Jahr 1914

Kriegsbeginn 1914: Marne-Schlacht und Tannenberg.

Die letzte Vorkriegskrise wurde durch die tödlichen Schüssen auf Erzherzog Franz Ferdinand, Erbe des österreich-ungarischen Throns, in Sarajewo (Bosnien) am 28. Juni 1914 ausgelöst. Der Attentäter, Gavrilo Princip, war ein Bosnier und nicht ein Serbe, obwohl er die Universität in Belgrad besucht hatte. Sein Komplize Cabrinovic war unleugbar ein Serbe. Beide wurden festgenommen und zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Folgen ihrer Verbrechen würde das Leben von mindestens 9.700.000 Soldaten und etwa 10 Millionen Zivilisten kosten, einschließlich der Todesfälle aufgrund von Völkermord, Hunger und Grippe.

Österreich-Ungarn erklärte daraufhin am 28. Juli 1914 Serbien den Krieg für eine begrenzte Strafaktion. Als dann Russland ebenfalls mobilisierte, um seine Solidarität mit den slawischen Völkern zu demonstrieren, erklärte das Deutsche Reich den Krieg gegenüber Russland und Frankreich. Die deutschen Armeen marschierten in das neutrale Belgien ein, um Frankreichs Grenzbefestigungen zu umgehen. Diese Missachtung der vertraglichen Verpflichtungen (Vertrag von London von 1839) und des Völkerrechts ruft Großbritannien auf den Plan, welches am 4. August 1914 Deutschland den Krieg erklärt. Die Briten treffen Vorbereitungen, ihre kleines (2 Korps) aber hoch-professionelles Expeditionskorps nach Frankreich zu schicken.

Kriegsbegeisterung in Berlin

Die Kriegsbegeisterung in Deutschland schlägt hohe Wellen: jubelnde Freiwillige Unter den Linden in Berlin.

Frankreich war entschlossen, den lang gehegten Revanche-Krieg gegen das Deutsche Reich zu führen und seine Armeen operierten mit der Doktrin ‘l ‘Offensive ein l’ outrance’ (Totale Offensive). Der ‘Plan XVII‘ des französischen Oberbefehlshaber Joffre sah eine Invasion von Elsaß-Lothringen vor, gefolgt von einem Vormarsch zum Rhein. Dabei wurde völlig vernachlässigt, Vorbereitungen für andere Fälle zu treffen, als für einen raschen französischen Sieg.

Das Ergebnis war, dass, als der deutsche Generalstabschef Moltke, den sogenannten ‘Schlieffen-Plan’ seines Vorgängers von 1891-1905 umzusetzte, welcher einen schnellen Vormarsch durch Belgien und Nordfrankreich vorsah, um die französischen Armeen einzukreisen, dies beinahe gelang. Nur die Fehler des kranken, nervlich überforderten Moltkes bei gleichzeitiger Nervenstärke, Anpassungsfähigkeit und Organisationstalent von Joffre und des Pariser Kommandanten Gallieni rettete Frankreich mit dem alliierten Sieg in der Marne-Schlacht im September 1914.

Schlieffen-Plan

Das Original der Operationskarte des ‘Schlieffen-Plan’.

Die belgische Armee, welche zu spät britische Verstärkungen erhielt, verteidigte Antwerpen zäh. Anfang Oktober zogen sich die Belgier dann an die Kanalküste zurück. Bis zum 15. Oktober 1914 hatte sich dann eine durchgehende Frontlinie vom Ärmelkanal bis zur schweizer Grenze ergeben. Die massiven Versuche der deutschen Truppen, bei Arras und Ypern durchzubrechen, waren schon jetzt auffällig erfolglos.

Hindenburg und Ludendorff während der Schlacht von Tannenberg

Hindenburg und Ludendorff während der Schlacht von Tannenberg

Zwei große russische Armeen, tapfer aber schlecht geführt und ausgerüstet, marschierten sofort in Ostpreußen ein. Obwohl die Offensive letztlich katastrophal endete, diente der fehlgeschlagene Angriff dazu, die Deutschen zu zwingen, Truppen aus dem Westen zu einem dort entscheidenden Zeitpunkt abzuziehen. Hindenburg vernichtete die Russen Ende August bei Tannenberg. Der russische Angriff in das österreich-ungarische Galizien läßt sich jedoch nicht so leicht aufhalten, konnte aber letztlich einige Kilometer östlich von Krakau zum stehen gebracht werden.

Trotz der massiven potenzielle Bedrohung für Großbritanniens traditionelle Seeherrschaft durch die deutsche Marine, bleibt diese in ihren Häfen. Handelszerstörer, U-Boote und Minenleger stören zwar, aber das starke deutsche Pazifik-Geschwader unter von Spee wird bei den Falkland-Inseln durch britische Schlachtkreuzer Anfang Dezember 1914 vernichtet.
Kurz danach folgte das merkwürdige Zwischenspiel des ‘Weihnachts-Friedens’ an der Westfront mit spontanen Verbrüderungsszenen zwischen britischen und deutschen (und hier insbesondere die Bayern) Truppen. Für einen kurzen Moment schwankte ein in den Kriegswahnsinn getriebener Kontinent am Rande des Irrsins.

Ähnliche Reports:

Kriegstagebuch 31. Dezember 1914

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 31. Dezember 1914: Westfront Kitchener Frühstückt mit Feldmarschall French und teilt ihm mit, daß er und Joffre die ‘deutschen Linien durchbrechen müssen’ innerhalb der nächsten fünf Wochen, sonst würden die neuen britischen Armeen nicht… mehr

Kriegstagebuch 30. Dezember 1914

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 30. Dezember 1914: Westfront Flandern: Die Alliierten festigen ihre Positionen bei Ypern. Champagne: Die französische 33. Division erobert knapp 300 Meter von deutschen Schützengräben, aber der 34. Division wird durch deutsches Artillerie-Feuer festgenagelt und… mehr

Kriegstagebuch 29. Dezember 1914

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 29. Dezember 1914: Geheimkrieg Großbritannien: Churchill schreibt einen Brief an Premier Minister Asquith und fordert, daß die Royal Navy in die Ostsee eindringen soll und die Landung russischer Truppen für einen für Marsch auf… mehr

Kriegstagebuch 28. Dezember 1914

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 28. Dezember 1914: Westfront Sir J. French schlägt die Zusammenlegung des Britischen Expeditionskorps und der restlichen belgischen Armee vor. Flandern: Alliierte Truppen erobern St. Georges am Fluß Yser zurück und wehren deutsche Rückeroberungsversuche am… mehr

Kriegstagebuch 27. Dezember 1914

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 27. Dezember 1914: Westfront Joffre und Feldmarschall French besprechen sich in Chantilly. Artois: 10 Bataillone von Chasseurs de Alpins erobern ca. 700 Meter von bayerischen Schützengräben bei La Targette nach 2 Stunden Artillerievorbereitung. Flandern:… mehr

Kriegstagebuch 26. Dezember 1914

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 26. Dezember 1914: Westfront Artois: Petain (XXXIII. Korps) berichtet über tiefen Schlamm, welcher den Vormarsch verzögert. Der vorgesehene Angriff der französischen Zehnten Armee wird verschoben. Argonnen: Das 4. Regiment der Italienische Legion kommt zu… mehr

Kriegstagebuch 25. Dezember 1914

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 25. Dezember 1914: Seekrieg Nordsee – Überfall auf Cuxhaven: 7 britische Wasserflugzeuge der Wasserflugzeug-Tender Empress, Engadine und Riviera werden gegen die Zeppelin-Hallen in Nordholz entsendet (keine Treffer). Alternativ-Ziele werden im Nebel bombardiert. Das Unternehmen… mehr

Kriegstagebuch 24. Dezember 1914

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 24. Dezember 1914: Westfront Champagne: Die französische 33. Infanteriedivision säubert die Ortschaft Bois des Moutons mit einem Bajonett-Angriff. Flandern: ‘Weihnachtsfrieden’ (inoffizieller ‘Christmas Truce’). Vom britischen Kriegsministerium naserümpfend als ‘Verbrüderungs-Episode’ ignoriert. Maas: Französische Gebietsgewinne bei… mehr

Kriegstagebuch 23. Dezember 1914

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 23. Dezember 1914: Naher Osten Armenien: Istomins Brigade mit 8.000 Mann wird durch 3 türkische Divisionen des X. Korps gezwungen, Olta im Grenzgebiet aufzugeben und verliert dabei 750 Mann als Kriegsgefangene sowie 6 Kanonen.… mehr

Kriegstagebuch 22. Dezember 1914

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 22. Dezember 1914: Westfront Flandern: Das britische I. Korps entlastet das Indische Korps und nimmt etwas von dem deutschen Druck bei Givenchy. Am nächsten Tag können die verlorenen Schützengräben zurückgewonnen werden. Champagne: Das französische… mehr

Kriegstagebuch 21. Dezember 1914

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 21. Dezember 1914: Westfront Flandern: Die britische 1. Division verstärkt das Indische Korps bei seiner Verteidigung des Givenchy-Abschnitts. Aisne: Das französische XXV. Korps der Sechsten Armee greift vergeblich an (und auch am 25. Dezember)… mehr

Kriegstagebuch 20. Dezember 1914

Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Sonntag den 20. Dezember 1914: Geheimkrieg Westfront: 21 von 28 Brieftauben, welche seit dem 2. November von BEF-Hauptquartier nach Belgien geschickt wurden, sind zurückgekehrt. Westfront Champagne – Winterschlacht in der Champagne beginnt: Die französische Vierte Armee… mehr

Kriegstagebuch 19. Dezember 1914

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 19. Dezember 1914: Westfront Flandern: Das Indische Korps ist durch einen deutschen Gegenangriff mit einer Unterminierung in der Nähe von Cuinchy und Givenchy bis zum nächsten Tag in schwere Kämpfe verwickelt und verliert 1.672… mehr

Kriegstagebuch 18. Dezember 1914

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 18. Dezember 1914: Westfront Erste deutsche Grabenmörsereinheit gebildet (6 leichte Minenwefer/Granatwerfer pro Pionier-Kompanie ab Januar 1915). Flandern: Die britische 7. und 8. Division greifen um Neuve Chapelle herum an, das Indische Korps bei Givenchy… mehr

Kriegstagebuch 17. Dezember 1914

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 17. Dezember 1914: Heimatfronten Großbritannien: Die Kriegsversicherungsprämien für Küstenimmobilien schießen nach dem Beschuß von Hartlepool durch deutsche Schlachtkreuzer in die Höhe. Westfront Artois – Erste Schlacht von Artois (bis zum 28. Dezember): eine Reihe… mehr

Kriegstagebuch 16. Dezember 1914

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 16. Dezember 1914: Seekrieg Nordsee: 100 Minen werden durch den Kreuzer Kolberg vor Scarborough gelegt. Am 19. Dezember werden 20 davon geräumt, aber 21 Schiffe sinken in dem Minenfeld, bevor es im April 1915… mehr

Kriegstagebuch 15. Dezember 1914

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 15. Dezember 1914: Südfronten Serbien: Serbische Patrouillen besetzen wieder Belgrad um 10 Uhr und Artillerie trifft die österreich-ungarische Pontonbrücke. ENDE DER DRITTEN ÖSTERREICH-UNGARISCHEN INVASION unter einem Verlust von 41.000 Kriegsgefangene und 133 Kanonen. König… mehr

Kriegstagebuch 14. Dezember 1914

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 14. Dezember 1914: Naher Osten Armenien: Enver Pascha kommt nach Köprüköy und übernimmt persönlich das Kommando über die Dritten Armee von Hasan Izzet. Der Zar zeichnet 1.200 Männer der Fronttruppen aus. Westfront Flandern: Die… mehr

Kriegstagebuch 13. Dezember 1914

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 13. Dezember 1914: Seekrieg Dardanellen – erstes Schlachtschiff durch ein U-Boot versenkt: das alte türkische Linienschiff Messudieh wird vor Anker liegend im flachen Wasser nördlich vom Punkt Kephez durch das britische Unterseeboot B11 (Holbrook)… mehr

Kriegstagebuch 12. Dezember 1914

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 12. Dezember 1914: Ostfront Karpaten: Österreich-ungarische Truppen erobern den Duklapass und Nowy Sacz zurück. Südfronten Serbien: Die österreich-ungarische Sechste Armee geht bis zum nächsten Tag wieder über den Fluß Save bei Sabac zurück. Bosnien:… mehr