Deutscher Panzer mit Infanterie im Angriff in Russland   Englische Hurricane und Spitfire-Jagdflugzeuge

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Kriegsbeginn, Marne-Schlacht und Tannenberg
im 1. Weltkrieg

Der Strategie des Schlieffen-Plans entsprechend rollten mit der Kriegserklärung an Frankreich die Züge planmäßig nach Westen. Wie von der Führung erwartet, eilten die deutschen Truppen zunächst von Sieg zu Sieg. Doch es waren im Sinne Schlieffens nur 'ordinäre Siege', da sie die Kampfkraft des Gegners nicht entscheidend schwächten. Große Gefangenenzahlen blieben aus, französisches Beutematerial blieb ebenfalls gering. Statt dessen hatten die Deutschen hohe Verluste zu beklagen. Ihr Nachschub wurde schwieriger. Insbesondere wurde der äußerste rechte Flügel von Paris bedroht. Zwischen der 1. und der 2.Armee klaffte eine Lücke, in die sich englische Truppen hineinschoben.

Karte vom deutschen Vormarsch bis zur Marne-Schlacht 1914

In dieser unklaren Situation wurde der deutsche Vormarsch gestoppt, die Schlacht an der Marne (5.-12.September 1914) abgebrochen und den deutschen Truppen der Rückzug befohlen. Damit aber war an den schnellen Sieg durch die große Umfassungsschlacht nicht mehr zu denken. Der deutsche Feldzugsplan im Westen war gescheitert. 'Majestät, wir haben den Krieg verloren', meldete ein völlig verzweifelter Moltke dem deutschen Kaiser und nahm den Abschied. Zwar gelang es seinem Nachfolger, Erich von Falkenhayn, die Front wieder zu stabilisieren, doch sein Versuch, durch einen großen Angriff gegen Flanke und Rücken des Gegners den Krieg noch im Herbst zu entscheiden, scheiterte ebenso wie sein Plan, die Kanalküste als Basis für eine wirksame Seekriegführung gegen England zu besetzen. Nach den großen Herbstschlachten in Flandern erstarrte die ganze Westfront im Stellungskrieg.

unten: deutsche 10cm-Kanonen vor Paris während des 'Wunders an der Marne', sogenannt wegen des unnötigen und damals wie heute unglaublichen Rückzugs der deutschen Armeen deutsche 10 cm Kanonen während der Marne-Schlacht 1914

Während sich die deutschen Truppen im Westen noch auf dem Vormarsch befanden, hatten die Russen, früher als erwartet, mit zwei Armeen ihren Aufmarsch gegen Deutschlands Grenze im Osten begonnen. Als General Prittwitz, Führer der 8. und einzigen deutschen Armee in Ostpreußen, vor dieser russischen Übermacht weichen wollte, wurde er durch Generaloberst Paul von Hindenburg ersetzt. Zusammen mit seinem Generalstabschef Generalmajor Erich Ludendorff stellte er sich dem Feind. Alle verfügbaren Kräfte wurden zunächst der russischen Narew-Armee entgegengeworfen. Bei Tannenberg gelang es, die Russen zu umzingeln und vernichtend zu schlagen (23.-31.August 1914). Nur einen Tagesmarsch entfernt stand eine zweite russische Armee. Dass Hindenburg und Ludendorff die Schlacht bei Tannenberg dennoch schlugen und gewannen, war ein Beweis ihrer Kühnheit und der meisterhaften Beherrschung des Bewegungskrieges. Unmittelbar nach diesem glänzenden Sieg versuchte man, die zweite russische Armee ebenso vernichtend zu treffen. Bei der Schlacht an den Masurischen Seen (6.-15.September) gelang zwar nicht die Umzingelung, doch mussten sich die Russen geschlagen aus Ostpreußen zurückziehen.

Hindenburg und Ludendorff bei Tannenberg 1914
oben: Hindenburg und Ludendorff während der Schlacht von Tannenberg

Während Hindenburg und Ludendorff die Russen aus Ostpreußen vertreiben konnten, kämpften die verbündeten Soldaten der k.u.k.Armee weniger glücklich. Auch Österreich-Ungarn hatte ein Zweifrontenproblem zu lösen. Im Vertrauen auf eine nicht allzu schnelle Einsatzbereitschaft der russischen Armee suchte man zunächst die Entscheidung gegen Serbien zu erzwingen. Nach anfänglichen Erfolgen mussten sich die österreichisch-ungarischen Truppen dennoch zurückziehen, während die Russen früher als erwartet in Galizien einfielen. Die zahlenmäßig stark unterlegene k.u.k.Armee hatte hier dem Hauptdruck der 'russischen Dampfwalze' zu widerstehen, vor der sie schließlich unter großen Verlusten weichen musste. 300.000 Tote und Verwundete waren zu beklagen, eine militärische Katastrophe, von der sich die österreichisch-ungarische Armee nicht mehr erholen sollte. Erst mit deutscher Hilfe gelang es dann, Serbien zu schlagen und gegen die Russen Erfolge zu erzielen. Nach wechselvollen Kämpfen erstarrte im September 1915 auch die Front im Osten zum Stellungskrieg. Durch den Kriegseintritt Italiens an der Seite der Alliierten im Mai 1915 wurde die Lage der Mittelmächte zusätzlich erschwert, wurden an der neuen Front in den Alpen und am Isonzo beträchtliche Kräfte gebunden. Ein entscheidender Durchbruch aber konnte auch hier nicht erzielt werden. Je länger sich der Krieg hinzog, je weniger sich ein Ende absehen ließ, desto entscheidender musste sich das unterschiedliche wirtschaftliche Potential der kriegführenden Mächte auswirken. hatte die deutsche Marineführung damit gerechnet, Großbritannien würde durch eine Nahblockade versuchen, die deutsche Küste abzuriegeln und für diesen Fall geplant, in einer offenen Seeschlacht den Durchbruch zu erkämpfen, veränderte die englische Entscheidung für eine Fernblockade die operative Situation der kaiserlichen Flotte. Zunächst reagierte Deutschland auf diese zweifellos völkerrechtswidrige englische Fernblockade - durch sie wurde die gesamte Nordsee für die Zufuhr nach Deutschland gesperrt - mit der völkerrechtlich ebenfalls nicht unproblematischen Proklamation des U-Bootkrieges. Mit Rücksicht auf die neutralen Staaten - insbesondere sollten die USA nicht unnötig provoziert werden -, wurde diese Proklamation des U-Bootkrieges vom 14.Februar 1915 im folgenden Jahr jedoch wieder aufgehoben.

Die einzige große Seeschlacht des Ersten Weltkrieges, die Schlacht am Skagerrak vom 31.Mai 1916, brachte ebenfalls keine Wende. Beide Seiten meldeten Sieg, die britische Fernblockade jedoch blieb bestehen, die Zufuhr kriegswichtiger Güter nach Deutschland weiterhin gefährdet. Lieferungen aus den Kolonialgebieten waren schon bald nach Kriegsbeginn ausgefallen, denn mit Ausnahme Ostafrikas hatten die Kolonien schnell kapituliert. Die erfolgreichen Kämpfe der deutschen Schutztruppe unter General Paul von Lettow-Vorbeck in Ostafrika, der bis zum November 1918 den Engländern einen verbissenen Buschkrieg lieferte, konnten daran nichts ändern.


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