Füsilier 42.Infanterie und Leutnant
32.Infanterie-Regiment 1791/92 (Uniformen des traditionellen Weiß wurden aus Mangel bis
1796 verwendet)
1789, zu Beginn der eigentlichen Revolution, gab es 102 Linien-Infanterieregimenter (79
aus Franzosen und 23 aus Ausländern), zwölf Bataillone Leichte Infanterie, sieben
Kolonialregimenter, ein Regiment Marineinfanterie und Provinzial-Infanterie. Jedes
dieser
Regimenter bestand aus zwei Bataillonen, ausgenommen das 28.Regiment 'Le Roi',
welches deren vier aufwies. Von den beiden Bataillonen eines Regimentes setzte sich das
eine aus vier Füsilier- und einer Grenadier-Kompanie zusammen, und das andere aus einer Chasseur (Leichte Inf.) und vier Füsilier-Kompanien. Die Stärke einer jeden Kompanie belief
sich auf etwa 120 Mann aller Grade. Zum Regimentsstab gehörten ein Musikzug sowie ein Zug
Sappeure (Pioniere). Die regulären Regimenter ergänzten ihren Bestand durch Freiwillige,
welche sich für mindestens acht Jahre verpflichteten.Die Qualität der französischen Infanterie hatte sich 1789 allgemein verschlechtert.
Die im Verlauf der Kriege des Jahrhunderts erlittenen Niederlagen wirkten sich auf ihr
Ansehen aus, und jene Verbände, welche im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gefochten
hatte, brachten den Keim von Freiheit und Unabhängigkeit mit nach Hause. Inmitten der
ersten Unruhen des Jahres 1789 verhielten sich die Regimenter, dank der innewohnenden
Disziplin, zunächst ruhig und korrekt.Ein Dekret vom 1.Januar 1791 schaffte die aristokratischen Regimentsnamen ab, und am
4.März wurden die relativ nutzlose, neu Nationalgarde ausgehoben. Im späteren Verlauf
des Jahres ordnete dann die Nationalversammlung die Rekrutierung und Aufstellung von 169
Freiwilligen-Bataillonen an, vergleichsweise gute Truppen, da sie sich weitgehend aus
Offizieren und Mannschaften der aufgelösten Provinzialregimentern zusammensetzten.1792 erging an die Departements die Aufforderung zur Gestellung eines weiteren Schubs
sogenannter Freiwilligen-Bataillone. Doch diesmal handelte es sich zumindest um
widerstrebende und unausgebildete Leute, die Pech beim Losen hatten, untauglich und bar
jeder Disziplin. 1793 befahl der Konvent dann eine Levee en masse (allgemeine
Mobilisierung), doch die auf diese Weise gewonnenen Leute hatten wenig Wert für die Armee
und viele dessertierten.
Rechts: Soldaten von Infanterie- Bataillonen in der
blauen Uniform der Nationalgarde (1793)
Während der ersten Jahre der Republik gab es daraus resultierend zwei Grundformen:
einmal die älteren regulären Regimenter, mit neuen Nummern anstelle der ehemaligen
Namen, welche in ihre beiden Bataillone getrennt wurden, und zum anderen die Freiwilligen
(entweder wirklich freiwillig oder durch Los dazu bestimmt), die zu Bataillonen formiert
und nach dem Departement benannt wurden, das sie aufgestellt hatte. Um den Zusammenhalt zu fördern, wurden ab 1794 sogenannte Demi-Brigaden (Halbbrigaden)
aufgestellt. Aus politischen Gründen wählte man nicht den Namen Regiment, obwohl die
Formation diesem entsprach. Diese 198 Demi-Brigaden und 15 Demi-Brigades
Legeres bestanden aus einem Bataillon der regulären Infanterie und
Freiwilligenverbänden. Am 8.Januar 1796 befahl das Direktorium eine Umorganisation der
Infanterie, welche die Zahl der Demi-Brigades auf 100 und die der Demi-Brigades
Legeres auf 30 festlegte - dafür mit ausreichender Mannschaftsstärke.
Grenadier und Füsilier aus Demi-Brigaden der
Armee des Generals Napoleon (1798)
Diese Demi-Brigaden-Organisation behielt man zunächst bei, bis schließlich am
24.September 1803 alle aktiven Halbbrigaden durch eine Verfügung des 1.Konsuls, Napoleon
Bonapartes, wieder zu Regimentern umgebildet wurden. Die Anzahl dieser
Linien-Regimenter wurde 1803 auf 90 festgelegt. Von diesen besaßen 19 vier Bataillone und
71 drei, während 27 Leichte Regimenter über zumeist drei Bataillone verfügten (3
besaßen 4 Bataillone).
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