und 2 Torpedoboote) führen überraschende Präventivangriff auf die russische Schwarzmeerflotte in ihren Stützpunkten durch. In Odessa wird das russische Kanonenboot Donec versenkt. Goeben feuert 59 Granaten in 25 Minuten auf Sewastopol ab und versenkt den russischen Minenleger Prut, wird allerdings selbst von zwei 30-cm-Granaten getroffen, welche 14 Matrosen töten. In Noworossijsk versenkt Breslau etwa 6 Dampfer und zerstört 40 Öltanks. Feodossija wird beschossen und mit Ausnahme bei Noworossijsk, werden Seeminen verlegt. Admiral Souchon, schreibt an seine Frau: ‘Ich habe die Türken in das Pulverfass geworfen.’
4 neue russische Zerstörer werden in Nikolajew in Dienst gestellt.

Westfront

Das britischen II. Korps kann Neuve Chapelle für ein paar Stunden zurückerobern. Die bayerische 6. Reserve-Division wird östlich von Gheluvelt auf der Menin-Strasse zurückgeschlagen. Die deutsche 4. Reserve-Division macht den letzten großen Angriff südlich von Armentieres.

Ferner Osten

Tsingtau: Die japanischen schweren Belagerungsgeschütze eröffnen das Feuer. Das deutsche Kanonenboot Tiger versenkt sich selbst.

Afrikanischen Fronten

Südost-Kamerun: 900 französische Soldaten, aus Wesso im Süden kommend, erobern Dzium am Fluss Sanga beim dritten Versuch.
Südafrika: De Wet prangert ‘das elende, verpestete Englisch an’, während seine 120 Männer Vrede plündern.

Heimatfronten

Großbritannien: Das britische Order-in-Council erweitert zum dritten Mal die Konterbande-Liste und aktualisiert die Bedingungen zur Fortsetzung der Reise von Handelsschiffen.
Das Home Office erlaubt weibliche Polizeistreifen.


Deutsche Stellung an der überfluteten Yser

An der Yser steigt das Wasser und überflutet Landgräben und Stellungen. Die Öffnung der Schleusen gegen das Meer macht das Land zur Wasser- und Schlammwüste, in der kein Vormarsch mehr möglich ist.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 30. Oktober 1914:

Westfront

Ypern: 2 britische Bataillone schlagen den Angriff der deutschen 40. Division (700 Mann Verluste) nördlich von Armentieres ab, aber den deutschen Truppen gelingt es Zandvoorde und Hollebeke zu erobern.
Champagne: Die französische Vierte Armee greift vergeblich östlich von Reims bis zum 31. Oktober an.
Aisne: Die französische 69. Reserve-Division erleidet 3.878 Mann Verluste durch deutsche Angriffe und wird bis zum 2. November bis kurz vor Soupir-Vailly an den Fluss zurückgedrängt. Französischen Gegenangriffen vom 6. bis 12. November gelingt es nicht, den verlorenen Boden zurückzugewinnen.
Yser: Deutscher Sturmangriff auf die belgischen Linien um 6:30 Uhr morgens, welcher 2 Dörfer wegnimmt und die belgische 2. Division in die Flucht schlägt. 4 alliierten Bataillonen gelingt es aber wieder bis Ramscapelle vorzudringen. Die deutschen Truppen ziehen sich am nächsten Tag wieder zurück und überlassen Ramscapelle den Alliierten, da hinter ihnen eine 2000-3000 Meter breite und hüfthohe Wasserüberflutung entsteht.

Ostfront

Polen: Russische Verbände besiegen die deutschen Truppen bei Bakalarjewo.
Galizien: Der russische General Brusilow nimmt Stanislau.

Afrikanische Fronten

Südafrika: Maritz 600 Rebellen-Soldaten werden am Schuit Drift an der Grenze zu Südwestafrika in die Flucht geschlagen.

Politik

Osmanisches Reich: Die alliierten Botschafter in Konstantinopel übergeben ein Ultimatum, in dem gefordert wird, die türkischen Streitkräfte innerhalb von 12 Stunden zu demobilisieren und alle Deutschen aus dem Dienst zu entlassen. Andernfalls kommt es zum Krieg mit Frankreich, Großbritannien und Russland.

Heimatfronten

Großbritannien: Lord Fisher wird wieder zum Ersten Seelord ernannt, nachdem er sich im Alter von 74 Jahren eigentlich schon im Ruhestand befindet. Er ersetzt damit seinen eigentlichen Nachfolger, Prinz Louis von Battenberg, dessen erfolgreiche Karriere damit durch skurrile, öffentlich bekannt gemachte Gerüchte und einer Pressekampagne wegen seiner angeblichen ‘Illoyalität gegenüber der britischen Krone’ aufgrund seiner deutschen Abstammung, beendet wird.
Deutschland: Das Kriegsministerium muss die Munitionsproduktion aufgrund des Mangels an Sprengstoffen reduzieren. Die Arbeitslosigkeit ist auf 10,9 % abgefallen.

Neutrale

Italien: Das Kabinett tritt zurück, aber Salandra bleibt Ministerpräsident. Der Finanzminister tritt wegen des Haushaltes für die Streitkräfte zurück.


Japanische Belagerungsartillerie vor Tsingtau

Japanische Belagerungsartillerie nimmt Tsingtau unter Beschuss.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 31. Oktober 1914:

Ferner Osten

Tsingtau: Der abschließende japanische Beschuss beginnt an des Kaisers Geburtstag und trifft die Öltanks.

Westfront

Flandernschlacht, Phase 2 um Gheluvelt beginnt. Ein deutscher Angriff beginnt um 9 Uhr in einem kleineren Umfang als die zuvor erfolgten Angriffe zwischen Messines und nördlich von Gheluvelt. 7 frische Divisionen unter General Fabeck mit 700 Kanonen führen einen 3-stündigen ‘Erdbeben’-Beschuss durch, um bei Ypern durchzubrechen und die alliierte Linie in beide Richtungen aufzurollen. Von Haigs leidgeprüftem britischen I. Korps werden 4 Bataillone zerstört und 2 Divisions-Kommandeure verwundet. Haig reitet persönlich in das Gefecht, als der entscheidende deutsche Durchbruch bei Gheluvelt unmittelbar bevor zustehen scheint, und 10 erfahrene Bataillone wehren den Angriff ab. Dabei verjagt ein Sturmangriff von 350 Mann der 2. Worcs etwa 1.200 deutsche Soldaten aus dem Schloss von Gheluvelt. Jedoch sickern 9 deutsche Bataillone bis auf den Messines-Höhenrücken durch. Truppen des französischen XVI. Korps unter Taverna verlieren einigen Boden nördlich des Höhenrückens.
Foch verspricht Sir J. French vom Britischen Expeditionskorps Hilfe und das französische IX. Korps beginnt bei Mitrys Kavallerie nördlich von Ypern einzutreffen. Auf Befehl von Foch übernimmt General d’Urbal das Kommando über alle Streitkräfte um Ypern.
Die 7. indische Meerut-Division, welche am 11. Oktober in Marseille angelandet wurde, trifft in der Nacht vom 30./31. Oktober in der Frontlinie ein.
Das Britische Expeditionskorps erhält im Oktober 300 B-Typ-Busse der Londoner General Omnibus Company, dessen Anzahl bis zum Waffenstillstand 1918 auf über 900 ansteigt.

Ostfront

Polen: Schlacht an der Opatowka bis zum 2. November in Schneestürmen, in welche die österreich-ungarische Erste Armee verwickelt ist.

Südliche Fronten

Serbien: Ein Angriff des österreich-ungarischen VIII. Korps verbindet die beiden Brückenköpfe südlich von Sava, wo seit dem 24. Oktober Grabenkämpfe stattgefunden haben.
Albanien: Die Italiener besetzen die Insel Saseno vor der Küste. Griechen rächen sich dafür und besetzen Argyrocastro, das südliche Quaranta und Premedi im Süden.

Seekrieg

Nordsee: Der britische Wasserflugzeug-Träger Hermes (44 Tote, 400 Gerettete) wird während einer Überführungsfahrt mit Flugzeugen nach Frankreich 8 sm West-Nord-West von Calais durch das deutsche U-Boot U-27 versenkt.
Ostafrika: Der deutsche leichte Kreuzer Königsberg, welcher sich im Rufiji-Delta versteckt hat, wird vom britischen Kreuzer Chatham aufgespürt und flieht.

Naher Osten

Mesopotamien: Die britische Schaluppe Espiegle entkommt nach Abadan und bringt türkische Gewehrschützen zum Schweigen. Vorhuten der ‘D’-Einheit des Indischen Expeditionskorps erreichen Muhammera.

Afrikanische Fronten

Ostafrika: Die ‘B’-Einheit des Indischen Expeditionskorps kommt in Mombasa an und steht unter dem Kommando von Major-General Aitken.

Luftkrieg

Frankreich: Der Flugdienst der Royal Navy richtet einen Stützpunkt für Wasserflugzeuge in Dünkirchen ein.

Heimatfronten

Osmanisches Reich: Der Großwesir beschließt nicht zurückzutreten, nachdem Russland sich weigert einen Kompromiss-Vorschlag anzunehmen. Jedoch treten vier moderate Minister zurück.
Großbritannien: Die Regierung beschließt die Feindseligkeiten gegenüber dem Osmanischen Reich zu eröffnen.


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