Tanks

Britische Mark V Tanks, welche ihren ersten Einsatz im Juli 1918 hatten, rollen an die Front.

Panzer (Tanks) und Panzerwagen im Ersten Weltkrieg 1914-1918.

Die ersten britischen Tanks

Die ersten ‘Tanks’, gepanzerte Vollketten-Fahrzeuge mit irgend einer Art von Bewaffnung, wurden in Großbritannien entworfen, aber das Panzer-Konzept entwickelte sich nur langsam aus den Kinderschuhen heraus und es waren viele Organisationen und Einzelpersonen darin verwickelt.
Obwohl die anfängliche Entwurfsphase sich lange hinzog, entwickelte sich der Entwurf schnell vom Prototyp zu einem Serienmodell für das Schlachtfeld.
Der Prototyp mit dem Spitznamen ‘Mother’ (Mutter) lief erstmals im Januar 1916 und war von rhombischer Form mit zwei an den Seiten angebrachten ‘Türmen’, allgemein als ‘Sponsons’ (Ausbuchtungen, Erker) bezeichnet.

Die Produktion des Tank Mark I begann im April 1916 und sie gingen erstmals am 15. September 1916 in den Kampfeinsatz während der Schlacht an der Somme.
Der Angriff verlief zunächst gut und schreckte die deutschen Soldaten buchstäblich aus ihren Stellungen heraus, doch danach nahm ihre Wirksamkeit rapide ab. Aufgrund der entsetzlichen Bedingungen in ihren gepanzerten Kisten wurde es den Besatzungen bald schlecht und sie waren desorientiert. Viele Panzer blieben auch aus mechanischen Gründen liegen und andere blieben einfach in schlammigen Gräben und Explosionskratern stecken. Dennoch hatten sie sich ausreichend bewährt, um noch mehr davon zu bauen.

Die britischen Tanks erschienen mit einer unterschiedlichen Zusammensetzung bei ihrer Bewaffnung. ‘Males’ (männliche Panzer) trugen ein Paar leichter Kanonen und ‘Females’ (weiblich) waren mit sechs Maschinengewehren bewaffnet.
Der am meisten im Ersten Weltkrieg eingesetzte britische Tank war der Mark IV. Die ersten dieser Tanks erschienen ab April 1917. Es gab 595 weibliche und 420 männliche Mark IV, aber eine Anzahl von diesen wurde in ‘Hermaphrodites’ (Zwitter) umgebaut, indem der Erker an der rechten Seite durch den eines männlichen Typs ersetzt wurde, sodaß eine gemischte Bewaffnung aus Maschinengewehren und einer leichten Kanone entstand.

Als die Fähigkeiten und Einschränkungen der Tanks besser verstanden wurden, wurden sie verschiedenen Modifikationen und Verbesserungen unterzogen. Um die breiteren Gräben, welche die Deutschen teilweise als Panzersperren gegraben hatten, zu überqueren, wurden ‘Tadpole-Tails’ (Verlängerungen an der Rückseite des Panzers) ausprobiert, erwiesen sich aber als nicht ausreichend stabil. Deshalb konzentrierten sich die Konstrukteure erfolgreicher auf die Verlängerung des Hauptkörpers. Häufiger war es jedoch, dass Panzer ‘Faschinen’ auf ihren Dächern trugen, die einfach in einen Graben gerollt werden konnten, wodurch dieser auf einer Art Brücke überquert werden konnte. Frühe Versionen bestanden aus Bündel von Baumstämmen und Reisig, welche durch Ketten zusammengehalten wurden, aber später bestanden sie aus einer Stahlkrippe.

Der Einsatz der Tanks wurden oft vereitelt durch die Schlamm- und Explosionskrater des ‘Niemandsland’, also erhielten sie eine ‘Grabenausrüstung’, welche im Wesentlichen aus einem Holzbalken bestand, der unter die Ketten gezogen werden konnte, um mehr halt zu geben – oder die Breite ihrer Ketten wurde mit zusätzlichen Platten erweitert, um den Bodendruck mehr zu verteilen.

Als der Wert der Panzer klar wurde, entwickelten die Briten auch einen schnelleren Kampfpanzer, der mit der Kavallerie zusammenarbeiten und jeden Durchbruch der schwereren Panzer ausnutzen sollte. Der erste Medium Mark A, besser bekannt als Whippet, wurde im Oktober 1917 gebaut und ging am 26. März 1918 zum ersten Mal in den Einsatz.

Die Tanks waren jedoch niemals so gut, wie ihre Befürworter glaubten, oder so schlecht, wie sie ihre Kritiker sahen. Sie machten bedeutende Fortschritte in den ersten Tagen der hauptsächlich von Tanks angeführten Schlacht von Cambrai Ende 1917, hatten aber ihre Möglichkeiten im Schlamm von Passchendaele erbärmlich vergeudet.
Sie waren auch niemals in der Lage gewesen, einen entscheidenden Durchbruch zu erzielen und dann den Schwung des Angriffs aufrecht zu erhalten. Dies war vor allem auf ihre mechanische Unzuverlässigkeit zurückzuführen.

Die französischen Panzer

Die Franzosen waren nach den Briten die begeisterten Befürworter des Panzereinsatzes. Es gab zwar keine treibende Kraft hinter ihrem Programm und die Planungen der Panzer bei beiden Alliierten entwickelten sich in ihren unabhängigen Bahnen.
Die französischen Panzerwagen waren vor Eintritt des Stellungskrieges bereits militärisch wertvoll gewesen und einige fortschrittliche Persönlichkeiten im Kriegsministerium glaubten, dass Fahrzeuge, die abseits von Strassen eingesetzt werden könnten, die Pattsituation an der Westfront aufbrechen könnten.

Die Schlüsselfigur war der Oberst der Artillerie, Jean-Baptiste Estienne, der dem für die Waffenbeschaffung zuständigen General im Dezember 1915 einen Kettenpanzer vorschlug. Estiennes Konzept war entsprechend beeindruckend und ein Befehl zum Bau von 400 Chars d’Assaut (Angriffsfahrzeuge) wurde am 31. Januar 1916 erteilt.

Schneider war die erste Firma, welche einen Beschaffungsauftrag erhielt und kam bald mit einem gepanzerten Aufbau in Form einer Kiste auf einem Fahrgestell heraus, welches aus dem amerikanischen Holt-Traktor enwickelt worden war. Das Fahrzeug wog rund 13 Tonnen und hatte eine Höchstgeschwindigkeit von weniger als 6,5 km/h. Es kam zu endlosen Verzögerungen in der Produktion, vor allem wegen des Mangels an Panzerplatten. Der erste Schneider-Panzer erreichte die französische Armee am 8. September 1916, aber nur sieben weitere waren bis Ende November eingetroffen, an dem Tag, an dem alle 400 hätten geliefert werden sollen.

Da die Firma Schneider offensichtlich damit zu kämpfen hatte, den ursprünglichen Auftrag rechtzeitig zu erfüllen, wurde das Entwicklungsbüro St. Chamond damit beauftragt, eine zweite Bestellung über 400 Panzer durchzuführen. Deren Prototyp war dem Schneider-Panzer nicht unähnlich, aber fast 70 Prozent schwerer.
Keiner der beiden Panzer hat sich dann im Einsatz bewährt. Ihr hohes Profil machte sie anfällig für Artilleriefeuer, ihre Motoren waren nicht sehr zuverlässig und – was am schlimmsten war – ihre Fähigkeiten zur Grabenüberquerung waren schlecht.
Von den beiden war der Saint-Chamond-Panzer der Schlimmste. Sein größeres Gewicht führte dazu, dass er noch wahrscheinlicher in weichem Boden versank und sein Überbau hing weit über die Ketten vorne hinaus, so dass er beim Überqueren eines Grabens dazu neigte, sich festzufahren.
Daher erreichten beide Typen bei ihrem Kampfdebüt, der Nivelle-Offensive im April 1917, nur wenig. Eine Anzahl blieb für den Rest des Krieges im Einsatz, wurde aber ab Ende 1917 weitgehend durch einen leichten Panzer, den Renault FT-17, abgelöst. Dieser war ein viel leichterer und kleinerer Entwurf, welcher in den späteren Phasen des Krieges sowohl von der französischen Armee als auch von der amerikanischen Expeditionstruppe ausgiebig genutzt wurde. Der Renault hatte eine gute Geländegängigkeit und sein Turm gab ihm ein 360-Grad-Schussfeld, aber die dünne Panzerung machte ihn sehr verwundbar.

Deutsche Panzer

Das deutsche Oberkommando war von den Panzern nicht allzu beeindruckt, da sie eine hohe Ausfallquote durch mechanische Probleme hatten und anfällig für alles waren; vom schwierigem Gelände bis hin zu Artilleriefeuer.
Ab Ende 1917 kam dann doch ein deutscher Typ an die Front, aber die Produktion war wegen der lähmenden Rohstoffknappheit begrenzt. Der A7V Sturmpanzerwagen war mit Abstand der größte Panzer des Krieges. Er hatte eine große kastenförmige Struktur mit einer 16-köpfigen Besatzung im inneren, während seine Feuerkraft aus einer einzigen 57-mm-Kanone und sechs schweren Maschinengewehren bestand. Der A7V war sehr langsam, anfällig für mechanisches Versagen und hatte einen so hohen Schwerpunkt, dass er umkippen konnte, wenn er sich entlang einer Kuppe bewegte. Nur ein paar Dutzend von ihnen wurden jemals fertiggestellt und sie waren leicht in der Unterzahl gegenüber erbeuteten und wiederhergestellten britischen Tanks, welche die Deutschen auch in den späteren Kriegsphase benutzten.

Panzerwagen

Der erste brauchbare Benzinmotor und das erste benzinbetriebene Fahrzeug erschienen 1885 und die ersten erkennbaren Panzerwagen entstanden in der Zeit nach 1902. Wie bei den meisten neuen Technologien gab es zunächst nur eine geringe Standardisierung. Viele der Entwürfe waren nur experimentell oder aus lokal verfügbaren Materialien entstanden. Nur eine Handvoll von ihnen sah auf dem Schlachtfeld einen Einsatz.
Im Allgemeinen wurden sie auf Fahrgestellen gebaut, die von zivilen Autos oder leichten Lastkraftwagen abgeleitet wurden und mit Panzerplatten verschiedener Dicke geschützt waren, die ihnen eine eher kastenförmige als eine stromlinienförmige Form gaben. Sie waren vollständig umschlossen oder offen und hatten einen oder mehrere Türme, während die Bewaffnung von leichten bis schweren Maschinengewehre bis hin zur Kleinkaliber-Kanonen reichte.

Die meisten liefen auf vier luftgefüllten Reifen mit zwei angetriebenen Rädern, aber eine kleine Anzahl von Modellen, die in Russland hergestellt wurden, waren schon Halbkettenfahrzeuge.
Panzerwagen wurden hauptsächlich von den damaligen Auto- und LKW-Herstellern wie Minerva, Mors und SAVA (Societe Anversoise pour Fabrication des Voitures Automobiles) in Belgien, Austin, Lanchester, Talbot, Wolseley und Rolls-Royce in Großbritannien, Peugeot und Renault in Frankreich, Büssing, Daimler und Ehrhardt in Deutschland sowie Fiat und Lancia in Italien gebaut.
Einige, vor allem britische und belgische Modell, wurden nur in einem Land hergestellt und an andere alliierte Nationen exportiert, aber es war nicht ungewöhnlich, dass sie auch vom Feind erbeutet und benutzt wurden.
Deutschland verwendete einige britisch gebaute Austins aus Russland, während Österreich-Ungarn Typen aus Russland und Italien einsetzte.

Panzerwagen waren nur während der beweglichen Kriegsführung brauchbar und wurden zur Aufklärung und zum Sammeln von Informationen, für Hinterhalte, zur Flankierung des Feindes oder zur Verfolgung eines besiegten Gegners eingesetzt.
Im Ersten Weltkrieg dienten sie an den meisten Fronten, waren aber an einigen häufiger anzutreffen oder sahen mehr aktiven Einsatz als in anderen Gebieten. Das lag zum Teil an der Art der Kämpfe, denn an der Westfront spielten sie nur in der ersten Phasen von 1914 eine aktive Rolle, bevor der Stellungskrieg ausbrach, sowie in der zweiten Hälfte des Jahres 1918, als die Operationen wieder beweglicher wurden.

Das Gelände und die Wege beeinflussten auch ihren Einsatz. Viele waren schwer, untermotorisiert und nur mit wenig Bodenhaftung, so dass sie für die Überquerung von Hügeln, schlammige Böden oder weichen Sand ungeeignet waren.
Eines der Hauptprobleme war, dass die luftgefüllten Räder von gepanzerten Fahrzeugen offen lagen, wodurch sie anfällig für feindliches Feuer wurden. Ebenso waren zwar die Panzerplatten gegen Feuer aus Kleinwaffen wirksam, aber nur über bestimmte Entfernungen hinweg und gegen jede Art von Artilleriefeuer völlig wirkungslos.

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