06-1915, Juni 1915

Kriegstagebuch des Ersten Weltkrieges für Juni 1915.

Dritte Schlacht von Krithia auf Gallipoli, Berlin befiehlt allen U-Boot-Kommandanten große Passagierschiffe nicht anzugreifen, erstmalige Verwendung von Aufklärungsflugzeuge für die britische Flotte auf See, Zweite Schlacht von Artois endet, österreich-ungarische Zweite Armee erobert Lemberg zurück, erster Q-Schiff-Erfolg, Erste Schlacht am Isonzo.

zurück Zurück zu Mai 1915.


Mustapha Kemal
Mustapha Kemal, der spätere Atatürk und Begründer der modernen Türkei, ist dort auch heute noch ein Nationalheld. Als Berufsoffizier verhinderte er durch sein großes Engagement, dass die Alliierten aus dem Überraschungsangriff auf Gallipoli als Sieger hervorgingen.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 1. Juni 1915:

Mittlerer Osten

Gallipoli: Kemal wird zum Oberst befördert und erhält das Eiserne Kreuz sowie den bulgarischen St. Alexander-Orden.
Mesopotamien: 3 Schaluppen der Royal Navy führen die Verfolgung der Türken auf dem Tigris an und erobern deren Kanonenboot Marmarls und den Dampfer Mosul am nächsten Tag.
Indien: Baluchistan-Kalat-Operationen bis zum 10. Juli.

Westfront

Artois: Französischer Gewinn von Gräben bei Souchez.
Frankreich: Im Juni entwirft General Dumezil seinen Grabenmörser (Stab-Bomben von 15,8-45 kg Gewicht), welcher von den Franzosen als Standard-Granatwerfer eingesetzt wird. Dazu wird dieser auch noch von den italienischen, russischen und später amerikanischen Truppen verwendet.

Südfronten

Italienische Front: Die Italiener halten die Hänge des Berges Nero am Isonzo und machen dort weitere Fortschritte bis zum 20. Juni. Dazu stoßen sie noch durch das Adlge-Tal weiter vor.

Seekrieg

Arktis: Deutsche U-Boote legen auch Minen vor Archangelsk. Die britische Royal Navy schickt 6 Trawler, um den Russen zu helfen, 150 Minen bis zum Oktober zu vernichten. Dabei wird der bewaffnete Handelskreuzer Arlanza beschädigt, 1 Trawler und 9 Dampfer (davon 1 russischer) versenkt.
Atlantik: Erste U-Boot-Atlantiküberquerung durch das in Montreal gebaute, kanadische U-Boot der ‘H’-Klasse, welches der Royal Navy beitritt. 10 U-Boote werden geliefert, die anderen können aber erst nach dem amerikanischen Kriegseintritt verwendet werden, da die amerikanische Firma US Bethlehem Steel diese baut.

Luftkrieg

Frankreich: Im Juni tritt das zukünftige französische Flieger-Ass Fonck der Escadrille C47 bei.
Großbritannien: Der Royal Navy Air Service verursacht Verwirrungen, da er nun Squadrons als Wings bezeichnet und Flights als Squadrons. Dieses Chaos wird im Dezember wieder aufgehoben.
Italien: Eine Staffel französischer Wasserflugzeuge unter Conneau trifft in Venedig ein. Die österreich-ungarischen Luftstreitkräfte bombardieren Bari und Brindisi.
Ostfront: Im Juni wird der Kavallerie-Leutnant Richthofen als Luftbeobachter eingesetzt und landet eine Albatros B1 sicher, nachdem diese von MGs der eigenen Infanterie beschossen wurde.
Großbritannien: Erstflug des einsitzigen Airco DH2 Jägers mit Schub-Propeller. Die Regierung gibt einen ‘D’-Hinweis heraus, daß die Presse nur noch offizielle Nachrichten über Luftangriffe veröffentlichen darf.
USA: Das erste Luftschiff der US-Marine wird bestellt (Erstflug im April 1917).

Geheimkrieg

Deutschland: Von Juni an erhält ein britischer Agent in der Schweiz regelmäßige Berichte aus fünf deutschen Städten.
Russland: Ein Telegramm des Zaren an den König von Dänemark, in dem er sich weigert, deutsche Friedensvermittler in Petrograd zu empfangen.

Heimatfronten

Großbritannien: Von Juni an arbeiten die ersten Frauen als qualifizierte Arbeitskräfte in einer privaten Munitionsfabrik in Glasgow. Die Baumwollindustrie akzeptiert weibliche Arbeiter am 9. Juni, der britische Landesverband der Eisenbahner akzeptieren weiblichen Mitglieder am 24. Juni.
Im Einzelhandel sind die Lebensmittelpreise um 32% angestiegen. Premierminister Asquith kehrt von einem viertägigen Besuch der Westfront zurück.
Österreich-Ungarn: 2.000 Wagen mit Mehl aus Berlin rettet die Versorgungslage in Wien.
Frankreich: Im Juni werden 100.000 Wehrpflichtige als Arbeiter in die Munitionsfabriken geschickt.


Steinlawine auf Alpini
Österreichische Standschützen in Bereitschaft, eine Steinlawine auf italienische Alpini loszulassen.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 2. Juni 1915:

Südfronten

Isonzo: Den Italiener gelingt es nicht am Krn bis zum 4. Juni durchzubrechen. Das österreich-ungarische XV. Korps führt einen Gegenangriff zwischen Tolmin und Karfreit durch, der am 4. Juni wegen schwerer Verluste abgebrochen wird. Das italienische Cividale Alpini Bataillon erklettert das Sleme-Massiv, nur um von einer österreich-ungarischen Steinlawine zurückgeschlagen zu werden.


Ostfront

Galizien: Nur noch ein 5 km breiter russischer Korridor nach Przemysl vorhanden, nachdem die österreich-ungarischen-deutschen Truppen von Norden und Südwesten durchgebrochen sind. Deutsche Truppen bringen einen russischen Angriff bis zum 4. Juni gegen die österreich-ungarische Vierte Armee zum Stehen.

Seekrieg

Osmanisches Reich: Die alliierte Blockade von Kleinasien wird förmlich erklärt.
Nordsee: Die Kreuzer der Harwich Force führen jeweils ein Wasserflugzeug mit, um auf Zeppelin-Patrouille zu gehen. Dies bleibt ebenso erfolglos, wie sie zweimal vergeblich von deutschen Wasserflugzeugen bombardiert werden.

Heimatfronten

Osmanisches Reich: Die Bevölkerung der armenischen Stadt Shabin Karahisar kämpft bis in den Tod bis zum 30. Juni. Deportation und Massaker an 65.000 Armeniern in der Provinz Erzerum beginnt (bis 30. Juli), sowie in Erzinjan (7.-10. Juni).


Einmarsch in Przemysl
Deutsche Truppen marschieren in Przemysl ein.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 3. Juni 1915:

Ostfront

Galizien: Österreich-ungarisch-deutsche Truppen erobern Przemysl zurück. Die Oberkommandos, einschließlich Kaiser Wilhelm II., treffen sich an Pless. Mackensen bekommt 4 1/2 zusätzliche Divisionen und befehligt nun auch zwei österreich-ungarische Armeen. 3 österreich-ungarische Divisionen und das Hauptquartier der Dritten Armee (Boroevic, Puhallo wird sein Nachfolger) werden an die italienische Front verlegt.

Westfront

Flandern: Britische Truppen nehmen Gräben bei Givenchy, geben diese aber wieder auf. Deutsche Artillerie beschießt Ypern.

Mittlerer Osten

Mesopotamien: 5 Boote der Royal Navy (Townshend und Kapitän Nunn) besetzen Amara, nehmen 1.000 türkische Kriegsgefangene. Darunter ein türkischer Offizier, welcher seiner Frau ein Telegramm schickt: ‘ich bin sicher gefangengenommen worden’.

Seekrieg

Ostafrika: Die Monitore Severn und Merser (nur 1,45 m Tiefgang) erreichen die Mafia-Insel vor dem Rufiji-Delta.

Luftkrieg

Westfront: Französischer Luftangriff mit 178 Bomben auf das Hauptquartier des deutschen Kronprinzen.

Politik

Italien: San Marino erklärt Österreich-Ungarn den Krieg.
Frankreich: Die alliierte Kriegswirtschafts-Konferenz tagt zum ersten Mal in Paris.

Heimatfronten

Italien: Die Provinz-Präfekten werden ermächtigt, landwirtschaftliche Maschinen, Arbeiter und Tiere zu requirieren.


Italiener ueberschreiten Isonzo
Italienische Truppen beim Überschreiten des Isonzo.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 4. Juni 1915:

Südfronten

Italienische Front: Nach den unerwarteten Überschwemmungen ermöglicht der fallende Wasserstand des Flusses Isonzo der italienischen Dritten Armee (Herzog von Aosta) diesen schließlich in voller Stärke zu überqueren.

Ostfront

Galizien: Die Russen beenden die seit dem 27. Mai verlustreichen Angriffe gegen die österreich-ungarische Vierte Armee. Die österreich-ungarischen Truppen verkleinern den Brückenkopf der russischen 2. Schützen-Division südlich des Flusses Prut.

Mittlerer Osten

Gallipoli, Helles Brückenkopf – Dritte Schlacht von Krithia: 30.000 alliierte Soldaten (6.500 Verluste) gewinnen nur 250-500 Meter auf einem 1,6 km breiten Frontabschnitt. Die neuseeländische und australische Division hat bisher schon 4.332 Mann Verluste von einer ursprünglichen Stärke von 8.543 Mann bei der Landung.

Seekrieg

Adria: Die ersten deutschen Küsten U-Boote UB 1 und UB 15 kommen per Schienentransport in Pola an und werden von der österreich-ungarischen Marine als U 10 und U 11 geführt.
Konstantinopel: UB 8 trifft ein.
Ostsee: Das britische U-Boot E9 (Horton) beschädigt den deutschen Zerstörer S148 und einen Dampfer schwer (2 Besatzungsmitglieder kommen ums Leben).

Luftkrieg

Großbritannien: Versuchter Angriffe in der Nacht vom 4./5. Juni auf London durch das deutsche Marine-Luftschiff L 10 und auf Hull durch SL3. L 10 bombardiert stattdessen Gravesend, wo es 8 zivile Opfer gibt.


Am Isonzo
Österreich-ungarische Darstellung der Abwehr der italienischen Angriffe am Isonzo.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 5. Juni 1915:

Südfronten

Isonzo: 4 italienische Korps greifen vergeblich bis zum 8. Juni das Doberdo-Plateau, Gorizia und den Berg Kuk mit mangelhafter Artillerieunterstützung an.

Westfront

Artois: Angriff und Gegenangriff nördlich von Arras und östlich der Höhe von Lorette, bei denen der französische Bildhauer Henri Gaudier-Brzeska im Alter von 24 Jahren getötet wird.

Geheimkrieg

Die Österreicher entschlüsseln die ersten 4 italienischen Kryptogramme. 16 weitere werden bis zum 30. Juni von der Abhörstation Marburg abgefangen.

Mittlerer Osten

Syrien: Der österreich-ungarische Gesandte Musil kehrt nach Damaskus nach einer 5.000-km-Rundreise durch Arabien seit Mitte November zurück.

Afrikanische Fronten

Westliches Tripolitanien: Die Italiener erobern Chicla zurück, aber evakuieren Mizda zwischen dem 15. bis 21. Juni.

Seekrieg

Nordsee: Das deutsche U-Boot U 14 wird durch den englischen Trawler Hawk gerammt und versenkt.
Adria: Italienische Kreuzer und andere Kriegsschiffe beschießen die Leuchttürme auf den Dalmatinischen Inseln, Eisenbahnstationen und die Bahnlinie Ragusa-Callaro.
Mittelmeer: Die Franzosen schicken 10 bewaffnete Trawler für den Patrouillendienst. Anglo-Italienische Flottengeschwader proben in Golf von Tarent (und am 11. Juni), wobei viel Kohle aus Amerika verwendet wird. Die U-Boot-Bedrohung lässt die Übungen nach dem 13./14. August beenden.

Luftkrieg

Ostfront: Ein schwerer Bomber Sikorsky Ilya Mourometz (Buschko) zerstört einen österreich-ungarischen Munitionszug im Bahnhof Prjevorsk.

Politik

Die erste Anglo-Französische Kriegskonferenz findet in Calais statt.

Heimatfronten

Großbritannien: Churchill verteidigt in einer Rede in Dundee (seinem Sitz) das Ergebnis: ‘Wir sind die große Reserve der alliierten Sache.


Hull nach Luftschiff-Angriff
Englische Feuerwehrleute und Retter durchkämmen die Ruinen eines Hauses nach dem deutschen Luftschiff-Angriff auf Hull.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 6. Juni 1915:

Luftkrieg

Großbritannien: Der Zeppelin L9 wirft 52 Bomben auf Hull innerhalb von 20 Minuten um Mitternacht ab (62 zivile und 2 militärische Opfer). 3 Heeres-Luftschiffe mit dem Ziel London in der Nacht vom 6./7. Juni müssen alle vorzeitig zurückkehren. Dabei wird LZ38 an seinem Dock in Brüssel-Evere durch 2 Bomben der Farman von Wilson und Mills des Royal Navy Flying Corps zerstört. Flieger-Leutnant R. Warneford von der 1. Staffel des Royal Navy Air Service in einer Morane Typ ‘L’ verfolgt LZ37 (Haegen) von Ostende nach Gent trotz schwerem Abwehrfeuer und zerstört es durch Luft-zu-Luft-Bombardierung mit sechs 20-Pfund-Bomben, welche er 50 m über dem Luftschiff abwirft. 9 Mann der 10-köpfigen Besatzung kommen dabei ums Leben. Steuermann Mühter überlebt einen freien Fall aus 2.500 m Höhe, bei dem er krachend durch ein Klosterdach stürzt, wobei allerdings 4 Nonnen getötet werden. Durch die große Explosion beschädigt, muss Warneford für 35 Minuten hinter den deutschen Linien notlanden, um die zerborstene Benzinzufuhr zu reparieren. Dafür wird ihm am 8. Juni das erste Victoria Cross des Royal Navy Air Service verliehen. Er kommt anschließend am 17. Juni ums Leben, als der Schiebeschwanz seiner Farman zusammenbricht. Das überlebende LZ39 wird zur Ostfront verlegt und die vorgeschobenen Basen der deutschen Heeres-Luftschiffe werden aufgegeben.
Ostfront: Der russische schwere Bomber Sikorsky IM wird schwer beschädigt und sein Kommandeur verwundet, als dieser durch deutsche Jäger angegriffen wird, von denen 1 abgeschossen wird.

Westfront

Aisne: 4 französische Brigaden starten einen Angriff auf den deutschen Frontbogen südlich von Quennevieres, zwischen der Olse und Aisne. Nur geringe Fortschritte für 7.913 Mann Verluste bis zum 16. Juni.

Ostfront

Galizien: Der britische Verbindungsoffizier Major Neilson meldet: ‘Diese (russische Dritte) Armee ist jetzt nur noch ein harmloser Mob’. Lesh hat Radko als Befehlshaber ersetzt.
Die österreich-ungarische Siebte Armee gewinnt wieder Kontakt mit der deutschen Südarmee, welche Zurawno am Nordufer des Dnjestr nimmt. Sie wird aber am 9. Juni wieder vertrieben, nimmt es dann wieder am 11. Juni, wird aber am 13. Juni nördlich davon zum Stehen gebracht.

Mittlerer Osten
Gallipoli – Helles-Brückenkopf: Die britische 52. Division beginnt mit der Anlandung.

Seekrieg

Deutschland: Berlin befiehlt allen U-Boot-Kommandanten, große Passagierschiffe nicht anzugreifen (wird aber nicht strikt eingehalten).
Adria: Der französische Minenleger-Kreuzer Casablanca sinkt auf einer ihrer eigenen Minen.


 österreich-ungarischer Schützengraben an der Ostfront
Ein österreich-ungarischer Schützengraben an der Ostfront. Die endlos scheinenden Tage sind von den immer gleichen Handgriffen geprägt, wie etwa dem Instandhalten des Gewehres.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 7. Juni 1915:

Ostfront

Galizien: Der russische General Lechitski evakuiert Kalusz und Nadworna im Osten und die gesamte Bukowina am 12. Juni. Die österreich-ungarischen Truppen erobern Stanislau am nächsten Tag zurück, sowie Kolomea am 12. Juni.

Westfront

Somme: Ein Teil des französischen XI. Korps greift an und erobert den deutschen Frontbogen beim Bauernhof von Touvent – zwischen Hebuterne und Serre – auf einer 3,2 km langen Frontlinie und schlägt einen deutschen Gegenangriff ab.

Mittlerer Osten

Großbritannien: Der britische Dardanellen-Ausschuss des Kabinetts tritt zum ersten Mal zusammen. Der alliierte Befehlshaber Hamilton schließt einen Großangriff zum jetzigen Zeitpunkt aus.
Gallipoli: Die 4. neuseeländische Verstärkungsgruppe (1.761 Mann) kommt beim ANZAC-Korps an.

Afrikanische Fronten

Kamerun: Dobell beschließt, den Vorstoß auf das 65 km entfernt Jaunde aufzugeben.

Heimatfronten

Großbritannien: Das War Propaganda Bureau (Kriegs-Propaganda-Büro) legt einen ersten Bericht dem Kabinett vor und schätzt, daß etwa 2,5 Millionen Publikationen seit September 1914 in 17 Sprachen verteilt wurden.
Russland: Ein Sonderrat für Rüstung wird unter dem Zaren eingerichtet. Ein Kriegsindustrie-Ausschuss wird am 9. Juni gebildet.


HMS Humber
Der britische Monitor HMS Humber mit 1.260 t und 3 x 152-mm und 2 x 119-mm-Geschützen.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 8. Juni 1915:

Seekrieg

Dardanellen: HMS Humber ist der erste britischer Monitor, welcher ankommt. Diese Schiffe mit geringem Tiefgang und mit Artillerie schwerer Kaliber reduzieren die Notwendigkeit, anfällige Schlachtschiffe zu verwenden.

Westfront

Artois: Weitere französische Fortschritte im ‘Labyrinth’. Die Franzosen halten jetzt vollständig Neuville St Vaast und drücken in Richtung Hebuterne (südlich von Arras).

Mittlerer Osten

Persien: Die Mission des Deutschen Hentig ändert ihr Ziel nach Afghanistan und Indien und erreicht Teheran etwa am 15. Juni. Es wird über 3 weitere, unter deutscher Führung stehende Gruppen, im Juni berichtet.

Luftkrieg

Italienische Front: Das italienische Luftschiff M2 (Felice di Pisa) wird durch einen österreich-ungarischen Zweisitzer (Kissing und Gronenwald) abgeschossen.

Neutrale

USA: Bryan tritt als Staatssekretär zurück, da er nicht bereit ist, die zweite Lusitania-Protestnote zu unterzeichnen. Lansing folgt ihm nach und verurteilt die deutschen Anschuldigungen.


Ein Tag bei den Schippern
Ein Tag bei den Schippern: deutsche Armierungssoldaten bauen rückwärtige Stellungen im Osten aus.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Mittwoch den 9. Juni 1915:

Ostfront

Baltikum: Deutsche Angriffe im Abschnitt des Shavli-Distrikts werden zurückgeschlagen (weitere Angriffe am 12. Juni). General Plehwe kommt in Riga an, um die neue russische Fünfte Armee ab dem am nächsten Tag führen.

Südfronten

Italienische Front: Italienischer Angriff auf den 1.883 Meter hohen Tonale-Pass scheitert (Adamello-Ausläufer westlich von Trentino). Die Angriffe der italienischen Zweiten Armee auf den Brückenkopf Gorizia (Isonzo) scheitern unter schweren Verlusten bis zum nächsten Tag, obwohl die Überquerung des Isonzo vom 9. bis 11. Juni gelingt. Jedoch besetzt die italienische Dritte Armee Monfalcone in der Nähe des Meers, östlich vom Fluss Isonzo.

Mittlerer Osten

Gallipoli: Das britische Kabinett beschließt zusätzlich 3 Divisionen, 2 Kreuzer, 14 Zerstörer, 6 U-Boote und 4 Schaluppen zu schicken.

Afrikanische Fronten

Tanganjikasee: Das 800-t-Kanonenboot Graf van Götzen wird zu Wasser gelassen.

Seekrieg

Adria: Das österreich-ungarische Unterseeboot U 4 torpediert den britischen Kreuzer Dublin, welcher sich nach Brindisi mit 17 kts zurückschleppt.

Luftkrieg

Westfront: Das zukünftige Flieger-Ass Hauptmann Guynemer tritt der Esc MS3 in Vauciennes bei und verwandelt vom 10. bis 22. Juni drei Flugzeuge in Wracks durch fehlgeschlagene Landungen.

Geheimkrieg

Der 74-jährige Baron Schluga (Agent 17) berichtet aus Paris (trifft in Berlin am 11. Juni ein): ‘Die Engländer klagen über Munitionsmangel … und bedauern, … dass die versprochene Unterstützung des französischen Angriffs nördlich von Arras nicht möglich ist …’.

Heimatfronten

Großbritannien: Gesetz für ein Munitionsministerium verabschiedet.


italienische U-Boot 'Medusa'
Das italienische U-Boot ‘Medusa’ entwarf die Fiat-San-Giorgio-Werft in La Spezia. Es war der Prototyp der ersten mit Dieselantrieb ausgerüsteten italienischen U-Boote.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 10. Juni 1915:

Seekrieg

Adria: Das als U 11 unter österreich-ungarischer Flagge laufende deutsche Küsten-U-Boot UB 15 (Heimburg) überrascht und versenkt das italienische U-Boot Medusa.

Mittlerer Osten

Armenien: Die türkischen Truppen gewinnen die Zweite Schlacht von Tortum (bis zum 12. Juni).
Gallipoli: Die Krankenhäuser auf Lemnos, Malta und in Ägypten sind mit Verwundeten überflutet. Erste Brot-Ausgabe für die ANZAC-Truppen am nächsten Tag.

Afrikanische Fronten

Nord-Kamerun: Das deutsche Fort Garua übergibt sich für den nächsten Tag. Die Flucht der meuternden Garnison wird durch eine Flussüberschwemmung verhindert. Es werden 249 Kriegsgefangene, 4 Kanonen und 10 MGs erbeutet.

Heimatfronten

Russland: Anti-deutsche Ausschreitungen in Moskau bis zum 12. Juni. Innenminister Maklakov wird durch Prinz Zscherbatow ersetzt.
Großbritannien: Das House of Commons stimmt für einen 250-Millionen-Pfund-Kredit für den Krieg. Der Krieg kostet die Briten nun 2,66 Millionen Pfund pro Tag seit dem 1. April 1915.


Sopwith Baby
Ein Sopwith Baby Wasserflugzeug, ein Typ welcher häufig vom Royal Navy Air Service verwendet wird.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 11. Juni 1915:

Luftkrieg

Nordsee – erstmalige Verwendung von Aufklärungsflugzeuge für die Flotte auf See: Sopwith Baby-Wasserflugzeuge der HMS Campania beobachten Bewegungen der ‘feindlichen’ Geschwader bei einer Übung der britischen Grand Fleet.

Westfront

Artois: Französischer Geländegewinn von 1000 Metern an einem 2,5 km langen Frontabschnitt und Abwehr eines deutschen Gegenangriffs südlich von Hebuterne, weitere Fortschritte am 13. Juni.

Südfronten

Isonzo: Die italienischen Truppen greifen heroisch den Hügel 383 in der Nähe von Plava, im Norden von Gorizia, ohne nennenswerte Gewinne gegenüber der österreich-ungarischen 1. Gebirgsbrigade bis zum 17. Juni an (2.300 Mann Verluste). Die Italiener zerstören den österreichischen Damm in der Nähe der Sagrado-Senke und verringern die überflutete Fläche unterhalb des Karst.

Seekrieg

Schwarzes Meer: Der Leichte Kreuzer Breslau setzt den russischen Zerstörer Gnevny außer Gefecht, aber das Schwesterschiff Derzkoi kann ihn in Sicherheit schleppen.


 österreich-ungarischer Soldate mit einem Fla-MG
Ein österreich-ungarischer Soldat mit einem Fla-MG an der Isonzo-Front.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 12. Juni 1915:

Südfronten

Karnische Alpen: Die Italiener besetzen zwei Pässe und wehren einen österreich-ungarischen Angriff am 25. Juni ab.
Isonzo: Die italienischen Truppen greifen den Hügel 383 siebenmal erfolglos an.

Ostfront

Polen: Der Einsatz von Gas hilft den deutschen Truppen 6,5 km am Fluss Bzura voranzukommen, obwohl 350 eigene Soldaten durch Gas verloren gehen.

Mittlerer Osten

Mesopotamien: Nixon fordert mehr Flugzeuge (2 Flights vom Royal Flying Corps aus Ägypten werden bis zum 30. Juni zugeteilt), sowie auch medizinisches Personal. Der britische General Townshend erreicht Bombay um eine Krankheit bis zum 11. Juli auszukurieren, welcher er sowie 1.100 seiner Männer bei Amara zum Opfer gefallen sind.

Afrikanische Fronten

Kamerun: 200 Deutschen erbeuten einen alliierten Nahrungsmittel-Konvoi. Dobell teilt dem britischen Kriegsministerium per Telegramm mit, dass Krankheiten und die Regenzeit große Operationen bis zum November auszuschließen und schlägt vor, die Deutschen aushungern. Das Kriegsministerium stimmt dem am 15. Juni zu und die Alliierten ziehen sich 20 km bis nach Wumbiagas zurück und wehren die deutschen Soldaten von dort und von So Dibanga zwischen dem 14. und 15. Juni ab.

Politik

Großbritannien: Die Regierung teilt Deutschland über den US-Botschafter mit, dass die deutschen Kriegsgefangenen von U-Booten nun wie gewöhnliche Gefangene behandelt werden und nicht wie Verbrecher.

Neutrale

USA: Der Film Guarding Old Glory wird veröffentlicht.


Matrosen mit Ross-Gewehr
Das kanadische Ross-Gewehr war ein ausgezeichnetes Präzisionsgewehr, aber im Einsatz weniger erfolgreich, da Schlamm und Schmutz es dazu neigen ließen, die gerade gezogene Repetierbüchse zu verstopfen. Nachdem das Ross-Gewehr zurückgezogen worden war, wurden einige an die Besatzungen britischer Trawler ausgegeben, um sie mit irgendeiner Form der Verteidigung gegen Flugzeuge oder U-Boote auszurüsten.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 13. Juni 1915:

Westfront

Flandern: Die kanadischen Truppen ersetzen ihr unzuverlässiges Ross-Gewehr durch die kurze Standard-Lee-Enfield und übernehmen den Abschnitt Messines am 28. Juni.
Artois: Die französischen Truppen werden bei Souchez gestoppt. Petain und Fayolle widersetzen sich vergeblich gegen die Fortsetzung der Massenangriffe.

Ostfront

Galizien: Mackensen setzt seinen Angriff auf einer 51 km langen Frontlinie fort und drückt die Russen auf die Grodek-Linie zurück. Er nimmt 40.000 Kriegsgefangene bis zum 16. Juni.

Mittlerer Osten

Aden: Türkische Truppen beschießen das vorgelagerte Perim Island, aber die 23. Sikh-Pioniere wehren einen Landungsversuch am nächsten Tag ab.

Neutrale

Griechenland: Die Venizolisten gewinnen die Parlamentswahl.


Offiziere und Soldaten bei einer folkloristischen Darbietung
Südafrikanische Offiziere und Soldaten bei einer folkloristischen Darbietung in Deutsch-Südwestafrika.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 14. Juni 1915:

Afrikanischen Front

Südwestafrika: Der finale Vorstoß des südafrikanischen Generals Botha nach Norden beginnt. Er nimmt Omaruru am 20. Juni und schickt 2 berittene Brigaden aus, welche die deutschen Truppen am 27. Juni abschneiden.

Westfront

Artois: Der französische Autor Jules Leroux wird während der Kämpfe in Neuville St Vaast vermisst. Er wurde 34 Jahre alt.

Ostfront

Galizien: Der englische Schriftsteller Hugh Walpole hilft bei der Versorgung von 800 verwundeten Soldaten innerhalb von 12 Stunden und erkrankt an der Ruhr bis zum 30. Juni.


Gruppe von Soldaten der 51. Highland-Division
Eine Gruppe von Soldaten der 51. Highland-Division an der Westfront.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 15. Juni 1915:

Westfront

Flandern – Zweites Gefecht von Givenchy bis zum nächsten Tag: Die britische 7. und die neue angekommene 51. Highland-Division greifen um 5:58 Uhr nordöstlich von Festubert ohne jegliches Überraschungsmoment nach zwei Tagen Artillerie-Beschuss mit unzureichenden Granaten an und wiederholen diese am 16. und 18. Juni.

Südfronten

Isonzo: Die italienische Zweite Armee greift die österreich-ungarische Podgora-Stellung westlich von Gorizia an. 3 Alpini-Kompanien können zwei Höhenzüge und den Monte Nero (am Oberen Isonzo) nehmen, welche von einem Bataillon ungarischer Soldaten gehalten wurden.

Mittlerer Osten

Gallipoli: Hamilton fragt vergeblich bei Kriegsminister Kitchener an, um Byng oder Rawlinson als neuen Korpskommandeur zu erhalten.

Luftkrieg

Deutschland: Die Fabriken von Karlsruhe werden durch 23 Voisin-Bomber vom GB1 bombardiert. 130 Bomben werden abgeworfen und es gibt 84 zivile Opfer.
Westfront: Die französischen Luftschiffe Adjt Vineenot und Cmndt Coutelle fliegen 3 Nacht-Einsätze gegen Eisenbahnziele (in den Nächten vom 15./16., 18./19. und 19./20. Juni).
Großbritannien: Das deutsche Luftschiff L 10 wirft in der Nacht vom 15./16. Juni 59 Bomben auf Tyneside. Dabei gibt es die bisherige Rekordzahl von 90 zivilen Opfern.

Geheimkrieg

Die Franzosen entschlüsseln Funksignale der deutschen Marine, welche zur Verhaftung von sieben Agenten in britischen Häfen innerhalb von zwei Wochen führen.

Heimatfronten

Deutschland: Die 24 Militärregion-Befehlshaber erhalten Richtlinien für die Freistellung von Arbeitern vom Militärdienst und die Schlichtung von Streitigkeiten.


Französische Artillerie Zweite Schlacht von Artois
Französische Kanoniere stehen bereit, um in der Zweiten Schlacht von Artois das Feuer zu eröffnen.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 16. Juni 1915:

Westfront

Artois: Großer französischer Angriff mit 20 Divisionen gegen verstärkte Verteidiger mit 307 schweren Geschützen. Nur die marokkanische Division erreicht die Vimy-Höhe zum zweiten Mal (das 2. Regiment der 1. Fremdenlegion, welches 645 Mann Verluste hat), kann jedoch nicht unterstützt werden, da der Angriff des flankierenden Korps gegen erbitterten deutschen Widerstand scheitert.
Flandern: Die gut vorbereitete britische 3. Territorial-Division stößt nördlich von Hooge nach 1 3/4 Stunden Artilleriebeschuss vor und gewinnt etwas Boden in Richtung des Bauernhofs von Bellewaarde, hat aber 3.500 Mann Verluste – einschließlich von Major Wavell, welcher ein Auge verliert – gegenüber nur 457 Mann (einschließlich 157 Kriegsgefangenen) bei den deutschen Truppen. Die Briten verlassen dann wieder die Höhe und überlassen sie den Verteidigern.
Vogesen: Begrenzter französischer Vorstoß im Fecht-Tal.

Ostfront

Galizien: Dritte Schlacht von Lemberg (bis 22. Juni), wo sich 41 Division auf jeder Seite gegenüber stehen.

Südfronten

Isonzo: Italienische Alpini-Soldaten erobern die Spitze des Krn (ca. 2.450 m) von bosnischen Truppen, räumen diese aber wieder, ohne ihre Bedeutung zu erkennen.

Afrikanische Fronten

Kamerun: Die sich bis zum 18. Juni zum Fluss Ngwe zurückziehenden alliierten Truppen werden angegriffen, können aber die Hauptstraße von den deutschen Soldaten bis zum 26. Juni freikämpfen. Die Alliierten haben 301 Mann Verluste und mehr als 600 Kranke seit dem 25. Mai.

Besetzte Gebiete

Belgien: Steuer- und Vermögenseinziehung für alle Belgier, welche nicht bis zum 1. März zurückkehren.

Heimatfronten

Großbritannien: Lloyd George legt seinen Amtseid als Munitionsminister ab.
Russland: Der Gendarmeriechef von Odessa berichtet, dass 200 bolschewistische Letten die Armee als Freiwillige infiltriert haben.


Großfürst Nikolai Nikolajewitsch.
Der russische Oberbefehlshaber Großfürst Nikolai Nikolajewitsch.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 17. Juni 1915:

Ostfront

RusslandSTAVKA-Konferenz in Cholm: die russischen Armeen befindet sich 500.000 Mann unter ihrer Sollstärke, ein hinhaltender Rückzugkampf wird genehmigt. Die Russen verkünden, der Feind hätte 120.000 Mann Verluste am Dnjestr im letzten Monat gehabt und behaupten, sie hätten 40.000 Kriegsgefangene genommen.

Westfront

Artois: Fond De Suval (nördlich von Arras) durch französische Truppen genommen.
Elsass: Die deutschen Truppen brennen Metzeral nieder und räumen es.

Südfronten

Isonzo: Die italienische 3. Division nimmt den Hügel 383 am Fluss Isonzo nach Angriffen seit 10. Juni und 2.093 Mann Verlusten.

Neutral

USA: League to Enforce Peace (Liga zum Erzwingen des Friedens) organisiert.

Heimatfronten

Osmanisches Reich: Djevdet Bey lässt die armenischen Nestorianer und Jakobiner-Christen in Sirt, südlich von Bitlis, massakrieren. 15.000 Armenier werden dort bis zum 25. Juni ermordet.
Großbritannien: Ein Komitee für die Produktion von Nahrungsmitteln im eigenen Land wird eingerichtet. Die Royal Society setzt den Schwerpunkt für den seit November 1914 beratenden Wissenschaftsrat im Kriegsministerium (150 Mitarbeiter) auf Gas- und Grabenkämpfe.


gefangene Franzosen
Gefangene französische Soldaten werden nach hinten gebracht.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 18. Juni 1915:

Westfront

Artois: Zweite Schlacht von Artois endet auf Fochs Geheiß, 68 Quadratkilometer konnten ‘befreit’ werden (offizielles Datum, aber die schweren Kämpfe gehen noch weiter und das französische XXI. Korps hat 18.000 Mann Verluste bis zum 20. Juni).

Afrikanische Fronten

Östliches Tripolitanien: Tarhunas 3 italienische Bataillone werden bei einem Ausbruchsversuch 65 km südlich von Tripolis durch Stammeskrieger ausgelöscht. Zwei Entsatz-Kolonnen gelingt kein Durchkommen.

Seekrieg

Adria: Ein österreich-ungarisches Geschwader beschießt Fano.

Heimatfronten

Großbritannien: Zwei Eisenerz-Händler aus Glasgow werden wegen des Handels mit der deutschen Firma Krupp inhaftiert.


Stellung mit einem M1910 Maxim Maschinengewehr
Eine russische Stellung mit einem M1910 Maxim Maschinengewehr und Mannschaft. Der Schutzschild, welcher den Schützen decken sollte, war nicht üblich.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 19. Juni 1915:

Ostfront

Galizien: Mackensen greift die Grodek-Linie von Brusilow auf einer Länge von 65 km an und erzwingt den russischen Rückzug. Mackensens Truppen nehmen Zolkiew und Rawaruska (20. Juni).

Westfront

Artois: Französische Geländegewinne in der Nähe von Souchez (und am 28. Juni).
Elsass: Französische Truppen marschieren in Metzeral ein und beschießen Munster.

Afrikanische Fronten

Eine Expedition der britischen Royal Navy läuft in Richtung Kapstadt aus.

Politik

Frankreich: Boulogne-Konferenz mit Lloyd George und A. Thomas, dem französischen Junior-Kriegsminister.
Deutschland: Ein Sozialistisches Manifest ruft dazu auf, den Krieg nicht mehr zu unterstützen, da er nicht mehr zur Verteidigung geführt wird.


Joffre
Der französische Oberbefehlshaber Generalissimus Joffre.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 20. Juni 1915:

Westfront

Maas-Argonnen: Der deutsche Kronprinz startet einen Angriff, welcher zu verlustreichen Kämpfen bis zum 14. Juli führt. Die französische Erste Armee hat bereits 16.200 Mann Verluste seit dem 1. Mai.
Paris – Terrier to Lyautey meldet sich aus Marokko: ‘Die Menschen sehen die Schuld beim Generalissimus (Joffre), weil dieser zu lange abwartet und sich viel zu weit hinter der Front aufhält.’
Petain wird Befehlshaber der Zweiten Armee, Fayolle übernimmt das XXXIII. Korps.

Mittlerer Osten

Armenien: Armenier und Kosaken nehmen Sevan am Van-See und Sorp (25. Juni). 4.000 Mann Kavallerie erreichen die Nordseite des Sees am 26. Juni.

Seekrieg

Nordsee: Das deutsche U-Boot U 39 torpediert den Kreuzer Roxburgh (zur Reparatur der Schäden im Dock bis April 1916).


 französischer Soldaten in den Dardanellen
Ein französischer Soldat in den Dardanellen, bewaffnet mit einem Berthier MLE 1892 Karabiner mit einem langen Messer-Bajonett.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 21. Juni 1915:

Mittlerer Osten

Gallipoli – Helles Brückenkopf: Dritte französische Schlacht von Kereves bzw. türkische Schlacht um Hügel 83. Französische Truppen, unterstützt von 77 Kanonen welche 31.400 Schüsse abfeuern, sicheren Haricot Redoubt für 2.500 Mann Verluste und verursachen mehr als 6.000 türkische Verluste.

Westfront

Artois: Erfolglose deutsche Gegenangriffe nördlich von Arras.
Elsass: Französischer Vorstoß nach Sondernach, welches sie am nächsten Tag nehmen und am 27. Juni mehrere Gegenangriffe zurückschlagen.

Heimatfronten

Südafrika: Rebellenführer De Wet wird des Verrats schuldig gesprochen und erhält 6 Jahren Haft und 2.000 Britische Pfund Ordnungsstrafe.


30,5-cm-Mörsers an der Ostfront
Österreich-ungarische Artilleristen beim Bedienen eines schweren 30,5-cm-Mörsers an der Ostfront.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 22. Juni 1915:

Ostfront

Die österreich-ungarische Zweite Armee erobert Lemberg zurück. Mackensen wird zum Feldmarschall befördert.

Westfront

Maas: Die Franzosen erobern vor kurzem verloren gegangene Stellungen auf den Maas-Höhen zurück und wehren deutsche Gegenangriffe zwischen dem 24. und 27. Juni ab.
Vogesen: Hügel 627 in der Nähe von Ban de Sapt fällt an die deutschen Truppen.

Südfronten

Trient: Italienische Truppen wehren österreich-ungarische Truppen bei Freikofel ab.

Afrikanische Fronten

Südost-Kamerun: 400 französische und belgische Soldaten besetzen Assobam und Lomie (24. Juni).
Victoria-See: Brigade-General Stewarts 1.600 britische Soldaten in 7 Dampfern greifen nach einer Fahrt über 400 km den Hafen von Bukoba und dessen Fort an, plündern und brennen diese bis zum nächsten Tag nieder und zerstören die einzige Funkstation in Deutsch-Ostafrika, mit der ein Kontakt nach Berlin möglich ist.

Politik

Russland fragt bei der rumänischen Regierung für ihren Preis für eine Intervention an und erhält am 30. Juni eine ausweichende Antwort.
Das Osmanische Reich tritt einen thrakischen Grenzstreifen an Bulgarien ab.
Ein Interview des Papstes in der Zeitung La Liberte verursacht die Wut der Alliierten, als dieser angeblich die Versenkung der Lusitania mit den Leiden der durch die Seeblockade betroffenen Bevölkerung vergleicht.

Neutrale

USA: Das Broadway-Musical The Ziegfeld Follies wird eröffnet.

Heimatfronten

Großbritannien: Swintons Memorandum ‘The Necessity for Machine Gun Destroyers’ (‘Die Notwendigkeit des Maschinengewehr-Vernichters’ = Panzers) wird an das Kriegsministerium geschickt, welche die Spezifikationen zum Landship-(‘Landschiff’)-Ausschuss am 1. Juli weiterleitet.


Q-ship
Q-Schiffe waren unverdächtig aussehende zivile Schiffe, welche eine versteckte Bewaffnung mit sich führten.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 23. Juni 1915:

Seekrieg

Nordsee – der erste Q-Schiff-Erfolg: Das deutsche U-Boot U 40 wird durch das britische U-Boot C26 vor Aberdeen versenkt, welches durch das Köder-Q-Schiff Taranaki mitgeschleppt wurde.

Südfronten

Erste Schlacht am Isonzo (Castelnuovo) bis zum 5. Juli beginnt mit einem einwöchigen italienischen Artilleriebeschuss: 75 italienische Bataillone und 530 Geschütze gegen 40 österreichische Bataillone mit 242 Kanonen. Angriffe auf Podgora, Oslavice und Peuma scheitern bis zum 26. Juni, ebenso wie ein Angriff auf den Sabatino am 29. und 30. Juni.

Ostfront

Oberst Knox schickt ein Telegramm nach London, dass der Mangel an Gewehren eine russische Offensive für die nächsten acht Monate unmöglich macht.

Afrikanische Fronten

Ostafrika: Der Bau der britischen VoiMaktau-Eisenbahn wird abgeschlossen (mit Wasserleitung), trotz deutscher Sabotage am 14. Juni.

Heimatfronten

Großbritannien: Der deutsche Spion Karl Müller wird im Tower erschossen.
Des Prince of Wales 18. Geburtstag.


Lagerhalle in einer Munitionsfabrik
Lagerhalle in einer Munitionsfabrik.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 24. Juni 1915:

Heimatfronten

Großbritannien: Abstellung von Freiwilligen für die Munitionsfertigung beginnt, dessen Bedarf für jeweils 6 Monate vom Munitions-Ministerium festgelegt wird.

Westfront

Joffre und Feldmarschall French (BEF) einigen sich in Chantilly auf eine Strategie an der Westfront und lehnen eine passive Verteidigung als unfair gegenüber den anderen Verbündeten ab. Sie planen eine Großoffensive für August.

Politik

Großbritannien: Ein versöhnliches britisches Memorandum an die USA wegen des Überseehandels der Neutralen.

Neutrale

USA: 70.000 Menschen auf dem nationalen Deutsch-Amerikanischen Volksfest im Madison Square Garden, New York.


HMS Nelson
Der britische Vor-Dreadnought HMS Nelson mit einer Verdrängung von 16.500 t und einer Besatzung von 865 Mann. Die Hauptbewaffnung besteht aus 4 x 30-cm und 10 x 23-cm-Geschützen.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 25. Juni 1915:

Seekrieg

Dardanellen: Mit der Hilfe der Beobachtung durch einen Aufklärungsballon schießt das Schlachtschiff Lord Nelson mit 55 Granaten wieder Chanak in Brand.

Luftkrieg

Westfront: Französische Flugzeuge bombardieren den Bahnhof von Douai.

Heimatfronten

Großbritannien: Kriegsminister Kitchener fragt Lloyd Georges Parlament-Sekretär Dr. Addison, ob er eine spezielle Abteilung mit Fragen zum Grabenkrieg leiten möchte.


Deutsche Karikatur über Russlands Oberbefehlshaber, Großfürsten Nikolaus
Deutsche Karikatur über Russlands Oberbefehlshaber, Großfürsten Nikolaus als Macbeth: ‘durch Blut bin ich so weit gewatet, dass, sollte ich nicht mehr weitergehen, die Rückkehr genauso langweilig wäre’.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 26. Juni 1915:

Ostfront

Galizien: Lechitski wehrt deutsche Angriffe auf die östliche russische Frontlinie bei Bukaczowce-Halicz ab, zieht sich aber dann doch zum Fluss Gnila-Lipa zurück, während die deutsche Südarmee Halicz einnimmt und Mackensen den Fluss Bug bis zum nächsten Tag erreicht.

Westfront

Großbritannien: Premierminister Asquith berät über eine wünschenswerte Ablösung von Feldmarschall French (BEF) durch Haig.

Heimatfronten

Russland: Kriegsminister General Suchomlinow tritt zurück (wegen Verdacht auf Korruption im Gefängnis), ersetzt durch General Poliwanow.
Deutschland: Die Ausgabe der sozialistischen Zeitung Vorwärts wird wegen der Veröffentlichung eines Friedensaufrufes unterdrückt.


italienische schwere Haubitze
Soldaten beim Weitertransport einer italienischen schweren Haubitze.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 27. Juni 1915:

Südfronten

Isonzo: Die italienisch Dritte Armee drängt die österreich-ungarischen Truppen die Hänge des Berges San Michele (275 m) hinauf und gewinnt einen Brückenkopf zum Angriff auf das Carso-Plateau.
Serbien: Serbische Truppen erobern die Donauinsel Michaiska.

Mittlerer Osten

Mesopotamien: Gorringe mit ca. 3.000 Mann und 4 Kanonenbooten der Royal Navy ankert im Euphrat 75 km westlich von Ourna, bereit für den Vorstoß nach Nasiriya, wie aus Indien am 21. Juni befohlen wurde, wogegen London aber bereits am 14. Juni ein Veto eingelegt hat.

Afrikanische Fronten

Kamerun: Britische Truppen nehmen das deutsche Fort Koncha.

Seekrieg

Ostsee: Der russische Schlachtkreuzer Izmail läuft in Petrograd vom Stapel, als erste von vier Stück, welche aber nie vollendet werden.
Ägäis: Der Zerstörer HMS Hussar beschießt die kleinasiatische Küste gegenüber von Chios.
Adria: UC 12 ist das ersten deutsche U-Boot, welches von aus Pola kommend, der Halb-Flottille bei Cattaro beitritt.

Luftkrieg

Deutschland: Der französische Pilot Gilbert versucht die Zeppelin-Hallen in Friedrichshafen zu bombardieren, wird aber bei einer Landung in der Schweiz interniert (entkommt 1916).


Killen-Strait-Traktor
Tests des Killen-Strait-Traktors, ausgerüstet mit einem Drahtschneider.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 28. Juni 1915:

Geheimkrieg

Großbritannien: Churchill und Lloyd George beobachten den Killen-Strait-Stacheldrahtschneide-Traktor auf Wormwood Scrubs bei London. Sie sehen auch eine Vorführung des Stokes-Granatwerfer am 30. Juni. Lloyd George erklärt sich dank Leutnant F.A. Sutton (welcher den rechten Arm auf Gallipoli am 22. Mai verloren hatte) bereit, auf die Herstellung von 1.000 Stück zu drängen.

Mittlerer Osten

Gallipoli: Die britischen Truppen gewinnen etwa 800 m Gelände auf Gully Spur für 3.800 Mann Verluste und wehren türkische Gegenangriffe ab (insgesamt 16.000 Mann Verluste bis zum 5. Juli).
Mesopotamien: Nixon erhält das Kommando über Bushire in Persien.

Afrikanische Fronten

Nord-Kamerun: ca. 200 nigerianischen Truppen aus Garua nehmen Ngaundere bis zum nächsten Tag, 230 km südlich.
Rhodesien: Das anglo-belgische Fort Saisi, 1,5 km hinter der Grenze, wehrt deutsche Truppen ab.

Seekrieg

Ostsee: Ein deutscher Landungsversuch bei Windau (Kurland), welcher durch alte Linienschiffe, 4 Kreuzer und Torpedoboote gedeckt ist, wird durch russische Zerstörer vereitelt, welche die deutschen Schiffe vertreiben.


Deutsche Kavallerie
Die deutsche Kavallerie spielt generell nur eine sehr eingeschränkte Rolle. Nur an der Ostfront hat sie noch etwa Raum zum Operieren.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 29. Juni 1915:

Ostfront

Polen: Mackensen stößt mit seinen deutsch-österreich-ungarischen Verbänden zwischen den Flüssen Weichsel und Bug vor und erreicht Tomaszow am nächsten Tag.

Westfront

Frankreich – Petains Memorandum an den Oberbefehlshaber: ‘Der gegenwärtige Krieg … ist ein Abnutzungskrieg … welcher diejenige Seite … gewinnen wird, welche den letzten Mann hat’. Er fordert, nur dezentralisierte Angriffe durchzuführen und genügend Reserven zu besitzen.

Mittlerer Osten

Dardanellen – ANZAC-Brückenkopf: Der letzte schwere türkische Angriff schlägt fehl.

Luftkrieg

Gallipoli: Die Briten geben den Flugplatz auf Kap Helles auf, mit Ausnahme für Notlandungen.

Politik

Österreich-Ungarn: Die Regierung protestiert gegen die US-Munitionsexporte an die Alliierten und fordert auch ein Nahrungsmittel-Embargo an diese, falls der freie und legale Handel der Mittelmächte weiter unterbunden wird.

Heimatfronten

Großbritannien: Der Premierminister und Bonar Law halten in Guildhall Reden über die Notwendigkeit, mit allen Ressourcen ökonomisch umzugehen. 10 Victoria Cross werden verliehen. Verwundete Kriegsgefangene, welche ausgetauscht wurden, kommen zu Hause an.


Kolonne italienischer Bersagliari-Infanterie
Eine Kolonne italienischer Bersaglieri-Infanterie zieht in der ersten Schlacht am Isonzo durch ein Dorf zur Front.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 30. Juni 1915:

Südfronten

Isonzo: Der Hauptangriff der italienischen Infanterie beginnt entlang einer 35 km breiten Frontlinie. Es gelingt aber nur die Gewinnung eines kleinen Brückenkopfs östlich des Flusses bei Sagrado bei fürchterlichen Verlusten.

Westfront

Argonnen – deutscher Angriff bei Bagatelle: Leutnant Rommels 124. Infanterie-Regiment stürmt in der vordersten Linie, unterstützt durch schwere Mörser.
Aisne: Im Juni werden zwei Soldaten des französischen 8. Infanterie-Regiment durch elektrisch geladenen Stacheldraht in Bois de la Mine in der Nähe von Berry-au-Bac getötet. Sie sind die ersten Opfer dieser neuen Technik, welche von beiden Seiten in begrenzten Frontabschnitten verwendet wird.

Ostfront

Galizien: Die Südarmee überquert den Fluss Gnila-Lipa. Die Deutschen behaupten, 150.650 russische Kriegsgefangene im Juni genommen zu haben.

Mittlerer Osten

Gallipoli – Helles-Brückenkopf: General Bailloud wird durch General Gouraud ersetzt, dem eine Verletzung seinen Arm gekostet hat.

Afrikanische Fronten

Kamerun: Die britischen Hauptstreitkräfte bestehen aus 2.747 Soldaten und 723 Kranken. 9 alliierte Kriegsschiffe halten eine Blockade aufrecht und im Südosten besetzen 470 französische Soldaten Ngangela.

Seekrieg

Adria: 4 italienische Panzerkreuzer werden nördlich von Venedig stationiert, um die Bodentruppen zu unterstützen.
Im Juni versenken deutsche U-Boote die neue Rekordzahl von 29 britischen Handelsschiffe (76.497t und 78 Menschenleben) sowie 58 Fischereifahrzeuge (17 Menschenleben verloren). Es ist der schlimmste Monat des Krieges für die britische Fischereiflotte (in den Monaten Juli und August werden jeweils 36 versenkt). Insgesamt haben die deutschen U-Boote bisher 114 Schiffe mit 115.291 t versenkt.

Politik

Der kanadische Premierminister tritt eine Schiffsreise nach England an.
US-Exporte nach Deutschland im Geschäftsjahr 1914/15 nur 28 Millionen gegenüber 344 Millionen US-Dollar 1913/14. Dafür steigen die Exporte nach Großbritannien auf 911 Millionen 1914/15 gegenüber 594 Millionen US-Dollar 1913/14 an. Der britische Rückstand bei Krediten für Munitionskäufe beläuft sich auf fast 1 Milliarde US-Dollar.


gehe zu Weiter zu Juli 1915.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.