US-Marine bei Kriegseintritt

Schiffe, Stärke und Organisation der US Navy bei Kriegseintritt im Dezember 1941

Angriff auf Pearl Harbor

Bild von einem japanischen Piloten während des Angriffs auf Pearl Harbor aufgenommen. In der Mitte befindet sich Ford Island mit dem ‘Battleship Row’ dahinter.

Stärke der US-Marine im Dezember 1941

  • 17 Schlachtschiffe (+15 im Bau): 1 Arkansas (1912), 2 New York-Klasse (1914), 2 Nevada-Klasse (1916), 2 Pennsylvania-Klasse (1916), 3 New Mexico-Klasse (1917-1919), 2 California-Klasse (1920-1921), 3 Colorado-Klasse (1921-1923), 2 North Carolina-Klasse (1941)
  • 7 Flugzeugträger (+11 im Bau): 2 Lexington-Klasse (1927), 1 Ranger (1933), 3 Yorktown-Klasse (1937-1941), 1 Wasp (1941)
  • 18 Schwere Kreuzer (+8 Baltimore-Klasse im Bau): 2 Pensacola-Klasse (1929-1930), 6 Northampton-Klasse (1929-1930), 2 Indianapolis-Klasse (1932-1933), 7 Astoria-Klasse (1934-1937), 1 Wichita (1939)
  • 19 Leichte Kreuzer (+32 Cleveland-Klasse im Bau): 10 Omaha-Klasse, 7 Brooklyn-Klasse, 2 Helena-Klasse
  • 6 Flakkreuzer (4 in Dienst, 2 noch in Ausrüstung)
  • 171 Zerstörer (+188 Benson, Livermore and Fletcher-Klasse im Bau): 1 Allen (1917), 71 Glattdeck-Zerstörer (1918-1922), 8 Farragut-Klasse (1934-1935), 12 Mahan-Klasse (1936-1937), 8 Porter-Klasse (1936-1937), 5 Somers-Klasse (1938-1939), 2 Dunlop-Klasse (1938), 19 Gridley-Klasse (1938-1940), 38 Benson und Livermore-Klasse (1940-1941)
  • 114 Unterseeboote (+79 Gato-Klasse im Bau): 8 ‘O’-Klasse (1918), 19 ‘R’-Klasse (1918-1919), 38 ‘S’-Klasse (1919-1924), 3 Barracuda-Klasse (1924-1925), 1 Argonuat-Minenleger-U-Boot (1928), 2 Nautilus-Klasse (1930), 1 Dolphin (1932), 2 Cachalot-Klasse (1934), 10 ‘P’-Klasse (1935-1937), 16 ‘neue S’-Klasse (1937-1939), 12 ‘T’-Klasse (1941-1942)

US-Marine im Atlantik

Die US-Marine war in vielerlei Hinsicht nicht auf den Krieg vorbereitet, welchen die Japaner mit ihren Angriff auf Pearl Harbor auslösten. Es wurde ein viel zu großer Wert auf das Schlachtschiff als Hauptwaffe gelegt, bei gleichzeitiger Vernachlässigung des U-Boot-Krieges, welcher die Schlacht im Atlantik entscheiden sollte. Es war jedoch der große Verdienst der US-Marine, daß sie in der Lage war, sich in bemerkenswert kurzer Zeit neu auszurichten und zu organisieren, um dann zusammen mit den Marinestreitkräften der englischen Royal Navy der U-Boot-Gefahr Herr zu werden.

Schon vor dem amerikanischen Kriegseintritt hatte der englandfreundliche Roosevelt die Royal Navy mit 100 Zerstörern auf der Grundlage des ‘Lend-Lease-Gesetz’ unterstützt und ließ die US Navy Konvois bis nach Island sichern.

Bereits seit Februar 1941 war eine Unterstützungsgruppe der Atlantik-Flotte, bestehend aus drei Zerstörern und vier Aufklärungsstaffeln aus Catalina- und Mariner-Flugbooten, im Einsatz. Schon Ende des nachfolgenden Monats war diese Unterstützungsgruppe 27 Zerstörer stark und auf der transatlantischen Konvoi-Route bis nach Island konzentriert.

1942 bestand die US-Atlantik-Flotte aus sieben Schlachtschiffen, einem Flottenträger und sieben Geleitträgern, drei Schweren und neun Leichten Kreuzern sowie 76 Zerstörern.

Das Hauptproblem der Marineplaner war die Verteilung der verfügbaren Ressourcen, denn für viele Armerikaner war der Pazifik der wichtigste Kriegsschauplatz. Wenn auch die Atlantik-Flotte nicht unter Nachschub litt, so waren trotzdem die größten Anstrengungen zu Recht der US-Flotte im Pazifik gewidmet. Trotzdem konnten bis 1944 für den Atlantik sieben U-Boot-Jagdgruppen mit zusammen 7 Geleitträgern und 97 Zerstörern bereitgestellt werden.

Trotz des englischen Beispieles war die US-Marine unter der Leitung von Admiral King sehr zögerlich ein Konvoi-System einzuführen und erlitt deshalb schwere Verluste. Im Frühjahr und Sommer 1942 dezimierten die deutschen U-Boote die Schifffahrt vor der amerikanischen Atlantikküste. Alleine im Mai 1942 sind mehr als 450.000 Tonnen alliierter Handelsschiffe vor der amerikanischen Küste gesunken. Wie auch die Royal Navy, so gewann die US-Marine erst durch die Einführung des Konvoi-Systems, der Erhöhung der Anzahl der Geleitfahrzeuge und die Einführung neuer U-Boot-Abwehrwaffen, wie das Asdic und ‘Huff-Duff’, die Oberhand.

Die Organisation der US-Atlantikflotte war zunächst eine hastige Improvisation, aber dann wurden nach und nach Schritte unternommen, um die Flotte effektiv zu organisieren. Ursprünglich war die US-Atlantikflotte in eine Reihe von für bestimmte Küstenbereiche verantwortliche Marineeinheiten eingeteilt worden. So gab es sieben große Küstenbereiche von Kanada bis Florida. Diese wurden am 1. Juli 1942 abgeschafft und durch Seezonen ersetzt. Eine Seezone bestand aus einer bestimmten Ozeanfläche und ersteckte sich von einem bestimmten Abschnitt der Küste bis auf 200 Meilen auf das Meer. Alles in allem gab es nur noch vier Seezonen, von denen nur drei für den Kampf gegen die U-Boote wichtig waren: die kanadische Küstenzone, das Seegebiet vor Panama und am wichtigsten, das Seegebiet vor der US-Ostküste. Die Befehlshaber der einzelnen Seezonen kontrollierten alle Schiffe, welche sich für die Dauer ihrer Reise innerhalb ihrer Zone befanden.

Obwohl die Idee zur Ernennung eines ‘Verantwortlichen für die Durchführung des U-Boot-Krieges’ wieder verworfen wurde, nahm Admiral King die 10.Flotte im Mai 1942 unter sein persönliches Kommando, um eine ‘vollständige und einheitliche strageische Kontrolle der amerikanischen U-Boot-Abwehrmaßnahmen in ihrem Teil des Atlantiks’ zu erreichen. Dies war ein weiterer Schritt um Unzulänglichkeiten in den ersten hastig improvisierten Maßnahmen auszubügeln, welche nur den Bedürfnissen des Augenblicks gerecht wurden. Die grundlegende Aufgabe dieser 10.Flotte war es, U-Boote zu vernichten, alliierte und neutrale Schiffe zu schützen und die Ausbildung und Verbesserung der U-Boot-Abwehrmaßnahmen zu überwachen.

Bis Anfang 1944 konnten dann die meisten Ressourcen der US-Marine dem Pazifik zugeführt werden, wenn auch gleichzeitig der Konvoi-Sicherungsdienst aufrecht erhalten wurde und einige wertvolle Unterstützung bei Landungsoperationen, wie in der Normandie im Juni 1944, geleistet wurde.


US-Marine im Pazifik

Das Hauptgewicht der amerikanischen Marine war natürlich auf den Pazifik ausgerichtet, und auf diesem Kriegsschauplatz bestand Seemacht in der Regel aus Flugzeugträgern und ihren Trägerflugzeugen. Der große Einfluß der amerikanischen Rüstungskapazitäten wird nirgends deutlicher als in den Seeschlachten im Pazifik, in denen die Überlegenheit der USA im Bau von Flugzeugträgern der entscheidende Faktor war.


Flottenstärken im Pazifik (Dezember 1941)
Großbritannien und Dominions U.S.A. Niederlande Frei-Franzosen Japan
Schlachtschiffe 2 9 - - 10
Flugzeugträger (1 in Reparatur) 3 - - 10
Schwere Kreuzer 1 13 - - 18
Leichte Kreuzer 7 11 3 1 18
Zerstörer 13 80 7 - 113
U-Boote - 56 13 - 63

Zu Beginn des Pazifikkrieges bestand die US-Pazifikflotte in Pearl Harbor aus acht Schlachtschiffen und drei Flugzeugträgern. Bei dem dem Angriff am 7. Dezember 1941 versenkten die Japaner vier Schlachtschiffe, beschädigten drei weitere schwer und eines war gestrandet.

Insgesamt wurden 2403 Amerikaner getötet und 1176 verwundet. Glücklicherweise waren die drei Flottenträger Enterprise, Lexington und Saratoga zu diesem Zeitpunkt nicht in Pearl Harbor und überlebten zusammen mit fünf Kreuzer und 29 Zerstörer unversehrt. Diese Schiffe bildeten Anfangs den Kern der neuen Pazifikflotte.

Das Tempo des Neubaues von Kriegsschiffen hatte zwar seit dem ‘Two Ocean’-Gesetz von 1940 zugenommen, aber die US Navy tat sich schwer nach Pearl Harbor, es mit der japanischen Flotte aufzunehmen. Die unmittelbare Reaktion der Vereinigten Staaten war es daher, mit großer Energie vier schnelle Träger der Essex-Klasse (mit je 90 Flugzeugen) und fünf kleine Flugzeugträger zu konstruieren.

Nach dem Unentschieden in der Korallensee und dem großen Sieg bei Midway im Sommer 1942 lag die Initiative dann überraschend schnell bei der US Marine und schon wurden mit enormer Schnelligkeit jede Menge neuer Kriegsschiffe fertiggestellt. Die Niederlage Japans wurde nun unvermeidlich. Die Versuche der kaiserlich-japanischen Flotte, der US Marine in der Schlacht in der Philippinen-See und im Golf von Leyte im Jahr 1944 eine Niederlage beizubringen, endeten beide in Katastrophen für die Japaner und beschleunigten den amerikanischen Sieg.

Es gab drei grundlegende Faktoren für den Erfolg der US Marine im Pazifik:

Der Erste war die Flugzeugträger-Flotte und die Aufstellung von schnellen Flugzeugträger-Kampfverbänden, welche diese Stärke ausnutzten. Bis zum Ende der Feindseligkeiten wurden 27 neue große Flugzeugträger fertiggstellt und über 75.000 Flugzeuge an die Marine von 1940 bis 1945 ausgeliefert. Das Flugpersonal stieg von 10.923 (davon 2.695 Piloten) im Jahr 1940 auf 437.524 Mann (davon 60.747 Piloten) bis August 1945 an.

Der zweite Faktor war die Entwicklungen von Techniken für amphibische Landungen. Über 66.000 Landungsboote wurden während des 2. Weltkrieges gebaut, von denen die überwiegende Mehrheit im Pazifik eingesetzt wurde.

Drittens gab es den Unterseeboot-Krieg. Bis zum Sommer 1945 war Japan praktisch wirtschaftlich durch die effizienteste Unterseeboot-Blockade der Geschichte erdrosselt. Insgesamt wurden 228 amerikanische U-Boote während des Krieges in Dienst gestellt, von denen 60 verloren gingen. 4 Millionen Bruttoregistertonnen an japanischen Handelsschiffraum wurden versenkt.

Im Dezember 1941 hatte die US Marine eine Gesamtstärke von 337.274 Mannschaften und Offiziieren. Bis 1945 waren es 3.383.196 Mann, von denen 1.574.614 aus See dienten.


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