37-mm PAK M3

US-Panzerabwehrkanone 37-mm M3 aus dem 2. Weltkrieg.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

37-mm PAK M3
Auf gefrorenem Boden war es für die Bedienmannschaft notwendig, sich hinter die gespreizten Lafetten der 37 mm M3 PAK zu legen, um zu verhindern, dass sich diese beim Feuern nach rückwärts verschiebt.

Leichte US-Panzerabwehrkanone 37mm M3

37-mm PAK M3
Typ: leichte Panzerabwehrkanone

Die 37-mm-Kanone M3 war die erste spezielle Panzerabwehrkanone, die während des Zweiten Weltkriegs in großer Stückzahl von den Vereinigten Staaten eingesetzt wurde. Sie wurde 1940 eingeführt und wurde zu Beginn des Krieges zur Standard-Panzerabwehrwaffe der US-Infanterieeinheiten.

Überblick

Hauptmerkmale
– Kaliber: 37 mm
– Funktion: Panzerabwehrkanone
– Mobilität: Leicht genug, um von einem Jeep gezogen zu werden, wodurch sie auf dem Schlachtfeld sehr mobil war.
– Gefechtseinsatz: Anfangs wirksam gegen leicht gepanzerte Panzer, insbesondere in frühen Feldzügen und im Pazifikkrieg gegen japanische Panzer, die in der Regel eine dünne Panzerung hatten.
– Einschränkungen: Nach ihrem Kampfeinsatz in Nordafrika (Tunesien, Ende 1942 bis Anfang 1943) wurde die Kanone gegen deutsche Panzer schnell obsolet, da sich die Panzerung und das Design der feindlichen Panzer rasch verbesserten.
– Ersatz: Bis 1943 wurde die M3 nach und nach durch leistungsstärkere Panzerabwehrwaffen wie die 57-mm-M1-Kanone und Waffen mit größerem Kaliber ersetzt, um schwereren deutschen Panzern entgegenzuwirken.

Anmerkungen zum Einsatz:
– Das geringe Kaliber der M3 schränkte ihre Panzerungsdurchschlagskraft ein.
– Sie wurde oft zur Feuerunterstützung eingesetzt, wenn sie gegen neuere Panzer wirkungslos wurde.
– Trotz ihrer Unzulänglichkeiten in Europa blieb sie aufgrund der leichteren Panzerung japanischer Fahrzeuge während des gesamten Krieges im Pazifikraum einsetzbar.

Geschichte

US 37-mm M3 Panzerabwehrkanone zu Beginn der Schlacht von Kasserine
Eine recht verwundbar erscheinende Feuerstellung einer US 37-mm M3 Panzerabwehrkanone zu Beginn der Schlacht von Kasserine 1943. Die Leistung der Waffe gegen das erfahrene Afrika Korps war dermaßen katastrophal, daß die PAK bald danach vom europäischen Kriegsschauplatz zurückgezogen wurde.

Während des 1. Weltkrieg übernahm die US-Armee eine französische 37-mm-Kanone als Grabenkanone und zur Panzerabwehr. Mit der Zeit wurden deren Leistungen aber immer ungenügender, sodass es notwendig wurde etwas Besseres herzustellen. Die 37-mm M3 PAK wurde kurz vor dem Zweiten Weltkrieg entwickelt und basierte ganz offensichtlich auf dem erfolgreichen deutschen Entwurf der 3,7-cm PAK 36.

Die Waffe war recht konventionell, mit einer leichten zweirädrigen Lafette, welche in Feuerstellung gespreizt wurde. Dazu kam ein kleiner Schild für die Bedienmannschaft, jedoch war das gesamte Lade- und Verschlusssystem auf manuellen Betrieb ausgelegt, während die Regel bei den meisten anderen Panzerabwehrwaffen ein halbautomatisches System war. Trotzdem war eine gut gedrillte Geschützmannschaft in der Lage, etwa 20 Schuss pro Minute abzufeuern.

Um die Stabilität der Waffe im Einsatz zu gewährleisten, war das Geschütz auf einer Achse befestigt. Diese wurde auf den Boden abgesenkt und die Kanone an dieser befestigt, sodass die Räder keine Bodenberührung hatten und die PAK nur auf dieser Achse und den Lattenenden lag. Während dies theoretisch sehr gut klingen mag und dieses Design bei amerikanischen Waffen-Entwicklern jener Zeit sehr beliebt war, verursachte es jedoch während des Einsatzes zusätzliche Komplikationen und Arbeit, sodass seine Verwendung auf Fotografien nur sehr selten zu sehen ist.

Das Haupteinsatzgebiet der 37-mm PAK lag vor allem im Pazifik. Zu der Zeit als die Vereinigten Staaten in den Krieg eintraten, war die 37-mm-PAK auf dem europäischen Kriegsschauplatz durch die dortigen Panzer überholt. Gegen die leichteren und verwundbaren japanischen Panzer war die 37-mm-PAK den ganzen Krieg über ausreichen, sodass sie dort ihren Nutzen weiterhin hatte.

Ein interessanter Punkt war dabei die Einführung einer Kanister-Granate, einer Schrotladung gleich mit vielen Bleikugeln gefüllt, welche auf kurze Distanz auf anstürmende Infanterie abgefeuert werden konnte. Es wurde außerdem festgestellt, dass die Granate hervorragend dafür geeignet war, den Dschungel zu lichten, freie Schussfelder vor den eigenen Linien anzulegen oder Scharfschützen aus ihrer Deckung zu treiben.


Bilder US 37-mm Panzerabwehrkanone M3


Spezifikationen US 37-mm M3 PAK

Spezifikationen:

US 37-mm M3 PAK
Spezifikation
Typ
leichte Panzerabwehrkanone
Bedienung
ca. 3
Länge
1,979 m
Gewicht
Transport 410,4 kg; Gefecht 448,5 kg
Kaliber
37 mm
Rohrlänge
209,55 cm
Geschossführung
12 Nuten, einheitlich rechts gezogen, 1 Umdrehung je 25 Kaliber
Höhenbereich
-10° bis +15°
Schwenkbereich
30° nach rechts und links
Mündungsgeschwindigkeit
885 m/s (Panzergranate)
max. Schussweite
effektiv: 457 m, maximum: 11.750 m
Granatgewicht
Panzergranate 0,86 kg, Sprenggranate 0,53 kg
Feuerrate
ca. 20 Schuß/min.

Durchschlagskraft mm auf 30° Panzerplatte:

Entfernung
Durchschlag
100 m
?
500 m
46/60 mm (unterschiedliche Quellen, zweiter Wert ev. für 0°)
1.000 m
25,4 mm (42-54 mm auf 0°)
1.500 m
-
2.000 m
-

Herstellung:

US 37-mm M3 PAK
Angaben
Serienproduktion
ca. 1939 - 1945
Stückpreis
?
Stückzahl
18.702


Animation US 37-mm Panzerabwehrkanone M3


Quellenangaben und Literatur

The Encyclopedia of Weapons of World War II (Chris Bishop)
The Encyclopedia of Infantry Weapons of World War II (Ian V.Hogg)
Infanterie im 2. Weltkrieg (J.B.King, John Batchelor)
Die Geschichte der Artillerie (John Batchelor, Ian Hogg)
Artillery in Colour 1920-1963 (Ian Hogg)

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