Englische Panzer rollen in die Tank-Schlacht von Cambrai

Jahr 1917


Die Situation an den Fronten im Jahr 1917.

'HMS Glorious'
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 1. Januar 1917: Seekrieg Nordsee: Im Januar treten die leichten Schlachtkreuzer Courageous und Glorious
Lawrence von Arabien
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 2. Januar 1917: Naher Osten Arabien: Lawrence und 35 Kamel-Reiter führen einen Überfall auf
südafrikanische Maschinengewehr-Abteilung
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 3. Januar 1917: Afrikanische Fronten Ostafrika: Das Gefecht von Beho-Beho bis zum 4. Januar
US-Präsident Wilson hält einen Baseball bei einem World Series Match
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 4. Januar 1917: Neutrale USA: Wilson-Rede 'Es wird keinen Krieg geben ... es wäre
General Cadorna
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 5. Januar 1917: Südfronten Konferenz der Alliierten in Rom (bis zum 7. Januar): Fünfte
'Valerian' von den Flower-Klaasen
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 6. Januar 1917: Seekrieg Großbritannien: Die Royal Navy bestellt 6 Anchusa-Schaluppen der 'Flower'-Klasse zum
Offiziere der 'King's African Rifles'
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 7. Januar 1917: Afrikanische Fronten Ostafrika: Gefecht am Fort Kibala (bis zum 9. Januar):
U-Boote, des Kaisers letzte Hoffnung.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 8. Januar 1917: Politik Deutschland: Müllers Tagebucheintrag 'Die allgemeine Kriegssituation erfordert unsere ultimative Waffe'
Britische Haubitze auf der Sinai-Halbinsel im Einsatz
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 9. Januar 1917: Naher Osten Mesopotamien - Schlacht von Kut (bis zum 24. Februar):
brititische Punch-Karrikatur über Präsident Wilson
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 10. Januar 1917: Politik USA: Die Alliierten antworten auf Wilsons Friedensnote mit einer besonderen
Indische Soldaten mit Lewis-MG
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 11. Januar 1917: Naher Osten Mesopotamien: Die türkische 45. Division bricht durch die britische
türkischer Soldat auf Wache an der Ostfront
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 12. Januar 1917: Ostfront Rumänien: Mackensens türkische Truppen nehmen Mihalea am Fluss Sereth nordwestlich
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 13. Januar 1917: Ostfront Rumänien - Schlacht von Pralea (bis zum 18. Januar): Die
Q-Schiffe
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 14. Januar 1917: Seekrieg Ärmelkanal: Das Q-Schiff (U-Boot-Falle) Penshurst zerstört ein zweites Unterseeboot, das
General Nivelle
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 15. Januar 1917: Westfront Großbritannien: Der neue Oberbefehlshaber der französischen Armeen an der Westfront,
Manfred von Richthofen
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 16. Januar 1917: Luftkrieg Westfront: Richthofen wird mit dem Pour le Merite ausgezeichnet. Afrikanische
MG mit Munition auf eine Motorradkombination
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 17. Januar 1917: Westfront Somme: Britische Truppen nehmen deutsche Posten auf einem 550 Meter
britische Zerstörer 'Jackal'
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 18. Januar 1917: Seekrieg Ärmelkanal: UC 18 torpediert den britischen Zerstörer Ferret, welcher den
englische Munitionsfabrik
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 19. Januar 1917: Heimatfronten Großbritannien: Explosion der Munitionsfabrik von Silvertown (Ost-London), wobei 69 Menschen
Zwei Offiziere inspizieren südafrikanische Infanterie
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 20. Januar 1917: Afrikanische Fronten Ostafrika: Hoskins wird Nachfolger von Smuts als britischer Oberbefehlshaber.
'Wir Barabren !'
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 21. Januar 1917: Westfront Verdun: Französische Truppen wehren Angriffe nördlich von Bois de Caurieres
Castelnau
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 22. Januar 1917: Westfront Frankreich: Foch übernimmt vorübergehende die Führung der östlichen Armee-Gruppe (bis
Vor-Dreadnought 'Lord Nelson'
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 23. Januar 1917: Seekrieg Großbritannien: Die alliierte Marine-Konferenz in London (bis zum 24. Januar)
T.E. Lawrence in arabischer Kleidung
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 24. Januar 1917: Naher Osten Arabien: 400 reguläre Truppen Feisals, zusammen mit 200 Matrosen
Kameltransport der türkischen Armee
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 25. Januar 1917: Mittlerer Osten Mesopotamien: Maude attackiert den Frontvorsprung südwestlich von Kut auf
Lieder aus einer Operette
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 26. Januar 1917: Naher Osten Mesopotamien: Die 14. indische Division nimmt wieder Hai im
U-Boot übernimmt Munition
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 27. Januar 1917: Seekrieg Deutschland: U-Boot-Führer Bauer befiehlt seinen Kommandanten '... Ziel des uneingeschränkten
Mobile Feldküche
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 28. Januar 1917: Westfront Somme: Starker britischer Druck während des Januar auf die Anere
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 29. Januar 1917: Seekrieg Großbritannien: Das englische U-Boot K13 sinkt bei einer Probefahrt der
Der große Häuptling 'Alte Schlange' gibt einen Kriegsschrei heraus:
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 30. Januar 1917: Politik Deutschland: Die Regierung antwortet auf die Nachricht von Wilson vom

Englische Panzer rollen in die Tank-Schlacht von Cambrai
Englische Panzer rollen in die Tank-Schlacht von Cambrai am 20. November 1917.
Während dieses ‘Jahres der Agonie’, in dem in so vieler Weise die moderne Welt begann, wie wir sie kennen, hat Russland die absolute Monarchie abgeschüttelt, zwei Revolutionen über sich ergehen lassen und sich sanft einem deutsch-österreich-ungarischen ‘Friedensdiktat’ unterworfen.

Die britische Armee verblutete in Flandern und die U-Boote wüteten unter den britischen Handelsschiffen, während die französische Armee von Meutereien und Defätismus überzogen wurde.
In Deutschland verursachte der zunehmende schwere Nahrungsmittelmangel Aufstände und Streiks, während es in der blockierten Hochseeflotte zu Streiks kam.
Österreich-Ungarn erlebte nahezu eine Hungersnot und die ersten, ernsten Unruhen unter seinen beherrschten Völkerschaften.
Am schlimmsten traf es jedoch Italien, welches nahezu durch einen tödlichen Schlag aus dem Krieg geworfen wurde.
Und in Ostafrika ging die letzte Kolonie Deutschland verloren, wenn auch der unbezwingbare Lettow-Vorbeck seine verbliebene Truppe in das portugiesische Mosambik führte und dadurch den Widerstand auf diesem Nebenkriegsschauplatz für ein weiteres Jahr verlängern konnte.

Der Krieg war zu einer immer mehr anwachsenden, allumfassenden Belagerung für die Völker geworden, in der Kampffront und Heimatfront in einer einzigen, unteilbaren Tortur verschmolzen.
Die Alliierten machten den Arabern und den Juden widersprüchliche Versprechungen zu ihrer Unabhängigkeit, als die Türken Bagdad und Jerusalem an die britischen Armeen verloren.

Das einzige, davon unabhängige Ereignis, welches letztlich aus freien Willen und nicht durch Notwendigkeiten erzwungen wurde und zum entscheidenden Faktor werden sollte, war jedoch Amerikas Kriegserklärung an Deutschland.

Die schweren Verluste, welche während der Schlacht an der Somme eingetreten waren, hatten das deutsche Oberkommando dazu veranlasst, die zu weit vorgeschobenen Stellungen in Frankreich aufzugeben und sich auf eine neue, stark befestigte Verteidigungslinie zurückzuziehen, welche mit begrenzten Kräften gehalten werden konnte. In der Zwischenzeit konnten die Deutschen Russland den endgültigen Schlag versetzen.
Diese ‘Hindenburg’- (oder auch ‘Siegfried’-) Linie wurde während des Winters 1916/1917 erbaut. Genauer gesagt war diese ‘Linie’ eine komplexe Anlage mit Schützengräben, Betonunterständen, Geschützstellungen und Stacheldraht, welcher ‘Rasiermesser’ genannt wurde.
Dahinter wurden noch die ‘Hunding’- und ‘Brunhilde’-Linien errichtet, welche 1918 fertiggestellt wurden. Deutschlands Propagandisten verkündeten lauthals, dass dieses Stellungssystem ‘uneinnehmbar’ wäre, um der zunehmenden Kriegsmüdigkeit der unterernährten deutschen Bevölkerung entgegenzuwirken.
Ludendorff vertrat die Meinung, dass diese Linie gehalten werden könnte, bis der uneingeschränkte U-Boot-Krieg die Engländer zu Sinnen gebracht haben würde – oder besser, auf ihre Knie.

Anfang 1917 zogen sich deutsche Truppen in die Hindenburg-Linie zurück und führten rücksichtslose Deportationen und Zerstörungen in dem geräumten Gebiet durch. Heeresgruppen-Befehlshaber Prinz Rupprecht protestierte gegen dieses unnötige und ausufernde Vernichtungswerk und drohte zurückzutreten.
Die alliierten Offensiven im April eroberten die Vimy-Höhe, aber schreckliche französische Verluste während der übermäßig geförderten und unfähig durchgeführten Nivelle-Offensive am Aisne-Abschnitt lösten große Meutereien in der französischen Armee aus. Dank der meisterhaften Intervention von Petain wurden diese Unruhen schnell und heimlich unterdrückt.

Im Juni nahmen die Briten unter Plumer die Messines-Höhe und andere wichtige Punkte im Ypern-Frontbogen. Aber der gesuchte Erfolg ab dem 31. Juli in der Dritten Schlacht von Ypern oder Schlacht von Passchendaele, von Ypern aus nach Osten bis zu den deutschen U-Boot-Stützpunkten in Flandern durchzubrechen, brachte wenig bei schrecklich hohen Verlusten. Viele Hunderte, wenn nicht sogar tausende Soldaten des Britischen Empires sind einfach von der Bildfläche verschwunden und im bodenlosen Schlamm ertrunken.

Vielleicht hatte diese britische Offensive – wie von Haig und Robertson entschuldigend behauptet – die volle deutsche Aufmerksamkeit in einer kritischen Phase erzielt, während die zerschlagene und meuternde französische Armee sich langsam wieder erholte.
Aber bestimmt hätten ähnliche Erfolge auch mit einer besser durchdachten Strategie bei dem Verlust von weniger Menschenleben erreicht werden können, z.B. durch den schon detailliert geplanten amphibischen Angriff unter Verwendung spezieller Landungsfahrzeuge und auch Tanks auf die deutsch-besetzte belgische Küste.

Von August bis Oktober erzielten die Franzosen dann vor Verdun deutliche Geländegewinne und nahmen auch die Höhe Chemins des Dames in einer Folge von gut geplanten und begrenzt durchgeführten Angriffen.

Die Italiener hatten ihre wiederholten Offensiven gegen die österreich-ungarische Linie am Isonzo nordöstlich von Venedig fortgesetzt. Geringe Geländegewinne wurden gemacht, aber die italienischen Truppen waren ermattet. Wiederholte italienische Appelle um die Bitte von mehr anglofranzösischen schweren Geschützen waren ungehört verhallt.
Zwar erkannte der italienische Oberbefehlshaber Cadorna die drohende Gefahr einer deutsch-österreich-ungarischen Offensive, aber seine Vorsorgemaßnahmen wurden nicht von seinen dilettantischen Korpskommandeuren umgesetzt.
So boten italienische Gasmasken nur eingeschränkten Schutz und italienische Flieger waren im Allgemeinen den von der Westfront eingetroffenen deutschen Fliegern unterlegen.
Unerkannt von den Italienern war dazu heimlich eine kampfstarke deutsche Verstärkung aus sieben Divisionen von der eingeschlafenen Ostfront herangeführt worden. Ihre Truppenführer waren alle in die neuen ‘Sturmtruppen’-Infiltration-Taktik des General Hutier eingewiesen, darunter auch ein Württemberger namens Erwin Rommel.

Am 24. Oktober 1917 erfolgte der Schlag am Caporetto. Die italienische Linie brach zusammen und wurde mit dem Verlust von 320.000 Mann und 3.000 Kanonen 115 Kilometer weit zum Fluss Piave zurückgedrängt.
Elf britische und französische Divisionen mussten in aller Eile an die Piave verlegt werden und ein oberster alliierter Kriegsrat wurde gegründet, um eine einheitliche Strategie zu planen.

In dieser dunklen Stunde erfolgte für die Alliierten ein Hoffnungsschimmer durch den überraschenden, massiven britischen Panzereinsatz bei Cambrai am 20. November 1917. Zwar war der Durchbruch nur vorübergehend und bald durch deutsche Verstärkungen von der Ostfront und aus Italien beseitigt, aber das Potenzial eines massiven Tank-Einsatzes war zweifelsohne bewiesen worden. Das Ereignis wurde zur Geburtsstunde des modernen, mechanischen Krieges.

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