Gallische (Stämme aus Frankreich) Krieger bei einer Alpenüberquerung
Die Kelten wurden von den Römern als Gallier bezeichnet. Ihre ursprüngliche
Heimat war Süd-Deutschland, aber nach und nach haben sie sich bis zur Zeit der Punischen
Kriege über ganz West-Europa ausgebreitet. Sie siedelten im heutigen Belgien,
Österreich, Schweiz, Norditalien, Tschechien, Ungarn, Jugoslawien, sowie in Teilen von
Frankreich, Spanien und England. Einige Stämme gelangten sogar bis in die heutige
Türkei.
Die Kelten griffen Rom erstmals im Jahre 390 v.Chr. an, wobei sie die Stadt
plünderten. In den nächsten hundert Jahren fielen sie immer wieder in Italien ein. Sie
verbündeten sich mit dem Samniten in deren letzten Krieg gegen Rom, und im Jahre 225
v.Chr. - nur sieben Jahre bevor Hannibal die Alpen überquerte, überschritten
70.000 Kelten wieder einmal die Apenninen um Roms Expansion abzuwehren. Während des Punischen
Krieges waren sie von daher die wertvollsten Verbündeten der Karthager in Italien
und stellten bis zu 40% von Hannibals Armee.
Die Ober- und Mittelklasse der keltischen Stämme war eine Kriegerkaste. Sie lebten
ausschließlich für den Krieg ! Wie die meisten dieser Krieger waren sie undiszipliniert.
Für einen Kelten bestand eine Schlacht lediglich daraus, einfach auf den Feind
zuzustürmen - am besten von einem Hügel aus - und ihn im Nahkampf Auge in Auge
niederzukämpfen.
Keltischer
Häuptling, Signalgeber und Wappenträger (Stämmen aus Nord-Italien und Verbündete
Hannibals)
Sie waren hervorragende Schwertkämpfer, und kontrolliert von Generälen wie Hannibal,
wertvolle Soldaten. Die Häuptlinge und reichsten Krieger trugen oft eine Rüstung. Dies
war vor allem in der Nähe griechischer oder römischer Siedlungen der Fall, während die
meisten Krieger jedoch Rüstungen verschmähten und völlig nackt in den Kampf zogen. Es
ist nachgewiesen, dass die Kelten Schutzhemden bereits im Jahre 300 v.Chr. herstellten,
jedoch die hohen Kosten der Herstellung der entscheidende Faktor war, dass nur der
Adel diese verwendeten.
Das keltische Schwert war die Hauptwaffe, zwischen 75 bis 80 cm lang. Es wurde als
Schlagwaffe im Gegensatz zu den Römern, die es als Stoßwaffe verwendeten, benutzt. Dabei
wurde es mit kreisenden Bewegungen über den Kopf geschwungen. Der keltische Krieger
kämpfte unabhängig und benutzte lediglich seine Beweglichkeit zum Schutz. Diese
Kampftaktik, verbunden mit lauten Schreien, ließ die Moral der meisten Gegner
zusammenbrechen, jedoch erkannten die Römer bald, dass ihre eigenen disziplinierten
Reihen und der Einsatz von Reserven im richtigen Moment, selbst den besten keltischen
Krieger bezwingt. Aus diesem Grunde nutzte Hannibal die Kelten vorwiegend als
erste Angriffswelle, welche die römischen Linien schwächen und in Unordnung bringen
sollten, bevor seine afrikanische und spanische Infanterie in den Kampf eingriff. Die
Kelten nahmen diese Rolle trotz enormer Verluste an, da diese für sie die meiste Ehre und
den größten Ruhm einbrachte. Speere und Wurfwaffen kamen aufgrund der keltischen
Kampfmentalität kaum vor.
Der große, keltische Schild war wesentlich für den sonst völlig schutzlosen Krieger.
Der Reiter war in etwa wie der Krieger zu Fuß ausgerüstet, lediglich der Schild war rund
und Rüstungen kamen aufgrund der reicheren Klasse häufiger vor. Ebenso waren noch
Streitwagen vereinzelt im Einsatz.
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