SS im Krieg

flag-GermanyDie Waffen-SS im Krieg (Teil II)

t_arrow2hier zu Teil I von der Waffen-SS: Aufstellung, Kriegsverbrechen und Kampfleistung.

Waffen-SS-Soldaten im Gefecht

Waffen-SS-Soldaten im Gefecht an der Ostfront.

Werbeplakat Waffen-SS

Nachwuchssorgen kannte die Waffen-SS vor 1944 nicht. Abenteuerlust, Kameradschaftssehnsucht, ideologische Vorerziehung und die Bewunderung der kämpferischen Leistung, an die Werbeplakate wie dieses appellierten, brachten ihr eine Flut von Freiwilligen.

Die SS-Verfügungstruppe (seit April 1940 als Waffen-SS bezeichnet) nahm an den Feldzügen in Polen, Frankreich und auf den Balkan teil. Dabei trat sie nicht als gemeinsamer Großverband auf, sondern war auf Heeresformationen verteilt. Oft an der Spitze des Angriffs und immer bereit zum Kampf, zeigte die Waffen-SS dabei eine Aggressivität, die manchmal an vollständige Rücksichtslosigkeit gegen sich selbst und andere grenzte.

Der Ausbau der SS-Verfügungstruppe in der Vorkriegszeit hatten schon die Personalreserven aufgebraucht, welche Himmler von den Kreiswehrersatzämtern der Wehrmacht zugestandenen worden waren. Trotzdem konnte er die Stärke der Waffen-SS innerhalb eines Jahres auf 150.000 Mann ausbauen. Dazu verwendete der die besonders gut ausgesuchten Wachmannschaften der Konzentrationslager (SS-Totenkopfstandarten) und bildete mit ihnen die SS-Totenkopf-Division unter dem Kommando des bisherigen Inspektors der Konzentrationslager, Theodor Eicke. Dann stellt er eine weitere Division aus zum Wehrdienst abkommandierten Polizeimännern zusammen, da er seit 1936 auch ‘Chef der deutschen Polizei’ war.

Die Schwierigkeiten, auf welche Himmlers Personalrekrutierer als ‘Konkurrent’ der etablierten Wehrmacht in Deutschland stießen, ließen sie auf die Idee kommen in den besiegten und besetzten Ländern nach Männern Ausschau zu halten, welche daran interessiert sein könnten, in die Waffen-SS einzutreten damit diese schneller ausgebaut werden könnte.

Als Deutschland die Sowjetunion im Juni 1941 angriff, waren folgende SS-Formationen mit dabei: die SS-Divisionen Das Reich, Totenkopf, Wiking und Polizei, dazu die Brigaden Kampfgruppe Nord und Leibstandarte Adolf Hitler sowie ein Infanterie-Regiment. Zusammen eine Streitmacht von 36.517 Mann.
Die Gesamtstärke der Waffen-SS zu diesem Zeitpunkt, einschließlich der Stäbe, anderen Einrichtungen und Schulen, belief sich auf 160.405 Mann. Doch die Kämpfe an der Ostfront erwiesen sich als härter als alle vorausgegangenen und bis November hatte die Waffen-SS bereits 30.000 blutige Verluste erlitten.

Die Waffen-SS: Eine Bilddokumentation (Gebundene Ausgabe)


Neu ab:EUR 12,95 Auf Lager
gebraucht ab:EUR 8,95 Auf Lager

Bis Mitte 1942 wurden die vier Elite-Divisionen der Waffen-SS – Leibstandarte, Das Reich, Totenkopf und Wiking – für eine dringend notwendige Pause und Auffrischung aus der Front gezogen und erhielten ein zusätzliches Panzer-Regiment mit den neuen, langrohrigen PzKpfw IV, sodaß sie danach als Panzer-Grenadier-Divisionen klassifiziert werden konnten. Zu diesem Zeitpunkt bestand die Organisation einer Panzer-Grenadier-Division aus zwei Grenadier-Regimentern, einem Artillerie-Regiment und einem Panzer-Regiment sowie die üblichen Unterstützungs- und Hilfseinheiten einer Division.

1943 änderte sich die Lage dramatisch. Der Ersatz der schweren Verluste an der Ostfront und der Bedarf an mehr Soldaten für die ausgebluteten Divisionen führten dazu, daß die Wehrmacht einige ihrer Rekrutierungsbeschränkungen fallen ließ. Das Heer war diskreditiert durch die Niederlagen in Russland und Nordafrika, und Hitler wurde zunehmend von Himmlers Armee stahlharter SS-Kämpfer überzeugt. Pläne und Logiken für Nachkriegsaufgaben waren nun purer Luxus geworden, denn Hitler braucht nun Generale und Divisionen, welche Schlachten gewinnen.
Und SS-General Paul Hausser hatte gerade mit den SS-Panzer-Divisionen Charkow zurückerobert, welches der erste große Sieg seit langem war. Die Waffen-SS begann nun mit einer raschen und enormen Vergrößerung, welche auf unterschiedliche Rekrutierungsmaßnahmen zurückzuführen war.

Verabschiedung flämischer SS-Freiwilliger

Verabschiedung flämischer SS-Freiwilliger in Antwerpen nach ihrer Dienstzeit an der Ostfront.

Die Stärke der SS steig von 187.638 Mann im September 1942 auf 350.000 bis Herbst 1943 an. Während der letzten beiden Jahre des Krieges waren die hervorragend ausgerüsteten Panzer-Divisionen der Waffen-SS die ‘Feuerwehren’, welche die Löcher in der deutschen Front stopften, wo immer sie auftraten.
Am Ende des Zweiten Weltkrieges verfügte die Waffen-SS über 38 Divisionen auf dem Papier, mit einer Mannschaftsstärke von nahezu einer Million Mann, wovon die Hälfte Deutsche waren, ein Viertel ‘ethnische’ Deutsche (auf dem Balkan oder im Baltikum Heimische mit deutschen Wurzeln) und ein Viertel Ausländer waren.

Genaue Zahlen werden niemals festgestellt werden können, aber es wird geschätzt, daß etwa 180.000 Soldaten der Waffen-SS während des Zweiten Weltkrieges gefallen sind, weitere 400.000 verwundet wurden und mindestens 40.000 vermisst werden.

Die ‘klassischen’ SS-Divisionen (LAH, Das Reich, Totenkopf) haben dabei – statistisch gesehen – ihren gesamten Mannschaftsbestand mehrfach verloren, und die fanatischen Jungen der 12. SS-Panzer-Division Hitlerjugend waren immer noch voller Aggressivität, nachdem sie schon 20 Prozent Gefallene und 40 Prozent Verwundete in den bis dahin gerade mal vier Wochen andauernden Kämpfen in der Normandie erlitten hatten.

t_arrow1 Hier weiter: Die Divisionen der Waffen-SS


Bookmark the permalink.

Leave a Reply