Kriegstagebuch 31. Mai 1916

deutsche Hochseeflotte Schlacht am Skagerrak

Die deutsche Hochseeflotte auf dem Weg in die Nordsee zur Schlacht am Skagerrak.

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 31. Mai 1916:

Seekrieg

Nordsee – Seeschlacht am Skagerrak (bis zum 1. Juni): Scheer gibt den Auftrag für eine offensive Unternehmung in Richtung Norden, um die alliierte Schiffahrt nach Skandinavien zu stören und eventuell das britische 10. Kreuzergeschwader anzugreifen. Die deutsche Hochseeflotte verlässt ihre Ankerplätze in der Jade um 2 Uhr morgens, zusammen mit Hippers 5 Schlachtkreuzern voraus. U 32 kann den einzigen und nicht erfolgreichen Torpedoangriff um 3:55 Uhr aus dem geplanten Hinterhalt mit zahlreichen deutschen U-Booten gegen die britischen Schiffe durchführen.
Um 14 Uhr befinden sich Beatty mit 55 Schiffen und Hipper mit 42 Schiffen auf einem Kurs, welcher sie westlich von Jütland zusammentreffen lässt. Um 14:20 Uhr dreht Beatty nach Südosten ein, in der Hoffnung Hipper die Rückzugsmöglichkeit abzuschneiden. Hipper wendet sich jedoch nach Nordwesten. Die beiden Flotten entdecken sich um 15:25 Uhr und eröffnen das Feuer um 15:48 Uhr. Hipper führt ein Wendemanöver zum Gegner durch.
Die britischen Schlachtkreuzer Indefatigable (1.017 Tote) und Queen Mary (1.266 Tote) explodieren nach Treffern, das britische Flaggschiff Schlachtkreuzer Lion und der deutsche Schlachtkreuzer Seydlitz (Torpedo- und 22 Artillerietreffer) werden beschädigt.
Die Hauptflotten (96 britische gegen 59 deutsche Schiffe) beginnen sich ab 18 Uhr bis zur Dunkelheit für insgesamt etwa 20 Minuten zu beschießen. Um 18:33 Uhr wird Hippers Flaggschiff, der Schlachtkreuzer Lützow durch 24 Treffer schwer beschädigt, kann aber noch den britischen Schlachtkreuzer Invincible versenken (nur 5 Überlebende).
Um 18:35 Uhr führt Scheer einen sorgsam für den Notfall geübtes Rückzugsmanöver durch. Trotzdem schafft es Jellicoe sich zwischen Scheer und seiner deutschen Basis zu schieben, aber er hat keine Leuchtgranaten und nur schwache Suchscheinwerfer, während die britische Admiralität die Harwich Force aus 5 Kreuzern und 18 Zerstörern zurückhält.
Während der Nacht bricht Scheer schließlich durch und entkommt trotz Angriffen durch britische Zerstörer.
Die britische Royal Navy verliert Schiffe mit zusammen 155.000 t: 3 Schlachtkreuzer, 3 Kreuzer, 8 Zerstörer (6.097 Gefallene, 510 Verwundete, 177 Kriegsgefangene).
Die deutsche Hochseeflotte verliert Schiffe mit zusammen 61.000 t: 1 Schlachtkreuzer (selbst versenkt in der Nacht zum 1. Juni), 1 altes Schlachtschiff (durch Torpedoangriff in der Nacht zum 1. Juni), 4 Kreuzer, 5 Zerstörer (2.551 Gefallene, 507 Verwundete).
Ionisches Meer: Der italienische Admiral Abruzzi besucht die französische Flotte (10 Schlachtschiffe und andere Schiffe) bei Argostoli (Kefalonia), aber der ‘persönliche’ Besuch löst nicht die Koordinations- und Befehlsprobleme.
Adria: 5 österreich-ungarische Zerstörer und Torpedoboote greifen in der Nacht vom 31. Mai auf den 1. Juni die britische Patrouillen-Sperrkette bei Otranto an und versenken das Vorpostenschiff Allerbarmers.

Westfront

Verdun: Französische Geschütze zerstören ein deutsches Munitionslager mit 500.000 Granaten bei Spinville. Präsident Poincare sagt Haig, daß Petain, Niveile und ein anderer General bei Verdun Angst vor ‘Verdun sera prise !’ (‘Verdun wird fallen’) haben und dass eine Gegenoffensive unverzüglich gestartet werden muß (dh an der Somme). Foch wird von Premierminister Briand gerügt für seine Behauptung, dass die Alliierten im Jahr 1916 eine Offensive vermeiden sollten.

Ostfront

Russland: Generalstabschef Alexejew befiehlt ‘einen leistungsfähigen Unterstützungsangriff (durch Brusilow) auf die österreich-ungarischen Truppen … der Hauptschlag soll anschließend durch … die Westfront ausgeführt werden’.

Südfronten

Trentino: Eine österreich-ungarische Division von der Insonzo-Front trifft zur Verstärkung ein. Das 59. Salzburg-Regiment vom XX. Korps erreicht Positionen unterhalb des Gipfels vom Mt. Cegnio (1.350 m) in einer letzten Anstrengung. Bisher wurden 30.000 italienische Kriegsgefangene eingebracht.
Saloniki: 112.000 serbische Truppen in 6 Divisionen und 8.000 Pferde sind jetzt von Korfu heran transportiert worden und befinden sich in 6 Lagern 16 km südöstlich von Saloniki. 25.000 Kranke, Verwundete, Rekruten und der Überschuss an Offizieren wurde in Korfu oder in Nordafrika zurückgelassen. Französische Truppen besetzen Poro.
Italien: Der italienische Oberbefehlshaber Cadorna fordert MGs aus Frankreich an, welche von nun an 250 pro Monat liefern.

Luftkrieg

Westfront: 2 von 5 FE2b gehen bei einer Aufklärungsmission über Cambrai durch 3 Fokker E Jäger (1 Verlust) verloren.
Nordsee, Schlacht am Skagerrak: Der britische Wasserflugzeugträger Engadiner beschattet den deutschen Verband aus Kreuzern und Zerstörern, aber seine Funkmeldungen kommen nicht durch.

Heimatfronten

Großbritannien: 15.753 Ausnahmeregelungen von der Schulpflicht wegen landwirtschaftlicher Arbeit.
Der Wechselkurs für 1 £ wird auf ca. 4,76 $ für die Dauer des Krieges festgelegt (5 $ in der Vorkriegszeit).

Call of War
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