Me 210

flag-GermanyDeutscher Schnellbomber Messerschmitt Me 210.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

Messerschmitt Me 210

Mit seinen verkleideten Motorengondeln und den Nasenkonturen sah die Messerschmitt Me 210 zwar elegant aus, aber sie wurde von schwerwiegenden und unvorhergesehenen Problemen während der Entwicklung geplagt. Zu deren Lösung mußte der Rumpf erheblich verlängert werden, wie schon bei diesem Flugzeug zu erkennen ist.

Messerschmitt Me 210
Typ: Schnellbomber, Jagdbomber, Aufklärungsflugzeug.

Geschichte:

Die Messerschmitt Me 210 sollte der Nachfolger des Zerstörers Bf 110 werden, erwies sich Anfangs aber als vollständiger Fehlschlag. Die Annahme des Entwurfs durch das RLM (Reichsluftfahrtministerium) wurde von einer Option zum Kauf von 1.000 Serienflugzeugen begleitet, aber schon mit Beginn des ersten Fluges der Me 210 V1 am 5. September 1939 begann der Ärger. Das Flugzeug zeigte deutliche Instabilität im Flug und Versuche, Abhilfe zu schaffen, führten zu großflächigen Einzelfllossen und Ruder bei den auf die V1 folgenden Prototypen.

Für den Beginn waren zwei Serienmodelle bestellt worden: der Me 210 A-1 Zerstörer und der A-2 Schnellbomber, beide mit DB 601F Motoren. Die A-1 war mit zwei 20-mm MG 151 Kanonen und zwei 7,92-mm MG 17 Maschinengewehren in der Nase bewaffnet, sowie ein rückwärts feuerndes 13-mm MG 131 in ferngesteuerten, elektrischen Barbetten auf jeder Seite am mittleren Rumpf. Die A-2 hatte zusätzlich noch einen Bombenschacht für bis zu 1.000 kg an Bomben.

Obwohl von 1940-41 für die Entwicklung und Testflüge nicht weniger als 16 Prototypen, acht der 94 Vorserien-Flugzeuge Me 210 A-0 und 13 Serienflugzeuge A-1 fertiggestellt worden waren, waren Anfang 1942 bei weitem noch nicht alle unerwünschten Flugeigenschaften behoben worden, sodaß die Herstellung abgebrochen wurde und stattdessen die Produktion des Vorgängers Bf 110 gesteigert wurde.

Die Herstellung der Me 210 wurde zwar später eine Zeit lang wieder aufgenommen, aber es wurden nicht mehr als 352 Flugzeuge in Deutschland fertiggestellt.
Jedoch wurde die Me 210 C-Serie auch in Lizenz in Ungarn hergestellt. Bei den ungarischen Luftstreitkräften tat die Me 210 C einen guten Dienst und war sehr beliebt. Die Duna-Werke lieferten 267 Flugzeuge davon aus, bevor sie im März 1944 die Produktion auf Bf 109 G umstellten. Die Ungarn nutzten die schnellen, zweimotorigen Me 210 intensiv an der Ostfront.

Als Me 210 C-1 bezeichnet waren sie der A-Serie ähnlich, hatte jedoch stärkere DB 605B Motoren und verbesserte Flugeigenschaften, welche sich aus der Einführung eines neu gestalteten, tieferen und längeren hinteren Rumpfteil und dem Einbau von automatischen Steuerkanten an den Außenflügeln ergab. Diese Änderungen wurden auch nachträglich an einigen der schon existierenden Me 210 A-1 vorgenommen, welche dann ab August 1942 bei 16./KG 6 in Holland und später mit III/ZG 1 auf Sizilien und anderen Verbänden im Mittelmeerraum zum Einsatz kamen.

Auf der Suche nach einem Ersatz für die Me 210 überging das RLM die Me 310, welcher als Höhenbomber mit vergrößerter Spannweite und Druckkabine entworfen war, zugunsten der einfacheren Me 410 Hornisse. Dieses Flugzeug hatte von Anfang an die wichtigen Verbesserungen an Flügeln und Rumpf der Me 210C erhalten und verwendete die stärkeren DB 603A Motoren. Der Erstflug erfolgte im Herbst 1942 und im folgenden Januar übernahm die Luftwaffe ihre ersten Me 410A-1. Als erstes war das Kampfgeschwader 2 im Frühjahr 1943 mit dem neuen Schnellbomber einsatzbereit.

Die zweisitzige Me 410 hatte eine Höchstgeschwindigkeit von 615 km/h, das Abfluggewicht lag bei 11.204 kg und eine 1.000 kg schwere Bombe konnte im Bombenschacht mitgeführt werden. Bis zum Ende des Jahres 1943 waren 457 Me 410 in der Augsburger Fabrik von Messerschmitt gebaut wurden und der Typ ersetzte teilweise die Dornier Do 217 E Bomber in den Kampfgeschwadern.

Benutzer: Deutsche Luftwaffe, Ungarn.


Animation 3d-Modell Messerschmitt Me 210


Spezifikationen Messerschmitt Me 210 Ca-1

Spezifikationen
Me 210 Ca-1 Spezifikation
Typ Schnellbomber
Antrieb zwei Daimler-Benz DB 605B Motoren mit je ca. 1.475 PS
Besatzung 2
Spannweite16,34 m
Länge über alles12,56 m
Höhe über alles5,21 m
Flügelfläche36,20 m²
Leer-Gewicht 7.070 kg
Startgewicht (maximum) 9.705 kg
max. Flügelbelastung268,09 kg/m²
max. Leistung (A-1)3,59 kg/PS
Höchstgeschwindigkeit ca. 580 km/h (in Flughöhe von 5.430 m)
Marschgeschwindigkeit ?
Anfangssteigleistung 650 m/min.
Steigleistung (A-1)5.430 m in 12,4 min.
Dienstgipfelhöhe 10.000 m
Reichweite 2.400 km (mit voller Bombenlast)
maximale Reichweite ?
Einsatzradius ?
Bewaffnung
Me 210 Ca-1 Spezifikation
starr nach vorn2 x 20-mm MG 151/20 Schnellfeuerkanonen (720 Schuss/min, Mündungsgeschwindigkeit 593 m/s) und 2 x 7,92-mm MG 17 (1.200 Schuss/min, Mündungsgeschwindigkeit 765 m/s)
nach hinten2 x 13-mm MG 131 (930 Schuss/min, Mündungsgeschwindigkeit 760 m/s) in zwei ferngesteuerten Ständen zu beiden Rumpfseiten
ZuladungBombenschacht für zwei 500-kg-Bomben (insgesamt maximum von 1.000 kg)
Einsatzstatistik
Me 210 Angaben
Erstflug (Me 210V-1) 2. September 1939
Produktion Vorserie (Me 210 A-0) April 1941
Truppenlieferung August 1942
Endlieferung (C-1) März 1944 (in Ungarn)
Stückpreis ?
Stückzahl (alle Varianten)619 (352 in Deutschland, 267 in Ungarn)
Übernommen von Luftwaffe 1/39-12/44 (alle Versionen)382 (einige auch aus ungarischer Produktion)
Produziert 1939
Produziert 1940
Produziert 1941 (nur in Deutschland) 92
Produziert 1942 (nur in Deutschland) 93
Produziert 1943 (nur in Deutschland) 89
Produziert 1944 (nur in Deutschland) 74
Produziert 1945
Bestand Me 210 am 1.9.1939
Bestand Me 210 am 20.9.1942 5
Bestand Me 210 am 21.12.1942 15
Bestand Me 210 am 10.1.1945
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