Kriegstagebuch des Ersten Weltkrieges für Januar 1915.

Schlacht von Soissons, erster Zeppelin-Angriff auf Großbritannien, erstes Gefecht zwischen Schlachtschiffen bei der Schlacht auf der Doggerbank.

zurück Zurück zu Dezember 1914.


HMS Formidable
Der britische Vor-Dreadnought ‘HMS Formidable’. Kiellegung 1898, 15.000 t Wasserverdrängung und mit einer Hauptbewaffnung von 4 x 305-mm und 12 x 152-mm-Geschützen.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 1. Januar 1915:

Seekrieg

Ärmelkanal: Das ungesicherte Schlachtschiff Formidable wird um 2:30 Uhr bei schlechtem Wetter vom deutschen U-Boot U24 (Schneider) versenkt. 547 Besatzungsmitglieder kommen ums Leben, 201 Überlebende.
Deutschland: Das Erste von 25 kleinen Torpedobooten der A1-Klasse wird in Dienst gestellt. Die Boote sollen vor der Küsten von Flandern operieren. 16 werden in Antwerpen zusammengebaut, 4 gehen im Jahr 1915 verloren.

Westfront

Das Britische Expeditionskorps befiehlt, jeweils 3 Korps den neuen britischen Armeen für die Westfront zuzuteilen.
Flandern: Artillerie-Duelle bei Nieuport und Zonnebeke.
Champagne: Französische Truppen erobern einen Wald bei Menil-les-Hurlus.

Ostfront

Der deutsche Generalstabschef Falkenhayn, sein österreich-ungarischer Kollege von Hötzendorff sowie Ludendorff treffen sich in Berlin (sowie am 8. Januar in Breslau).
Das russische Feldheer ist nun 3,85 Millionen Mann stark.
Ungarn: Die Russen rücken am Uzsok-Pass bis zum nächsten Tag vorwärts, sowie in der Bukowina.

Südfronten

Serbien: Das österreich-ungarische Gemischte Korps Krauss wird zum XIX. Korps. Beide Seiten werden bis in den Mai von einer Typhusepidemie heimgesucht. Britische Frauen bringen 108 t Krankenhausmaterial nach Valjevo.

Naher Osten

Armenien: Das türkische X. Korps beginnt mit dem Rückzug und entzieht sich der Verfolgung am 4. Januar.
Mesopotamien: Eine britische Erkundungsmission findet den Fluss Tigris blockiert und türkische Verteidigungsstellungen am Ruta Creek, 13 km nördlich von Qurna. Ruta wird am 21. Januar beschossen.

Afrikanische Fronten

Kamerun: Oberstleutnant Mairs 400 nigerianische Soldaten überqueren den Fluss Col und besetzen Ossindinge.
Ostafrika: Das Kenia-Polizeibataillon verlässt Nairobi in Richtung der Provinz Turkana im Norden, wo es vom 4. Januar an im Einsatz ist.

Luftkrieg

Westfront: Die Franzosen erhöhen die Anzahl ihrer Voisin-Bomberverbände von 5 auf 8.
Wing-Commander Maitland vom Royal Navy Air Service begutachtet belgische Drachen-Ballons bei Alveringheim. Er schickt Flug-Kommandant Mackworth nach Chalain-Meudon, dem Hauptquartier der französischen Ballon-Abteilung.
Russland: Der erste russische zweisitzige Jäger, die Sikorsky S16, wird erprobt. Ihr unvollkommenes, synchronisiertes MG verursacht häufig Schäden an der Luftschraube.
Südafrika: Das südafrikanische Flieger-Korps wird gebildet.


Britische Soldaten Winter 1914/15
Der Winter 1914/15 sieht den Beginn des Grabenkrieges unter Bedingungen, die die Mängel der Kleidung und Ausrüstung offenlegen. Schutzwesten und Beinkleider aus Leder und Ziegenleder werden an die britischen Soldaten ausgegeben.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Samstag den 2. Januar 1915:

Westfront

Flandern: Schwerer Regen behindert die Operationen. Belgiens König Albert votiert gegen die Zusammenlegung der belgischen Armee mit dem Britischen Expeditionskorps.
Somme: Französische Geländegewinne in der Nähe von Verrelles.

Ostfront

Polen: Russische Erfolge am Fluss Bzura und Rawka.
Galizien: Kämpfe in der Nähe von Gorlice.

Naher Osten

Armenien: Enver Pascha entkommt knapp der Gefangennahme auf dem Weg nach Erzerum bis zum nächsten Tag. Er gibt am 7. Januar sein Kommando ab und kehrt nach Konstantinopel zurück.
Persien: Die Russen räumen Urmia.

Afrikanische Fronten

Kamerun: Brigade-General Gorges nimmt Chang (1.380 m), zerstört das Fort und zieht sich am 6. Januar zurück.

Seekrieg

Ostafrika: Der Kreuzer Fox und das Schlachtschiff Goliath beschießen wieder Dar-es-Salaam.

Heimatfronten

Frankreich: Joffre verlangt 80.000 Artilleriegranaten pro Tag (eine derartige Produktionsmenge wird erst nach Januar 1916 erreicht).
Großbritannien: Kitchener teilt Churchill mit, dass keine Truppen für ein Dardanellen-Unternehmen zur Verfügung stehen.

Politik

Großbritannien: Kitcheners Telegramm nach St. Petersburg (Russland), dass besagt ‘… Schritte werden unternommen, um eine Machtdemonstration gegenüber den Türken zu machen “.


Abtransport von Toten und Verwundeten aus Graben
Abtransport von Toten und Verwundeten in einem französischen Laufgraben.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 3. Januar 1915:

Westfront

Memorandum vom Befehlshaber des Britischen Expeditionskorps, Sir J. French, welches eine Offensive zur Eroberung von Ostende und Zeebrügge (im Ausbau als U-Boot-Basen befindlich) befürwortet, aber der Plan wird trotz seines Besuches in London am 12./13. Januar am 28. Januar abgelehnt.
Elsass: Französische Geländegewinne in der Nähe von Cernay und Steinbach.
Artois: Französische Geländegewinne in der Nähe von Arras.
Argonnen: Deutscher Angriff auf Boureuilles.

Ostfront

Bukowina: Die Russen besetzen Suczawa und Kimpolung und erreichen die ungarische Grenze am 6. Januar.

Südfronten

Serbien: Österreich-ungarische Truppen besetzen die Insel Ada Tsiganlia in der Nähe von Belgrad.

Naher Osten

Armenien: Die sibirische Kosaken-Brigade erobert Ardahan zurück und nimmt dabei 1.300 Kriegsgefangenen und 4 Kanonen. Das türkische XI. Korps nimmt und verliert wieder Höhe 808, zusammen mit 4 Kanonen und 300 Kriegsgefangene an den russischen General Judenitsch. Dichter Nebel beendet die Kämpfe bei Sarikamish.

Besetzte Gebiete

Belgien: Kardinal Mercier wird wegen eines Hirtenbriefes über deutsche Gräueltaten verhaftet.

Heimatfronten

Frankreich: Eine überarbeitete Konterbanden-Liste wird ausgegeben.
Großbritannien: Tag der Fürbitte für den Sieg (‘Day of intercession for victory’).
Fisher an Churchill: ‘Ich halte den Angriff auf die Türkei für sinnvoll, aber nur, wenn er sofort erfolgt.’


Türkische Kavalleristen in einem Feldlager im Kaukasus
Türkische Kavalleristen in einem Feldlager im Kaukasus bei den Kämpfen gegen die Russen.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 4. Januar 1915:

Naher Osten

Armenien – Schlacht von Sarıkamış endet: Das türkische IX. Korps ist vernichtet und verliert 1.200 Mann als Kriegsgefangene, einschließlich Ihsan Pascha, 30 Kanonen und 20 MGs.

Westfront

Flandern: Französischer Vorstoß in der Nähe von Nieuport.
Elsass: Ganz Steinbach jetzt in französischer Hand.

Seekrieg

Adria: Der österreich-ungarische Admiral Haus schlägt vor, mit dem neuen Leichten Kreuzer Novara (Indienststellung am 10. Januar) 300 t Munition nach Smyrna (für die Verteidigung der Dardanellen) zu bringen.
Nordsee: Die britischen U-Boote C31 und E10 gehen am 4. bzw. 18. Januar aus unbekannten Gründen verloren.
Schwarzes Meer: Der russische Kreuzer Pamiat Merkurya beschädigt den türkischen Kreuzer Hamidieh westlich von Sinope.

Geheimkrieg

Italien: Der österreich-ungarische Militärattaché aus Rom meldet, dass die italienische Armee für einen Krieg Ende März bereit sein wird.

Heimatfronten

Großbritannien: Fisher gibt seinen Widerstand gegen eine mögliche Bedrohung durch deutsche Zeppeline auf.
Die Londoner Börse wird wieder eröffnet.


Daimler-Foster-Artillerieschlepper
Der Daimler-Foster-Artillerieschlepper ist der Ausgangspunkt für den Gedanken eines Panzerfahrzeuges mit Ketten-Laufrädern.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 5. Januar 1915:

Heimatfronten

Großbritannien: Churchill bittet den Premierminister darum, einen Prototyp vom gepanzerten Dampftraktor zu genehmigen.

Westfront

Foch wird Befehlshaber der alliierten Heeresgruppe Nord. Dubail führt die französische östliche Heeresgruppe.
Argonnen: Französischer Angriff in der Nähe von Courtechasse, nach dem eine unterirdische Landmine 550 m deutscher Schützengräben in die Luft geblasen hat.
Elsass: Der französische Vorstoß nördlich von Altkirch nimmt einige Wälder bis zum nächsten Tag.

Ostfront

Erzherzog Friedrich bespricht mit Kaiser Franz Joseph: “ein Angriff von Italien oder Rumänien würde die Monarchie in eine militärisch unhaltbare Lage bringen … dies macht unbedingt einen schnellstmöglichen … Sieg über Russland notwendig.’

Naher Osten

Persien: Der russische General Chernozubov räumt Tabriz. Die Türken besetzen die Stadt am 8. Januar.

Afrikanische Fronten

Kamerun: Oberst Mayers französische Soldaten wehren bei Edea und Kopongo 500 deutsche Soldaten ab.
Südwestafrika: Südafrikanische Truppen besetzen Schuit Drift am Fluss Orange und Ramans Drift eine Woche später.

Neutrale

Italien: Der italienische Marine-Befehlshaber Revel argumentiert in einer Kriegsstudie, dass vor einer Seeschlacht zuerst Torpedos und Minen gegen die österreich-ungarische Flotte zum Einsatz kommen müssen.


Feldmarschall Lord Kitchener
Feldmarschall Lord Kitchener, britischer Kriegsminister mit außergewöhnlichem Organisationstalent, Entschlossenheit und Zähigkeit.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 6. Januar 1915:

Heimatfronten

Großbritannien: Kitchener gibt eine Bewertung des Kriegs im House of Lords ab.

Naher Osten

Armenien: Judenitsch ersetzt Bergmann als russischer Befehlshaber im Feld.

Seekrieg

Dardanellen: Der deutsche Admiral Souchon glaubt nicht, dass die Alliierten ohne die Anlandung von Truppen viel gegen die Dardanellen, das Marmara-Meer oder Konstantinopel ausrichten können.

Politik

Italien: Österreich-Ungarns Botschafter in Rom beginnt mit Gesprächen über Abtretung von Triest an Italien.


Landwehr-Soldat gekleidet für Winter
Ein deutscher Landwehr-Soldat gekleidet für das kalte Winterwetter.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 7. Januar 1915:

Westfront

Maas-Argonnen: Deutsche Rückschläge in den Argonnen und in der Nähe von Verdun.
Elsass: Französische Truppen nehmen Burnhaupt-le-Haut, verlieren es aber am nächsten Tag wieder.

Ostfront

Polen: Starke deutschen Angriffe an der unteren Rawka am russischen Weihnachtstag werden zurückgeschlagen.

Südfronten

Serbien: Ein 28-Mann-Spezialisten-Trupp für Torpedos und Minen der Royal Navy trifft von Malta aus kommend bei Kommodore H. Cardale in Belgrad ein, um die vollständige Sperrung des Fluss Save durchzuführen und die Flussverteidigung zu verstärken.

Naher Osten

Armenien: Schlacht von Kara Urgan (bis zum 15. Januar) zwischen dem türkischen XI. Korps und dem russischen General Judenitsch, der es zwischen dem 10.-15. Januar aus dem Norden überflügelt.
Indien – Nordwest-Grenze: Hauptmann Jothan von der Nord-Waziristan-Miliz wird von 1.500 Khostwals-Krieger in eine Falle gelockt. Er erhält posthum das Victoria-Kreuz.

Luftkrieg

Italien: Das Corpo Aeronautico Militare (Militär-Luftwaffe) wird mit ein paar Bleriot und Nieuport-Flugzeugen aufgestellt.

Heimatfronten

Frankreich: Der Verkauf von Absinthe (Wermut-Spirituosen) wird verboten, ebenso wie die Eröffnung neuer Spirituosen-Läden.
Russland: Die bolschewistische Petrograd-‘Militär-Gruppe’ verteilt Flugblätter an die Soldaten, Arbeiter und Bauern und drängt auf die Auszahlung der seit Ende des letzten Monats eigentlich fälligen Renten.


alliiertes Greuelmärchen
Die abgehackten Hände, eines der Gräuelmärchen, dem jeglicher realer Hintergrund fehlt, aber das lange Zeit durch die alliierte Propaganda geistert.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 8. Januar 1915:

Heimatfronten

Großbritannien: Die Times veröffentlicht vorläufige Berichte über angebliche deutsche Gräueltaten in Frankreich.
Das Tee-Exportverbot wird aufgehoben.
Frankreich: Berichte über angebliche bayerische Gräueltaten in den Vogesen.

Westfront

Aisne – Schlacht von Soissons (bis zum 14. Januar): Nach einem 90-minütigen Beschuss durch 110 Geschütze erstürmen die französischen Truppen Maunourys die Hügel 132 und 138 bis zum 10. Januar.
Champagne – Zweite Schlacht von Perthes: Die französische 34. Division nimmt ein Dorf, schlägt einen Gegenangriff am nächsten Tag ab und stößt am 10. Januar in nördliche Richtung vor.

Ostfront

Deutschland: Der Kaiser übergeht Generalstabschef Falkenhayn und befiehlt die Aufstellung einer Südarmee (Linsingens 3 deutsche Divisionen mit österreich-ungarischen Truppen von insgesamt ca. 48.000 Mann), um die österreich-ungarischen Verbände zu unterstützen.

Naher Osten

Großbritannien: Kriegsminister Kitchener unterstützt den Plan zum Angriff auf die Dardanellen, stellt aber keine Landtruppen zur Verfügung.

Afrikanische Fronten

Victoriasee: Britische Truppen besetzen Shirati und organisieren eine See-Flottille.


Landungstrupp Kreuzer Emden in Konstantinopel
Kapitänleutnant Hellmuth von Mücke bringt den Landungstrupp des Leichten Kreuzer ‘Emden’ nach Konstantinopel, wo sie von Admiral Souchon empfangen werden. Die Männer haben den Indischen Ozean überquert, waren auf der Flucht vor der Royal Navy, überleben türkische Doppelzüngigkeit und wehren arabische Räuber in einer Schlacht in der Wüste ab.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 9. Januar 1915:

Naher Osten

Jemen: Das Handelsschiff Choising, mit 50 Überlebenden des deutschen Leichter Kreuzer Emden, meldet sich beim Kommandeur der türkischen 40. Division und fragt nach dem besten Heimweg an. Der Landungstrupp erreicht Konstantinopel am 1. Juni 1915.

Westfront

Memorandum des britischen Kriegsrats an Feldmarschall French, um die Möglichkeit eines Patts an der Westfront in Betracht zu ziehen und die Eventualität der Suche nach der Entscheidung auf einem neuen Kriegsschauplatz zu berücksichtigen.
Aisne: Deutscher Artilleriebeschuss der Kathedrale von Soissons und erfolgloser Gegenangriff in der Nähe der Stadt.

Politik

Großbritannien: Die britische Antwort auf die US-Note vom 26. Dezember 1914 wird veröffentlicht, welche bereits am 7. Januar übermittelt wurde. Kupfer erreicht Deutschland über neutrale Staaten, begrenzte Gummi-Exporte in die USA genehmigt.
Österreich-Ungarn: Außenminister Berchtold schreibt in sein Tagebuch nach einer Audienz bei dem Kaiser (Franz Joseph), dass dieser ‘… sich wieder stark über die Deutschen beklagt hätte … ‘.

Heimatfronten

Deutschland: Generalstabschef Falkenhayn wohnt Versuchen mit Gaswaffen südöstlich von Köln bei.
Großbritannien: König und Königin besuchen verwundete indische Soldaten in Brighton (das erste Victoria Cross für einen Inder wird am 26. Januar verliehen).


Ausbildung Schutztruppe Ostafrika
Einheimische werden von deutschen Offizieren für die Schutztruppe von Ostafrika ausgebildet.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 10. Januar 1915:

Afrikanische Fronten

Ostafrika: 500 britische Soldaten besetzen die Insel Mafia Island bis zum 12. Januar (35 km vor dem Festland und mit 52 deutschen Siedlern).
Gouverneur Belfield von Britisch-Kenia in einer Rede in Nairobi: “… diese Kolonie hat kein Interesse an dem gegenwärtigen Krieg, außer … das ihre unglückliche Lage sie … sich in Nachbarschaft … zu Deutsch-Ostafrika befinden lässt’.

Luftkrieg

Westfront: Zweiter französischer Luftsieg durch Pilot Unteroffizier Gilbert und Beobachter Leutnant de Puechredon in einem Morane Parasol Flugzeug, welches einen deutschen Doppeldecker in der Nähe von Amiens abschießt.
Frankreich: 16 deutsche BAO-Flugzeuge greifen überraschend Dünkirchen an, nachdem sie erst in einer Finte zur Küste von Kent geflogen sind, wo die englische Heimatverteidigung sich in Bereitschaft befand.

Naher Osten

Der Britische Kriegsrat kommt überein, Russlands Anspruch auf Konstantinopel und die Dardanellen nach der vorgesehenen anglofranzösischen Aufteilung der Türkei zu berücksichtigen.
Armenien: Judenitsch sendet Truppen aus, um das türkische XI. Korps von Norden zu überflügeln.
Arabien: 2 indische Bataillone (insgesamt 1.000 Mann) wehren in Muskat 3.000 omanische Araber ab, welche etwa 500 Krieger verlieren.

Politik

Deutschland: Das Außenministerium lädt den russisch-jüdischen Sozialisten Dr. Helphand nach Berlin ein.
Österreich-Ungarn: Graf Tisza blockiert das Memorandum des Außenministeriums über Gebietsregelung bei einem Friedensvertrag.

Heimatfronten

Deutschland: Moltke (nun Befehlshaber der Truppen im Inneren) appelliert an Reichskanzler Bethmann, Maßnahmen für Lebensmittelvorräte zu ergreifen.


deutsche  Infanteristen für die Schützengräben gekleidet
Drei deutsche Infanteristen für die Schützengräben gekleidet. Sie tragen wasserdichte Überhosen und führen zusätzliche Munition in Baumwolle-Schulterriemen mit sich.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 11. Januar 1915:

Westfront

Aisne: Deutsche Verstärkungen führen einen Gegenangriff nördlich von Soissons durch. Der Fluss überflutet die Uferböschung und treibt die Brücken der Franzosen weg.
Champagne: Schwere Kämpfe um die Beausejour-Farm.

Afrikanische Fronten

Südafrika: Die Gefangennahme der letzten Buren-Rebellen aus Transvaal wird verkündet.

Seekrieg

Mittelmeer: Admiral Carden beurteilt einen schrittweisen Angriff auf die Dardanellen durch die Flotte als möglich.

Politik

Österreich-Ungarn: Graf Tisza verweigert die Aufforderung des deutschen Botschafters, durch die Abgabe von Territorien an Italien, dieses aus einem möglichen Krieg heraus zukaufen. Stattdessen schlägt er Kaiser Franz Joseph die Entlassung des Außenministers Graf Berchtold vor.
Großbritannien: Die Regierung gewährt Rumänien einen Kredit über 5 Millionen Pfund. Außenminister Grau bietet Venizelos Gebiete in Kleinasien an, falls Griechenland zur Unterstützung Serbiens schreiten würde. Die Griechen lehnen ab, ebenso am 29. Januar nach einer Wiederholung des britischen Angebotes vom 23. Januar.


Deutschunterricht im besetzten Frankreich
Ein zum Waffendienst eingezogener Straßburger Volksschullehrer erteilt in einer besetzten französischen Grenzregion einheimischen Kindern Deutschunterricht.
Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Dienstag den 12. Januar 1915:

Westfront

Aisne: Rückzug der französischen Sechsten Armee von den Hügeln 130 und 159 unter deutschem Druck. Die Venizel-Brücke kann behalten werden, alle anderen französischen Brücken sind verloren.

Ostfront

Ostpreußen: Russische Truppen nehmen mehrere Dörfer in der Nähe von Rosog.

Afrikanische Fronten

Ostafrika: Ein deutscher Überraschungsangriff auf Yasini wird zurückgeschlagen.

Seekrieg

Ostsee: Die russischen Kreuzer Bogatyr und Oleg legen 100 Minen östlich von Bornholm.

Heimatfronten

Großbritannien: Ein Brief an die Times ist der Ausgangspunkt für die Einrichtung des armenischen Roten Kreuzes und eines Flüchtlingsfonds.


Russische Truppen erhalten Munitionsnachschub.
Russische Truppen erhalten Munitionsnachschub. Trotz zahlenmäßiger Stärke fehlt es der russischen Armee doch an vielerlei Ausrüstung.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 13. Januar 1915:

Ostfront

Polen: Russische Einheiten rücken bis zum 16. Januar an der unteren Weichsel vorwärts und besetzen Serpets nördlich von Plotsk.

Westfront

Aisne: Deutsche Truppen erstürmen die Hügel 132 und 159 zusammen mit den Vregny-Höhen. Französischer Rückzug über den Fluss bis zum nächsten Tag.

Heimatfronten

Großbritannien: Der britische Kriegsrat entscheidet zusammen mit Feldmarschall French, einen Flottenangriff auf die Dardanellen im Februar vorzubereiten und bittet am 18. Januar auch die Franzosen um Unterstützung dafür.
Auszeichnung von Soldaten des Britischen Expeditionskorps mit Victoria-Kreuz und Distinguished Service Order (Orden für hervorragenden Dienst) im Buckingham-Palast.

Luftkrieg

Großbritannien: Versuchter deutscher Luftangriff mit einem Marine-Zeppelin auf die englische Ostküste in der Nacht von 13./14. Januar, welcher jedoch durch das widrige Wetter und mechanischer Probleme abgebrochen werden muss.


Djemel Pascha auf dem Weg zum Suezkanal
Djemel Pascha (links), türkischer Marineminister und Kommandant der Truppen, welche gegen den Suezkanal vorrücken.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 14. Januar 1915:

Naher Osten

Ägypten: 25.000 Türken der 25. Division plus anderer Truppenteile und mit 10.000 Kamele und 56 Kanonen beginnen in acht Nachtmärschen von Beerscheba in Richtung Suezkanal vorzurücken.

Westfront

Aisne – Schlacht von Soissons endet: Die Deutschen melden, 5.200 Kriegsgefangene und 14 Kanonen genommen zu haben. Die französischen Gesamtverluste belaufen sich auf 12.411 Mann.

Afrikanische Fronten

Kamerun: 900 alliierte Soldaten mit 4 Kanonen und 5 MGs schließen gegen Garua auf, wo sich 577 Deutsche mit 4 Kanonen und 10 MGs befinden.
Südwestafrika: Südafrikanische Truppen unter Oberst Skinners besetzen Swakopmund.

Politik

Großbritannien: Der britische Außenminister Grau sichert dem russischen Außenminister Sasonow Konstantinopel und die Dardanellen zu.


getöteter französischer Soldat
Ein getöteter französischer Soldat, ein Opfer der zahllosen und sinnlosen Sturmangriffen.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 15. Januar 1915:

Westfront

Artois: Deutsche Truppen erobern einige Gräben auf der Höhe von Notre Dame de Lorette Grat und bei Carency zurück, welche von den Franzosen für einen Monat besetzt wurden.
Foch schreibt an Joffre: ‘Meine Formel lautet: Arbeit für den Stab, rasten für die Truppen’.
Champagne: Seit dem 15. November haben die Franzosen in der Nähe von Perthes weniger als 1.000 m Geländegewinn erzielt, nach etwa 12 Sturmangriffen und 20 Gegenangriffen.

Naher Osten

Armenien: Schlacht von Kara Urgan endet.

Seekrieg

Dardanellen: Das französische U-Boot Saphir läuft auf eine Mine und sinkt.

Politik

Ein italienisch-rumänischer Beistandspakt wird bekannt gegeben.
Der griechische Botschafter in London teilt mit: ‘Ganz Griechenland steht hinter Englands Sache.’


französisches Hotchkiss Maschinengewehr-Team
Ein französisches Hotchkiss-Maschinengewehr-Team in einem Graben. Während des Jahres 1915 wird das ursprüngliche, nur 30 Schuss führende Streifenmagazin, durch einen 249-Patronen-Metallgurt ersetzt.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 16. Januar 1915:

Westfront

Flandern: Die deutschen Truppen ziehen sich unter französischem Artilleriefeuer von den Küstendünen in der Nähe von Nieuport zurück.
Die Verluste an Offizieren des Britischen Expeditionskorps bis zum 23. Januar belaufen sich auf 29 Mann, die niedrigste Anzahl von Verwundeten und Gefallenen während des gesamten Krieges.
Artois: Ein hin und her wogendes Gefecht um Blangy, welches schließlich von den Franzosen erobert wird.
Champagne: Französischer Vorstoß in der Nähe von Perthes.
Elsass: Die französische 47. Alpine-Division wird in den nördlichen Vogesen aus 10 Bataillonen gebildet, welche am 6. Januar von Artois aus geschickt wurden.

Ostfront

Polen: Die Russen wehren Angriffe in der Nähe von Bolimow und bei Lipno im Nordwesten ab.
Bukowina: Russische Truppen besetzen den Kirlibaba-Pass, wehren österreich-ungarische Angriffe am 20./21. Januar ab, aber Pflanzer-Baltins 50.000 Männer erobern es am 22. Januar zurück.

Naher Osten

Armenien: 3.000 Überlebende vom türkischen X. Korps erreichen Hasankale. Das türkische XI. Korps (15.000 Mann) zieht sich bis zum 18. Januar auf Erzerum zurück.
Nach Schätzungen des deutschen Verbindungsstabs ist die türkische Dritte Armee auf 12.400 einsatzbereite Männer reduziert worden und hat 86 Prozent Verluste in 4 Wochen erlitten.

Afrikanische Fronten

Ostafrika: Brigadegeneral Malleson wird von den Briten ausgeschickt, um die Zusammenarbeiten mit den belgischen Truppen zu leiten.


Humor im 1. Weltkrieg
Humor im 1. Weltkrieg – Texte und Bilder von Heinrich Zille aus ‘Vadding in Frankreich’:
‘Sieh, Karl, der olle Opa will mich noch kennen als Landwehrmann von Anno Siebzig her. Da soll noch einer sagen, dass ich nicht die Nase von meinem Ollen im Gesicht hab!’
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 17. Januar 1915:

Westfront

Somme: Begrenzter französischer Vorstoß bei La Boisselle, nördlich des Flusses.
Aisne: Erfolglose deutschen Angriffe in der Nähe von Autrêches, nordwestlich von Soissons.
Lothringen: Französische Truppen besetzen Bois-le-Prêtre (Pont-a-Mousson) und stoßen am 20. Januar weiter vor.

Neutrale

Griechenland: Venizelos bietet Großbritannien militärische Hilfe an, wenn die Alliierten bei Saloniki mit Truppen landen. Er schickt ein Memorandum an den griechischen König über die Beziehungen zu Bulgarien am 24. Januar, und ebenfalls zu den Alliierten am 30. Januar.

Heimatfronten

Großbritannien: Das Woolwich-Arsenal produziert militärisch brauchbares TNT (3t pro Woche im Juni und an die 1.000 t pro Woche durch 30 Fabriken gegen Kriegsende).


Bomben von Hand
So bomben die deutschen Flieger im frühen Stadium des Krieges.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 18. Januar 1915:

Ostfront

Polen: Ein deutsches Flugzeug bombardiert das Hauptquartier der russischen Fünften Armee in Mogilnitsa, wobei es zum Verlust von 4 Mann und 2 Pferden kommt.
Russische Truppen nehmen Skempe.

Westfront

Champagne: Die Franzosen nehmen deutsche Stellungen in der Nähe von Bois-le-Prêtre, verlieren sie aber dann auch wieder bei Gegenangriffen. Regen und die Erschöpfung der Truppe unterbricht die Kämpfe bis zum 20. Januar.

Mittlerer Osten

Armenien: Lyakhow mit 10.000 regulären Truppen und 24 Kanonen drängt mit der Unterstützung durch 4 russische Zerstörer ca. 10.000 Mann türkischer Truppen nach Westen über den Fluss Coruh in Richtung der russischen Grenze ab.
Ägypten: Die neuseeländische und australische Division werden aufgestellt.

Afrikanische Fronten

Ostafrika: Lettow-Vorbeck greift Yasini mit 9 Kompanien nach der Niederschlagung einer Meuterei in der arabischen Kompanie an. Die Garnison von Yasini (296 Soldaten, darunter 35 Tote und Verwundete) übergibt sich am nächsten Tag nach dem Verbrauch ihrer Munition. Lettow-Vorbeck verliert 274 Mann und verbraucht 200.000 Schuss Munition. Die 3. Kings African Rifles treffen zum Entsatz eine Stunde zu spät ein.

Politik

Japan stellt 21 Forderungen an China, welches diese am 27. Januar zurückweist.

Neutrale

Argentinien: Das Erste von 3 deutschen Handelsschiffen wird bis zum 26. Februar interniert; wegen Verletzung der Neutralität.


UB-1-Klasse
Die deutsche UB-1-Klasse sind kleine Küsten-U-Boote, welche per Eisenbahn zu den vorgesehenen Operationsgebieten gebracht werden können. Sie werden entweder vor der belgischen Küste oder später auch in der Adria eingesetzt.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 19. Januar 1915:

Seekrieg

Deutschland: Das erste Küsten-U-Boot der UB-Klasse, UB-1, wird in Kiel von Stapel gelassen. Der Bau ist in nur 75 Tagen abgeschlossen. Die Klasse aus 17 U-Boote wird bis zum 23. April fertiggestellt.
Nordsee: Ein deutsches Flugzeug entdeckt Admiral Beattys Schlachtkreuzer auf einer Kampf-Patrouille westlich der Helgoländer Bucht.

Westfront

Joffre ermahnt den Befehlshaber des Britischen Expeditionskorps, seine Priorität auf die Bildung von Reserven zu legen, anstatt eine Offensive in Richtung Ostende-Zeebrügge vorzubereiten.
Flandern: Schneestürme schränken die Kampfhandlungen ein.
Elsass: Ein deutscher Angriff auf Hartmanns Kopf kommt einer französischen Offensive zuvor. Die Kämpfe gehen weiter bis zum 22. Januar.

Luftkrieg

Großbritannien – ERSTER ZEPPELIN-ANGRIFF auf Großbritannien: die Marine-Luftschiffe L3 und L4 bombardieren in der Nacht vom 19./20. Januar militärisch wirkungslos East Anglia. Es gibt 20 zivile Opfer, darunter 2 Kinder, und Schäden im Wert von 7.740 Britischen Pfund.
2 FB5 Gunbus der 7. Squadron (Staffel) des Royal Flying Corps fliegen ihren allerersten Nachteinsatz, aber Motorschäden erzwingen Notlandungen.

Politik

Deutschland: Die Regierung protestiert gegen den Verkauf von US-Wasserflugzeugen an die Alliierten. Bryan antwortet am 29. Januar, dass dies keine Kriegsschiffe wären.


Brennender Fesselballon
Als eine leichte Beute für feindliche Flugzeuge, gehören die Besatzungen von Fesselballons zu den wenigen Glücklichen, welche mit Fallschirmen ausgerüstet sind.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 20. Januar 1915:

Luftkrieg

Westfront: Hauptmann Happe und Unteroffizier Labouchere in einer Voisin zerstören einen deutschen Fesselballon bei Neider-Morschweiler mit einer darüber abgeworfenen Bombe und 250 ‘Aerodarts’ (Luftpfeilen).

Heimatfronten

Osmanisches Reich: Talaat Bey überträgt Kemal Bey die Nahrungsmittelversorgung von Konstantinopel. Dieser lässt dazu zumeist schlechten Mais verwenden. Dieses offizielle ‘Kriegsbrot’ wird bis Februar 1916 zu überhöhten Preisen verkauft.


Erich von Falkenhayn
Kriegsminister Erich von Falkenhayn wurde bereits im September 1914 Nachfolger Moltkes als Generalstabschef. Seine Strategie des Überflügelns im Westen scheiterte im Herbst 1914, dafür erringt er 1915 Siege an der Ostfront. Nach dem erfolglosen ‘Ausbluten’ vor Verdun verliert er 1916 die Unterstützung des Kaisers.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 21. Januar 1915:

Heimatfronten

Deutschland: Generalleutnant Hohenborn ersetzt Falkenhayn als Kriegsminister. Admiral Müller schreibt dazu in sein Tagebuch: ‘Der Kaiser ist offensichtlich von dem Gedanken eines langen Krieges sehr erschrocken’.
Großbritannien: Internierte Schiffe sollen bei der Küstenschifffahrt verwendet werden.

Westfront

Champagne: Französische Truppen nehmen Wälder bei Beausejour, werden aber danach gezwungen, sich wieder nach Bois-le-Prêtre zurückzuziehen.

Naher Osten

Dardanellen: Fisher zu Admiral Jellicoe: ‘Ich verabscheue geradezu das geplante Dardanellen-Unternehmen, es sei denn, … es ist eine … Armee von 200.000 Mann bei der Flotte.’

Seekrieg

Nordsee: U-7 (König) wird nach einem Signalausfall versehentlich durch U-22 (Hoppe) vor der holländischen Küste torpediert und versenkt (nur ein Überlebender).

Politik

USA: Der britische Botschafter in Washington gibt bekannt, dass das Handelsschiff Dacia, falls es erfasst wird, von einem Prisen-Gericht verhandelt werden wird.
Großbritannien: H. Samuel berichtet dem britischen Kabinett über ein mögliches jüdisches Palästina.


Kampf in den Lüften 1914/15
Der Kampf in den Lüften in den ersten Kriegsmonaten. Kurze Zeit später nahm die Entwicklung der Flugzeuge eine rasante Entwicklung und Feuerstöße aus Maschinengewehre ersetzen Pistolen und Gewehre.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 22. Januar 1915:

Luftkrieg

Besetztes Belgien: Der Royal Navy Air Service wirf 27 Bomben auf den U-Boot-Stützpunkt von Zeebrügge.
Frankreich: 12 deutsche Flugzeuge bombardieren Dünkirchen, wobei die 4. Staffel des Royal Flying Corpsd einen Albatros B-Typ mit Gewehrfeuer abschießen kann.

Westfront

Argonnen: Schwere Kämpfe bei Fontaine Madame und St. Hubert.

Naher Osten

Syrien: Der britische Kreuzer HMS Doris verteilt Nahrungsmittel an die Einwohner der Insel Ruad und eine Landungstruppe zerschneidet die Telegrafenleitung bei Alexandretta am 25. Januar.

Afrikanische Fronten

Ostafrika: Der britische Kriegsminister Kitchener verbietet offensive Unternehmungen.
Die Evakuierung der Küstenregion beginnt am 29. Januar.

Heimatfronten

Großbritannien: Starker Schneefall in London.
Deutschland: Die Kölnische Zeitung veröffentlicht Schauergeschichte über russische Gräueltaten.


Britische Soldaten improvisieren Handgranaten
Britische Soldaten improvisieren Handgranaten vor der Einführung der ‘Mills Bombe’ aus Blechdosen gefüllt mit Schießbaumwolle, Schrott und einem einfachen Zünder.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 23. Januar 1915:

Heimatfronten

Großbritannien: Mills legt den Vorschlag für eine Handgranate vor. Produktionsbeginn von Juni und vervollkommnet durch die Mk II von August an.

Westfront

Flandern: Geringer alliierter Geländegewinn in der Nähe von Nieuport.
Aisne: Deutsche Artillerie beschießt Berry-au-Bac.
Argonnen und Elsass: Verschiedene Geplänkel.

Ostfront

Falkenhayn gibt Hindenburg nun schließlich 4 weitere Reservekorps.
Karpaten: Die österreich-ungarische Dritte Armee beginnt mit ihrer Winter-Offensive mit 175.000 Mann in 20 Divisionen, um Przemysl zu entsetzen. Die Temperaturen sind derweil zwischen -15° bis -30° Celsius.

Afrikanische Fronten

Südafrika: General Botha läuft mit Schiffen nach Südwestafrika aus.
Britisch-Ostafrika: Ein Rekrutierungsaufruf für weitere 500 europäische Freiwillige scheitert.
Nyasaland-Aufstand bis zum 3. Februar: Der amerikanisch ausgebildete John Chilembwe tötet 3 Weiße auf Dr. Livingstone Enkels Farm. 140 Briten schlagen den Aufstand nieder, wobei 20 Menschen gehängt und 400 inhaftiert werden.

Luftkrieg

Frankreich: Die Brieftauben-Abteilung greift in der Nacht vom 28./29. Januar wieder Dünkirchen an und wirft 123 Bomben ab. 1 deutsches Flugzeug kehrt nicht zurück.
Ägypten: Ein britisches Aufklärungsflugzeug (von 6 Stück, welche für die Verteidigung des Suezkanal zur Verfügung stehen) entdeckt die türkische Hauptkolonne auf dem Marsch zum Suezkanal.


Untergang Blücher auf der Doggerbank
Untergang des Panzerschiffs Blücher in der Schlacht auf der Doggerbank.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 24. Januar 1915:

Seekrieg

Nordsee – ERSTES GEFECHT ZWISCHEN SCHLACHTSCHIFFEN: SCHLACHT AUF DER DOGGERBANK. Dank der Entschlüsselung von Funksignalen können 5 britische Schlachtkreuzer aus Rosyth das Geschwader aus 3 Schlachtkreuzern und dem ‘Super-PanzerkreuzerBlücher von Admiral Hipper abfangen und verfolgen. Es entsteht ein 3-stündiges Gefecht über die Rekord-Entfernung von 20 km. Die langsamere Blücher wird versenkt (792 Tote, 236 Kriegsgefangene und insg. 260 gerettete Besatzungsmitglieder), aber ein Übermittlungsfehler der Royal Navy (Admiral Beatty erhält keine Nachricht über die Positionen deutscher U-Boote) rettet das restliche deutsche Geschwader. Das Flaggschiff HMS Lion erleidet 21 der 95 Mann britischer Verluste, wird 17-mal getroffen und muss von Indomitable zurück nach Rosyth geschleppt werden. Das deutsche Flaggschiff Seydlitz wird 3-mal getroffen und hat 192 Tote. Die Schiffe der Royal Navy erzielen 73 Treffer bei 958 abgefeuerten Granaten, die deutschen Schiffe 25 Treffer aus 1.276 abgefeuerten Granaten.

Luftkrieg

Nordsee: Der deutsche Marine-Zeppelin L5 unterstützt Admiral Hippers Geschwader durch Aufklärung und frühzeitiger Warnung während der Schlacht auf der Doggerbank.

Naher Osten

Arabien: Der pro-türkische Ibn Raschid besiegt die 6.000 Krieger plus 1 Kanone des pro-britischen Ibn Saud bei Jarrab. Der britische Hauptmann Shakespear fällt dabei im Alter von 36 Jahren. Der österreichische Orientalist Musil schließt sich Ibn Raschid am 26. Januar an und versucht eine Erkundungsmission für die Türken zu unternehmen.

Neutrale

USA: US-Außenminister Bryan versucht mit einem öffentlichen Brief die Parteilichkeit zugunsten der Alliierten zu widerlegen.


Parseval-Luftschiff
Die Passagier-Kabine eines Parseval-Luftschiffs, welches seinen Erstflug bereits im Mai 1906 hatten.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 25. Januar 1915:

Luftkrieg

Ostsee: Das deutsche Parseval-Luftschiff PL 19 der kaiserlichen Kriegsmarine wird von russischem Luftabwehrfeuer während eines Bombenangriffs auf Libau abgeschossen.

Westfront

Flandern – Erstes Gefecht von Givenchy: die britische 1. Division wehrt einen deutschen Angriff ab. Die französischen Truppen stehen standhaft bei Ypern.
Aisne: Deutscher Vormarsch auf der Craonne-Hochebene.
Champagne: Die deutschen Truppen greifen an vier Stellen um Hügel 200 herum in der Nähe von Perthes an. Joffre stimmt am nächsten Tag zu, die französischen Angriffe zu verschieben, bis trockenere Witterung herrscht.
Elsass: Nebel schränkt die Operationen ein.

Ostfront

Ostpreußen: Mittlerweile ist die russischen Zwölfte Armee aufgestellt, um Ostpreußen von Süden aus zu erobern. Von Nordosten russische Fortschritte im Bereich von Pillkallen und auf Tilsit am 29. Januar.

Seekrieg

Ostsee: Ein russisches U-Boot torpediert den deutschen Kreuzer Gazelle vor Rügen, welcher aber in den Hafen abgeschleppt werden kann. Ein russisches U-Boot versenkt allerdings ein deutsches Torpedoboot vor Kap Moen (Dänemark) am 29. Januar.

Neutrale

Rumänien: Die Regierung weigert sich, Griechenland bei einer möglichen Unterstützung von Serbien zu helfen.
USA: Bell unternimmt den ersten transkontinentalen Telefonanruf.

Besetzte Gebiete

Belgien: Deutschland beschlagnahmt die Metallvorräte.

Heimatfronten

Deutschland: Ein Regierungserlass konfisziert alle Getreide- und Mehl-Lager vom 1. Februar an.


Teutonisierung der Türkei
‘Guter Vogel’ freut sich der deutsche Kaiser über seinen neuen türkischen Helfer in einer britischen Karikatur.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 26. Januar 1915:

Naher Osten

Ägypten: Türkische Scheinangriffen bei Kantara und auch bei Kubri (ca. 12 km nördlich von Suez) bis zum 27. Januar.
Persien: Chernozubows 7.000 Mann mit 16 Kanonen fügen ca. 5.000 türkischen Soldaten eine Niederlage bei Saflan bis zum 28. Januar zu und gewinnen wieder Tabriz am 30. Januar zurück.

Heimatfronten

Großbritannien: Churchill und der französische Marineminister Augagneur vereinbaren die französische Teilnahme am Angriff auf die Dardanellen unter britischem Kommando.
Die Alliierten erweitern die Londoner Vereinbarung vom 5. September 1914 auf das Osmanische Reich.
Russland: Großfürsten Nikolaus befürwortet das Dardanellen-Unternehmen als zwingend notwendig, aber Russland kann dabei nicht helfen.

Westfront

Flandern: Wilson (zum Generalleutnant befördert am 18. Februar) wird BEF Chef-Verbindungsoffizier zum französischen Oberkommandierenden Foch (bis zum 21. Dezember 1915).
Aisne: Das französische XVIII Korps erobert verlorenes Gelände bei Craonne zurück. Der Frontverlauf ändert sich hier nicht mehr bis zum 16. April 1917.

Ostfront

Ostpreußen: Die neue deutsche Zehnte Armee (4 Korps) unter Eichhorn wird für eine Offensive in Masuren aufgestellt. Die Offensivpläne sind am 28. Januar fertig.
Karpaten: Ein Erfolg des russischen Generals Brussilow in der Nähe vom Dukla-Pass. Ein zusätzliches Korps ist zu ihm auf dem Weg von der Nordwestfront.
Die Munitionsvorräte der österreich-ungarischen Truppen sind erschöpft.
Die Deutsch-österreichische Südarmee greift an und gewinnt etwa 100 Meter Gelände pro Tag. Brussilow führt einen Gegenangriff am 27. Januar durch, wird aber in der Nähe des Beskiden-Passes am 28. Januar zurückgeschlagen.

Neutrale

Italien: Kriegsminister General Zupelli teilt dem Kabinett mit, dass die Armee nicht vor Mitte April bereit ist.
Schweiz: Französisch-schweizerische Vereinbarung über die Lieferung von Benzin.


deutscher Scharfschütze
Ein deutscher Scharfschütze im Schnee.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 27. Januar 1915:

Westfront

Argonnen: Französische Truppen wehren deutsche Angriffe ab.
Maas: Französische Artillerie zerstört eine deutsche Brücke bei St. Mihiel.
Vogesen: Französische Geländegewinne in der Nähe von Senones.
Elsass: Die Hälfte der französischen Vogesen-Armee macht Fortschritte, aber die andere Hälfte wird durch Schnee aufgehalten.

Afrikanische Fronten

Kamerun: 450 WAFF-Soldaten (British West African Field Force) erreichen Duala.


Rattenjagd im Schützengraben
Rattenplage in den Schützengräben. Die Jagd auf die Plagegeister muss regelmäßig organisiert werden.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 28. Januar 1915:

Westfront

Flandern: Alliierte Truppen nehmen die ‘Große Düne’.
Artois: Deutscher Angriff bei Bellacourt.
Argonne: Der neue französische 58-mm-Grabenmörser wird zum ersten Mal im Kampf eingesetzt.

Naher Osten

Wassmuss, der ‘deutsche Lawrence von Arabien’, verlässt Bagdad in Richtung südliches Persien. Die Türken halten jedoch 3 andere Deutsche von ihrer Mission ab.

Heimatfronten

Großbritannien: Lloyd George schlägt dem britischen Kriegsrat vor, dass alliierte Truppen nach Saloniki geschickt werden, um die Balkanmächte gegen Österreich-Ungarn anzuführen.
Fisher tritt wegen des Angriffsbefehls des Premierministers auf die Dardanellen zurück, aber Kitchener und Churchill können ihn davon abbringen. Er stimmt zu, dass irgendwelche verfügbaren Truppen über Saloniki nach Serbien geschickt werden sollen.

Seekrieg

Südatlantik: Das US-Frachtschiff William P. Frye, beladen mit Weizen für Großbritannien, wird durch den bewaffneten Hilfskreuzer Prinz Eitel Friedrich versenkt.
Schwarzes Meer: Russische Torpedoboote beschießen Trapezunt und Rize.

Neutrale

USA: Die US Coast Guard (US-Küstenwache) wird gegründet (sie wächst auf 8.835 Mann mit 48 Schiffen während der Feindseligkeiten an).


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